Zur Auferstehung Jesu


Teil 5 von 5: Der historische Rand der Auferstehung

Bereits Ende der 1970er Jahren konstatierte Jacob Kremer, einer der wichtigsten Bibelwissenschaftler des 20. Jahrhunderts, dass die Mehrheit historischer Forschung, deren Fokus auf dem Neuen Testament liegt, die zentralen Fakten rund um die Auferstehung als historisch glaubwürdig betrachtet. Gary Habermas, einer der führenden neutestamentlichen Forscher unserer Zeit, untersuchte 34 Jahre später über 2.000 Texte der historischen Auferstehungsliteratur, die zwischen 1975 und 2000 verfasst wurde:

Über 75% aller Texte akzeptierten die Historizität der zentralen Fakten rund um die Auferstehung. Michael Licona, Professor für Neues Testament an der Houston Baptist University, unterstreicht dies in seinem 2010 erschienen historiographischen Werk über die Auferstehung Jesu.

Vor diesem Hintergrund möchte ich Ihnen im Folgenden nur einmal zwei dieser Fakten vorstellen – zwei Fakten, die von der Mehrheit aller neutestamentlichen Forscher als anerkannt und glaubwürdig gelten.

Eines aber noch vorweg: Im Folgenden will ich nicht sagen, dass nur die Erklärung “Auferstehung” die einzig denkbare Erklärung der Ereignisse darstellt. Ich will vielmehr sagen, dass die Option “Auferstehung” tatsächlich eine ernst zu nehmende Erklärung ist – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die Ausführungen sollen aufzeigen: Es ist gut möglich, dass die Auferstehung wirklich stattgefunden hat.


Fakt I: Das leere Grab

Damit die Botschaft von der Auferstehung Jesu in Jerusalem überhaupt Fuß fassen konnte, hatte eine sehr grundlegende Bedingung erfüllt sein: Das Grab Jesu musste leer sein. Und dass dem so war, das bestritten selbst die Gegner Jesu nicht. Die Frage lautet also: “Was ist mit dem Leichnam passiert?” Wer hat ihn entwendet?


A: Die Jünger

Es ja durchaus denkbar, dass die Jünger den Leichnam entwendet haben. Aber wenn sie das getan hätten, dann wussten sie auch ganz genau, dass Jesus nicht von den Toten auferstanden ist. Aber wenn sie sich darüber im Klaren waren, warum taten sie in der Folgezeit dann das, was sie taten? Was nämlich? Nun, sie widmeten ihr ganzes Leben der Aufgabe, so vielen Menschen wie möglich die Nachricht zu überbringen, dass Jesus von den Toten auferstanden ist und er wirklich der ist, der er vorgab zu sein – also Gott selbst.

Für diese Botschaft nahmen sie viel auf sich: Sie gründeten unzählige Gemeinden, legten Hunderte von Kilometern auf dem Fußweg zurück, nahmen Folterung in Kauf und starben letztlich fast alle den Märtyrertod für eine Botschaft, die ihnen persönlich nichts brachte.

Es ist alles andere als überzeugend, dass Menschen für eine selbst erfundene Lüge all dies taten bzw. über  sich ergehen ließen. Warum gibt man freiwillig sein Leben für eine Botschaft hin, von dem man zu 100%  weiß, dass es sich um eine selbst erfundene Lüge handelt, die im Jenseits mit Folter und Tod und im Jenseits mit der Hölle bestraft wird?

Denn wenn Juden eines kannten, dann die „Zehn Gebote“ – man wusste also: Einen Menschen als Gott zu verehren (und auch noch zu verkündigen) war eine glasklare Gotteslästerung und wurde mit der Hölle bestraft. Vor diesem Hintergrund erscheint es mehr als unplausibel, dass die Jünger den Leichnam Jesu entwendet haben. Wer kommt noch in Frage?

B: Die Gegner Jesu

Vielleicht waren es ja auch die Gegner Jesu, sprich die Römer selbst oder die religiöse jüdische Elite, die den Leichnam entwendeten? Aber auch hier wieder: Warum? Um sich einen unerwünschten Auferstehungskult einzuhandeln? Und selbst wenn sie den Leichnam entwendet hätten, bleibt die Frage, warum die Widersacher Jesu seinen Leichnam nicht einfach hervorholten, als sie hörten, dass die Jünger die Situation für sich ausnützten.

