Ist „Sola Fide“ dasselbe wie „Sola Gratia“?

2017 wurde in jeder freien Kirche Deutschland ein Thema zumindest angeschnitten! Die 500-Jahr Feier der lutherischen Reformation un die 4 Solis wurden zumindest in unserer Gemeinde in dieser Zeit regelmäßig angesprochen. Was mir bereits damals aufgefallen ist, dass sowohl Sola Gratia, wie Sola Fide irgendwie als identisch miteinander betrachtet wurden. Deutlich wird dies vor allem dann, wenn man versucht, auf die theologische Abgrenzung hinter diesen 4 Sätzen (Sola Gratia, Sola Fide, Solus Christus, Sola Scriptura) hinzuweisen, die die Reformatoren gegenüber der katholischen Kirche schufen. Allein die Schrift und nicht Schrift und Tradition; Allein Christus und nicht Christus und die Kirche/die Heiligen; Allein der Glaube und nicht Glaube und Werke! So weit, so gut! Doch was ist dann die Abgrenzung von Gnade? Auch Gnade und Werke? Dann wäre ja eine Wiederholung nicht nötig. Luther und Konsorten hätten es kaum nötig, den selben Punkt doppelt zu widerlegen. Warum dann beide Punkte? Was ist der Unterschied zwischen Sola Fide und Sola Gratia? Noch wichtiger ist jedoch die Frage: Glauben wir wirklich an Sola Gratia?

Ein Erklärungsversuch

Wenn wir um des Argumentes Willen, den Begriff der Güte anstelle der Gnade betrachten, erkennen wir vielleicht den Unterschied besser.. Im technischen Bereich verwenden wir den Begriff der Güte auch sehr häufig (z.B. Güte vom Stahl), nämlich um die Qualität eines Produkts zu qualifizieren. In der Tat beschreibt die Bibel an zahlreichen Stellen das Wesen und das „Herz“ Gottes (also seine Qualität), wenn es von Gottes Gnade/Güte/Barmherzigkeit redet. Vor allem die Psalmen reden häufig darüber! Unter den zahlreichen Stellen (darunter Ps. 5,13; 51,20; 56,8; 84,12; 89,3; 89,15; 89,25; 89,34; 89,50; 90,14; 92,14;100,5; 101,1; 103,4…) wähle ich zwei: „Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten (Ps. 103,11)“ und „Fülle uns frühe mit deiner Gnade, so wollen wir rühmen und fröhlich sein unser Leben lang(Ps. 90,14).“

Sehr kurz zusammengefasst: Meine Errettung ruht nicht auf meiner Güte (im Sinne von Qualität), sondern einzig und allein auf der Güte (Qualität) Gottes. Wie es bereits in einem bekannten Kirchlied heißt: „Nichts habe ich zu bringen, alles Herr bist du!“

Was ist deine Hoffnung?

Nun ist das schnell niedergeschrieben! Ich frage mich jedoch sehr häufig, ob ich das wirklich glaube. Wie oft erwische ich mich dabei, dass ich Gott einen Anlass geben möchte, mich zu lieben. Beharrlich suche ich nach Gründen und Ursachen, nach einer Begründung für meine Errettung! Kann man aber auf Lohn hoffen, ohne aus der Gnade zu fallen (um es pointiert auszudrücken)? „Dem aber, der mit Werken umgeht, wird der Lohn nicht aus Gnade zugerechnet, sondern weil er ihm zusteht. Dem aber, der nicht mit Werken umgeht, aber an den glaubt, der den Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit“. Nur der Gnade Gottes ausgeliefert zu sein, ist so furchtbar demütigend. Man kann und darf ja nichts vorweisen. Wie sollte Gott den Stolzen Gnade geben können? (Vgl. Spr. 3,34; 1. Pet. 5,5 und Jak. 4.6). „Ist’s aber aus Gnade, so ist’s nicht aufgrund von Werken; sonst wäre Gnade nicht Gnade.“ (Röm. 11,6) Welch Angriff auf unseren Stolz: Gott rettete uns, weil er es wollte. Das war schon mit dem Volk Israel seine Art: Das Volk konnte nichts vorbringen, um aus der Sklaverei gerettet zu werden. Nur in der Liebe Gottes lag der Grund führ ihre Erlösung (5. Mo. 7,7-8). Eigentlich kann man gar kein Christ sein, wenn man auf etwas Anderes als Gnade hofft. Denn Christus ist nur für die „hoffnungslosen Fälle“ da. Irgendwie macht es auch keinen Sinn, Christus als Retter zu bezeichnen, wenn man sich selbst rettet. Wie sollte das auch Sinn machen, etwa so: „Danke Gott, du hast meine Rechtschaffenheit gesehen und warst jetzt so fair, dass du zu mir gnädig warst“? Das wäre ein Weg ins Heil an Christus vorbei und somit ein klarer Widerspruch der Botschaft des NT, die die Gnade Gottes ständig mit der Offenbarung Gottes in Christus gleichgestellt wird. (Vgl. z.B. Tit. 2,11-12; Röm. 3,24; Joh 1,14.16; Apg. 13,34; Apg. 15.11; 2 Kor. 8,1…) Wahrlich, Gnade haben wir aus Christi Fülle genommen (Joh. 1,16). Mein Vater in Christus gebraucht sogar gerne den Ausdruck: Gnade ist eine Person!

