Christliche Ehemänner in der Pflicht #2 – Das Leben hingeben

Der Lavafluss ergoss sich in der Schlucht und erzeugte eine sengende Hitze. Die letze Möglichkeit dem Vulkanausbruch zu entkommen ging nur über die Hängebrücke. Als sich die kleine Gruppe von Überlebenden gerade in der Mitte der Brücke befand begannen die Seile zu reißen. Im letzten Moment ergriff Jack die beiden Seile und hielt sie mit aller Kraft zusammen. Schweissgebadet rief er den anderen zu: „Rettet euch, lasst mich zurück.“ Gerade als das letzte Mitglied der Gruppe sicher auf der anderen Seite ankam, verliessen ihn alle Kräfte. Er liess die Seile los und stürzte in die Tiefe und starb grausam in diesem reißenden Strom aus Feuer und Lava.

Das Leben hingeben

Woran denkst du wenn du davon hörst, dass jemand sein „Leben hingibt“? Vielleicht denkst du an so eine ähnliche Geschichte wie ich. Uns kommen Helden aus Film und Literatur in den Sinn, welche die buchstäblich ihr Leben gegeben haben um andere zu retten. (Siehe John Maynard)

„Ihr Männer, liebt eure Frauen, gleichwie auch der Christus die Gemeinde geliebt hat und sich selbst für sie hingegeben hat.“ – Eph 5,25

Wir Ehemänner sind dazu aufgerufen unsere Frauen zu lieben. Doch nicht irgendwie, sondern so wie Christus die Gemeinde geliebt hat. Er ist das Vorbild für jeden christlichen Ehemann. Denn auch Jesus Christus hat bis zur letztendlichen Instanz buchstäblich sein Leben hingeben in den Tod.

Doch was bedeutet das heute für uns? Wie kann ich meine Frau lieben, wie Christus die Gemeinde liebt, wenn unser natürliches körperliches Leben doch nicht wirklich bedroht ist? Bedeutet „das Leben hingeben“ nur  den Tod in Kauf zu nehmen um das Leben meiner Frau zu retten? Nein!

Täglich das Leben hingeben

„Das Leben hingeben“ ist viel näher. Jeden Tag bekommen wir die Möglichkeit dazu. Nicht in der letztendlichen Form aber in vielen anderen Dingen. Wir dürfen die Schwachheiten unsere Frauen tragen. Sie ermutigen und unterstützen. Ihnen zuhören und sie ernst nehmen. Sie ertragen und begleiten wenn ihre Emotionen gerade ihre ganze Realität zu sein scheinen. Sie in den Arm nehmen wenn sie Schuldgefühle hat. Du kannst dir Zeit nehmen um mit deiner Frau für die Dinge zu beten, die sie herausfordern. Du kannst mit ihr zu Ikea fahren oder einen Spaziergang machen. Die Kinder mal am Nachmittag betreuen, um ihr freie Zeit zu ermöglichen. Nachts aufstehen und das Kind, welches weint, trösten, damit deine Frau schlafen kann. Ihr mitten in der Nacht etwas zu trinken bringen. Und. Und. Und….

Das Leben hingeben. Wenn wir nicht bereit sind das täglich zu tun, wie wollen wir es in der letztendlichen Konsequenz tun? Es wird nicht möglich sein. Doch so hat Christus uns, die Gemeinde, geliebt. Bis zum Tod.

„Da er die Seinen, die in der Welt waren, geliebt hatte, liebte er sie bis ans Ende.“ – Joh 13,1b

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10 thoughts on “Christliche Ehemänner in der Pflicht #2 – Das Leben hingeben

  1. Es ist einfach tröstlich zu wissen, dass Hingabe vor allem bedeutet, die vermeintlichen Schwächen der Frauen „tragen zu dürfen“. Es sind ja so unglaublich mängelbehaftete Wesen. Gut, dass es christliche Ehemänner gibt, die darum wissen!

    1. Hallo Philipp,
      danke für deinen Kommentar. Ja, du hast Recht. Frauen sind mängelbehaftete Wesen. Genau wie wir Männer.
      Nur ging es in dem Artikel nicht darum dass wir das wissen, sondern darum das wir unsere Frauen lieben. Ich denke da wirst auch du nichts dagegen einzuwenden haben.
      Alles Gute beim Umsetzen in deiner Ehe.