Das taten sie nämlich nicht. Andernfalls wäre die Botschaft, dass Jesus von den Toten auferstanden ist, auch sofort im Keim erstickt worden – und wir würden uns heutzutage auch nicht darüber den Kopf zerbrechen.

C: Jemand ganz anderes

“Vielleicht war es ja auch noch jemand anderes“, denke nun einige. „Irgendeine dritte Partei. Aus welchen Gründen auch immer.” Und aus meiner Sicht wäre das die einzige plausible und natürliche Erklärung für das leere Grab. Die einzige denkbare Erklärung also, die ohne einen übernatürlichen Eingriff Gottes auskommt.

Und ich will nun gar nicht sagen, dass man so nicht denken darf. Ich möchte an dieser Stelle nur anmerken, dass diese Möglichkeit sicherlich das leere Grab erklärt – mehr aber noch nicht. Das sollte man ganz unaufgeregt zugeben. Das leere Grab an sich hat bei nirgends zum Osterjubel geführt.

Niemand dachte „Oh, Jesus ist auferstanden!“, nur weil seine Grabkammer leer war. Und das verwundert auch gar nicht. Warum nicht? Weil die Auferstehung Jesu sowohl für die Jünger als auch ihre jüdischen Zeitgenossen absolut ausgeschlossen war – und warum, das möchte ich im Folgenden begründen.


Grund 1: Für Juden war eine „Einzel-Auferstehung“ ausgeschlossen.

Juden der damaligen Zeit waren zwar davon überzeugt, dass es eine Auferstehung geben wird. Im jüdischen Denken und Glauben war die Auferstehung eines Einzelnen aber ausgeschlossen. Man war davon überzeugt, dass es am Ende aller Tage eine Auferstehung aller Gerechten geben würde. Aber: Dass mitten in der Menschheitsgeschichte, während also die Welt unter der Last von Leid und Tod leidet, ein Einzelner aufersteht – das war für Juden undenkbar.

Wir können die Situation als ganz gut mit der vieler Menschen heutzutage vergleichen. Auch heute ist es für viele absolut unmöglich, dass die Auferstehung Jesu stattgefunden hat. Und genauso undenkbar war es für Juden der damaligen Zeit, wenn eben auch aus anderen Gründen.


Grund 2: Jesu Anspruch starb am Kreuz mit ihm.

Die Hinrichtung Jesu führte zu einer tiefen Ernüchterung bei all denen, die Hoffnung in Jesus gesetzt hatten. Denn seine Glaubwürdigkeit und sein Anspruch starben am Kreuz mit ihm. Wer konnte noch ernsthaft glauben, dass es stimmte, was dieser Mann von sich behauptete? Er soll Gott sein?

Er, der von seinen Widersachern nicht nur gefangen genommen, sondern auch gefoltert und letztendlich sogar hingerichtet wurde. Dieser Mann, der dort leidvoll und erbärmlich am Kreuz hing, das sollte Gott sein? Das war lachhaft. Das Kreuz entlarvte Jesus also als einen Lügner, genauso wie viele andere vermeintliche Messiasse vor ihm (z.B. Judas der Galiläer, Schimon bar Giora, Simon bar Kochba).

Und nicht nur das: In der Thora, der autoritativen und heiligen Urkunde der Juden, heißt es: „Denn von Gott verflucht ist derjenige, der ans Holz gehängt wurde.“ (Deuteronomium 21, 23a).In jüdischen Augen machte die Kreuzigung Jesu also eines ganz klar:

Er war nicht nur ein Lügner, sondern sogar jemand, der von Gott persönlich verflucht war. (Wahrscheinlich wegen der Behauptungen, die er selbst über sich machte) Die Kreuzigung wurde von jedem frommen Juden folglich als ein Verdammungsurteil Gottes über das Wirken und Verkündigung Jesu verstanden. Er, der ja vorgab, Gott selbst zu sein, wurde durch seinen Kreuzestod entlarvt.

Mehr kann ein vermeintlicher Messias kaum scheitern. Der Messias, von dem Juden erwarten, dass er das jüdische Volk  aus dem Exil versammelt und nach Israel zurückbringt, der den jüdischen Tempel in Jerusalem wieder aufbaut und den Weltfrieden bringt – das konnte wahrlich nicht der Mann sein, der dort röchelnd und blutend am Kreuz hing und am Ende elendig starb.


