Wenn dir Jesus im Alltag verloren geht

Gibt es etwas blöderes, als einen wichtigen Gegenstand zu verlegen? Bei uns passiert das mindestens einmal am Tag: „Schatz, hast du den Schlüssel/ meine Brille/ die Hundetütchen gesehen?“ Antwort (immer): „Nein.“ Aber meistens taucht alles wieder auf. Bis auf die Sache mit dem Geldbeutel letzten Monat.

Zuerst dachte ich mir: „Naja, Jessie hat mal wieder ihren Geldbeutel verlegt. No big deal… Der taucht schon von alleine wieder auf.“ Doch tatsächlich verging erst ein Tag. Dann eine Woche. Und der Geldbeutel blieb verschwunden. So ein Mist! EC-Karte, wichtige Kassenbelege, Mitgliedsausweis fürs Fitness-Studio… alles weg.

Nach zwei Wochen Geldbeutel-freier Zeit rief mein jüngster Sohn die so lange ersehnten Worte aus dem ersten Stock herunter: „Mama! Papa! Ich hab den Geldbeutel gefunden!!!“ (Mein Jüngster findet immer alles.) Das Teil war tatsächlich irgendwie auf dem Kleiderregal meines ältesten Sohns gelangt und von dort aus heruntergefallen, sodass es zwei Wochen lang zwischen Tür und Regal klemmte.

Da hatten wir zuerst das ganze Haus, und dann ganz Ilvesheim und Feudenheim durchkämmt… und tatsächlich war der blöde Geldbeutel ständig in unserer Nähe. Jeden Tag lief jedes Familienmitglied mindestens 20x ganz nah daran vorbei…

Das erinnert mich an andere Situationen in unserem Leben: Zum Beispiel wenn wir das Gefühl haben, dass Gott sich nicht mehr für uns interessiert. Oder wenn wir uns in anstrengenden Zeiten nach Ruhe und Frieden sehnen. Da kann es uns auch passieren, dass wir ständig und ganz nahe an der Lösung zu unserem Problem vorbeilaufen:

  • Statt den Tag mit dem guten alten  KGB* zu beginnen, laufen wir am Bücherregal vorbei, direkt hinein in den Morgenstress.
  • Statt abends vor Gott still zu werden, laufen wir direkt zum TV-Gerät und lassen uns von unserer aktuellen Netflix-Sucht-Serie berieseln.
  • Statt sonntags mit dem Rest der Gemeinde-Family vor Gottes Angesicht neue Freude und Kraft zu tanken, drücken wir den Wecker lieber nochmal (und nochmal…) auf Snooze.

Ich frage dich: Was brauchst DU für deinen Alltag? Ziemlich sicher liegt es schon längst für dich bereit. Du läufst wahrscheinlich jeden Tag ganz nah daran vorbei. Ich wünsche dir, offene Augen, damit du diese Sache entdecken kannst. Ich wünsche dir offene Ohren, damit du Gottes „leises Rufen“ hören kannst. Ich wünsche dir ein offenes Herz, damit du von Gott dankbar empfangen kannst, was er für dich vorbereitet hat.

*Kaffee, Gebet & Bibel 😉

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Dieser Blog-Beitrag von André Weber erschien zuerst auf Der Churchie Blog . Lies hier den Original-Artikel "Wenn dir Jesus im Alltag verloren geht".

About André Weber

Ich bin 39 Jahre alt, Jesus-verliebt, Theologie-Geek, Film-Nerd, Gemeindeleiter, Lehrer. Am liebsten hänge ich mit meiner tollen Familie ab. HdH-Mannheim ist mein place to be. (http://www.hdh-mannheim.de http://www.facebook.com/hdhmannheim http://www.instagram.com/hdhmannheim Und natürlich: http://www.churchieblog.com)

One thought on “Wenn dir Jesus im Alltag verloren geht

  1. Das mit dem Suchen und nicht finden, ist so ne Sache, denn da sind in meinem Bekanntenkreis und mir schon die tollsten Dinge geschehen. Des oefteren fehlte der Hausschluessel, was einem den Schweiss auf die Stirn treibt.

    Aber auf was ich eigentlich antworten wollte, ist die Traegheit, die einen ueber-fallen kann; denn Jesus sagte auch: der Geist (seiner) ist willig, aber das Fleisch (wir) sind schwach. Wie das auch immer mit dem Wollen sein kann, man moechte ja so oft so vieles, das Koennen aber – und da ist jegliches Gutes tun mit inbegriffen – liegt in Gottes Hand. Pazienza + prudenza, wir brauchen halt taeglich die Kraft von oben, was man nicht vergessen sollte.

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