Könnte es sogar sein, dass dieses Hängen an eigenen Werken und eigener Güte/Qualität, nur Ausdruck von Unglauben und Hochmut ist? Das wäre tragisch! Manchmal, kommt sie in sehr geschicktem Gewand daher! „Im Vergleich zu den ganzen Gottlosen Menschen um mich herum, habe ich mich schließlich bekehrt“.

Werden wir nun „aus der Gnade“ oder „durch den Glauben“ selig?

Selig sein ist für mich hier kein schwammiger religiöser Begriff, denn es ja nicht näher zu verstehen gilt, sondern ein Synonym für größtmögliche Freude und tiefstes Glück. Wie können du und ich derart glücklich werden, dass dieses Glück sogar bis in das nächste ewige Leben hinüberreicht?

Bekommen wir dieses Glück nun aus Gnade oder aus Glauben? Ja die Präposition „aus“ habe ich hier bewusst in beiden Fällen gewählt. Als ich obige Überlegungen mit Viktor von christusallein.com teilte, fiel uns der Zusammenhang auf, dass in den evangelikalen Kreisen, in denen wir uns bewegen, Mittel und Grund, Werkzeug und Ursache verwechselt werden. Tabellarisch dargestellt, ergibt sich dieser durchaus wichtige Unterschied zwischen der Theologie des Kreuzes und der Theologie der Herrlichkeit. (Diese Begriffe wurden gewählt, um das Nachdenken darüber nicht durch irgendwelche Schlagworte vorzubelasten).

Mittel Grund
unser Glaube Gnade Gottes Theologie des Kreuzes
Gnade Gottes unser Glaube Theologie der Herrlichkeit

Im Lateinischen verschwinden die Präpositionen schnell aus dem Blickfeld, aber nur „aus Gnaden“ und „durch den Glauben“ wäre eine geeignete Übersetzung für „Sola Gratia“ und „Sola Fide“. Die Gnade ist also die Quelle und der Glaube der Strom. Tatsächlich macht Glaube auch nur sinn, wenn er einen Objekt, ein Zentrum des Glaubens besitzt. Durch den Glauben können wir die Gnade empfangen/aneignen, wie Berkhof feststellt (empfehlenswert ist das ganze Kapitel „Glaube“ in seiner Dogmatik):

The figure of coming to Christ pictures faith as an action in which man looks away from himself and his own merits, to be clothed with the righteousness of Jesus Christ; and that of receiving Christ stresses the fact that faith is an appropriating organ.

In der Tat spiegelt diese Unterscheidung auch die Biblische Lehre wieder. Durch den Glauben ist die Übliche Beschreibung: Die Gerechtigkeit muss durch den Glauben kommen (Röm. 4,16, Gal. 3,22, Gal. 3,24). Durch den Glauben wird der Mensch gerecht (Röm. 3,28) und Gottes Kind in Jesus Christus (Gal. 3,26). Durch den Glauben bekommen wir den Geist, die Verheißung und den Segen Abrahams (Gal. 3,14). Durch den Glauben werden wir schließlich auch bewahrt zur Seligkeit (1. Pet. 1,5). Nicht vergessen darf man schließlich die Glaubenshelden, die ihre Siege nur durch den Glauben erreichten (Heb. 11).