Fakt II: Der Sinneswandel hunderter Juden

Doch bereits wenige Tage nach der Kreuzigung kam es nicht nur bei den Jüngern, sondern auch bei Hunderten ihrer jüdischen Zeitgenossen zu einem bemerkenswerten Sinneswandel. Die aufgescheuchten und verängstigten Jünger, die dabei waren, alles wegzuwerfen und aus Jerusalem zu fliehen, Jesus verrieten und verleugneten, verwandelten sich plötzlich über Nacht in eine selbstbewusste und überzeugte Missionsgesellschaft.

Und nicht nur sie, sondern auch Hunderte von jüdischen Zeitgenossen, die zuvor nichts mit Jesus zu tun hatten, verkündeten plötzlich lauthals, was durch die Kreuzigung, das heilige Thora-Urteil über Jesus und die jüdische Grundüberzeugung, dass die Auferstehung eines Einzelnen ausgeschlossen ist, als unmöglich galt:

„Christus ist von den Toten auferstanden! Er ist wirklich Gott selbst!“

Im Folgenden möchte ich nur einmal zwei Auswirkungen hierauf nennen:


A: Sonntagsgottesdienst

Die Entscheidung, die gottesdienstlichen Treffen vom Sabbat (Samstag) auf den ersten Tag der Woche (Sonntag) zu verlegen, ist wahrscheinlich eine der schwerwiegensten religiösen Entscheidungen, die jemals von einer Gruppe von Menschen in der Geschichte getroffen wurde. Das wird dann besonders deutlich, wenn man die Folgen betrachtet, die nach dem Glauben der Juden eintreten würden, wenn sie Unrecht gehabt hätten.

Die frühen Christen waren fromme Juden und daher fanatisch darauf bedacht, den heiligen Sabbat einzuhalten. Juden fürchteten sich, den Sabbat zu brechen. Sie glaubten, sich den heiligen Zorn Gottes zuzuziehen, wenn sie ihn brachen – denn so stand es in den Zehn Geboten. Sie verlegten aber den »Tag des Herrn« auf den Sonntag, um den Tag der Auferstehung Jesu Christi zu ehren.


B: Ein verändertes Leben

Die Jünger widmeten wenige Tage der Kreuzigung ihr ganzes Leben der Aufgabe, so vielen Menschen wie möglich zu berichten, dass Jesus auferstanden und wirklich der ist, der er behauptete zu sein – nämlich Gott selbst. Für diese Botschaft nahmen sie alles auf sich: Sie gründeten etliche Gemeinden, und legten für ihre Verkündigung Hunderte von Kilometern zu Fuß zurück.

Als Lohn für ihre rückhaltlose und totale Hingabe an den Auferstandenen wurden sie geschlagen, zu Tode gesteinigt, Löwen vorgeworfen, gefoltert, gekreuzigt und jeder erdenkbaren Repressalie unterworfen, die sie am Reden hindern sollte – und das alles für eine Botschaft, die ihnen persönlich rein gar nichts brachte.

Im Gegenteil: Wenn die Jünger wussten, dass ihre Botschaft unwahr ist, wussten sie auch, dass sie wegen Blasphemie in der Hölle landen werden. Denn Juden waren die Zehn Gebote heilig und waren davon überzeugt, dass ein Verstoß unweigerlich den Zorn Gottes auf sich zog. Und man wusste:

Einen Menschen als Gott zu verehren und sogar noch zu verkündigen war glasklare Gotteslästerung. Die Strafe für solch eine Tat war klar: die Hölle. Alle Juden, also nicht nur die Jünger, wussten folglich: Wenn es nicht wirklich stimmt, dass Jesus auferstanden und Gott selbst ist, dann kommen all diejenigen in die Hölle, die diese blasphemische Aussage tätigen.

Aus dem Gesagten ergeben sich insgesamt fünf Fragen: 

  1. Wie ist es zu erklären, dass das Grab Jesu leer war?
  2. Wie ist es zu erklären, dass nicht nur die Jünger, sondern auch Hunderte unbeteiligter jüdischer Zeitgenossen plötzlich davon ausgingen, dass die für Juden unmögliche „Einzel-Auferstehung“ inmitten der Weltgeschichte doch möglich ist?
  3. Wie ist es zu erklären, dass nicht nur die Jünger, sondern auch Hunderte unbeteiligter jüdischer Zeitgenossen auf einmal davon ausgingen, dass der hingerichtete und gottverfluchte Jesus doch Gott selbst ist?
  4. Wie ist es zu erklären, dass die Jünger gewaltige Anstrengungen bis hin zum Märtyrertod und letztlich sogar die Hölle für eine Botschaft in Kauf nahmen, die ihnen persönlich nichts brachte?
  5. Wie ist es zu erklären, dass einfache Juden, die zuvor nichts mit Jesus zu tun hatten, urplötzlich zentrale Überlieferungen ihres Glaubens über Bord warfen – obwohl sie davon überzeugt waren, dass Gesetzesverstöße dieser Art mit der Hölle bestraft werden?

