„Jeden Tag einen Abschnitt“ (Bibellesemethoden Teil 3)

Viele Christen lesen jeden Tag einen Abschnitt aus der Bibel. Hier erfährst einiges über die Vor- und Nachteile dieser Bibellesemethode und bekommst ein paar Tipps dazu.

Eigenes Foto, public domain

1. Vorstellung der Bibellesemethode

Die Bibellesemethode, jeden Tag einen Abschnitt aus der Bibel zu lesen, ist sehr einfach. Man liest fortlaufend, d.h. dort wo man zuletzt aufgehört hat, bis zum nächsten Abschnitt. Manche lesen bis zur nächsten Überschrift, manche bis zum nächsten Kapitel.

Davon zu unterscheiden ist die Bibellesemethode „Die Bibel vom Anfang bis zum Ende lesen“, bei der man im Optimalfall so viel wie möglich oder nach einem Bibelleseplan (mit vielen Kapiteln pro Tag) liest. Bei der Methode in diesem Artikel geht es eher darum, tieferes Verständnis für einzelne Aussagen eines Abschnitts zu bekommen!

2. Vorteile jeden Tag einen Abschnitt zu lesen

Diese beliebte Bibellesemethode hat natürlich einige Vorteile:

  1. Diese Bibellesemethode ist nicht aufwendig oder kompliziert, sondern sehr einfach umzusetzen.
  2. In den meisten Abschnitten sind die Themen überschaubar. Das bedeutet, dass es nicht zu anspruchsvoll ist und man gut einen Leitgedanken des Abschnitts mit in den Tag nehmen kann.
  3. Diese Bibellesemethode erfordert nicht viel Zeit. Ein Abschnitt ist schnell gelesen. Das schafft jeder, der das möchte – egal wie stressig der Alltag ist.
  4. Dadurch, dass das Lesen eines Abschnitts nicht viel Zeit erfordert, hat man Zeit, um sich etwas mehr mit dem Bibeltext zu beschäftigen. Das ist notwendig, damit diese Methode ihre Stärken entfalten kann! Siehe unter Tipps einige wichtige Hilfen dazu.
  5. Wenn man den gelesenen Abschnitt studiert, dann ist man gezwungen sich mit Texten auseinander zu setzen, die man sonst nie näher behandelt hätte.

3. Nachteile die Bibel auf diese Art zu lesen

Wer diese Bibellesemethode anwendet, sollte sich der zahlreichen Nachteile bewusst sein:

  1. Manche Bibelabschnitte sind und bleiben unverständlich. Es ist schade, wenn man keinen Gewinn vom Bibellesen hat.
  2. Beim Lesen von nur einem Abschnitt ist es unwahrscheinlicher, dass er einem direkt ins Leben spricht. Wenn man nur einen kurzen Abschnitt und damit evtl. nur ein separates Thema betrachtet, bleibt man oft ohne die notwendige Stärkung und geistliche Nahrung für den Tag.
  3. Mit dieser Bibellesemethode dauert es sehr lange, bis man die Bibel durch bzw. den ganzen Ratschluss Gottes gelesen hat.
  4. Es ist schwer einen Überblick über die Geschichte und einen Gesamtüberblick zu bekommen.
  5. Es ist tendenziell schwierig motiviert durch schwierige und lange Bibelbücher durch zu kommen und nicht aufzugeben.

Meines Erachtens ist diese Bibellesemethode nur für bestimmte Bibelbücher geeignet oder erfordert Hilfsliteratur. Damit komme ich auch schon zu den Tipps für diese Bibellesemethode.

4. Tipps zur Bibellesemethode „Jeden Tag einen Abschnitt“

Wenn man die Stärken dieser Bibellesemethode voll ausspielen möchte, sollte man folgende Tipps beherzigen:

  1. Wähle nicht zu kleine Abschnitte. Lieber etwas länger und es spricht dich etwas an, als nur zustimmend gelesen und ohne Auswirkung.
  2. Beachte beim jeden Abschnitt auch den Kontext, d.h. was vorher und nachher steht. Der Zusammenhang ist sehr wichtig für das richtige Verständnis einzelner Aussagen der Bibel. Es ist auch gut zu reflektieren, was man den letzten Tag gelesen hat.
  3. Benutze gute Studienbibeln oder Kommentare begleitend zum Lesen der Bibel. Diese Hilfsmittel helfen einem sehr zum besseren Verständnis eines Abschnitts.
  4. Nachdem man die allgemeine Bedeutung des Abschnitts entdeckt hat, sollte man sich Gedanken machen, welche praktische Bedeutung der Abschnitt für einen selbst haben sollte.