Wir als Menschen können hier also nur empfangen. Das Geben steht Gott zu! Entsprechend ausgesandt und gegeben wird der Segen und die „Seligkeit“ nur aus Gnaden. Die Gläubigen sind aus Gnade erwählt (Röm. 11,5) und aus Gnade errettet (Eph. 2.5 und natürlich Eph. 2,8). Ihre Gerechtigkeit kommt aus Gnaden (Röm. 4,16). Wer auf das Gesetz baut, ist zudem „aus der Gnade“ gefallen (Gal. 5,4). Michael Horton bringt diese Überlegungen sehr pointiert und herausfordernd zur Sprache: Ist der Glaube, dass was wir tun, um gerettet zu werden?

Und nun?

Konkurriert unser Glaube etwa mit der Gnade Gottes? Gut möglich! Ich hoffe mit diesem Artikel diese Punkte aufgezeigt zu haben:

  • Glaube ist kein Sender, sondern ein Empfänger. Er macht einfach keinen Sinn vom Glauben ohne „Glaubens-Objekt“ zu sprechen.
  • Die Quelle für unseren Glauben ist die Gnade Gottes. Nicht unser Glaube bringt die Gnade Gottes zum Sprudeln, sondern der Verdienst Christi.
  • Ein wichtiger Indikator: Dreht sich alles darum, ob dein Glaube groß und gut genug ist? –>Falsche Perspektive! Nimm Jesu Worte zu Herzen: Ein senfkorngroßer Glaube versetzt Berge! (Matth. 17,20; Luk. 17,6)
  • Was wie ein Detail-Aspekt der Heilslehre aussieht, macht deutlich welches Bild wir von Gott und von uns selbst besitzen.

P.S.: Unbeantwortet bleibt nach meinem Post immer noch die Frage, ob der evangelikale Fundamentalismus das reformatorische Prinzip der Sola Gratia teilt.

Dieser Blog-Beitrag von Sergej Pauli erschien zuerst auf Glauben und Denken . Lies hier den Original-Artikel "Ist „Sola Fide“ dasselbe wie „Sola Gratia“?".

Über Sergej Pauli

Hallo, ich bin Sergej Pauli, Jahrgang 1989 und wohne in Königsfeld im Schwarzwald. Ich bin Ingenieur, verheiratet, habe vier Kinder. Diesen Blog möchte ich nutzen, um über das Wort Gottes und seine durchdringende Wirkung bis in unsere Zeit zu schreiben. Hast du bestimmte Fragen oder Anliegen, dann scheue dich nicht, mich zu kontaktieren. Hast du bestimmte Fragen oder Anliegen, dann scheue dich nicht, mich zu kontaktieren.

44 thoughts on “Ist „Sola Fide“ dasselbe wie „Sola Gratia“?

  1. Sola fide meint m. W. den Zugang zum Heil allein durch den Glauben und nicht durch Glaube _und_ die heilsnotwendigen Sakramente einer bestimmten kirchlichen Institution. Sola gratia sollte im protestantische Sinne ja allseits bekannt sein: Meine Werke sind nicht die Ursache für das Heil.

    1. „Meine Werke sind nicht die Ursache für das Heil.“

      Aber Potzblitz, sie sind die Erfüllung des Glaubens durch Werke und Früchte der Liebe, der Barmherzigkeit und des irdischen Friedens für und zu den Menschen, lokal UND global.

      Der Glaube ist ohne Werke und ohne Früchte tot!

      Und ein toter Glaube führt unweigerlich zur Beurteilung beim Weltgericht.

  2. Ohne Glauben kann man Gott nicht gefallen und erst der Glaube setzt doch die Gnade, das Genahen Gottes frei. Die Gnade baut auf den Verdiensten Christi auf, aber wird erst freigesetzt durch den Glauben, das haben schon die Altvorderen gewusst. Wäre Jesus tausendmal in Bethlehem geboren und nicht in dir, du bliebst doch ewiglich verloren. Wo ist das Problem? Man kann sich alles auch sehr schwer machen.

