Christen sind Fremde in ihrem Lebensumfeld

Noch nie hat sich die Christenheit so sehr danach gesehnt, der Welt angepasst zu leben. Doch Christen sind Fremde! In diesem Artikel möchte ich meine Geschwister dazu ermutigen, zur Andersartigkeit zu stehen!

Viele Christen sollten mehr Farbe bekennen. [Bild von Pixabay, public domain]

1. Einheimische Fremde

Auf den Gedanken der Christen als Fremde bin ich aktuell durch 1. Petrus 1,1 gekommen. Petrus schreibt seinen Brief an gläubig gewordene Heiden in den Provinzen Pontus, Galatien, Kappadozien, Asien und Bithynien. Doch obwohl sie in ihrer Heimat leben, nennt er sie Fremde.

Das muss auffallen: Ein Fremder ist jemand, der aus dem Ausland in eine fremde Stadt oder in ein fremdes Land kommt, und sich an diesem fremden Ort aufhält. Aber die Adressaten lebten ja in ihrem Heimatland! Das Wort „Fremde“ führt eine entscheidende Idee in den Brief ein. Nämlich, dass das Volk Gottes eine andere Identität erhalten hat. Nicht nur ihre wahre Heimat hat sich verändert, sondern auch ihre Persönlichkeit!

2. Die Andersartigkeit der Fremden

Die Fremdheit steht mit der geistlichen Wiedergeburt in Zusammenhang. Geistlich lebendige Christen haben dadurch eine ganz andere Hoffnung und Freude (1,3-9). In 1. Petrus 1,14 greift Petrus den Gedanken der Kindschaft und Andersartigkeit wieder auf und fordert die Gläubigen auf, sich vom früheren Lebensstil zu entfernen. Sie sollen nicht mehr alles tun, worauf sie Lust haben, weil sie nun zu Gott gehören (1,15-16). Dieser Gedanke wird in 2,11 nochmal verstärkt:

Ihr wisst, liebe Geschwister, dass ihr in dieser Welt nur Ausländer und Fremde seid. Deshalb ermahne ich euch: Gebt den Leidenschaften eurer eigenen Natur nicht nach, denn sie kämpft gegen euch.

1. Petrus 2,11

Ist der Wunsch, alles zu tun, was man will, auch in der Christenheit völlige Normalität? Anstatt nach Heiligung zu streben, ist Anpassung das Ziel vieler Christen.

Unmittelbar danach ermahnt Paulus die Gläubigen sich durch Gottesfurcht auszuzeichnen, solange sie „in der Fremde leben“ (1,17). Das bedeutet praktisch eine ganz andere Gottesbeziehung zu führen, als unsere Mitmenschen. Gerade Ehrfurcht vor Gott ist m.E. eine der größten blinden Flecken der westlichen Christenheit. Niemand möchte etwas vom zu fürchtenden und strafenden Gott hören. Aber Christen sollten diesbezüglich anders sein.

Ein letzter Gedanke (es gibt noch viele weitere) zum Thema „Christen sind Fremde“ aus dem 1. Petrusbrief:

Das befremdet sie, dass ihr nicht mitlauft in denselben heillosen Schlamm, und darum lästern sie.

1. Petrus 4,4

Jeder Christ, der allein in der Verwandtschaft oder am Arbeitsplatz ist, müsste etwas von diesem Fremd-sein spüren. Die normale Verdorbenheit der Mitmenschen kann das Licht-sein nicht ertragen. Das Anders-sein fällt auf und wird nicht immer positiv bewertet.

Christen sind Fremde.

3. Stolz ein Fremder zu sein

Da ich in Kasachstan geboren wurde, weiß ich was Fremdsein in Deutschland bedeutet. Es ist manchmal eine unangenehme Erfahrung, weil man dazugehören und nicht ausgegrenzt werden möchte. Ich wollte teilweie das, was mich auszeichnet aufgeben, aber das ging nicht.

