Die verschwiegene Heilsnotwendigkeit

Aufgewachsen in der ev. Landeskirche bin ich Besucher von Kinderbibelwoche, Christenlehre und Konfirmandenunterricht gewesen. Im Alter von 15 Jahren habe ich mich, nicht zuletzt wegen künstlicher Freundlichkeit und heuchlerischer Liebe, von den sogenannten Kirchgängern abgewandt. Ich war der festen Überzeugung, ich könne auch Christ sein ohne die Kirche, ohne die Bibel und ohne Gebet. (Welch fatale Selbsttäuschung)

Long Story short: Im Alter von 17 Jahren landete ich nach mehreren Schlüsselerlebnissen in einer freien charismatischen Gemeinde hier in Dresden. Immer wieder zog es mich in den Gottesdienst. In einer längeren Lobpreiszeit hörte ich zum ersten Mal die Stimme Gottes, so deutlich, man hätte meinen können, dass Jesus persönlich vor mir steht. Ich hörte Ihn sagen: „David, du hast die Hölle verdient… (Kurze Pause) … Aber ich liebe dich!“
Seither war mein Leben nie mehr das gleiche. „Wenn das die Wahrheit ist“, sagte ich mir, „dann gebe ich Alles!“ Ich entschloss mich Christus nachzufolgen bis ich sterbe. Mit großer Begeisterung warf ich mich für Stunden in die Bibel.
In diesem herrlichen Buch erkannte ich das erste mal den Sohn Gottes, der für die Sünder am Kreuz gestorben ist. Ich war erfüllt von großer Freude, Liebe und …. Wut. Enttäuschung und Wut auf eine Kirche die sich christlich nennt, aber die Kernbotschaft vom Christus-Evangelium nicht vermittelt.
Mir wurde das heilsnotwendige verschwiegen.

„Wehe aber euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, Heuchler! Denn ihr verschließt das Reich der Himmel vor den Menschen; denn ihr geht nicht hinein, und die, die hineingehen wollen, lasst ihr auch nicht hineingehen.“ – Matthäus 23,13

Eine weitere verschwiegene Heilsnotwendigkeit

Gleich wie damals wird das Reich der Himmel verschlossen. Durch Zurückhalten heilsnotwendiger Wahrheiten wie z.B. Sündhaftigkeit aller Menschen, Gottheit Jesu, Sühnetod am Kreuz, Auferstehung, Wiederkunft Jesu, Inspiration der Bibel, Heiligung und … Ja, und?
Es gibt noch eine weitere Heilsnotwendigkeit die verschwiegen wird. Ein Glaubensinhalt von dem Jesus Christus selbst sagt: „Wenn du das nicht tust, dann kannst du nicht mein Jünger sein!“
Können wir als Prediger, Gemeindeleiter, Hauskreisleiter, Bibellehrer, Autoren und Blogger es verantworten solch eine wichtige Sache zu vernachlässigen? Wird uns nicht das gleiche Gericht wie die Pharisäer treffen? Werden wir nicht ein strengeres Gericht empfangen? Hört doch die Ermahnung:

„Werdet nicht viele Lehrer, meine Brüder, da ihr wisst, dass wir ein schwereres Urteil empfangen werden!“ – Jakobus 3,1

Selbstverleugnung – Das Kreuz für Jeden von uns

„Er sprach aber zu allen: Wenn jemand mir nachkommen will, verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf täglich und folge mir nach!“ – Lukas 9,23

Es ist dem Nachfolger genug, dass er werde wie sein Meister. Er hat den Willen des Vaters angenommen und das Kreuz getragen. Um wahre Nachfolger Christi zu sein, ist es unabdinglich, es ihm gleichzutun. Jesus forderte seine Nachfolger auf, das Kreuz zu tragen. Lange bevor er es selbst, das physische Kreuz, getragen hat und buchstäblich gestorben ist. Im Herz war er aber immer das Lamm Gottes, geschlachtet vor Grundlegung der Welt. Er verleugnete sich selbst, das heißt seine eigenen Wünsche, Pläne, Vorstellungen: seinen Eigenwillen. Er verleugnete durch die Kraft des Geistes sein sündhaftes Fleisch und wählt trotz Versuchung die Heiligkeit. Er verleugnete die menschliche und dämonische Weisheit, welche ihm scheinbar eine Abkürzung seines Weges ermöglicht hätte.
Es ist unmöglich zu Gottes Ehre zu leben, ohne das Selbst zu verleugnen.

