Wie Kirchgemeinden theologisch liberal werden (5): Fünf inhaltliche Konfliktpunkte

Nach der zehnteiligen Serie  „Stationen meines Aufwachens“  beschäftigt mich in dieser Serie die Frage, wie eine Kirchgemeinde bzw. ein Gemeindeverband über die Zeit theologisch liberal werden können. Ich beleuchte das Thema mittels unterschiedlicher Modelle von verschiedenen Seiten, wobei ich auf das Werk „Crossed Fingers“ von Gary North zurückgreife.

Gary North arbeitete minuziös fünf inhaltliche Schwerpunkte des Konfliktes innerhalb der US-amerikanischen Presbyterianer zwischen 1869 und 1936 heraus. Im zehnminütigen Audiobeitrag äussere ich mich zur Aktualität dieser fünf inhaltlichen Fragen.

  1. Was sind die Zeichen von rettendem Glauben?/Wie breitet sich das Reich Gottes in der Geschichte aus? Ich empfehle die Predigt von Matthias Lohmann „Was ist das Evangelium?“ sowie die vier Kernfragen von Francis Schaeffer.  D. A. Carson hat einige verhängnisvolle Verkürzungen des Reich Gottes-Begriffs dargestellt, Greg Gilbert über Reichweite des Auftrags der Gemeinde referiert („Der Marschbefehl des Königs“).
  2. Unfehlbarkeit und Autorität des Wortes Gottes: Die Chicagoer Erklärung (1978) – leider fast ausschliesslich von US-amerikanischen Theologen ausgearbeitet – wird oft belächelt. Doch ein solch erkämpftes Dokument fehlt uns heute.
  3. Was begründet die Konstitution der Presbyterianischen Kirche? Die Bekenntnisbindung sowie die schriftlich festgelegte Gemeindeordnung mögen uns befremden. Zwar veröffentlichen Gemeinden oftmals ein Glaubensbekenntnis, noch häufiger Werte und Ziele. Doch was Pastoren und Mitglieder wirklich glauben, darauf werden sie – leider – nie befragt. Sie entsteht eine gelebte Bekenntnisuntreue. Carl Trueman legt dar, warum kirchliche Bekenntnisse nötig sind.
  4. Wer hat eine Stimme um Sanktionen aufzuerlegen? Diese Frage folgt aus dem dritten Punkt. Gemeindezucht und Lehrverfahren gegen Pastoren und Dozenten gibt es nicht mehr. Einige werden sagen: Zum Glück gibt es sie nicht mehr. Das wirkt sich jedoch fatal aus. Es gibt keine Grundlage mehr, um Verkündiger, die falsche Lehre predigen, aus dem Amt zu entfernen. Darunter leiden letztlich die schwächsten Gemeindemitglieder: Die Suchenden und Neubekehrten.
  5. Welche Gruppe erlangt die Kontrolle über das Vermögen? Die Frage nach den Finanzen war wohlgemerkt die letzte in der Reihe. Es beginnt beim Evangelium und der Autorität von Gottes Wort.
Print Friendly, PDF & Email

About Hanniel Strebel (PhD)

Hanniel Strebel, * 1975, Betriebswirt & Theologe, glücklich verheiratet, fünf Söhne, Blogger - Autor - Selbstlerner

One thought on “Wie Kirchgemeinden theologisch liberal werden (5): Fünf inhaltliche Konfliktpunkte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.