Mit den Jahren habe ich gelernt, dass mein Fremdsein auch einige Stärken hat. Ich sehe die Schwächen meiner russlanddeutschen Prägung, aber auch die Vorzüge. Ich bin mittlerweile glücklich darüber, Russlanddeutscher zu sein 😉

Ganz ähnlich kann es uns auch als Christen gehen. Wir können Phasen haben, in denen wir uns am Liebsten nicht von anderen unterscheiden. Aber mit der geistlichen Reife lernt man auch, warum wir uns von anderen unterscheiden sollten und stehen dazu – auch wenn es uns immer noch schwer fallen kann.

Christen sind Fremde
Pixabay, public domain

4. Worin unterscheiden wir uns?

Wenn Christen Fremde sind, dann müssen wir uns die Frage stellen, ob wir uns entsprechend Gottes Willen von unserem Mitmenschen unterscheiden. Das müsste nicht nur an dem Besuch von bestimmten Gemeindeveranstaltungen sichtbar werden.

  • Haben wir aufgrund eines neuen geistlichen Lebens unbeschreibliche Hoffnung und Freude?
  • Streben wir danach Gott zu gefallen oder nach eigener Anerkennung und Ehre?
  • Haben wir Gottesfurcht? Wie sieht unsere Gottesbeziehung aus?
  • Wodurch fallen wir in unserem Umfeld auf?

Fremdsein ist nicht einfach. Aber wenn Fremdsein Gott ehrt, dann sollten wir es wagen. Wer Gott liebt, wird durch sein Anderssein auffallen und schnell Fremdsein. Ansonsten können wir schnell Fremde für Gott werden.

Der Beitrag Christen sind Fremde in ihrem Lebensumfeld erschien zuerst auf Blog von Viktor Janke.

Dieser Blog-Beitrag von Viktor Janke erschien zuerst auf viktorjanke . Lies hier den Original-Artikel "Christen sind Fremde in ihrem Lebensumfeld".

Über Viktor Janke

*1984 / **1997 / 2004 Abitur / 2008 Theologiestudium-Abschluss & Beginn als Hauptamtlicher in der Gemeindearbeit / 2009 Ehemann / 2014, 2016 & 2019 Vater, seit 2019 auch überregionaler Jugendreferent

17 thoughts on “Christen sind Fremde in ihrem Lebensumfeld

  1. Das „evangelikale System“ scheint daraus zu bestehen, alle möglichen Stichworte dazu zu verwenden, immer das gleiche als Ergebnis zu bekommen, was jeweils in drei, vier ähnlichen Sätzen zusammengefasst wird.

    Wir wissen ja alle schon, was kommt: Tue Buße, werde besser, vertraue dem Herrn. Und das gefühlt 104 mal im Jahr.

    Es bleibt seltsam weltfremd.

    Alle gesellschaftlichen Aspekte und Situationen enden in den paar gleichen gebetsmühlenartig wiederholten „Lehrsätzen“. So füllen sich 52 mal im Jahr die Sonntagspredigten und noch 52 mal im Jahr die Bibelstunden. Zuhörern werden eine knappe Stunde lang mit irgendwelchen mehr oder weniger zufälligen täglichen Geschehnissen in Form von beliebigen Stichworten beschäftigt. Hier geht’s nun zum Beispiel um’s „Fremdfühlen“.

    Jeder ist zum Beispiel bereits seinem Nächsten ein „unbekannter Fremder“. Viel mehr aber jeder aus einem „fremden“ Land. Ein simples kulturell-psychologisches Phänomen,das eines zugewandten und verständnissvollen Verständnisses und HANDELNS bedarf..

    Muß 104 mal im Jahr das Standardset an Bekehrungssprüchen in gläubigen Gemeinden wiederholt werden? Brauchen alle immer wieder und immer wieder nur die Milch für Babychristen?

    Wäre es nicht viel besser, anstelle dieser unendlich vielen Geschichtchen und Anlässe den Schäfchen jeweils PRAKTISCHE UMSETZUNGSHILFEN aus christlich-liebender Sicht für die Probleme eines sich rasant weiterentwickelnden Gesellschaftssystems an die Hand zu geben?