      1. Hallo David,
        ich mach es gerne auch konkret ohne Ironie: Das ist einfach frauenverachtendes Gewäsch, das Du da in fromme Floskeln gießt. Wenn Du Hingabe im Grunde nur als Eingehen auf die Fehler und Schwächen einer Ehefrau verstehst, dann tut mir das Leid. Zumindest hätte doch wohl die Bemerkung nicht geschadet, dass es umgekehrt genauso gilt, dass auch die Ehefrau mit dem Ehemann zum Trost mal in OBI fährt oder so. Aber das ist ja der Knackpunkt: Es ist eine einseitige Geschichte, Mann und Frau sind nicht gleichberechtigte Partner, sondern der christliche Ehemann nach deiner Facon ist Herr über seine Frau und die hat zu gehorchen, wenn sie nicht grad wieder mal am Rad dreht und ihren starken Mann braucht. Das ist einfach herablassend. Eine Dame auf Twitter meinte vorhin zu diesem Text, dass deine Beschreibung der Ehefrau so klingt, als ob Du ein „etwas schwieriges Haustier“ beschreibst. Das würde mir zu denken geben. Ich jedenfalls setze so eine sexistische Verquerung jedenfalls hoffentlich nicht in meiner Ehe um.

        PS: Weil ich mit Stefan Schnabel auf Twitter gerade dabei war:

        Eure vollmundige „Pressemitteilung“ zu Beginn versprach eine Plattform, die sich bewusst auch an Post-Evangelikale und Liberale richtet. Einen Ort, an dem „ihr“ für „die“ (also Leute wie mich) deutlich machen wolltest, worum es euch geht. Statt solcher Inhalte aber kippen ein paar eurer Autoren einfach jeden ihrer Blogartikel, ob passend oder nicht, da ab. Wenn ich auf „Liberale“ klicke, erwarte ich zumindest etwas, was Berührungspunkte aufweist, stattdessen sammeln sich hier Artikel wie dieser, der aus einer schwachen Exegese das übliche und lang bekannte Zeug ableitet und noch einmal anbietet. Wo ist da das Bemühen um einen Dialog in Form und Inhalt? Es ist ein einziges Ermahnen und Warnen, teils ewig lange Pamphlete (ein langer Artikel hat dazu noch 48 Fußnoten!). Wo bleibt da die Nutzerorientierung, die ihr doch am Anfang versprochen habt?

        Ich bin ja auch der Meinung, dass es Orte braucht, wo Liberale, Post-Evangelikale, Evangelikale und noch extremer wenigstens im Gespräch miteinander bleiben. Ich dachte, das wäre eurer Anliegen gewesen. Bepredigt und Bebibelt wurden die meisten von uns lange und ausreichend genug.

        1. Ja, es ist ein Elend, wenn man etwas liest, was nicht der eigenen Erwartungshaltung entspricht. Da reicht es dann, seine Gefühle und Betroffenheit zu schildern und zu meckern, aber mit der Bibel muss man da gar nichts begründen.

          Allerdings gibt es eine Schöpfungsordnung, die Gott für uns gesetzt hat. Die ist schon auf Seite 3 der Bibel gesetzt, als Gott den Adam zur Verantwortung ruft und nicht etwa Eva, die auf die Schlange hereingefallen ist.
          Die Bibel zeichnet von AT bis in das neue Testament hinein einen Verantwortungsbereich, Oikos = das Haus. Familie – Sippe – … – Stamm – Volk – Gott. Nun lese ich nicht in der Bibel, dass Gott das schlecht fand, ganz im Gegenteil, auch bei Paulus findet sich in Familienangelegenheiten genau diese Struktur wieder. Bis hin, was die Anforderungen an einen Bischof sind (z.B. Mann einer Frau …).
          Ebenso kann ich aber lesen, dass ein Mann seine Frau lieben, ehren und achten soll in einer christlichen Ehe. Von daher gibt mir die Bibel nicht die Freiheit, die Wünsche und Bedürfnisse meiner Frau zu ignorieren oder sie als dummes Heimchen am Herd zu betrachten. Und umgekehrt gilt das sinngemäß natürlich auch. Außerdem kann mich meine Frau genauso um den Finger wickeln wie ich sie – nein, sie kann das besser.
          Es gibt sicherlich nur wenige Situationen in einer Ehe, wo man trotzdem vielleicht mal nicht einer Meinung ist. Da trägt nun einer die Verantwortung, vor Gott und für seine Frau. Ich kenne genug Ehen, die damit 50 Jahre und länger gehalten haben und beide Ehepartner sich immer noch lieben.

          Wie Jesus das Haupt des Mannes ist, soll der Mann das Haupt der Frau sein. Wer sich jetzt für die Auflösung der Eheordnung einsetzt und dies auch umsetzt, stört damit auch seine Ordnung und Beziehung zu Jesus.
          Aber da das liberale Christentum anscheinend nicht mehr bebibelt werden möchte, weil es ja alles besser weiß als Gott, beende ich mal meinen Einwurf hier.