5. Fazit

Diese Bibellesemethode ist nur unter Berücksichtigung der Tipps empfehlenswert. Es ist zwar einfach jeden Tag einen Abschnitt zu lesen, aber einfach ist nicht immer gleich gut. Ich würde die Methode nur für bestimmte Bibelbücher und nur für Menschen empfehlen, die beim einfachen Bibellesen sehr schnell überfordert sind.

Hast du Erfahrungen mit dieser Bibellesemethode? Dann schreib mir einen Kommentar. Welche Vorteile und Nachteile siehst du dabei?

Beitragsbild: Pixabay, public domain.

Der Beitrag „Jeden Tag einen Abschnitt“ (Bibellesemethoden Teil 3) erschien zuerst auf Blog von Viktor Janke.

Dieser Blog-Beitrag von Viktor Janke erschien zuerst auf viktorjanke . Lies hier den Original-Artikel "„Jeden Tag einen Abschnitt“ (Bibellesemethoden Teil 3)".

Über Viktor Janke

*1984 / **1997 / 2004 Abitur / 2008 Theologiestudium-Abschluss & Beginn als Hauptamtlicher in der Gemeindearbeit / 2009 Ehemann / 2014, 2016 & 2019 Vater, seit 2019 auch überregionaler Jugendreferent

17 thoughts on “„Jeden Tag einen Abschnitt“ (Bibellesemethoden Teil 3)

  1. Du möchtest einen Kommentar, also bekommst Du einen 😉 Aber nicht, weil ich es besser weiß, sondern einfach nur um zu schildern, wie meine Erfahrungen sind. Andere Leute werden mit anderen Ansätzen besser fahren.

    Mit fertigen Bibelleseplänen (wir hüpfen mal hier hin, mal dorthin) hatte ich nie so den großen Erfolg mit dem Durchhalten. Insbesondere sind mir zwei Nachteile aufgefallen:
    – manche Ersteller von Bibelleseplänen stellen die Abschnitte / verschiedenen Bücher so zusammen, um damit ihr eigenes theologisches Verständnis zu untermauen, also Hunting for Followers. Ich habe dann in der Tat einen Bibelleseplan abgebrochen, weil ich den Eindruck hatte, der Ersteller will mir da ein Schriftverständnis aufdrücken, dass ich im Licht weiterer Bibelstellen anders sehe
    – mich interessieren zwischendurch andere Schwerpunktthemen wie z.B., ob die Trinität tatsächlich biblisch ist / aus der Bibel ableitbar, Prädestination ja / nein, (un)freier Wille, ist die Jungfrauengeburt ein „Muss“, … . Kommt eine diesbezügliche Frage auf bei mir, gehe ich daran, Auslegungsliteratur (gerne verschiedene, sich widersprechende Autoren – beim Nachvollziehen der jeweiligen Argumente und deren Widerlegung lernt man viel) und zugehörige Schriftstellen zu erarbeiten. In der Konsequenz bleiben nicht alle Details hängen, aber das dabei erlernte Fazit ist dann wie ein von mir überprüftes und bejahend verinnerlichtes Dogma. Mein plötzliches Themeninteresse resultierte gelegentlich auch daher, dass der Verfasser des Bibellleseplans in seinen begleitenden Texten Aussagen bzw. Feststellungen traf, die ich so nicht ungeprüft übernehmen wollte oder konnte – und manchmal stellte ich dann fest, dass ich mich nachkorrigieren mußte.

    Voraussetzung: man sollte die Bibel (mehrmals) komplett gelesen haben – es ist mir oft genug passiert, dass ein Autor Bibelstellen weggelassen hat, die seiner theologische Meinung widersprachen, und an deren Existenz ich mich irgendwie erinnert habe.

