Die langen Beine der Lüge

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Eine der erfolgreichsten Falschaussagen unserer Zeit scheint das Sprichwort zu sein: „Lügen haben kurze Beine“. Damit möchte man ausdrücken, dass ein Lügner mit seinen Tricks nicht weit kommt. Je nachdem, was man mit weit meint, möchte ich dieses Sprichwort bezweifeln. Ich fürchte, dass wir hier ein allzu einfaches Verständnis von Sünde und Strafe haben.

Beobachtung:

  • Zur Zeit Jesu, waren die erfolgreichsten Bürger des Landes alles ausgemachte Heuchler. Betete man viel, machte man es öffentlich, um Anerkennung zu schöpfen. Eigene Sünden, vor allem im sexuellen Bereich wurden radikal vertuscht, während man sich gleichzeitig köstlich an den Sünden anderer weidete. Ämtermissbrauch, Vetternwirtschaft und die Beraubung der kirchlichen Kassen waren (Woher sonst der Reichtum von Kaiphas und Hannas?) an der Tagesordnung. Und es gelang Ihnen alles! Sogar einen unliebsamen Propheten aus Nazareth, der Sünden aufdeckte (er wollte diese nämlich verbinden), schaffte man zügig aus dem Weg.
  • Was vor 2000 Jahren in Palästina funktioniert, funktioniert natürlich auch heute nicht weniger gut: Immer wieder läuft man Menschen über den Weg, bei denen die Lüge zu einem leitenden Lebensprinzip wurde. Eigentlich weiß man bei keinem Satz, woran man gerade ist. Immer gibt es die eine (andere) Variante, die weitergegeben wird. Schuld ist selbstverständlich immer der Andere, für eigene Schwächen hat man ausführliche Aufsätze an Begründungen usw. Und das interessante: Diese Menschen werden prinzipiell bestätigt. Ihre Strategie geht zumeist auf. Weit davon entfernt, für „Lügen bestraft zu werden“, erweist sich Heuchelei/Lüge als DER Weg zum Erfolg, als eine geeignete Abkürzung zum Glück.

Anwendung:

Aus dieser Beobachtung ergeben sich für mich diese Überlegungen:

  • Für Gottes Gebote gibt es keine pragmatischen Begründungen. Die Gebote Gottes gelten, weil sie Gebote Gottes sind. Was ist mein/dein Antrieb?
  • Unabhängig von obiger Beobachtung, folgt manche Strafe promt. Man denke an Hananias und Saphira (Apg. 9, Vgl. auch Ps.32,10)
  • Ein Leben in Intrigen hat seinen Preis: Von Menschenfurcht getrieben, im Bangen um einen möglichen Ehrverlust, bleibt wenig Raum für Ruhe, Gelassenheit, Entspannung und Frieden
  • Ein erfolgreiches sündiges Leben ist die erste Episode eines erbarmungslosen Gerichtes Gottes. Was kann es schlimmeres geben, als dahin gegeben zu sein (Vgl. Röm 1,24. 26; 2. Chron. 25,20)

Dieser Blog-Beitrag von Sergej Pauli erschien zuerst auf Glauben und Denken . Lies hier den Original-Artikel "Die langen Beine der Lüge".

Über Sergej Pauli

Hallo ich bin Sergej Pauli und wohne in Villingen-Schwenningen. Zwar habe ich schon erste Erfahrungen zum Bloggen auf dem Literaturblog „Nimm-Lies“ gesammelt, dennoch bin ich relativ unerfahren darin, mich im Web darzustellen, deswegen bitte ich um Verständnis bei möglichen Fehlern. Für eine andere Sache schlägt mein Herz besonders laut, das ist der Glaube. Ich möchte hier die Schönheit dessen vorstellen, was man Gottseligkeit nennt. Ich bin überzeugt davon, dass ein Mensch Frieden mit seinem Schöpfer finden kann und im Nachsinnen über Gott und sein Wort Frieden und Freude bekommen kann. Allein dieser Segen lohnt sich, sich ausführlicher mit dem Glauben, der Religion und der Theologie auseinanderzusetzen. Darum möchte ich auf dieser Webseite einige meiner eigenen Bibelarbeiten vorstellen, einige Biographien vorstellen und schließlich auch einige christliche Bücher vorstellen. In meiner Gemeinde darf ich als Laienprediger mithelfen. Ich plane hier auch meine Predigten zu veröffentlichen. Teilweise soll das in schriftlicher Form, teilweise aber auch in audioform geschehen. Gelegentlich spiele ich auch Gitarre, gute Lieder möchte ich hier ebenfalls vorstellen.

One thought on “Die langen Beine der Lüge

  1. Ja, viele Unterdrücker und ganze Unterdrückungssysteme haben ihren lügenhaften Narrativ. Aber auch dieser kommt mal an ein Ende. Der Weg der Gottlosen vergeht (Ps. 1,6). Aber der Pfad des Gerechten glänzt wie das Licht, das immer heller leuchtet bis auf den vollen Tag (Sprüche 4.18).

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