Louis Berkhof über die Bestrafung der Sünde

Louis Berkhof führt in seiner „Systematic Theology“ 4 Punkte der tatsächlichen Bestrafung der Sünde auf (S. 284 ff.): Geistlicher Tod, Leiden des Lebens, Physischer Tod, Ewiger Tod.

Das Thema Tod dominiert also, besonders hervorragend fand ich aber seine Ausführungen zu Leiden des Lebens, die ich im folgenden übersetzt habe:

„Die Leiden des Lebens, die eine Folge des Eintritts von Sünde in die Welt sind, sind auch Teil der Bestrafung der Sünde. Sünde bedeutet Störung des ganzen Lebens des Menschen. Sein physisches Leben fiel Schwächen und Krankheiten zum Opfer, die zu Beschwerlichkeiten führen und oft in quälenden Schmerzen enden; Und sein mentales Leben wurde Ziel von beunruhigenden Störungen, die ihm oft die Freude des Lebens rauben, für die täglichen Aufgaben disqualifizieren und manchmal sein ganzes geistiges Gleichgewicht zerstören. Seine ganze Seele wurde zum Schlachtfeld widersprüchlicher Gedanken, Lüste und Wünsche. Der Wille verweigert es den Urteilen des Intellekts zu folgen, und die Leidenschaften rebellieren ohne die Kontrolle durch einen intelligenten Willen. Die wahre Harmonie des Lebens ist zerstört und macht Raum für den Fluch eines geteilten Lebens. Der Mensch ist in einem Zustand der Auflösung, der sehr oft mit ergreifenden Leiden einhergeht. Über dies hinaus wurde auch die ganze Schöpfung Opfer der Eitelkeit/Sinnlosigkeit und an den Verfall gebunden. Insbesondere die Evolutionisten haben uns gelehrt auf die Natur zu sehen als „rot in Zähnen und Klauen“. Zerstörende Kräfte werden oft durch Erdbeben, Zyklone, Tornados, Vulkanausbrüche und Überflutungen freigesetzt, die unermesslich viel Elend über die Menschheit bringen. Nun gibt es viele, insbesondere in unseren Tagen, die in all diesem nicht die Hand Gottes sehen, und all diese Unglücke nicht als Teil der Bestrafung von Sünde bewerten. Und doch ist es genau das, was sie im allgemeinen Sinn sind. Dennoch wird es nicht angebracht sein, zu spezifizieren und und sie als besondere Bestrafung für einige schwere Sünden zu werten, begangen von denen die in den betroffenen Gebieten leben. Es wird auch nicht weise sein die Idee voranzutreiben, es existieren kausale Zusammenhänge wie im Fall der Städte in der Ebene (Sodom und Gomorrah), die durch ein Feuer vom Himmel zerstört wurden*. Wir sollten stets bedenken, dass eine gemeinschaftliche Verantwortung besteht, und dass es immer genug ausreichende Gründe gibt, weshalb Gott Städte, Bezirke oder Nationen mit schrecklichen Katastrophen besuchen sollte. Es ist eher ein Wunder dass Er diese nicht öfter mit Seinem Zorn und heftigem Unmut besucht. Es ist immer hilfreich zu bedenken, was Jesus eins zu den Juden sagte, die ihm von einem Unglück berichteten, welches bestimmten Galiliäern widerfuhr, und offensichtlich annahmen, dass diese Galiläer besonders sündig sein müssten. „Meint ihr, dass diese Galiläer mehr gesündigt haben als alle andern Galiläer, weil sie das erlitten haben? Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen.  Oder meint ihr, dass die achtzehn, auf die der Turm von Siloah fiel und erschlug sie, schuldiger gewesen seien als alle andern Menschen, die in Jerusalem wohnen? Ich sage euch: Nein; sondern wenn ihr nicht Buße tut, werdet ihr alle ebenso umkommen“ (Lukas 13,2-5).

Berkhof gelingt es uns daran zu erinnern, dass jedes Unglück dieser Weltzeit ihren Ursprung in der Sünde hat, ohne aber für jedes Unglück die bestimmte Sünde des oder der Betroffenen suchen zu müssen.


*Ich bin mir nicht sicher ob ich diesen Satz hier korrekt übersetzt habe, der im Original so lautet: „Neither will it be wise to ridicule the idea of such a causal connection as existed in the case of the Cities of the Plain (Sodom and Gomorrah), which were destroyed by fire from heaven.“ Ich bedanke mich bereits jetzt für einen besseren Vorschlag.

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Dieser Blog-Beitrag von Sergej Pauli erschien zuerst auf Glauben und Denken . Lies hier den Original-Artikel "Louis Berkhof über die Bestrafung der Sünde".

About Sergej Pauli

Hallo ich bin Sergej Pauli und wohne in Villingen-Schwenningen. Zwar habe ich schon erste Erfahrungen zum Bloggen auf dem Literaturblog „Nimm-Lies“ gesammelt, dennoch bin ich relativ unerfahren darin, mich im Web darzustellen, deswegen bitte ich um Verständnis bei möglichen Fehlern. Für eine andere Sache schlägt mein Herz besonders laut, das ist der Glaube. Ich möchte hier die Schönheit dessen vorstellen, was man Gottseligkeit nennt. Ich bin überzeugt davon, dass ein Mensch Frieden mit seinem Schöpfer finden kann und im Nachsinnen über Gott und sein Wort Frieden und Freude bekommen kann. Allein dieser Segen lohnt sich, sich ausführlicher mit dem Glauben, der Religion und der Theologie auseinanderzusetzen. Darum möchte ich auf dieser Webseite einige meiner eigenen Bibelarbeiten vorstellen, einige Biographien vorstellen und schließlich auch einige christliche Bücher vorstellen. In meiner Gemeinde darf ich als Laienprediger mithelfen. Ich plane hier auch meine Predigten zu veröffentlichen. Teilweise soll das in schriftlicher Form, teilweise aber auch in audioform geschehen. Gelegentlich spiele ich auch Gitarre, gute Lieder möchte ich hier ebenfalls vorstellen.

2 thoughts on “Louis Berkhof über die Bestrafung der Sünde

  1. Es ist richtig, dass alles Leid die Folge kollektiver und individueller Sünden sind. Deshalb besteht das Heil ja auch in der Aufhebung der individuellen Sünden durch die Heiligung. Und nur in dem Maße, wie sie fortgeschritten ist, erfahren wir auch, die die Befreiung vom Leid. Leider wollen das nur wenige Christen. Aber ich kann bezeugen, dass es nichts Besseres gibt:
    https://manfredreichelt.wordpress.com/2018/09/18/von-der-freude-sich-heiligen-zu-koennen/

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