„Mir nach!“, spricht Christus, unser Held,
„mir nach, ihr Christen alle!
Verleugnet euch, verlasst die Welt,
folgt meinem Ruf und Schalle,
nehmt euer Kreuz und Ungemach
auf euch, folgt meinem Wandel nach!“
– Johann Scheffler

Merkmal falscher Christen – Selbstliebe

Im zweiten Timotheusbrief lesen wir eine Prophetie für die letzten Tage:

„Das aber sollst du wissen, dass in den letzten Tagen schlimme Zeiten eintreten werden. Denn die Menschen werden sich selbst lieben.“ 2. Timotheus 3,1.2

Diese Verse werfen ein interessantes Licht auf die antichristliche Generation, welche den Antichristen, das große Tier, hervorbringen wird. Sie sind nach außen hin harmlos. Sogar mit einem frommen Anstrich (Vers 5) und doch sind sie verloren und gottfern.
Das erste was diese Pseudochristen auszeichnet, ist nicht Hass, Unzucht oder Mord. Sie sind gekennzeichnet durch ihre Liebe zum eigenen Selbst. Das seelische/fleischliche Eigenleben, was wir eigentlich verleugnen sollen, wird von ihnen bewahrt, genährt und geschützt.

Christusnachfolge und Kreuzesverkündigung

Lieber Bruder, liebe Schwester in Christus. Ist es dir wichtig zur Ehre Gottes zu leben und deinem Erlöser in Wahrheit nachzufolgen, dann nimm dein Kreuz auf dich und verleugne dich selbst. Gib ihm dein Alles in den Kreuzestod! Nur so wirst du auch im Leben der Auferstehung wandeln.
Rufe dich selbst und andere dazu auf, in die Kreuzesgemeinschaft in Christus zu treten. Höre auf die Worte Zinzendorfs:

„Wer da leben will, der sterbe;
wer nicht stirbt, der lebet nicht.
Ehe denn das Fleisch verderbe,
scheinet uns kein Gnadenlicht.“

Predigtreihe „Das Wort vom Kreuz“ von David Blaschke u.a.

6 thoughts on “Die verschwiegene Heilsnotwendigkeit

  1. Lieber David wie recht du damit hast die Eigenliebe wird sichtbar und über alle massen verteidigt warum leben Menschen in der Gemeinde und nehmen dasKreuz nicht auf sich? sie hören Gottes Wort aber sie wollen sich nicht mit der Nachfolge befassen es ist traurig dies alles zu sehen.

  2. Nicht, dass ich irgendetwas gegen klarere Verkündigung zu sagen hätte – im Gegenteil, die Kirche hat die Frohe Botschaft zu verkündigen, wie es ihr aufgetragen ist.

    Aber, zum Stichwort „heilsnotwendig“: Man sollte, um Gottes Gerechtigkeit nicht aus den Augen zu verlieren, bei diesem Thema nicht zu erwähnen vergessen, dass Gott einen Menschen nicht dafür bestrafen wird, dass dem von anderen Informationen (z. B. zur Gottheit Jesu oder Seinem Kreuzestod) verschwiegen wurden.

    („Uns und Euch ist bekannt, daß diejenigen, die an unüberwindlicher Unkenntnis in bezug auf unsere heiligste Religion leiden und die, indem sie das natürliche Gesetz und seine Gebote, die von Gott in die Herzen aller eingemeißelt wurden, gewissenhaft beachten und bereit sind, Gott zu gehorchen, ein sittlich gutes und rechtes Leben führen, durch das Wirken der Kraft des göttlichen Lichtes und der göttlichen Gnade das ewige Leben erlangen können, da Gott, der die Gesinnungen, Herzen, Gedanken und Eigenschaften aller völlig durchschaut, erforscht und erkennt, in seiner höchsten Güte und Milde keineswegs duldet, daß irgendjemand mit ewigen Qualen bestraft werde, der nicht die Strafwürdigkeit einer willentlichen Schuld besitzt.“ (Papst Pius IX., „Quanto conficiamur moerore“, 1863))