    Vorteil des thematisch orientierten Ansatzes: man hebt Schätze. Einmal hatte ich das Thema für den Hauskreis vorzubereiten, wie die Stiftshütte auf Jesus hinweist. Ich dachte mir erst, da suche ich mir locker flockig etwas Literatur zusammen, die Vorbereitung ist an ein, zwei Abenden getan, und auf einmal hatte ich ganze Bücher dazu, die die Symbolik der Ausstattungselemente auch aus dem jüdischen Verständnis her auslegten. Das war ein echt spannendes Thema, zeigte aber auch auf, wie Gott nach und nach seinen Heilsplan immer mehr entfaltet und offengelegt hat. Es war dann doch ein Thema, dass ich dann zwei Wochen jeden Abend vorbereitet habe.
    Nachteil des thematisch orientierten Ansatzes: manchmal gibt es Leerlauf, weil gerade kein „spannendes“ Thema an der Hand ist. Dann heißt es wieder Ausweichen auf andere Lesemethoden.
    Wenn man thematisch vorgehen will und hat noch kein Thema: ich fand z.B. den Heidelberger Katechismus anregend (nicht etwa, weil ich die dort verteidigte Kindertaufe für richtig halte), man ziehe sich dort ein Thema heraus, und versuche es zu be- oder widerlegen, gerne auch wieder mit weiterer Literatur.

    Ich werde sicherlich nie, wie manch andere Leute, die komplette Bibel auswendig können (leider – ich bin mehr Logiker als Auswendiglerner). Andererseits habe ich mittlerweile genügend Dinge verinnerlicht, die es mir erlauben, relativ zügig Prediger, Autoren (und hier auch Forenteilnehmer) hinsichtlich ihrer Bibeltreue anhand ihrer Aussagen zu beurteilen. Es schärft den Blick wie in welcher Gemeinde bringe ich mich ein, wessen Bücher kannst Du lesen ohne aufs Glatteis geführt zu werden (z.B. Spurgeon, Wilhelm Busch), wenn liest Du mit Gewinn, ohne all seinen theologischen Schlüssen gleich zu trauen (z.B. A.Fruchtenbaum), und wo läßt Du ganz die Finger von, weil Gift unter christlichem Tarnmantel verbreitet wird.

  2. Hallo Stephan,
    Du bist fleißig, und weißt so viel weil du dir so viel Mühe gegeben hast, …viel gelesen und so…..
    Ich hab auch einiges gelesen, Francis Schaeffer, Wilhelm Busch, Spurgeon auch, aber bei weitem nicht so intensiv wie du. Aber ich muss sagen; hängen geblieben ist bei mir ,,die Bibel“… es fällt mir meistens sofort ein, wo was steht, und was ich mir anschauen muss um an einem Thema zu arbeiten oder wenn ich was wissen muss, und was wichtig ist, was du am Schluss beschreibst, …die Finger weglassen, wenn Gift unter christlichen Tarnmantel verbreitet wird, ….ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht… das der Heilige Geist mir gezeigt hat was nicht mit der Wahrheit übereinstimmt.

    Warum ich überhaupt etwas zu deinem Kommentar schreibe, als ich ihn las dachte ich…. wie unterschiedlich wir Menschen doch sind …..was du alles weisst legt dir auch viel Verantwortung auf, …also wem viel gegeben wird, von dem wird auch viel gefordert, du kannst dich da nicht mehr rausreden, 😉 was du weisst musst du für das Reich Gottes nun auch einsetzten, (tust es ja auch).
    Bei mir hat sich nicht so viel Wissen angesammelt, ich sehe mehr innere Bilder die sich wie Puzzelteile zusammensetzten, und da sind die Teile der Bibel sehr lebendig in mir, ich weiss genau das Gott dafür sorgt, ….sein Wort kommt nicht leer zu Ihm zurück.
    Gott sorgt für jeden anders, darum gibt es da glaube ich auch kein Schema F
    Und mit Bibellesepläne kam ich auch noch nie so gut zurecht.

    1. Danke für Deine Worte. Vermon McGee sagte mal sinngemäß, mit der Bibel kann jeder etwas anfangen, vom LKW-Fahrer bis zum Professor. Und da bin ich bei ihm. Wir nähern uns der Schrift mit unterschiedlichen Voraussetzungen, Methodiken, Möglichkeiten der Wissensverbreiterung, und da ist es ganz gut, wenn darüber unterschiedliche Menschen in Hauskreisen und Gemeinden zusammen kommen.
      Der eine geht daran wie der Kleine Prinz („Man sieht nur mit dem Herzen gut“), ich bin eher jemand, der versucht, Zusammenhänge und „rote Fäden“ zu erkennen, und dann gibt es auch noch Leute, die die Schrift auswendig können und dazu noch umfassend belesen sind und in ihrem großen Bücherregel zu jeder Frage das passende Buch sofort finden.
      In unserem Hauskreis, so klein er auch ist, sind so ziemlich alle diese „Extreme“ vertreten – der Austausch ist da bereichernd, manchmal auch erdend, wenn ich mich mal wieder in den roten Fäden verzettele und eine der Personen sagt: „Ich glaube das einfach so, wie es da steht.“

