Nicht einschlafen!

Wir Deutschen sind Weltmeister im Warnen: Vor Farbstoffen in Lebensmitteln, vor Weichmachern in Plastikspielzeug, vor giftigen Gasen an der Verkehrskreuzung – und vor Müdigkeit beim Autofahren. In Autos mit Müdigkeitssensor fordert uns eine Kaffeetasse dazu auf, uns wieder fit zu machen, bevor wir in einen lebensgefärhlichen “Sekundenschlaf” fallen.

Auch in der Bibel gibt es jede Menge Warnungen: Vor Kriegen, Katastrophen und Christenverfolgung zum Beispiel. Wer genauer hinschaut merkt aber, dass der Hauptfokus auf dem folgenden Vierklang liegt:

  1. Jesus kommt wieder!
  2. Es gibt ein endzeitliches Gericht für alle Menschen!
  3. Es gibt eine ewige Verlorenheit!
  4. Die endzeitlichen Ereignisse werden sehr überraschend hereinbrechen!

Diesen Vierklang packt Jesus in die unterschiedlichsten Geschichten und Gleichnisse:

Die Hauptaussage ist immer die gleiche. Sie wird uns gleich 14 mal im Neuen Testament* vorgehalten: Seid wachsam! Werdet nicht müde im Glauben! Wer sich vom Alltag einlullen lässt, wer nicht mehr für Jesus brennt, wer sich nur noch um sich selbst und nicht um Andere kümmert ist in großer Gefahr – so wie bei einem Autofahrer schon ein Sekundenschlaf genügen kann, um irreparable, ewige Schäden anzurichten.

Niemand braucht diese Warnungen so dringend wie wir Christen der westlichen Kirche. Unser Luxus und scheinbaren Sicherheiten geben uns das Gefühl, auch ohne eine enge, lebendige Gottesbeziehung durchs Leben und in den Himmel zu kommen. Das verführt uns, das Beten, das Bibellesen und unsere Berufung schleifen zu lassen. Genau davor warnt uns die Bibel wieder und wieder und wieder.

Warum hört man dann in unseren Kirchen so wenig von diesen Warnungen? Dafür habe ich eigentlich nur eine Erklärung: Wir glauben Jesus nicht mehr so wirklich. Dass er wirklich wiederkommt. Dass unsere irdischen Entscheidungen ewige Konsequenzen haben. Dass es eine Gerichtsverhandlung für jeden Menschen gibt. Dass es einen leid- und qualvollen Ort der ewigen Gottverlassenheit gibt, den Jesus „Hölle“ nennt.

Vielleicht haben wir ja auch Angst, aus der Frohbotschaft des Evangeliums eine Drohbotschaft zu machen, wenn wir von den biblischen Warnungen reden. Aber das ist doch Unsinn: Berechtigte Warnungen sind keine Drohung sondern ein Ausdruck von Liebe! Es wäre unfassbar lieblos, ein Kind nicht vor der heißen Herdplatte zu warnen.

Deshalb sollten wir alle immer mal wieder unseren Glaubens-Müdigkeitssensor aktivieren. Sehr geeignet sind für mich dafür die folgenden 3 Fragen:

  1. Wann habe ich mich das letzte Mal beim Bibellesen oder Beten von Gott ganz persönlich angesprochen gefühlt?
  2. Wann habe ich zum letzten Mal intensiv für einen anderen Menschen gebetet?
  3. Wann habe ich zum letzten Mal mit einem Nichtchristen über Jesus gesprochen?

Wenn mir auf diese Fragen spontan keine Antworten einfallen ist mir das ein deutlicher Hinweis auf akute Müdigkeitserscheinungen im Glauben. Der Punkt ist ja: Ich kann ungeheuer umtriebig sein (vielleicht sogar mit guten geistlichen Dingen) und trotzdem müde werden in meiner Liebe und Leidenschaft für Jesus. Zu den Ephesern sagte Jesus: “Ich weiß alles, was du tust. … Aber ich habe gegen dich einzuwenden, dass ihr mich und euch einander nicht mehr so liebt wie am Anfang!” Ohne diese Liebe ist alle unsere (geistliche) Geschäftigkeit und Rechtgläubigkeit am Ende wertlos.

