Prophetie – was, wenn Prophetie nicht eintrifft?

Prophetie – wie ist das nun, wie soll man umgehen mit Prophetien, die nicht eingetroffen sind und die niemals eintreffen werden? Ich kenne Beispiele von Prophetien, die den Glauben eines Ehepaars attackiert haben, dem eine Schwangerschaft prophezeit wurde, die aber nie eintrat. Über einen anderen wurde Heilung von Krebs prophezeit, jedoch ist er heutzutage öfter im Krankenhaus als in irgendeiner Kirche, er scheint mir irgendwie resistent gegen den Glauben geworden zu sein. Prophetie falsch angewandt, Prophetie aus menschlichen Wünschen heraus gesprochen, richtet zweifelsohne Schaden an.
Viele leichtfertige Prophetien haben eine Erwartungshaltung hervorgebracht, speziell bei neuen Christen, die sie nachhaltig verwirrt und teilweise sogar beschädigt haben. Über wie viele Menschen wurde prophezeit, sie seien die neuen „Elias“. Durch sie und nur durch sie wollte Gott ein ganzes Volk zur Umkehr rufen. Wie viele Prophetien gab es, die hier in Deutschland Erweckung, Erweckung und nichts als Erweckung vorhergesagt haben? Stattdessen sehen meine 55-jährigen Augen bestenfalls Stagnation, in Wahrheit auch ein Verlassen der Fundamente des Glaubens.

Prophetie ist ein Segen

Prophetie ist dann ein Segen, wenn sie in Ehrfurcht vor Gott ausgeübt wird und sie ist lebensnotwendig für christliche Gemeinden, denn Prophetie erbaut die Gemeinde, sie trägt zum Wachstum bei. Prophetie bedeutet aber nicht, dass jemand daherkommt und sagt: „Ich sehe, dass du diese oder jene Person heiratest“, in den seltensten Fällen wird dieses Reden von Gott sein. Ein Christ wird von Gott durch seinen Geist innerlich geführt und nicht durch Propheten. Bezüglich zukünftiger Entscheidungen dient eine Prophetie für Christen in der Regel nur dazu, bereits Bekanntes zu bestätigen.
Beispiel: Der Heilige Geist sprach „Sondert mir Paulus und Barnabas aus zu dem Werk zu dem ich sie berufen habe.“ Sie waren bereits berufen, sie wussten davon.

Etliche Leute, die prophetisch begabt sind, sollten sich angewöhnen, etwas kleinere Brötchen zu backen und nicht versuchen, Jesaja oder Elia oder den Pastor oder Prediger der Gemeinde nachzuahmen. Das kleinere Brötchen ist die Weitergabe dessen, was Gott wirklich als Reden oder als Eindruck gegeben hat und nicht die ganze umschmückende Geschichte dazu. Manchmal ist es nur 1 Wort, das einem Menschen weiterhilft, das ihn ermutigt. Und die Bedeutung dieses Wortes versteht vielleicht selbst der prophetisch Redende nicht zu hundert Prozent. Aber er spricht im Glauben und gemäß seines Glaubens – nicht darüber hinaus.
Einige prophezeien über ihren Glauben hinaus über Dinge wie Heilung von Krebs und dergleichen und es geschieht genau: nichts Hier muss eine neue Ernsthaftigkeit und Umdenken stattfinden, wenn die Prophetie in der Gemeinde nicht diskreditiert werden soll. Besser heute als gar nicht.

ProphetieWie soll man umgehen mit Prophetie? Kann man das lernen? Prophetie in Ehrfurcht ausgeübt kann und soll ein Segen für Alle Zuhörenden sein.

Bei Einigen wäre es an der Zeit, vor Gott, vielleicht sogar vor ihrer Gemeinde, umzukehren und zu bekennen, dass sie öfter übers Ziel hinausgeschossen sind.

Soll man Prophetie ganz sein lassen aus Angst, falsche Dinge zu sagen?

Oder: Der Pastor predigt entlang der Bibel und das ist auch schon das prophetische Reden? So legen Einige aus, Prophetie sei, wenn der Pastor so predigt, dass es das Herz des Menschen erreicht.
Dann hätte Paulus allerdings keine Handlungsanweisungen für prophetisch Redende geben müssen. Übrigens: Prophetisch Redende sind noch längst nicht Propheten – denn alle können prophetisch reden.
In einer Gemeinde ohne Prophetie fehlt ein wesentliches Element der Offenbarung Gottes. Und ich rede nicht von irgendwelchen abgedrehten selbsternannten Propheten mit diesen stets nervenden „alles ist gut, alles wird gut, alles kommt gut, alles was du wünschst kommt in Erfüllung-Prophetien“. Eine Prophetie in der Furcht Gottes dargebracht ist ein Segen, begleitet von der Furcht und Gegenwart Gottes.
Als Jesus über Jerusalem weinte sprach er prophetisch über die Zukunft Jerusalems. Durchaus nicht positiv. Prophetie ist zur Ermahnung und zur Erbauung, beides hat seinen Platz, beides gehört zusammen. Diejenigen, die nur positives im Sinne von „alles wird gut Prophetien“ hören wollen, pflastern sich die Augen zu.

Prophetie heute

Ein weiterer Beleg dafür, dass Gott Prophetie heute in der Gemeinde haben will, ist die erste Gemeinde. Sie trafen sich als Apostel und Propheten.
Paulus ordnete an, dass in den Gemeinden die prophetische Rede ordentlich dargebracht werden soll. Nun kenne ich leider keine größere Gemeinde, in der Prophetie Platz eingeräumt wird aber sehr wohl in den kleineren Treffs, wohl ist das auch der richtige Platz dafür, um ein Gespür für den Umgang mit dieser Gabe zu bekommen.
Eine Prophetie soll geprüft werden, sie soll keinesfalls geschluckt werden wie eine Tablette, wie ein Medikament und für Gottes Wort gehalten werden. Es wird dann gruselig, wenn Menschen durch Prophetie Macht ausüben und andere Menschen sich ungeprüft abhängig machen. Wenn junge Christen in ihrem Glauben erschüttert werden, weil Prophetien dahergesagt werden, die nur den Wünschen eines Menschen entsprechen, aber nicht dem Reden Gottes. Ehrfurcht vor Gott bringt uns alle nach vorne. Ehrfurcht im Ausüben seiner Gaben und nicht Linksliegenlassen „ich habs versucht und es hat nicht geklappt“, sondern ein ganz neues Suchen und in-die-Hand-Nehmen der Werkzeuge Gottes mit Bitten und Gebet und –auch das gibt es – mit Flehen.

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Dieser Blog-Beitrag von Rolf Oetinger erschien zuerst auf jesus-blog.de . Lies hier den Original-Artikel "Prophetie – was, wenn Prophetie nicht eintrifft?".

Über Rolf Oetinger

Knapp unter 60 Jahre alt, verheiratet, 2 Kinder. Emigrierter Schwabe, der eine Hessin geheiratet hat und hauptsächlich im Bereich Haushaltsauflösungen inklusive Verwertung als Selbständiger arbeitet. Christ seit 1986, was für alle Beteiligten das deutlich Bessere ist.

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