  3. Ich denke, egal bei welcher Methode braucht man hin und wieder Hilfsmittel. Punkt 2 der Tipps ist aber immens wichtig!! Was die „Nachteile“ betrifft, so finde ich es eine wertvolle Herausforderung, eben gerade schwierige Bibelabschnitte nicht zu überlesen und zur Seite zu schieben, sondern sie gründlich zu durchdenken und zu durchbeten, bis man etwas herausgeholt hat. Ich halte das für die beste tägliche „Langzeitmethode“ – sie ist für jeden machbar, auch wenn man nicht Stunden am Stück Zeit hat (mit einer halben Stunde kann man da schon was anfangen), man lernt bei jedem Durchgang dazu, und man kann richtig in die Tiefe gehen. Um den Zusammenhang zu vorher und nachher nicht zu verlieren, ist es auf jeden Fall gut, sich immer ein paar inhaltliche Notizen zu machen.

  4. Gedanken

    Ich vermisse ein inhaltliches Fazit des Autors, ein „Ergebnisprotokoll“ zum Verteilen..

    Der erste Kommentar beschreibt die Vorgehensweise eines ausgewiesenen Forschers.

    Wer sich eine Zeit lang mit Gottes Wort beschäftigt hat, entwickelt Prämissen.

    Prämissen können zu einer statischen Sichtweise werden, wenn dieses persönliche aktuelle „Bibelverständnis“ in unumstößlichen Lehrsätze in Stein gemeißelt werden.

    Der Mensch ist ein Lernender, wird einer bleiben. Neue Situationen führen zu neuen Erfahrungen und Erkenntnissen. (Sie forschten täglich in der Schrift, konnten um so individueller argumentieren, Beröa)

    Kirchen und Gemeinden brauchen Strukturen, Verbindlichkeit, erzeugen Festschreibungen.

    Jedes statische Denken grenzt ein.

    Jede Unverbindlichkeit ufert aus.

    Dazwischen kann und muß es Dialog geben.

    Alles darf verhandelbar bleiben.

    Nichts darf verdammt, verurteilt werden. Alles ist Zwischenergebnis.

    Kein Mensch kann statisches Endwissen erlangen.

    Liebe zu Gott, Liebe für jeden Menschen, Respekt, Zuhören, nicht verurteilen,
    niemanden in eine verschlossene Schublade einordnen.

    SICH ver-lassen, JEDEN annehmen in seinem Stand, erwartungsvoll bleiben

    GLAUBEN, LIEBEN, HOFFEN.

    Wir brauchen Hilfe

    Hilf du mir, ich helf‘ dir.

    DU, helfe UNS, führe uns zusammen

    Vergib uns.

    1. „Prämissen können zu einer statischen Sichtweise werden, wenn dieses persönliche aktuelle „Bibelverständnis“ in unumstößlichen Lehrsätze in Stein gemeißelt werden.“
      Beispiel: Möchtest Du bis zum Ende Deines Lebens das Thema Jungfrauengeburt noch und nöcher diskutieren und in Frage stellen? Es gibt mindestens zwei, drei Ansätze, wie man mit dem Thema umgehen kann:
      a) es steht geschrieben, also glaube ich es
      b) es ist aus der Schrift herleitbar, dass es eine Jungfrauengeburt sein mußte
      c) bessere Ausleger als ich haben schon deutlich vor meiner Zeit daraus ein Dogma gemacht und dieses auch begründet, eventuell existierende Gegenreden dazu sind bei näherer Überprüfung falsch
      Wie dem auch sei, irgendwann mußt Du bei gewissen Themen eine Position haben, von der Du Dir aus weitere Aussagen der Schrift erschließt.
      Ansatz a) ist toll, wenn man der Bibel als Gottes Wort so vertraut, dass man sagen kann: ich weiß nicht warum, ich verstehe nicht alles, aber wenn Gott es so gesagt oder angeordnet hat, will ich es glauben und befolgen.
      Ansatz c) halte ich für legitim (z.B. bei der Frage der Trinität), ich verwende dabei die Ergebnisse anderer aus dem Ansatz b).
      Ansatz b) ist der Beröeransatz, setzt aber voraus, dass ich Gottes Wort vertraue und schon mit gewissen Grundannahmen / Prämissen / Dogmen im Hinterkopf arbeite.

