Wie wir NICHT leidenschaftlicher & mehr beten

Viele Menschen bemühen sich häufiger und leidenschaftlicher zu beten. Doch es gelingt meist nicht. Hier erfährst du wie es die meisten versuchen und warum es nicht funktioniert.

1. Durch mehr Anstrengung & Disziplin

Die meisten Menschen, die erkennen, dass sie mehr beten sollten, bemühen sich irgendwie etwas mehr:

  • Wir wollen früher aufstehen, um Zeit zum Gebet zu haben.
  • Wir wollen es uns zur Gewohnheit machen, regelmäßig zu beten.
  • Wir wollen uns ans Gebet erinnern und zum Gebet überwinden.

Das Mittel der Wahl sind eigene Anstrengung und Disziplin. Diese sind nützlich und gut, aber den meisten Menschen gelingt es dadurch nicht ein wachsendes Gebetsleben zu entwickeln.

Manche schaffen es sich bestimmte Gebetszeiten anzugewöhnen: Morgen-, Abend- und Tischgebete. Aber wer noch etwas geistliches Leben in sich hat, merkt dass Gebet keine reine Pflichterfüllung sein sollte.

Disziplin allein führt nicht zu einem erfüllten Gebetsleben.

2. Durch Methoden und Tipps

Dann versuchen es die meisten Menschen mit Hilfe von irgendwelchen Methoden und Tipps von anderen Menschen oder aus Büchern und Artikeln:

  • Bete mit Hilfe der Bibel
  • Gebrauche ein „Gebetstagebuch“
  • Benutze vorformulierte Gebete
  • Orientiere deine Gebete anhand einer gewissen Struktur

Solche und viele andere Methoden und Tipps können unser Gebetsleben enorm bereichern. Ich werde hier im Blog noch darauf eingehen. Doch sie haben keine Kraft in sich und müssen schüttern, wenn das Entscheidende fehlt.

3. Durch falsche Motive

Die meisten Menschen werden einfach von den falschen oder nicht den richtigen Gründen angetrieben, warum sie mehr beten wollen.

3.1 Gottes Aufforderung und Anspruch treiben uns an

Wir lesen und hören in Gottes Wort, dass wir allezeit beten sollen! Lukas 18,1ff; Römer 12,12; Epheser 6,18; Philipper 4,6; Kolosser 4,2; 1. Thessalonicher 5,17 und sicher noch viele Bibelworte mehr fordern uns auf immer zu beten.

Diese Aufforderungen Gottes und sein Anspruch sind kein falsches Motiv, aber sie reichen allein nicht aus, um uns zu großen Betern zu machen. Es ist wie beim Gesetz Gottes, dass die Aufforderungen an sich uns nicht automatisch auch ermöglichen, sie umzusetzen. Egal wie häufig wir daran erinnert werden und wie gut es uns ausgelegt wird – für ein leidenschaftliches Gebetsleben reicht Gottes Anspruch allein nicht aus.

Getrieben von Gottes Forderungen können wir es schaffen, mehr zu beten. Doch es wird kein frohes, leidenschaftliches und wachsendes Gebetsleben sein!

3.2 Unsere Schuldgefühle als Motivation zu beten

Wir wissen, dass wir häufiger und leidenschaftlicher beten sollten. Sicher hast du, wie ich, auch schon getrieben von Schuldgefühlen versucht, mehr zu beten. Wie häufig war ich schon unzufrieden mit meinem Gebetsleben und habe daran arbeiten wollen! Aber auch diese Motivation ist im Alltag untergegangen.

Schuldgefühle sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Aber sie reichen nicht aus, um ein wachsendes Gebetsleben zu entwickeln.

3.3 Ehre und Anerkennung als Grund für Gebet

Warum wollen wir wie unsere Glaubensvorbilder beten? Das Streben nach Ehre bzw. unser Hochmut gehört sicher zu den häufigsten Gründen, ein starkes Gebetsleben zu führen. Wir versprechen uns letztlich Anerkennung von anderen oder Gottes Segen in Form von Erfolg.

Doch von Hochmut getrieben, erleben wir kein wachsendes Gebetsleben. Wir werden vielleicht mehr und länger beten, wenn wir großen Ehrgeiz haben. Aber ein frohes, erfülltes Gebetsleben ist es nicht.

Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen, mischen sich leider häufig auch andere falsche Motive in unser Gebetsleben ein. Doch die falschen Motive treiben uns alle von Gott weg und nicht näher zu ihm!