Je mehr ich darüber nachdenke merke ich, wie mein geistlicher Müdigkeitssensor wieder einmal Alarm schlägt. Deiner auch? Dann lass uns doch gleich jetzt zu Jesus gehen, um uns neu erfrischen zu lassen in seiner Gegenwart. Lassen wir bei ihm unser Öl nachfüllen (d.h. lassen wir uns neu mit dem Heiligen Geist erfüllen). Lassen wir uns anstecken von seiner Liebe für die Menschen um uns herum. Wuchern wir mit unseren Talenten! Kümmern wir uns um unsere Nächsten! Und stärken wir die, die um uns herum müde geworden sind. Genau dazu hat uns Jesus immer wieder aufgerufen.

* “Seid wachsam” im NT: Mk 13,9, Mk 13,33, Mk 13,35, Mk 13,37, Mk 14,38, Lk 21,34, Lk 21,36, Apg 20,31, 1Kor 16,13, Eph 6,18, 1Thess 5,6, 1Petr 5,8, 2Petr 3,17, Offb 16,15

Siehe auch:

Dieser Blog-Beitrag von Markus Till erschien zuerst auf aufatmen in Gottes Gegenwart . Lies hier den Original-Artikel "Nicht einschlafen!".

Über Dr. Markus Till

Evangelisch landeskirchlicher Autor, Blogger und Lobpreismusiker mit pietistischen Wurzeln und charismatischer Prägung

16 thoughts on “Nicht einschlafen!

  1. Also langsam glaube ich hier nicht mehr an irgendwelche Ausreden. Funktioniert etwa die Kommentarfunktion schon wieder nicht, da mein Beitrag nicht mehr aufzufinden ist?

    Hier nochmals:
    Manfred Reichelt
    20. Dezember 2018 um 7:39 Uhr
    Zum Aufwachen und zur Belebung des Glaubens eignen sich auch vortrefflich Berichte von Nahtoderlebnissen. Im Kontext dieser ist auch nur ein Reden von der Hölle möglich. Überhaupt gilt es den Bezug vom biblischen Text zur Realität herzustellen.
    Ich habe erst vor Kurzem ein gutes Buch zum Thema vorgestellt. Es eignet sich gut als Weihnachtsgeschenk:
    manfredreichelt.wordpress.com/2018/12/13/phaenomen-nahtod/

  2. Lieber Markus,
    vielen Dank für den Beitrag, dem ich voll zustimme. Leider ist aber Dein genannter Vierklang nicht mal mehr in der evangelikalen deutschen Community Konsens, was er aber eigentlich sein sollte. Ein Teil der Müdigkeit kommt auch sicher daher, dass diesem Vierklang nicht mehr geglaubt wird und deshalb auch die Ölflaschen oft nicht mehr gefüllt sind

  3. Gäääääähn!

    🙁

    ….und glaub mir…..ein gesunder Buchstabe hier…….und ich wäre hellwach!

    Markus, du gibst dich als gesunder konservativer Evangelikaler, bist aber bezüglich deines katholischen Dogmenglaubens Jahrhunderte hinter Papst Franziskus zurück.

    Evangelikale überholen den neuen Geist der katholischen Verantwortlichen links und rechts!

    Zurück in die dunkle mittelalterliche Vergangenheit!

    (Einmal dachte ich ich hätte mich geirrt, aber ich habe mich getäuscht!)

    Zurück in die Steinzeit des Aberglaubens und düsteren Denkens?

    Markus, ich erwarte von dir, dass du deine höllische Erwartung hier detailliert biblisch begründest!!!

    Traditionalistisch nebulöse und verschwurbselt unbiblische Nebelschwaden lasse ich nicht zu!

