Jesus vergisst seine Jünger auch im Versagen nicht

„Petrus aber sprach: Mensch, ich weiß nicht, was du sagst. Und alsbald, während er noch redete, krähte der Hahn. Und der Herr wandte sich und sah Petrus an.“ (Lk 22,60-61a)

Petrus war Jesus sicherlich mit guten Absichten in den Hof des Hohenpriesters gefolgt, wo dieser verhört wurde. Er wollte wissen, was mit Jesus geschieht und vielleicht würde er ihm sogar zur Seite stehen können. Doch allen guten Vorsätzen zum Trotz versagt Petrus an dieser Stelle. Drei Mal leugnet er, Jesus zu kennen. Er bekräftigt dies sogar mit einem Schwur. Petrus ist keine Hilfe für den Herrn. Im Gegenteil: er ist ihm untreu.

Und Jesus? Nachdem Petrus ihn das dritte Mal verleugnet hatte, geschieht etwas Erschütterndes. Jesus dreht sich um zu Petrus – es gibt einen Moment des Blickkontaktes zwischen beiden – doch Jesus schweigt. Jesus muss Petrus nicht sagen. Er versteht sofort sein Fehlverhalten. Aber das Schweigen Jesu hat noch eine ganz andere Dimension. Durch sein Schweigen schützt Jesus seinen untreuen Jünger. Hätte Jesus auch nur ein Wort zu Petrus gesprochen, wäre es für alle offensichtlich gewesen, dass Petrus zu ihm gehörte. Doch Jesus schweigt. Er bewahrt Petrus vor dem Bösen (vgl. 2Thess 3,3). Hier wird deutlich: Jesus vergisst seine Jünger auch im Versagen nicht.

Paulus schreibt später: „Sind wir untreu, so bleibt er doch treu; denn er kann sich selbst nicht verleugnen.“ (2Tim 2,13). Wie wunderbar zu so einem Herrn zu gehören! Wie tröstend, dass Jesus – selbst wenn er auf uns in unseren schwachen Stunden, in unserem Versagen und unserer Sünde blickt – uns nicht von sich stößt, sondern uns treu zur Seite steht!

Dieser Blog-Beitrag von Wolfram Wobig erschien zuerst auf wobig.eu . Lies hier den Original-Artikel "Jesus vergisst seine Jünger auch im Versagen nicht".

Über Wolfram Wobig

Ich bin Jahrgang 1985, verheiratet mit Anne und Vater von zwei Kindern. Seit 2011 bin ich - nachdem ich in Gießen und Elstal Theologie studierte - Pastor einer evangelisch-freikirchlichen Gemeinde.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.