    1. Danke für deinen Kommentar! Glaube macht nur Sinn, wenn es Gnade gibt. Glaube kann nicht zu einem Werk werden, dass Gottes Gunst erlangen kann..Dann wäre dass meiner Meinung nach Glaubenswerk-Gerechtigkeit…

        1. Es ist verstörend, wieviele Leute auf dem geschenkten Glauben herumreiten, um nur eben glauben zu können. Was ist mit den Werken und Früchten aus dem Glauben heraus? Ich glaube inzwischen auch etwas, nämlich, daß man sich um jegliche „Werke“ außer dem Glauben selbst als unverdienstes „Glauben als Werk“ und damit um die Aufforderungen Jesu selbstbetrügerisch herum drückt, Licht der Welt und Salz der ganzen Erde zu werden. Und zwar vorbildlich dienend in Barmherzigkeit und intelligentes Handeln für die Welt im Namen Gottes. Es tut schon weh, sich diese Zirkelschlüsse ständig anzuhören.

          1. Hier im Forum wird ohne Ende über „glaubenstechnische“ Formalien debattiert, theoretisch und paralysierend für jedes gute Werk.

  3. Ein Gottesbewusstsein konnte erst durch den Sündenfall entstehen analog wie ein Kind erst etwas von seiner Mutter wissen kann, wenn es außerhalb ihres Bauches, also getrennt von ihr ist.
    So, wie das Kind nicht mehr durch den Mutterleib von allen äußeren Einflüssen ferngehalten wird, wenn es geboren ist, so ist auch die Disharmonie mit dem Sündenfall zum bestimmenden Faktor geworden.
    Diese Ungeborgenheit im Äußeren kann durch keinerlei Handlungen des Menschen beseitigt werden, es sei denn, man findet Vertrauen in den Urquell aller Dinge (Gott). Deshalb wurde allein das Vertrauenfassen einzelner Menschen in diesen Urquell ihnen „zur Gerechtigkeit gerechnet“, d.h. als einzigen Weg um in die Geborgenheit und Allharmonie zurückkehren zu können. Der Weg besteht also in einem wachsenden Zutrauen zum Ewigen, wodurch die Seele inneren Frieden, ewiges Glück und über das Heil der Seele schließlich auch Freibleiben von Krankheiten und Überwindung des physischen Todes erfahren wird.
    Alles das beruht nicht auf einzelnen Interventionen Gottes, sondern als natürliche Folge eines neuen Bewusstseins, so wie eben sich die Frucht eines Baumes ganz natürlich aus seinem Samen ergibt.
    Und da eben diese Neuwerdung nicht aus dem Bewusstsein des Körpers entsteht, ist sie Gnade.

      1. Nach dem Tod leben ALLE Menschen weiter. Das war schon immer so. Aber das ist noch keine Überwindung des Todes, wie sie durch Jesus in die Menschheit gekommen ist.
        Weiter: Das Leben des NEUEN Menschen ist analog dem natürlich Menschen vom unselbständigen Kleinkind zur vollen Reife. Aus diesem Grund muss man sich nicht wundern oder verzagen, dass immer noch alles in der Krabbelphase ist, besonders wenn man bedenkt, dass das Evangelium bisher kaum begriffen, geschweige denn richtig gelehrt wurde.
        Der Kirche geht bis heute Masse vor klasse! Man wird nur gerufen und dann allein gelassen…

        1. „Nach dem Tod leben ALLE Menschen weiter. “

          Hmm……….

          Die Vergleichsuntersuchungen zwischen Passagen in Hennoch und den früher oder parallel entstandenen Texten des Zorastrismus sind gravierend.

          Der Judasbrief ist ein guter Mahnbrief.
          In dem Punkt „ewige Finsternis“ usw, lehnt er sich an Henoch an.
          Henoch ist wegen vieler ander Sonderheiten aus dem Kanon genommen worden, aber auch wegen der seltsamen Beschreibungen des „Totenreiches“.
          Zum „Totenreich“ ist andernorts gesagt:

          Offb 14,13 Und ich hörte eine Stimme aus dem Himmel sagen: Schreibe: Glückselig die Toten, die von jetzt an im Herrn sterben! Ja, spricht der Geist, damit sie RUHEN von ihren Mühen…..jedenfalls noch nicht im Paradies.