Eine Erklärung, die plausibel sein möchte, muss gute Antworten auf Fragen wie diese geben. Ich denke, wenn man Wunder nicht kategorisch ausschließt (und ich habe oben zu zeigen versucht, dass es gute Gründe, dies nicht zu tun), die Auferstehungserklärung durchaus denkmöglich ist. Und keine Sorge, ich sage nur “denkmöglich” – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Warum denke ich so? Nun, die Auferstehung Jesu erklärt das leere Grab. Sie erklärt auch, warum Hunderte Juden damals urplötzlich ihre Meinung änderten und die unmögliche Auferstehung eines Einzelnen inmitten der Weltgeschichte doch möglich ist. Sie erklärt darüber hinaus, warum Hunderte von Juden den zuvor gekreuzigten und damit gottverfluchten Jesus wenige Tage nach seiner Hinrichtung nun doch als Gott selbst verehrten und verkündeten.

Die Auferstehung erklärt zudem, weshalb die Jünger so enorme Strapazen, den eigenen Tod und letztlich sogar die Hölle für eine Botschaft in Kauf nahmen, die ihnen subjektiv nichts brachte. Denn sie wussten, dass das mit Jesus stimmt und es keine Blasphemie ist, ihn als Gott zu verkünden.

Die Auferstehung Jesu erklärt außerdem, warum selbst unbeteiligte Juden, die zuvor nichts mit Jesus zu tun hatten, zentrale Überlieferungen ihres Glaubens über Bord warfen, als sie Jesus als Gott verehrten und ihre gottesdienstlichen Treffen vom heiligen Sabbat auf den bislang unbedeutenden Sonntag verschoben.

Die Auferstehung liefert meiner Ansicht nach eine zufriedenstellende Erklärung – und genau das macht sie denkmöglich. Wie gesagt: „denkmöglich“ – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ein kurzes Fazit – was wäre, wenn…?

Es ist aber völlig in Ordnung, wenn sie auch eine andere Erklärung als die gerade vorgestellte als denkmöglich einstufen. Denn wie gesagt: Ich wollte zu keinem Zeitpunkt sagen, dass nur die Option “Auferstehung” die einzig mögliche Erklärung für die vorgestellten Ereignisse sein kann. Ich wollte nur sagen, dass dies eine denkbare Option darstellt. Es steht ja außer Frage: Natürlich gibt es Erklärungen, die ohne Gott auskommen. Manche sagen nun:

“Ja dann ist doch alles geklärt. “Wenn ich die Wahl zwischen mehreren möglichen Erklärungen habe, entscheide ich mich natürlich für die, die mir am einfachsten erscheint.”

So kann man ja denken. Und bei denen unter uns, die beim Thema “Glaube” skeptisch sind, ist das zumeist die Erklärung, die ohne Gott arbeitet. Das ist im Grunde auch gar nicht mal verkehrt. Ich sage ja auch gar nicht, dass man seinen gesunden Menschenverstand über Bord werfen muss, wenn man an Wunder glaubt.

Nein, gerade weil ich glaube, dass Wunder real sind, brauche ich nicht einfach alles als Wunder zu akzeptieren, was so genannt wird. Ich denke: Wir sollten einem als Wunder angekündigten Ereignis nur dann wirkliche Beachtung schenken, wenn das Ganze auch wirklich glaubhaft ist. Und hierzu bedarf es unserer vollen Aufmerksamkeit!

Auch als Christ darf ich zurückhaltend sein, was Wunderberichte angeht. Aber Wunder von Vornherein ausschließen, würde ich aus besagten Gründen trotzdem nicht…

Ich sehe bei der ganzen Sache, bei allem Respekt, aber ein Missverständnis: Wenn ich die Wahl zwischen zwei unterschiedlichen, aber trotzdem möglichen Erklärungen A und B habe und mich für B entscheide, dann macht das die Erklärung A doch nicht weniger denkmöglich. Aber genau das denken ja viele und sagen:

Wenn A und B beide denkbare Erklärungen sind und ich mich für B entscheide, fällt die Erklärung A unter den Tisch. Aber das ist ja nicht richtig. Natürlich bleibt A auch dann noch denkbar, selbst wenn man sich für B entschieden hat. A könnte sogar, da sich ja nichts an seiner Denkmöglichkeit geändert hat, immer noch die richtige Erklärung sein.