    Erkläre deine Horrorfantasien hier öffentlich…..und biblisch begründet!!!

    Biblisch und konkret!

    Und falls mein Beitrag hier gelöscht wird und du nicht dazu Rede und Antwort stehst, übergebe ich dich dem Teufel zur Züchtigung! Wegen Unterlassung!

    So billig kommst du jetzt nicht davon!!

    1. Du bist heute echt gut drauf: „Traditionalistisch nebulöse und verschwurbselt unbiblische Nebelschwaden lasse ich nicht zu!“

      Bist Du hier Forenadmin, dass Du irgendwas nicht zuläßt? Bei manchen Deiner Beiträge und dann noch den Folgebeitragen überkommt mich der Eindruck, dass Du das falsche Kraut rauchst.

      Und nun mal anders herum: ich erwarte von Dir eine biblisch-grundtextliche Widerlegung der ewigen Hölle. Ach, fast vergessen: und falls „Du nicht dazu Rede und Antwort stehst, übergebe ich dich dem Teufel zur Züchtigung! Wegen Unterlassung!“ Das klingt schon albern, oder? Noch dazu, weil Markus hier gar nichts von Hölle geschrieben hat …

      Wenn Du die Frage hast, wieso es eine ewige Hölle gibt, wie sich diese aus der Bibel her belegen oder ableiten läßt: versuche doch mal eine vernünftige Frage zu formulieren, in vernünftigen Ton, nicht in Internet-Trollmanier, und ein „Bitte Bitte mit ganz viel Sahne obendrauf“ könnte schon Herzen bewegen.

          1. Andre´, ich verstehe deinen Ansatz „den Juden ein Jude und den Griechen ein Grieche“. Ich kann dir und Markus und den Anderen keine verqueren Absichten unterstellen. Hier schreiben Geschwister.

            Aber wenn man die Hölle nicht biblisch-systematisch erklären kann, dann muß man sie quasi latent verschweigen…leider geschieht das auch hier massiv.

            Markus hat hier den ersten Schritt gewagt. Respekt.

            Here we go!

            Herr, du hast dich erniedrigt, im Staub zu wandeln.
            Markus könnte dir nachfolgen……

  4. Ja, der Stephan….immer auch gern re-aktiv. ….aber wenigstens ehrlich und direk!

    Danke, daß du meine traumatischen Emotionalitäten nicht gänzlich nieder machst….

  5. 3. Es gibt eine ewige Verlorenheit!

    Es soll keine irgendwo abgeschriebene Darstellung oder Auslegung sein,
    kein abgekupfertes Dogma oder keine Geschichte a la C.S. Lewis oder anderer Märchenerzähler.

    Ausschließlich das Ergebnis einer eigenen Textarbeit.

    Die Aufzählung von Bibelversen ohne ihre jeweiligen exakten Kontexte genau zu berücksichtigen ist nutzlos und zu oft entstellend.

    In diesem Fall wird suggeriert, selbst jeder auch in Entwicklung befindliche Gläubige könne jederzeit ewig verdammt werden, wenn er etwas falsch mache oder nicht aufpasse.

    Gläubige sind besonders in Gottes Hand.
    Versuchung und Züchtigung gehören zum irdischen Prozess. Siehe Hiob.

    Das letzte Wort hat der sich erbarmende Gott.

    Der Herr verstößt nicht ewig, sondern er betrübt wohl und erbarmt sich wieder nach seiner großen Güte.

    Diese Logik zieht sich wahrlich durch die ganze jüdische Schrift

  6. Lieber Markus!
    Danke für die aufweckende und erfrischende Botschaft.
    Ja, ich möchte Jesus und sein Wort ernstnehmen.
    Gottes Wort will uns nicht erschrecken, dass uns der Schock starr werden lässt.
    Nein, die Wahrheit des Wortes Gottes will uns aufschrecken zum Leben!
    Gottes Segen für dich und deine Familie!
    Danke für deine sehr guten Beiträge in diesem Jahr!

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