Wie wird man WortHaus-Skeptiker?

>>“Meine Meinung steht fest, verwirren Sie mich bitte nicht mit Argumenten“, sagt so mancher Christ<< So beginnt ein Teaser für einen Worthaus-Kongreß vom 2.6.13

Ja, ja, die postmodernen Worthaus-Fundamentalisten lieben die multiplen, multipolaren Wahrheitswelten … und um sich dort so richtig klasse zu fühlen, brauchen sie ein paar fromme Deppen über die sie sich schenkelklopfend lustig machen können 🙂
Aber nicht so schnell …
… mich erinnert das an die weitverbreitere Religionsparabel „Gott ist wie ein Elefant und die Wahrheitssucher der Glaubensrichtungen verhalten sich wie blinde Elefantenforscher“…
… der eine hält den Schwanz und beschreibt den Elefanten als Schlange, der andere berührt das Bein und sagt ein Elefant ist wie ein Baum, der nächste fasst ihm am Ohr und sagt ein Elefant sei ein riesiger Fächer. Dieses Bild soll zeigen wie die verschiedenen Glaubensrichtungen immer nur ein Teil des Gottesbildes haben und wie arrogant und dogmatisch es sei, zu behaupten die volle Wahrheit über Gott zu haben. ABER: Die einzige Möglichkeit wie diese Parabel irgendeinen Sinn macht, ist doch daß der Parabelerzähler – in unserem Fall die postmoderne Worthaus-Priesterkaste – den ganzen Elefanten sieht. Wenn diese also konstatiert, alle Glaubensrichtungen sehen nur EINEN Teil der Wahrheit, nimmt sie für sich in Anspruch eine Sicht auf die Wahrheit zu haben, die KEIN ANDERER hat und macht sich damit ironischerweise derselben spirituellen Arroganz schuldig die sie uns konservativen Evangelikalen vorwirft. In anderen Worten: Zu sagen „alle Wahrheit ist relativ in Abhängigkeit zur Gruppe, der man angehört“ ist selbst ein Wahrheitsstatement, aber besonders tricky, weil es Nebelkerzen verwendet um sich selbst toleranter als den Rest darzustellen. Viele „open minded“ Worthaus-Jünger fühlen sich natürlich wesentlich erleuchteter als diejenigen, die weiter an absoluten Wahrheiten festhalten, ohne zu merken, daß sie sich in einem ebenso dogmatischen Glaubenssystem befinden wie alle anderen … vielleicht sogar in einem stärkeren … … wenn du also ein Postmoderner Worthaus-Jünger bist, dessen default mode der Relativismus ist, weil du Teil einer community bist, wo man sich auf dieses Glaubenssystem als „common sense“ geeinigt hat rate ich dir folgendes: SEI EIN SKEPTIKER … SCHAU DIR DEINEN EIGENEN POSTMODERNEN GLAUBEN AN … MIT DEM GLEICHEN KRITISCHEN APPARAT MIT DEM DU UNSEREN EVANGELIKAL-KONSERVATIVEN GLAUBEN BEURTEILST … 😎

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Dieser Blog-Beitrag von Reinhard Jarka erschien zuerst auf OrthodoxPop.de . Lies hier den Original-Artikel "Wie wird man WortHaus-Skeptiker?".

About Reinhard Jarka

Reinhard Jarka, * 1963, Arzt & postprogressiver PopKonservativer, wiederverheiratet, fünf Kinder, Blogger & Indie-DJ, Pop-Journalist, Content-Manager, ehemaliger Chefredakteur HOS multimedica (Bertelsmann/Springer) Kindheit und Jugend im nordhessischen Pietismus, dann 15 Jahre postevangelikaler Skeptiker, Wiedereinstieg als Charismatiker mit anschließender Ernüchterung durch Reformierte Theologie (New Reformed: Piper, Driscoll, Keller), 2012 erstmals Teilnahme am "Evangelium 21"-Kongress in Hamburg. Aktuell Mitglied EKD-Gemeinde Brück bei Pfarrer Helmut Kautz und Besuch der LKG Werder. Seit 2017 Mitglied beim "Netzwerk für Bibel und Bekenntnis"

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