      „Jedes statische Denken grenzt ein.“
      Nein – es setzt den Rahmen, um weitergehen zu können. Wer das Sühneopfer Christi in Frage stellt, mit dem lohnt keine Diskussion über den (un-)freien Willen. Wer Jesus lediglich als guten Menschen und tollen Propheten sieht, wird bei der Jungfrauengeburt sowieso eine andere Position als ich einnehmen. Wieso also Zeit und Energie auf die Diskussion von Dingen verschwenden, wenn erst einmal eine gemeinsame Ausgangsbasis bei grundlegenderen Fragen geschaffen werden müßte.
      Die Statik / das Dogma an der einen Stelle ermöglicht die Weiterarbeit an der nächsten Stelle. Das schließt nicht aus, dass man irgendwann auch mal erkennt, dass eine der statischen Grundannahmen falsch war und (nach-)korrigiert werden muss (was aber direkt wieder in den nächsten statischen Zustand führt), aber damit habe ich dann wiederum eine Dogmasammlung, auf deren Grundlage ich wieder weiterarbeiten kann.

      Mal ein Beispiel aus der Wissenschaft: wenn ich in der Physik mit der Relativitätstheorie arbeite, gar mit den Formeln etwas beweise oder die Zeitkorrektur von Satelliten in passende Software gieße, dann gehe ich von Prämissen aus, die ich nicht immer wieder neu beweise, wie z.B. 1+1 = 2. Schreibe ich die Satellitensoftware, dann gehe ich stillschweigend von der Korrektheit der Relativitätstheorie aus und beweise die nicht jedes mal aufs neue.
      Bis vor 120 Jahren hat man alle Berechnungen auf Basis der Newtonschen Physik gemacht (die reichte für die Technik damals auch), und ohne diesen Ansatz hätte man diverse Technik und weitere physikalische Gesetzesmäßigkeiten gar nicht entdeckt. Mit Einstein kann man nun präziser arbeiten, aber die mit Newton erzielten Entdeckungen werden dadurch überwiegend nicht entwertet. Erst die statischen Vorannahmen erlauben es, weiter voran zu gehen. Sie geben mir die notwendige Freiheit dazu.

      Es gibt durchaus freie Gemeinden, in deren Gemeindesatzung steht: „Wir diskutieren nicht über folgende Themen …“. Darin aufgeführt sind Themen, die als abschließend behandelt betrachtet werden (also eben Jungfrauengeburt, Frauen im Leitungsamt, Abendmahlsverständnis, …). Ich halte das, nach all meinen Erfahrungen, für vernünftig.

      „Alles darf verhandelbar bleiben.“
      Nein. Du kannst gerne für Dich etwas verhandeln oder mit Leuten, die auch irgendwas verhandlen wollen, Du kannst es auch ablehnen, einige Dogmen anzuerkennen. Ich verhandele z.B. mit niemandem, der Jesus nicht als wahren Mensch und wahren Gott anerkennen will. Ich zeige ihm gerne Literatur, Bibelstellen, Auslegungen usw., die das Thema umfassend behandeln. Aber meine Position zu dem Thema und wie weit da meine Toleranz gehen muss ist nicht verhandelbar. Es gibt Dogmen, die sind einfach nicht verhandelbar. Die sind im Beröer-Verfahren erarbeitet worden und wurden teilweise seit Jahrhunderten nicht erfolgreich widerlegt von Leuten, die klüger (gewesen) sind als ich.

      „Nichts darf verdammt, verurteilt werden. Alles ist Zwischenergebnis.“
      Du machst es Dir einfach – weil Du einige Positionen / Themen / Dogmen noch nicht erfasst hast oder hartnäckig heraus eine andere, menschengemachte Meinung dazu vertrittst (ich erinnere nur an Deine Ergüsse, dass Luther, Calvin und zig andere sich geirrt haben), mußt Du nicht erwarten, dass man Dich und Deine Meinung ernst nimmt.
      Einem Neuling im Glauben und in der Bibelarbeit lasse ich viel als „Zwischenergebnis“ durchgehen und weise ihn auf Probleme und weiteren Nachforschungsbedarf hin (so wie ich es auch mir gegenüber erwarte), ein Besserwisser, dem das Rüstzeug fehlt (oder der sich für einen großen Denker und berufenen Lehrer hält trotz Verbreitung von Irrlehren), hat aber keine Streicheleinheiten zu erwarten, sondern eine kalre Ermahnung.

      Um die Kurve zum eigentlichen Thema zu bekommen:
      Bibelarbeit ohne einige fester verdrahtete Glaubenswahrheiten im Hinterkopf funktioniert nicht.
      Bibelarbeit soll auch durchaus zur Korrektur führen (des eigenen Bibelverständnisses, der Lebensführung, …), entsprechend sind die Texte zu lesen und zu erarbeiten.