          Pred 9,5 Denn die Lebenden wissen, dass sie sterben werden, die Toten aber wissen gar nichts…….,

          Pred 12,7 Und der Staub kehrt zur Erde zurück, so wie er gewesen, und der Geist kehrt zu Gott zurück, der ihn gegeben hat

          Dies gilt für ALLE jemals gelebten Menschen.
          Also keine permanent sich selbst bewußte und irgendwo im hellenistischen dusteren Hades herumgeisternde Seele.
          .
          „Totenreich“.
          Es ist auch für viele unklar, ob es nach dem leiblichen Tod gleich in den Himmel oder in die „Hölle“ geht.
          Für die einen ist das Totenreich ein großer Saal, in dem die Toten scheinbar bewegungslos dahindämmern.

          Aber:
          Prediger 9,5: Die Toten wissen GAR NICHTS, spüren also auch gar nichts.
          Totenreich hier also: Bildliche Allegorie, kein stoffliches sondern nur
          sinnbildliches „Reich“.

          Für die anderen ist „Totenreich“ eine Metapher ohne Zeit und Raum, also von vorn herein ein reines Sinnbild.
          Henoch und Elia wurden nach der Bibel von der Erde „weggenommen“.

          „Entrückt“ suggeriert immer die Entrückung in das Paradies/ den Himmel. Der Text bezgl. Elia und Henoch lässt das grundtextlich zumindest offen.

          Es gibt keinerlei biblische Primärhinweise oder Erklärungen bezüglich eines jetzt existierenden Paradieses in einer Parallelwelt.
          Bezüglich das Schächers am Kreuz:
          Der griechische Grundtext, der keine Kommata kennt, erlaubt im Englischen zu sagen:
          And •Jesus said to him, „Verily, to you am I saying today, with Me shall you be in •paradise.“

          Gilt auch für deutsche Übersetzungen.
          Die wortwörtliche Übersetzung des griechischen Grundtextes lautet präzise:
          „und sagte ihm der Jesus Amen dir ich bin beim Sagen heutigen Tags mit mir du wirst(für dich) seiend sein in dem Park“

          Warum mußte Jesus auferstehen, wenn er bei Bewußtsein mit dem Schächer direkt nach dem Tod schon sogleich im Paradies wandelte?

          Kurzum: In die christliche Theologie sind legendenhafte Vorstellungen zum „Totenreich“ aus anderen damaligen Kulturen eingeflossen.
          Zum anderen ist gesagt, daß die Gestorbenen ruhen und nichts wahrnehmen.

          1. Allein mit der Auflistung von Bibelversen gewinnt man keinerlei Einsicht in das Leben nach dem Tod, zumal dieses nicht statisch ist, sondern vom Entwicklungsstand der Menschheit und dem der Individuen abhängig ist.
            Dass aber alle Menschen weiterleben ergibt sich aus der Tatsache des Lebens, welches an sich ewig ist. Leben ist unzerstörbar. Nur die Lebensformen können durch das Leben selbst aufgebaut und vernichtet bzw. gewandelt werden.
            Das Leben im Totenreich war ein ganz anderes am Anfang der Menschheitsgeschichte als es heute ist.
            Das alles kann man auch aus der Gesamtschau der Bibel ablesen. Aber das hier auszuführen ist unmöglich, da nicht kurz zu fassen.

  4. Außerdem: Die Erstlinge im Glauben haben ganz grob eine ähnliche Funktion wie die Personen, die mit Christus 1000 Jahre „liebevoll herrschen werden in einem anderen Äon. Es gibt auch die „weise und in Güte Beherrschten“.

    Nichts extrem anderes kann ich in der Funktion der Erstlinge im Glauben heutzutage erkennen. Mit anderen Worten: Die Gläubigen dieser Zeit haben die Aufgabe, das Evangelium Jesu Christi zu herolden, damit auch alle Anderen zur Erkenntnis der Wahrheit geführt werden.

  5. Es wird demnach auch unendlich viele Zweitlinge im Glauben geben.

    Errettung ist kein unverdientes Sonderprivileg, denn Gott ist gerecht gegen alle.
    Gott wird einmal alles in allen sein. Amen.

  6. Sergej, nun mögen meine und deine Vorstellungen jeweils nicht perfekt sondern stückwerkhaft sein. Wie extrem wirst du noch philosophieren?

