Apologetik – ein Gesundheitsmittel für Christen und Ortsgemeinden

Kürzlich diskutierten wir auf Facebook über die Möglichkeit oder die Notwendigkeit einer „Apologetik-Offensive“ unter allen, die mit Freude und mit ernst Christen sein wollen. Dieses Thema ist jedenfalls auch mein Anliegen. Daran möchte ich gerne mitwirken. Ich bin dafür!

Herausforderungen:

  1. Seit Jahren beobachte ich den Trend unter frommen Ortsgemeinden in ganz Deurschland, dass „Lehre“ im Sinne von „biblische Dogmatik für alle Christen“ kein begehrter Renner ist, sondern eher als unnötig abgelehnt wird. Stattdessen stehen emotionale Erbauung, erfahrungsgeleitete Praxisthemen, schnelle Umsetzung von praktikablen Ideen für Gemeindeaufbau und Evangelisation hoch im Kurs.
  2. Da Lehre aber die Grundlage von jeder Praxis ist (was oft gar nicht wahrgenommen wird), die jedoch unterernährt für wenige Interessierte der Gemeinde vor sich hin dümpelt, ist die Notwendigkeit für Apologetik fast gar nicht auf dem Schirm, wenn man überhaupt unter Gemeindeleitungen erkannt hat, wie wichtig Apologetik für gesundes Gemeindeleben ist.
  3. Eine Internet-Plattform usw. mit apologetischen Themen reicht daher nichts aus. Was „wir“ brauchen sind engagierte Christen, die vor Ort in den Gemeinden konstruktiv Lehre und Apologetik als „Gesundheitsmittel“ hoch halten. Dazu braucht es gut aufbereitete Infos von Webseiten und aus guter Literatur.
  4. Das reicht aber letztlich jedoch auch noch nicht aus. Im Grunde muss irgendwie eine ansprechende Plattform installiert werden, die wie Worthaus, Hartl & Co. die Kommunikationswege nutzt, die „heute“ gerne genutzt werden:

(a) Internetportal mit Videovorträgen zur Lehre und apologetischen Themen, die didaktisch, inhaltlich und kommunikativ hervorragend sein müssen! Außerdem bodenständig simpel verständlich, locker in der Präsentation, tiefgreifend in der inhaltlichen Substanz.

(b) Diese Vorträge sollten unter einem wiedererkennbaren „Label“ gehalten werden (siehe US-amerikanische Vorbilder, auch teilweise bei Worthaus etc.), auch vor Publikum. Die Themen müssten im Laufe von Monaten viele zentral-relevante Themen abdecken.

(c) Dazu „trockene“ Literatur zu den entsprechenden Themen und Internet-Info-Seiten, um Christen vor Ort mit „guten Inputs“ zu unterstützen.

(d) Ein Netzwerk von Vortragsrednern „installieren“, die Serien von Themen vorbereiten und halten, als You-Tube-Videos aufbereiten und streuen. Bekanntheitsgrad gezielt steigern mit allen Mitteln, die sinnvoll sind. Stichwort: Multiplikation! Das geht nicht von heute auf morgen, wird also ca. 3-4 Jahre dauern. Aber so war es auch bei aktuellen Influencern, wie Worthaus, Hartl und duzenden US-amerikanischen Pendants, die so eine breitere Empfängergruppe adressieren können. Diese genannten wurden zur „Marke“, die verblüffend großen Einfluss hat. Deren Kommunikations-Wege sollte kopiert werden, sofern Christen dadurch breit erreicht werden können, was Ortsgemeinden und Ausbildungsstätten längst nicht (mehr) hinbekommen, und was durch lokale Konferenzen auch nicht (alleine) geleistet werden kann. Konferenzen erreichen 200-500 Leute. Amerikanische Seiten, Worthaus oder Hartl & Co. beispielsweise vergleichsweise viel mehr, bis hin zu 10.000enden!

(e) Vieles sollte daher m.E. unter Gleichgesinnten vernetzt werden. Damit könnte auf vielfältige Art und Weise das Ziel angepeilt werden, in der Lehre breit und biblisch gesund zu unterweisen und apologetische Grundlagen zu legen, die als „Gesundheitsmittel“ notwendig sind.

Das wäre in aller Kürze meine „Vision“ für ein konstruktives Vorgehen in den genannten Bereichen. Wahrscheinlich müsste man sich aber in „Echtzeit“ und als Personen an einem Ort trefffen und ausloten, was da wie gehen und umgesetzt werden könnte. „Aufstehen“ und im Kleinen treu agieren, darum wird es gehen.

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About Dr. Berthold Schwarz

Dr. Berthold Schwarz arbeitet seit 2003 als Dozent für Systematische Theologie an der Freien Theologischen Hochschule Gießen (FTH) = Giessen School of Theology. Nach seinem Theologiestudium in Marburg, Erlangen und Tübingen und verantwortlicher Mitarbeit in christlichen Gemeinden, ließ er sich in den Gemeindegründungs- und Missionsdienst nach Japan berufen, um dort die frohe Botschaft vom gekreuzigten und auferstandenen Christus zu verbreiten. Nach seiner Rückkehr aus Japan promovierte er an der Universität Erlangen mit einer Untersuchung zu John Nelson Darbys Theologie (Leben im Sieg Christi“, Gießen 2008 – ISBN: 978-3-7655-9550-9). Ein Habilitationsprojekt ist gegenwärtig „im Werden“. Jetzt an der FTH hilft er dabei mit, junge Menschen für einen leitenden Dienst in der Gemeinde, in christlichen Werken und in der Mission auszubilden. Neben seiner Haupttätigkeit als Hochschullehrer für Systematische Theologie ist er Leiter des „Israel-Instituts“, das sich zum Ziel gesetzt hat, das Verhältnis zwischen Juden und Christen, zwischen Israel und Gemeinde Jesu, biblisch-theologisch zu erklären. Außerdem hält er deutschlandweit Vorträge und Workshops in Gemeinden und auf Konferenzen zu unterschiedlichen christlich motivierten Themenstellungen. Durch verschiedene Aufsatz- und Buchveröffentlichungen zu Themen der christlichen Lehre und der Schriftauslegung will Dr. Berthold Schwarz biblisch verantwortetes Gedankengut fördern. Er ist verheiratet und hat vier Kinder.

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