    2. „Jedes statische Denken grenzt ein. Jede Unverbindlichkeit ufert aus. Dazwischen kann und muß es Dialog geben. Alles darf verhandelbar bleiben. Nichts darf verdammt, verurteilt werden. Alles ist Zwischenergebnis.“

      Schon krass, diese Sätze. Hat Jesus das gelehrt?
      „…ich aber sage euch, ….wird nicht ein Jota vergehen.“
      Paulus, Petrus, Johannes?
      Es passt aber ideal in den heutigen mainstream. Mach es dir passend. CSD in Berlin mit 1 Million Besucher (kommen auf eine ganz andere Demo gleich viel oder mehr Leute ist das nicht berichtenswert).
      Mit diesen Lehrsätzen könnte man mittlerweile sogar an der Uni Karriere machen als Genderprofessorin.

  5. Nimmt nicht auch ,,Bibelverständnis“ in umunstößlichen Lehrsätzen, Raum ein? ,,In Stein gemeißelt“ und doch freigegeben…. auf den Grund geschaut…. und erweitert, …. im Leben, zu leben?
    Als bleibender Lernender, abgeschaut, dem Leben, der nie versiegenden Quelle, ein fließender Strom, verbindlich verbunden, dem ewigen Wort.
    Liebe von Gott für alle Menschen…. und Menschen aus Liebe…. die Hilfe zu helfen… zum Glauben, zum Lieben, zum Hoffen zum ,,Leben“
    Nicht verdammend nicht verurteilend nicht statisch, aber vergebend, durch Liebe in Stein gemeißelt und befreit zum Leben.

  6. „Hat mit Glauben an Jesus Christus nichts zu tun.“

    „Mein Glaube bleibt Stückwerk.“ (Paulus)

    Absolutheitsanspruch: „Wahnhaft-religiöse Selbstherrlichkeit?“

    1. Auch das Stückwerk von Paulus ist nicht verhandelbar und kein Zwischenergebnis und er, Paulus, verdammt und verurteilt sogar.
      Er redet in Gottes Auftrag.

    1. Ich sagte nicht „einen Menschen“ verdammen oder verurteilen – aber letztlich wird es Menschen treffen, sie suchen es sich meist selbst aus:
      Lutherbibel 1912 Gal 1,8
      Aber so auch wir oder ein Engel vom Himmel euch würde Evangelium predigen anders, denn das wir euch gepredigt haben, der sei verflucht!

      Matth 11,21
      Wehe dir Chorazin! Weh dir, Bethsaida! Wären solche Taten zu Tyrus und Sidon geschehen, wie bei euch geschehen sind, sie hätten vorzeiten im Sack und in der Asche Buße getan.

      Markus 11,13
      Da trat er hinzu, ob er etwas darauf fände, und da er hinzukam, fand er nichts denn nur Blätter, denn es war noch nicht Zeit, daß Feigen sein sollten. Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Nun esse von dir niemand ewiglich!

      Lukas 19,27 (prophetisch – auf die Zukunft bezogen)
      Doch jene meine Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie herrschen sollte, bringet her und erwürget sie vor mir.

      Apg 5,9
      Petrus aber sprach zu ihr: Warum seid ihr denn eins geworden, zu versuchen den Geist des HERRN? Siehe, die Füße derer, die deinen Mann begraben haben, sind vor der Tür und werden dich hinaustragen. Und alsbald fiel sie zu seinen Füßen und gab den Geist auf. Da kamen die Jünglinge und fanden sie tot, trugen sie hinaus und begruben sie neben ihren Mann.

      1. Kor 5,5
      Ich habe …schon…..beschlossen über den, der solches getan hat: in dem Namen unsers HERRN Jesu Christi, in eurer Versammlung mit meinem Geist und mit der Kraft unsers HERRN Jesu Christi, ihn zu übergeben dem Satan zum Verderben des Fleisches, auf dass der Geist selig werde am Tage des HERRN Jesu. (mein Kommentar: gerichtet zur Errettung)
      1. Kor 5,12
      Denn was gehen mich die draußen an, daß ich sie sollte richten? Richtet ihr nicht, die drinnen sind? Gott aber wird, die draußen sind, richten. Tut von euch selbst hinaus, wer da böse ist. —jeweils Luther 1912, jetzt nicht das modernste Deutsch….
      …und das ist nicht vollständig……

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