Nächstenliebe: Warum nicht mit der eigenen Mutter anfangen?

Die Weihnachtspredigt von Christiane Quincke öffnet einem schlagartig die Augen für die eigene individualistische hypermoralische Generation: Wir „gehen unseren Weg“, lassen unsere Eltern allein zurück für ein Netz aus Patchwork-Beziehungen und die Sensationen urbaner Popkultur. Wir sind stolz auf unsere moralische Überlegenheit wegen der progressiven Haltung zu jedem Problem, welches der Staat für uns lösen soll. Und nun kommen die Flüchtlinge …

… und wir kämpfen darum, dass jeder den Umgang mit ihnen als Lackmus-Test für die Moralität unserer Gesellschaft zu sehen hat. Aber Hand aufs Christen-Herz, mehr als ein paar Gemeindekontakte, Soli-Veranstaltungen und Einladungen in unsere Szenekneipe kriegen wir doch nicht hin. Und woran liegt das? Eine hyperindividualistische hypermoralische Generation, die sich noch nicht mal mehr adäquat um die eigenen Eltern kümmert, ist doch vollkommen überfordert mit Flüchtlingen. Menschen, die wir in unsere Wohnungen aufnehmen und ihnen unsere kostbare Zeit tagtäglich widmen? Nein das machen wir ja noch nicht mal für unsere eigenen Eltern. Und so kommt es größtenteils nur zu ein paar Alibi-Aktionen, die man in der Predigt oder auf Facebook zum moralischen Distinktionsgewinn verwenden kann. Aber ansonsten ruft man der Staat soll das regeln und fühlt sich dadurch auf der moralisch überlegenen Seite.
Let’s face it: Wir sind eine Generation von Heuchlern und das muss sich ändern! Warum nicht bei der eigenen Mutter anfangen?

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Dieser Blog-Beitrag von Reinhard Jarka erschien zuerst auf OrthodoxPop.de . Lies hier den Original-Artikel "Nächstenliebe: Warum nicht mit der eigenen Mutter anfangen?".

About Reinhard Jarka

Reinhard Jarka, * 1963, Arzt & postprogressiver PopKonservativer, wiederverheiratet, fünf Kinder, Blogger & Indie-DJ, Pop-Journalist, Content-Manager, ehemaliger Chefredakteur HOS multimedica (Bertelsmann/Springer) Kindheit und Jugend im nordhessischen Pietismus, dann 15 Jahre postevangelikaler Skeptiker, Wiedereinstieg als Charismatiker mit anschließender Ernüchterung durch Reformierte Theologie (New Reformed: Piper, Driscoll, Keller), 2012 erstmals Teilnahme am "Evangelium 21"-Kongress in Hamburg. Aktuell Mitglied EKD-Gemeinde Brück bei Pfarrer Helmut Kautz und Besuch der LKG Werder. Seit 2017 Mitglied beim "Netzwerk für Bibel und Bekenntnis"

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