    1. Hallo,
      Wenn es doch nur wahr wäre. Natürlich hat die Gemeinde Jesu die Pflicht das volle Evangelium zu verkünden. Zurückhaltung ist da fehl am Platz:
      „Wenn ich zu dem Gottlosen spreche: „Du musst sterben!“ und du hast ihn nicht gewarnt und hast nicht geredet, um den Gottlosen vor seinem gottlosen Weg zu warnen, um ihn am Leben zu erhalten, dann wird er, der Gottlose, um seiner Schuld willen sterben, aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern. Du aber, wenn du den Gottlosen gewarnt hast und er ist von seiner Gottlosigkeit und von seinem gottlosen Weg nicht umgekehrt, dann wird er um seiner Schuld willen sterben, du aber hast deine Seele gerettet. Und wenn ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit umkehrt und Unrecht tut und ich einen Anstoß vor ihn lege, dann wird er sterben. Wenn du ihn nicht gewarnt hast, wird er um seiner Sünde willen sterben, und an seine gerechten Taten, die er getan hat, wird man nicht mehr denken; aber sein Blut werde ich von deiner Hand fordern. Du aber, wenn du ihn, den Gerechten, gewarnt hast, damit der Gerechte nicht sündige, und er hat nicht gesündigt, so wird er leben, weil er sich hat warnen lassen; du aber, du hast deine Seele gerettet.“ – Hesekiel 3,18-21
      „Denn wenn ich das Evangelium verkündige, so habe ich keinen Ruhm, denn ein Zwang liegt auf mir. Denn wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündigte!“ – 1.Kor 9,16

      1. Ging es irgendwo um Zurückhaltung der Kirche? Mir ging es darum, kein verzerrtes Gottesbild zu haben und dem Heiligen Gott keine Ungerechtigkeit anzudichten.

        Im ersten Zitat geht es um „Gerechtigkeit“, nicht um Wissen. Da geht es um Menschen, die ständig Böses tun und sich erst wegen einer Mahnung ihrer Schuld stellen und versuchen, sich gut zu verhalten – nicht um solche, die nichts vom Christentum wissen, aber trotzdem ihre Schuld anerkennen und versuchen, sich gut zu verhalten. Glauben Sie denn wirklich, dass jemand, der sagen wir mal, im zweiten Jahrhundert in der Mongolei gelebt hat, jetzt *unweigerlich* in der Hölle ist, weil er nicht von Christus wissen konnte? Tut mir leid, da halte ich mehr von Gottes Gerechtigkeit. Er will das Heil aller Menschen, und wird daher logischerweise Wege finden, es allen anzubieten. Seine Gnade gilt auch denen, die nicht von ihr wussten.

        Im zweiten Zitat geht es um die Pflicht der Christen, das Evangelium zu verkündigen – nicht darum, was ist, wenn sie es nicht tun.

  3. Gibt es nicht viele anständige Menschen die ein ordentliches Leben führen? aber sage ihnen mal das sie Jesus Christus brauchen für die Erlösung ihrer Sünden dann können sie auch schon mal böse werden , denn den können sie in ihrem anständigen Leben nicht gebrauchen und weisen dies als Beleidigung zurück ,und ja , es ist nicht Gott der Menschen mit ewiger Qual verderben will Gott der Vater Jesus Christus hat alles gegeben damit jeder Mensch das rettende Angebot ergreifen kann , es gibt aber viele , die nicht wollen, dann müssen sie die Ewigkeit auch nicht mit Gott verbringen ,es ist eine freie Entscheidung das alleine ist schon ewige Qual Gott legt fest wohin die Reise geht,nicht der Mensch der Weg ist in der Bibel beschrieben Jesus ist der Weg die Wahrheit und das Leben. alles andere führt nicht ins Leben sondern an einen anderen Ort ,es ist wie beim Fussball , jeder fährt mit der Mannschaft nach Hause für die er gespielt hat.

  4. Gott bleibt gerecht auch wenn vieles in meiner Gedankenwelt anders aussieht.Die Liebe Gottes gilt allen Menschen die Gerechtigkeit aber auch,denn wenn ich mich nur anstrengen muss ein guter Christ zu sein warum musste Jesus dann am Kreuz sterben? Gott wird einmal den ganzen Erdkreis richten, und es wird gewiss kein Mensch der je gelebt hat vergessen ,und alle die Gott lieben dürfen sich freuen

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