    Gnade als Person….und viele andere Seltsamkeiten.

    Mit seriöser Bibelarbeit hat das nichts zu tun. Vielmehr scheint Spekulation und menschliches Sinnieren anstelle von handfester Bibelarbeit zu stehen.
    Und vor allem das Zitieren von eigenen Glaubenshelden.

    Brauchbare tiefgehende Auslegungen grundsätzlicher theologischer Fragestellungen sind hier selten. Mir scheint es oberflächlich und damit kreuz und quer zu gehen. Sorry

  7. Paulus beschreibt nicht umsonst zu bestimmten Themen im Römerbrief, Galaterbrief oder weiteren Briefen ausführlich Grundsätzliches. Die Kirchen haben nochmals durch ihre jeweiligen „Kirchenväter“ hunderte Seiten von Erklärungen mit unterschiedlichen Ergebnissen geschrieben.

    Diese Stümpereien hier haben für mich zweifelsfrei mit mangelnder theologischer Ausbildung zu tun. Ich bin bekräftigt darin, daß es einfach zu viele Hinterhofschmalspurbibelschulen gibt. 🙁

  8. Die 5 Solas sind Gesetze von Kirchenfürsten. Offenbar stiften sie Verwirrung, denn nach vielen Jahrhunderten wird auch hier und heute noch darüber gegrübelt, was sie bedeuten oder nicht. Eigentlich lächerlich, sie sollten doch Klarheit schaffen.

    So vertieft man sich in außerbiblische Dogmen, anstatt die Bibel selbst zu durchforschen. Dies gilt besonders für verantwortliche Prediger und Gemeindeleiter. Theologie wurde zu einem dogmatischen oft sinnentleerten und sinnentleerenden nachzuplappernden bürokratischen Mißverständnis ohne Bezug zu dem, was aktives Christsein im Kern ausmacht.

    1. ja ich glaube, jetzt hast du wirklich mal gelogen, und zwar nicht, was deine Sympathie angeht (die ich wirklich spüre), sondern weil ich ein böses Herz habe… tatsächlich (auch wenn dies so sehr pietistisch klingen mag) bin ich nahezu täglich entsetzt über das Böse das in mir steckt…

      1. Hi Sergej,
        „weil ich ein böses Herz habe… “
        Weil ich ein böses Herz HATTE – dafür würde ich plädieren, Gott wollte und hat dir ein neues Herz gegeben, ein fleischernes Herz, wohinein er seine Gebote gegeben hat und den heiligen Geist der Wahrheit.
        Er hat das steinerne Herz herausgenommen – nun ich weiß, manche machen daraus die Lehre „höre auf dein Herz“, woraus dann emotionale, fleischliche Entscheidungen folgen.
        Nun wohnt in mir – das ist in meinem Fleisch – nix Gutes. Aber so etwas wie das Herz, das Allerinnerste, der Geist, wurde wiedergeboren und erneuert, da wohnt Gott.
        Ich will zu ihnen kommen und Wohnung bei ihnen machen.
        Hier wird das schon schnell mal unbalanciert, indem Leute sagen, sie seien göttlich oder wie Gott – aber wenn das Herz eines Christen, eines Menschen, der umgekehrt ist, immer noch böse ist, was wurde denn verändert bei der „Wiedergeburt“, das Alte ist vergangen, siehe Neues ist geworden.
        Das Fleischliche im Menschen muss irgendwas anderes sein als „das Herz“. Es sind die Lüste, das Ego, der Neid, der unberechtigte Hass, der Ehebruch – aber das (zwar beeinflussbare) Gewissen des Menschen, der Geist des Menschen – hier würde ich das Herz einordnen – sind nicht dasselbe wie das „Fleisch“, das ich eher der unwilligen Seele zuordnen würde.
        Geist, Seele, Leib werden in der Bibel so gelehrt.

        1. Ne Rolf, das verstehe ich jetzt nicht…..
          Sagt doch Paulus: ….das Böse was ich nicht will das tue ich …und das Gute was ich will tue ich nicht…so ähnlich…hab jetzt nicht nachgeschaut.
          Herz ist Fleisch und Geist sind auch Gedanken, die sündig denken können….oder?

