Warum ich gerne Pastor bin

Das „Pastorenamt ist in einer Krise“, so berichtete Idea kürzlich. Das Problem sei, dass die Vorstellungen junger Menschen häufig mit den Anforderungen des Gemeindedienstes kollidierten. Auch in meinem Gemeindebund ist schon seit einigen Jahren immer wieder davon die Rede, dass es zuwenig Nachwuchs gibt. Gleichzeitig nehme ich immer mal wieder – wohlgemerkt nicht überall – wahr, dass es auch die Pastoren selbst sind, die vor allem über die Schattenseiten – die es natürlich gibt (wie in allen anderen Berufen) – des Pastorendaseins reden, und leider gar nicht so viel über die vielen wunderbaren Aspekte. Schade eigentlich.

Ich selbst bin nach meinen theologischen Studien nun bereits seit über 7 Jahren Pastor einer kleinen evangelisch-freikirchlichen Gemeinde im Münsterland. Ich habe es nie bereut diesen Weg eingeschlagen zu haben. Als Pastor in einer Ortsgemeinde zu arbeiten, ist nach meinem Empfinden einer der besten Berufe die es gibt.

Ein Grund, warum ich gerne Pastor bin, ist darin zu finden, dass ich viel Zeit aufwenden darf (und muss), um Gottes Wort in seiner Tiefe zu studieren. Was für ein Privileg ist es doch, Woche für Woche sich in Gottes Wort vertiefen zu können und dafür auch noch die Arbeitszeit aufwenden zu dürfen. Wenn ich Predigten oder Bibelstunden vorbereite, mir für die Jugend etwas überlege oder für einen anderen Kreis, dann bin ich stets derjenige der als erster (und häufig wohl auch am meisten) davon profitiert. Wieviele gute Gedanken, wieviele wertvolle Erkenntnisse, wieviele Impulse für mein ganz persönliches Leben sind mir schon gekommen, als ich in solchen Vorbereitungen steckte. Natürlich, Predigtvorbereitung etc. ist auch harte Arbeit, es ist auch ein Stück Handwerk (mit bestimmten Methoden und Arbeitsschritten), und trotzdem empfinde ich es weitüberwiegend als ein großes Geschenk und ein echtes Privileg, dass ich als Pastor dafür angestellt bin, Gottes Wort zu studieren (um es dann natürlich weiterzugeben).

Es gibt noch viele andere Gründe, warum ich gerne Pastor bin. Ich werde in Zukunft noch mal über den einen oder anderen Grund schreiben.

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Dieser Blog-Beitrag von Wolfram Wobig erschien zuerst auf wobig.eu . Lies hier den Original-Artikel "Warum ich gerne Pastor bin".

About Wolfram Wobig

Ich bin Jahrgang 1985, verheiratet mit Anne und Vater von zwei Kindern. Seit 2011 bin ich - nachdem ich in Gießen und Elstal Theologie studierte - Pastor einer evangelisch-freikirchlichen Gemeinde.

13 thoughts on “Warum ich gerne Pastor bin

  1. Danke für Deinen pos. Betrag.

    Der interessanteste Abschnitt aus dem genannten Artikel ist jedoch dieser:
    „Zudem seien die Anforderungen an Pastoren größer geworden. Gemeinden seien oft ungeduldiger. Sie erwarteten zudem, dass der Pastor die wachsende Bandbreite an Frömmigkeitstypen in pietistischen Gemeinde zusammenhalte: „Von gemäßigt liberalen bis hin zu fundamentalistischen Positionen, von radikal reformierten, extrem nüchternen und anticharismatischen bis zu intensiv-pentekostalen und leicht katholisierenden Frömmigkeitsformen kann einem auch in unseren Gemeinden heute alles begegnen.“
    Ich dachte dabei: Das alles in einer Gemeinde abzudecken kann doch kein Pastor leisten
    Das beste Gegenrezept dazu ist Deines:
    Am Wort dranbleiben und wie Du sagst das Wort in seiner Tiefe studieren. Das ist der einzige Weg um bei den vielen Strömungen Richtung halten zu können

  2. Sie sind Diener von Christus, Herr Wobig?

    Ich bin wahnwitzig genug zu behaupten: Ich noch viel mehr! Ich nahm weit mehr Mühen auf mich als Sie, war weit öfter im Gefängnis, wurde ungleich häufiger ausgepeitscht, war wieder und wieder vom Tod bedroht. Von den Juden habe ich fünfmal die »vierzig ´Hiebe` weniger einen« bekommen.
    Dreimal wurde ich mit der Rute geschlagen, einmal wurde ich gesteinigt , dreimal habe ich einen Schiffbruch erlebt , und einmal trieb ich einen ganzen Tag und eine ganze Nacht auf dem offenen Meer.
    Ich habe viele ´beschwerliche` Reisen unternommen ´und war dabei ständig Gefahren ausgesetzt`: Gefahren durch ´reißende` Flüsse, Gefahren durch Wegelagerer, Gefahren durch Menschen aus meinem eigenen Volk, Gefahren durch Menschen aus anderen Völkern, Gefahren in den Städten, Gefahren in der Wüste, Gefahren auf hoher See, Gefahren durch Leute, die sich als meine Geschwister ausgaben.
    Ich nahm Mühen und Anstrengungen auf mich, musste oft ohne Schlaf auskommen, litt Hunger und Durst, war häufig zum Fasten gezwungen, ertrug bittere Kälte und hatte nichts anzuziehen.
    Und als wäre das alles nicht genug, ist da auch noch der Druck, der täglich auf mir lastet – die Sorge um Ihre Gemeinde!