        2. Ich bin etwas entsetzt über die Dinge die du schreibst, lieber Philipp. Ich kann in meinem kurzen Artikel kein „frauenverachtendes Gewäsch“ finden. (Im Übrigen auch nicht meine Frau) Ich frage mich wie man bei so einem Beitrag zu solch einem vernichtenden Urteil, wie du, kommen kann. Für mich bleibt nur eine Erklärung: Du scheinst Vorurteile gegenüber den Autoren von biblipedia zu haben. Diese (Vor-)Verurteilungen werden dich wohl daran hindern, hier jemals etwas positives zu finden. Aber denke an die Worte von Paulus: „Du, der du den anderen richtest, verübst das selbe.“
          Dieser Beitrag ist gewollt unausgewogen. Ich habe nicht den Anspruch in einem Blogartikel eine vollständige Ausarbeitung über die Rolle von Mann und Frau in der christlichen Ehe zu schreiben. Mir geht es darum Impulse an christliche Ehemänner zu geben, wie sie ihre Rolle gut ausfüllen können. Solche Impulse habe ich in meinem persönlichen Leben stets las hilfreich erlebt, da sie mir den Spiegel vorhalten.
          Ich bin nicht der Meinung, dass eine Ehefrau dem Mann gehorchen sollte. Ich habe auch meine Frau nie zu so etwas aufgefordert, noch habe ich so etwas öffentlich in der Verkündigung, noch in der Seelsorge geraten. Wieso unterstellst du mir so etwas?
          Deine Aussage über die Frau „die am Rad dreht“ finde ich sehr befremdlich. „Das Leben aufzugeben“ ist nun mal eine Herausforderung für uns Männer, nicht dann wenn alles glatt läuft und easy ist, sondern eben dann wenn die Ehefrau auf Hilfe und Verständnis angewiesen ist. Die von mir beschriebenen Beispiele sind keine Zusammenfassung der Sicht die ich auf Frauen habe, sondern Bereiche in denen ich gefordert bin mich selbst zu verleugnen und meiner Frau zu dienen. Das hat absolut nichts mit sexistischer Verquerung zu tun.
          Nichtsdestotrotz freue ich mich über den Dialog unter meinen Artikeln und danke dir deshalb für deinen Kommentar.
          Gottes Segen dir.

          David

        3. „Hallo David, ich mach es gerne auch konkret ohne Ironie: Das ist einfach frauenverachtendes Gewäsch, das Du da in fromme Floskeln gießt.“ << Reden wir über denselben Artikel?

          Fällt da nicht ins Auge, dass dieser Artikel von einem Ehemann für (!) Ehemänner geschrieben ist. Kann man sich so an der Perspektive vergreifen und sie quälen, damit man das hier schreibt?

          "Zumindest hätte doch wohl die Bemerkung nicht geschadet, dass es umgekehrt genauso gilt, dass auch die Ehefrau mit dem Ehemann zum Trost mal in OBI fährt oder so."

          Das ist jetzt nicht wirklich Deine "nicht-ironische" Kritik?

        4. Hallo Philipp, mh, du möchtest weder „bepredigt“ noch „bebibelt“ werden, aber mit den sehr lebensnahen, praktischen und gelebten Beispielen meines Mannes konntest du auch nichts anfangen.

          Ich will dich wissen lassen, dass ich mich weder eingeschüchtert, noch bevormundet, und erst recht nicht wie ein Haustier behandelt fühle . Ich fühle mich geliebt, getragen und geehrt. Das nicht nur mit Worten, sondern in der Tat. Es tut mir Leid, dass ich nicht deinem Bild einer Superfrau entspreche, die ihren Mann nicht braucht, dass ich dankbar bin für Unterstützung und Hilfe und das keineswegs als Herabstufung ansehe (wie verdreht ist das denn?). Ich gebe der Bibel recht und sehe mich als das Schwächere Gefäß, und ob du es glaubst oder nicht, ich habe ein sehr glückliches und erfülltes Leben!

          Liebe Grüße
          Kathi

  2. Sie, lieber David Blaschke, haben ausschließlich Eph5,25 (und nicht etwa das GANZE betr. Kapitel des Epheserbriefes, hier zitiert und – wie Sie zutreffend schreiben – hiervon ausgehend, Impulse für christlich leben wollende Ehemänner gegeben.

    Es ist schon arg lieblos, wie aggressiv diese gute Absicht hier von Poster Philipp niedergemacht wird.

    Aber für manche Zeitgenossen sind die betr. Ausführungen offenbar ein rotes Tuch.

    1. Danke, lieber Augustin Vesper, ich stimme ihnen voll und ganz zu. Sie haben die richtigen Worte gefunden.
      Niedermachen ist heute angesagt; sollte Philipp noch mal drüber nachdenken, christlich geht anders.

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