          1. Hallo ihr beiden! Schön wieder von euch zu hören,
            nein ich denke Rolf hat recht…Ich glaube am besten bringt das Jesus zusammen: „Wenn ihr doch gutes tun könnt, die ihr böse seid…“irgendwie ist das Gesetz Gottes in jedes Herz jedes Menschen geschrieben, und ich gebe Rolf auch recht, dass wird nicht so pessimistisch werden könne, dass wir uns nicht an dem guten freuen können, was wir von unseren MItmenschen (auch den NIcht-Christen empfangen)….Wo ich anderer Meinung bin, was aber bekannt sein dürfte ist, dass ich eher davon ausgehe, dass Geist und Seele in etwa so ein Synonym zueinander sind, wie Leib und Körper…

        2. Aus dem Herz kommen böse Gedanken….Mt 15.19
          Auch der Christ ist davon betroffen..wie du ja selbst sagst…Es sind die Lüste, das Ego, der Neid, der unberechtigte Hass………
          Und der Geist des Menschen ist noch unter der Sünde….
          Doch der Geist Gottes bezeugt unserem Geist….
          Der Heilige Geist ist eine Kraft Gottes die oft unterschätzt wird, ….ohne ihn würden wir nach unserer alten Natur handeln… aber er ist unser Zuchtmeister, der uns in Beschlag nimmt, doch er bricht unseren Willen nicht,…darum redet er die Wahrheit und das mit Vollmacht, und weil wir von neuem geboren sind, spüren wir die Kraft des neuen Lebens, und können gehorsam folgen, (oder auch nicht) denn er bezeugt uns die Wahrheit…. also, unser Geist ist nicht sofort erneuert, er ist auf dem Weg der Heiligung, der Erneuerung“ Auf dem Weg zu Gott in die Ewige Heimat, geht es durch Prüfungen, und Glauben, und das Ablegen des Alten Menschen…. Zwar ist der Alte Mensch schon Tot, aber der Neue noch nicht vollständig angezogen. Selbst Jesus ging den Weg des Gehorsams,…. wir müssen ihn auch gehen.

          —Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen.
          Derselbe wird mich verherrlichen, denn von dem meinen wird er’s nehmen und euch verkündigen. Joh.16.13,14—

          Es ist also Jesus selbst der Seine Wahrheit des neuen Lebens in uns bewirkt… Und wer Jesus folgt will Seine Gebote halten, weil er Jesus liebt….

          1. Sergej, unser Geist und der Geist Gottes sind keine Einheit..
            Sie sind sich gegenüber, also nicht vereinigt zu einem Geist…darin sehe ich den freien Willen des Menschen. der immer noch entscheiden muss ob er gehorsam sein will oder nicht… aber die Kraft des Geistes hilft unserer Schwachheit, denn sonst könnten wir nicht folgen.

          2. @Lilli
            Ja, Mt 15.19 die Worte von Jesus „aus dem Herzen kommen böse Gedanken“ – verwendet Jesus so. Das stimmt so.
            Also, es scheint mir schwierig zu sein, das immer so genau zu unterscheiden mit Geist und Seele,
            Mehr als alles bewahre dein Herz, denn daraus entspringt das Leben (Sprüche 4,23) –
            Es ist ja nun ein Unterschied zwischen jemandem, der an Jesus glaubt und demjenigen, der das nicht tun will.
            Der Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen KANN.
            ….wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen.
            …betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid.
            Auf jeden Fall ist klar, dass ein Christ versucht wird und sündigen kann, so wie er es entscheidet. Wenn Jesus vom Herzen spricht, scheint mir das die Seele zu sein.
            Denken, Fühlen, Wollen, Emotionen….aber ich will es gerne in den Kontext bringen, dass Gott ein neues fleischernes Herz geschaffen hat, dass er das alte steinerne Herz, das keine Lust hat, Gott zu gefallen, dass er dieses Herz weggenommen hat und ersetzt hat.
            Deswegen ist ja ein Christ betrübt, wenn er Mist baut. Der heilige Geist in ihm ist betrübt und er merkt das, dass irgendwas falsch ist.