    gez. Paulus

  3. ….und außerdem mußten sich schon vor langer Zeit Einige von der Evangelischen Allianz Deutschlands abwenden, da diese eine in Wirklichkeit außschließlich selbstzentriert-„geistliche“ Zusammenarbeit anstelle einer praktisch-diakonischen Zusammenarbeit zum Ziel hatte, weil der barmherzige Samariter „nur“ ein Ungläubiger war ohne geistliche Kompetenzen.

  4. Sie schreiben, dass Sie sehr gern Pastor sind und es als ein Privileg empfinden, die Bibel in ihrer Tiefe studieren zu können. Ja, das ist notwendig und schön. Aber, ich lese nicht, dass Sie zu diesem Amt von Gott berufen wurden.
    Man kann nicht einfach einen geistlichen Beruf ergreifen wollen, wie man Lust zu einem weltlichen Beruf haben könnte. Denn alles, was zu einem geistlichen Beruf nötig ist, kann man sich nicht anlesen oder studieren. Dazu gehört zumindest tiefe Lebenserfahrung, Gotteserfahrung und Erkenntnis der Wahrheit.
    Auch ist man als Berufener nicht einer bestimmten Denomination verpflichtet, sondern ausschließlich Gott. Da muss man dann Dinge sagen, die die Gemeinde nicht gern hört. Ja, das kann so weit gehen, dass man Sie nicht mehr haben will und sich jemand sucht, der das predigt, was in ihren Ohren kitzelt (2. Tim. 4,3). Zumindest wird man Sie zu manipulieren suchen, und diese Manipulation geschieht oft ohne das man es merkt, wenn man nicht bereits in der Heiligung fortgeschritten ist.
    Ja, überhaupt der Fortschritt in der Heiligung gehört unbedingt zum Dienst dazu. Schließlich ist der Hirte, derjenige, der führt. Er muss also über die übrigen Gemeindeglieder herausragen. Wie könnte man führen, wenn man auf gleichem Niveau ist?
    https://manfredreichelt.wordpress.com/2017/03/10/laien-und-experten/

    Wie stehen Sie zu dem, was auf meinem Blog geschrieben ist (ich meine jetzt nicht nur den verlinkten Beitrag)? – Alle Berufenen stimmen in den wesentlichen Punkten miteinander überein.

    Ich schreibe das nicht, um Sie zu entmutigen, sondern deshalb, damit Sie ein wirklich guter Pastor werden können. Denn Bibelstellen – Jongleure, die nur Worte und nicht deren Inhalt kennen, haben wir bereits zuhauf!

    1. Zum Glück beruft Gott nicht nur Experten. Wenn das so wäre wie Sie schreiben und Gott nicht auch Laien berufen würde wäre die Bibel nicht mal halb so dick….

    2. Ja, ich habe in diesem Beitrag nichts von Berufung geschrieben. Ich habe auch nichts über Bekehrung geschrieben, obwohl ein Pastor natürlich bekehrt sein sollte. Ich habe über soviele andere Aspekte, die für den pastoralen Dienst wichtig sind, ebenso nicht in diesem Beitrag geschrieben…
      Ja und?

      Achja: Dass man einer bestimmten Denomination verpflichtet ist, hab ich übrigens auch nicht geschrieben…

  5. „Zum Glück beruft Gott nicht nur Experten.“

    Matze, Gott beruft nicht nur Experten. Aber bei weitem nicht alle, die er dazu berufen hat, wurden und werden zu Experten!

    Such‘ mal nach „faul“, „-treu“, „falsch“ usw. mit bibleserver.com……..

    Da geht’s durchweg um sogenannte Gläubige!

    ………ich weiß, das sind immer die fast alle Anderen…..die auf dem breiten Weg….

    Grüßle

  6. Und von den sogenannten, ,,Selbsternannten“ Experten hier, geht kein Licht aus, eher Dunkelheit ,,Selbstverliebte“ die nicht mehr wissen was sie reden.
    Ganz anders bei Wolfram Wobig, der seinen Beruf als Pastor wirklich liebt, es ist so einfach zu erkennen wer wirklich aus der Liebe Gottes heraus redet, und wer danach strebt etwas von dem Licht zu erhaschen um sich selbst zu erleuchten!

  7. Lilli, ich hoffe ganz stark, dass alle durch Gott ernannten Experten allen selbsternannten Experten einmal ein Licht werden in deren selbstverliebter Dunkelheit.

  8. Fragt sich dann beiläufig nur, wieviel Zeit bleibt noch für die vielen Milliarden und rasant zunehmenden verlorenen Ungläubigen da draußen an den Hecken und Zäunen……. und in den falschen Gemeinden……

    ;-(

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