Ich kann diesen nur allzu menschlichen Denkfehler sehr gut nachvollziehen (und auch ich begehe ihn noch viel zu häufig) – aber das ändert ja nichts daran, dass es sich dabei um einen Denkfehler handelt. Auf unser Thema angewandt, bedeutet das:

Wer die Auferstehung zumindest als mögliche Erklärung für die Ereignisse um 30 n. Chr. ansieht, begeht einen gedanklichen Fehlschluss, wenn er davon ausgeht, dass andere Erklärungen an dieser Denkmöglichkeit kratzen.

Ich denke, wenn die Möglichkeit besteht, dass an dieser Auferstehung wirklich etwas dran sein könnte, dann wäre es überaus leichtfertig, diese Spur erkalten zu lassen. Wenn nach allen Überlegungen die Denkmöglichkeit der Auferstehung erhalten bleibt, sollten wir die Frage der Auferstehung nicht zu den Akten legen.

Warum nicht? Warum sollte diese Frage der Auferstehung für uns so wichtig sein? Das wird dann erkennbar, wenn wir uns einmal die Frage stellen: „Was hieße es, wenn es wirklich stimmen würde?“ Wenn Jesus wirklich auferstanden ist, dann ist er bestätigt in allem, was er jemals gesagt und getan hat.

Und dann stimmt es, was Christen immer sagen: Dass Jesus (dass Gott) wirklich bei uns ist, jetzt in diesem Moment. Nicht nur als schöne Einbildung in unseren Köpfen, sondern wirklich anwesend, ansprechbar und handlungsfähig. Dann ist alles kein religiöser Tick von ein einigen Leuten, sondern dann ist er die allerwichtigste Person, die es gibt. Und die jedem von uns ein persönliches Gespräch mit ihr anbietet.

Dann stimmt es, dass es ein Leben nach dem Tod gibt – und wir dort unsere Zeit entweder mit Gott oder ohne Gott verbringen werden. Dann hat der Tod nicht das letzte Wort! Wenn die Chance besteht – wenn es denkmöglich ist, dass das stimmen könnte, dann ist das eine mehr als nur enorme Perspektive für das Leben jedes Einzelnen von uns.

Wenn das mit der Auferstehung wirklich stimmen sollte, dann stimmt es auch, was Christen glauben: Dass wir unseren Tod überleben und es ein Leben danach geben wird. Wie gesagt: Eine gewaltige Perspektive wäre das. Der renommierte Theologe N.T. Wright schreibt hierzu:

“Die Botschaft der Auferstehung ist, dass diese Welt wichtig ist. Aller Ungerechtigkeit und allem Leid, die wir heute erleben, müssen wir mit der Botschaft entgegentreten, dass Heil, Gerechtigkeit und Liebe gesiegt haben. Wenn Ostern lediglich bedeutet, dass Christus im Geiste auferstanden ist, dann geht es bei Ostern nur um mich und darum, dass ich eine neue Dimension in meinem spirituellen Leben finde.

Aber wenn Jesus wahrhaftig von den Toten auferstanden ist, dann ist der christliche Glaube eine frohe Botschaft für die ganze Welt – eine Botschaft, die unsere Herzen gerade deshalb warm macht, weil es in ihr nicht nur um warme Herzen geht.

Ostern bedeutet, dass in einer Welt, in der Ungerechtigkeit, Gewalt und Erniedrigung an der Tagesordnung sind, Gott nicht bereit ist, diese Dinge zu dulden – und dass wir mit all der Kraft Gottes systematisch darauf hinarbeiten, den Sieg Jesu über diese Dinge Gestalt annehmen zu lassen.

Man nehme Ostern weg und Karl Marx hatte wahrscheinlich recht mit seiner Behauptung, dass das Christentum die Probleme der realen Welt ignoriert. Man nehme es weg und Nietzsche hatte wahrscheinlich Recht, als er sagte, dass das Christentum nur etwas für Schwächlinge sei.”

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Dieser Blog-Beitrag von Stephan Lange erschien zuerst auf mitdenkend.de . Lies hier den Original-Artikel "Zur Auferstehung Jesu".

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