          3. ich glaube es lohnt sich auf jeden Fall Hirnschmalz in die Sache reinzustecken, um zu verstehen, was den nun seelisch, leiblich, geistlich, Fleisch, Lust, böse, Gut etc.. ist, könnte eine ganze Lebensaufgabe werden 😀

  9. Kol 1, 15 Er ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene vor aller Schöpfung. 16 Denn in ihm ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare, es seien Throne oder Herrschaften oder Mächte oder Gewalten; es ist ALLES durch ihn UND ZU IHM HIN geschaffen. 17 Und er ist vor allem, und es besteht ALLES in ihm.

  10. @Rolf
    Denn das Wort Gottes ist lebendig und kräftig und schärfer denn ein zweischneidig Schwert und dringt durch, bis dass es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Hebräer 4.12

    und auch durch deine Seele wird ein Schwert dringen –, auf dass vieler Herzen Gedanken offenbar werden. Lukas 2.35

    Ich sehe es so, in uns, dem alten Menschen ist nichts neues, es ist Gott selbst der das Neue schafft,… das fleischerne Herz…ist weich gemacht von Gott, damit wir das Neue empfangen und auch annehmen können/wollen…. durch ein hartes Herz (steinernes) dringt nichts durch.
    Aber das Herz ist nicht sofort verändert… es braucht den Heiligen Geist, der immer wieder die Wahrheit kundmacht, um am Ende ein völlig neues Herz zu schaffen, (dabei geht es auch um unsere Bereitschafft mitzuarbeiten).
    noch zu Lesen: Jakobus 1.21,22 und 1.Th 5.23
    Das schöne ist…unser Leben liegt nicht mehr in unseren Händen,…der Heilige Geist hat die Führung übernommen…..haben wir doch mal an einem ganz besonderen Tag gebetet: Herr Jesus komm in mein Leben….und werde Du der Herr meines Lebens.
    Ich bin nicht mehr der Herr meines Lebens, ich habe es dem Herrn Jesus überlassen. Und das erlebe ich in all meiner Schwachheit, und mit all meinen Fehlern, die sich auch manchmal immer noch wiederholen….. aber ich spüre die Kraft des H.Geistes der die Führung nicht niederlegt, weil ER von Gott selbst beauftragt ist, um mich in das neue Leben zu führen, (zu begleiten).
    Und ER hat die Kraft das Alte vom Neuen zu scheiden, weil Gott auch das Wollen und das Vollbringen schenkt.
    Also, wir haben Nichts, alles ist von Gott. Und ich glaube…was wir mitnehmen in die Ewigkeit, …ist die Veränderung des Wesens, was wir zugelassen haben, und was Gott neu geschaffen hat. Und die Seele bewahrt Gott.

  11. Hi Lilli,
    irgendwie ist das alles richtig, was du sagst,
    sollte einer von uns jedoch versagen bei diesen Heiligungsbestrebungen sind da noch dieses fehlende Paar Fußspuren…
    ….als Einer im Rückblick fragt, warum an dieser Wegstrecke nur 1 Paar Fußspuren zu sehen sind anstatt zwei und ER ihm erklärt, dass er ihn über diese Strecke getragen hat, deswegen nur das eine Paar Spuren.
    Was nicht heissen soll, wir sollten nicht kämpfen…..
    Liebe freundliche Grüße
    Rolf

  12. Hi Rolf,
    Unsere Kraft ist die kleinste in dem ganzen Geschehen, sonst kämen wir ganz sicher niemals ans Ziel,….und ja, manchmal werden wir von Ihm getragen, wenn wir verletzt , verzagt sind, und aufgeben wollen… hat doch Jesus versprochen uns ans Ziel zu bringen, weil niemand und nichts uns aus einer Hand reißen kann, und sollte das Schäfchen sich mal verlaufen haben, dann geht der Gute Hirte es suchen….und TRÄGT es nach Hause. Auf uns ist kein Verlass… aber auf den Guten Hirten wohl.

    —Er hat unsere Schwachheit auf sich genommen, und unsre Krankheit hat er getragen. Mt 8.17—

    —Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf. Römer 8.26a—

    Jesus hat für alles gesorgt…. die Kraft aus der wir leben ist der Heilige Geist… ohne Ihn könnten wir im Glauben keine 5 Schritte in die richtige Richtung gehen….alles sind Prozesse…die den Alten Menschen überwinden…unsere Kraft reicht da nicht aus, trotzdem müssen wir uns in Bewegung setzen… (kämpfen)

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