Worthaus und die Evangelikalen

Auf dem Blog „Aufatmen in Gottes Gegenwart“ wurde ein Artikel über Worthaus und dessen Einfluss auf die Evangelikalen veröffentlicht. Sachlich und gut analysiert wird hier über Worthaus, dessen Ziele und problematische Tendenzen berichtet.
Dieser Artikel ist hier zu lesen und kann hier als PDF heruntergeladen werden.
Hier einige Auszüge:

Ich mag es nicht, wenn selbsternannte „Irrlehrenjäger“ in jeder christlichen Initiative die Haare in der Suppe suchen. Niemand ist fehlerlos. Wir leben alle aus Gottes unverdienter Gnade. Wir sollten unser Hauptaugenmerk auf das Original richten und nicht auf Fälschungen.  […]
Worthaus folgt immer wieder klar erkennbar der in der universitären historisch-kritischen Theologie domi­nie­ren­den wissenschaftlichen Methode, in der die Bibel so untersucht wird, als sei Gott nicht existent. Entsprechend geht die Bibelkritik von Worthaus sehr viel weiter, als nur die wahre Aussageabsicht der Bibel unter Berücksichtigung der damaligen Zeit und Kultur herauszuarbeiten. Auch vielen eindeutig historisch gemeinten Texten in den Evangelien (von Lukas als „Augenzeugenberichte“ charakterisiert, Luk. 1, 2) sprechen Worthaus-Referenten die Historizität ab […]Folgerichtig enthält die Bibel aus Worthaussicht natürlich auch theologische Fehler. So äußerst Dr. Breuer: Paulus habe viel Kluges, aber auch Unkluges geschrieben. Manche seiner Argumente seien gar „einigermaßen hanebüchen“, weshalb man allein mit Bibelstellen auch keinen theologischen Standpunkt begründen könne (siehe dazu den 5-minütigen Videoausschnitt aus einem Vortrag von Dr. Breuer). Auch für Prof. Zimmer enthält die Bibel „hunderte von Fehlern“. Insbesondere müsse man die Bibel überall da ablehnen, wo sie Jesus Christus widerspricht: „Im Konfliktfall argumentieren wir ohne jedes Zögern mit Jesus Christus gegen die Bibel.“  […]
Auch in den Worthaus-Vorträgen werden zahlreiche Kernsätze des Glaubens abgeräumt, die in der weltweiten Kirche fast durchgängig als klare, eindeutige Aussagen der Schrift verstanden wurden und werden:

  • Jesu Tod am Kreuz sei eindeutig kein Sühneopfer für die Schuld der Menschheit gewesen. Paul Gerhardts Lied „O Haupt voll Blut und Wunden“ transportiere eine irrige Passionsfrömmigkeit. Im Abendmahl feiern wir die „Kontaktfreudigkeit“ und „Zuwendungslust“ Jesu.
  • Das Grab sei voll gewesen. Auch Himmelfahrt und Pfingsten waren keine historischen Ereignisse.
  • Das Heil sei nicht exklusiv nur in Jesus Christus zu finden.
  • Der Tod sei keine Folge der Sünde sondern Teil von Gottes Schöpfung.
  • Der Himmel sei kein fassbarer Ort. Man kann dort keine Bekannten wieder treffen. Erst recht gibt es keine wie auch immer geartete Hölle. Der Glaube an eine ewige Verdammnis zeuge von einem „eiskalten Glauben“ und primitiver Moral.
  • Der Teufel sei (sehr wahrscheinlich) keine Person. Wer in der Schlange im Schöpfungsbericht den Teufel erkennt sei „balla balla“ […]Worthaus stellt seine Lehraussagen immer wieder als intellektuell, wissenschaftlich, vernünftig, objektiv, vorurteilsfrei, reflektiert und differenziert dar. Dagegen seien die Konservativen/Evangelikalen/Fundamentalisten (diese Begriffe sind
    für Worthaus offenbar austauschbar) denkfaul, eingebunkert, bildungsfeindlich, dümmlich, durcheinander, subjektiv, auf Vorurteilen und Prägungen basierend, intellektuell unterentwickelt (siehe auch die 1. Worthaus-These). Diese Überlegenheitsgeste ist deshalb unangemessen, weil natürlich auch die Worthaus-Referenten mit subjektiven Auslegungsschlüsseln arbeiten.

Weiterlesen bei „Aufatmen in Gottes Gegenwart

Dieser Blog-Beitrag von Johannes Traichel erschien zuerst auf EVANGELIKALE THEOLOGIE . Lies hier den Original-Artikel "Worthaus und die Evangelikalen".

Über Johannes Traichel

Johannes Traichel. Autor und Betreiber von „Evangelikale Theologie“. Ich blicke hier privat auf Themen der Theologie und Gesellschaft, von meiner evangelikalen Brille aus. Aktuell arbeite ich als Prediger der C-Punkt FeG Glauchau. Dazu schließe ich noch einen MTh-Studium am Martin-Bucer Seminar in Chemnitz ab. Ich liebe meine Traumfrau und sie liebt mich. Ich mag Reisen, Kaffee, Theologie, Bücher und Sport. Theologisch interessiere ich mich für alle möglichen und unmöglichen Themen und diskutiert diese auch gerne. Zu dem bin ich noch auf Twitter unterwegs.

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