4. Warum schaffen wir es dadurch nicht?

Das Problem liegt im Verständnis von Gebet: Christliches Gebet ist kein Ritual, das wir verrichten müssen. Es ist keine Pflicht, die einfach abgehakt werden kann. Wir werden kein wachsendes, d.h. lebendiges Gebetsleben haben, wenn es nur eine geistliche Übung für uns ist.

Christliches Gebet ist ein Ausdruck einer lebendigen Gottesbeziehung. Wenn wir Gott lieben und unsere Beziehung in Ordnung ist, dann beten wir! Mangelnder Glaube und mangelnde Liebe sind dagegen die Hauptursachen ein gebetsloses Leben.

Je besser deine Gottesbeziehung ist, desto mehr betest du! Je schlechter deine Gottesbeziehung ist, desto weniger betest du! Liebe Gott mehr und dein Gebetsleben wächst!

Das ist in allen Beziehungen so: Wenn Ehepartner sich nahestehen und nichts zwischen ihnen steht, dann reden sie normalerweise viel miteinander. Sie finden Zeit dafür und teilen ihr Leben. Wenn die Ehepartner sündigen, dann trennt sie das voneinander. Man redet immer weniger oder nur oberflächlich miteinander. Das Bedürfnis miteinander zu reden nimmt immer weiter ab. Ebenso ist es mit Gott.

Was hilft es, wenn man in einer Beziehung disziplinierter ist und bestimmte Methoden ausprobiert, aber die Liebe fehlt? Dann sind die schönsten Gebete wertlos.

Um diese Grundlagen für ein wachsendes Gebetsleben soll es in den nächsten Beiträgen hier im Blog gehen! Bleib dran.
Sind die Ausführungen oben verständlich? Freue mich über jede Rückmeldung!

Der Beitrag Wie wir NICHT leidenschaftlicher & mehr beten erschien zuerst auf Blog von Viktor Janke.

Dieser Blog-Beitrag von Viktor Janke erschien zuerst auf viktorjanke . Lies hier den Original-Artikel "Wie wir NICHT leidenschaftlicher & mehr beten".

Über Viktor Janke

*1984 / **1997 / 2004 Abitur / 2008 Theologiestudium-Abschluss & Beginn als Hauptamtlicher in der Gemeindearbeit / 2009 Ehemann / 2014 & 2016 Vater

One thought on “Wie wir NICHT leidenschaftlicher & mehr beten

  1. „Je besser deine Gottesbeziehung ist, desto mehr betest du! Je schlechter deine Gottesbeziehung ist, desto weniger betest du! Liebe Gott mehr und dein Gebetsleben wächst!“
    Danke, Viktor, für diese engagierte Beschäftigung mit dem so wichtigen Thema! Und in den meisten Dingen stimme ich Dir voll zu. Ich finde es gut, dass Du nichts absolut setzt. So ist es in der Tat so, dass zu geistlichem Wachstum (Gottes Wirken) auch die eigene Anstrengung und Priorisierung dazu gehören (meine Bemühungen), z. B. was Zeitplanung, Schlafensgewohnheit, Fasten… angeht. Hier steht leider noch viel zu oft der „innere Schweinehund“ im Weg, der allzu gerne vergeistlicht und verteidigt wird im Sinne von: „Ich kann eh nix zu meinem geistl. Wachstum beitragen.“ Und das ist eine Lüge.
    Entscheidend ist der Schluss des obigen Zitats, weil es darum geht, Gott mehr zu lieben. Und jetzt bin ich gespannt auf Deine nächsten Ausführungen, denn meine Ansicht nach, geht das hauptsächlich wieder durch Gebet. Und hier hilft -wie Du schon andeutest- ein Pardigmenwechsel. Weg von der Martha-Mentalität („Ich muss beten“) hin zur Maria-Mentalität („Ich darf vor ihm sein und seine Worte aufnehmen“). Aus diesem Verständnis erwachsen Freude an Gebet und Wort Gottes, Fürbitte und Anbetung und Mission und Diakonie. Weil wir IHN sehen (2. Kor.3,18). Und wir machen die wertvolle Erfahrung, dass der Appetit beim Essen kommt. Gebet lernt man nur durch beten. Punkt. Diese Kultur zu vermitteln ist m.E. ein großes Verdienst der Gebetshausbewegung der letzten Jahre. I‘m in. 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.