    Nein, hier offensichtlich nicht.

    Wie oft noch im Monat soll man“ sich“ immer und immer wieder neu bekehren?

    WOZU eigentlich? Nur, um sich selbst zu retten?

    Die Frage ist eine praktische Frage für ERWACHSEN gewordene und erwachsen werden wollende Christen:

    Was kann ich selbst regelmäßig TUN, um ein Licht der WELT und das Salz der ERDE zu werden? Und zwar außerhalb des Gemeindesaals im Ort?

    DAS lehre!

    Zum Ausgangsbeispiel: Beschäftige dich mal intensiv mit der aktuellen Fremden- und Flüchtlingsthematik. Versetz dich in das Leid der Bootsflüchtlinge, von denen viele jämmerlich ersaufen. Denke an das Leid der Angehörigen, die vom Tod ihrer Lieben im Meer oder im Bürgerkrieg erfahren. An die Ängste der Menschen vor Krieg und auf den Booten.

    Ich kenne viele Christen, die RECHTS stehen.
    Verlustangst, Besitzstandswahrungsangst, Angst, selbst zu kurz zu kommen. Egoistisch. Gierig. Hart gegen Schwache. Aus Eigennutz?

    Nein, das will ich nicht glauben. Da wurde das christliche Koordinatensystem durch Scharfmacher kräftig verschoben.

    Jeder ist ein Fremder und brauch Freunde.

      1. * Haben wir aufgrund eines neuen geistlichen Lebens unbeschreibliche Hoffnung und Freude?

        Unsere Aufgabe ist es, den Armen und Hoffnungslosen zu dienen, damit sie erkennen, wes Geistes Kind wir sind, damit sie Hoffnung und Freude empfinden.

        * Streben wir danach Gott zu gefallen oder nach eigener Anerkennung und Ehre?

        Wer für die Armen, Geknechteten und Verlorenen keine Werke tut, der gefällt Gott nicht. In vielen Gmeinden geht es um Anerkennung und Ehre anstatt um Hingabe in jedem guten Werk und um aktive segnende Tatkraft.

        * Haben wir Gottesfurcht? Wie sieht unsere Gottesbeziehung aus?
        Wodurch fallen wir in unserem Umfeld auf?

        Wir fürchten Gott nicht, wenn wir seine Gebote zugunsten der Hilflosen und Schwachen nicht halten. Wir machen Gott und unseren Glauben dadurch lächerlich.

        Wahrer Glaube hat tatkräftige Folgen, wie sie in den Geboten gefordert werden.

        Die meisten Gebote sind irdische Handlungsanweisungen gegenüber Nächsten, Fremden, Feinden. Auszuführen mit Verstand, Herz und Mitgefühl. Sie zu erfüllen ist u.a. Liebe zu Gott.

        Das ist simpel, aber für viele unheilich unglaublich.

      2. * Haben wir aufgrund eines neuen geistlichen Lebens unbeschreibliche Hoffnung und Freude?

        Unsere Aufgabe ist es, den Armen und Hoffnungslosen zu dienen, damit sie erkennen, wes Geistes Kind wir sind, damit sie Hoffnung und Freude empfinden.

        * Streben wir danach Gott zu gefallen oder nach eigener Anerkennung und Ehre?

        Wer für die Armen, Geknechteten und Verlorenen keine Werke tut, der gefällt Gott nicht. In vielen Gmeinden geht es um Anerkennung und Ehre anstatt um Hingabe in jedem guten Werk und um aktive segnende Tatkraft.

        * Haben wir Gottesfurcht? Wie sieht unsere Gottesbeziehung aus?
        Wodurch fallen wir in unserem Umfeld auf?

        Wir fürchten Gott nicht, wenn wir seine Gebote zugunsten der Hilflosen und Schwachen nicht halten. Wir machen Gott und unseren Glauben dadurch lächerlich.

        Wahrer Glaube hat tatkräftige Folgen, wie sie in den Geboten gefordert werden.

        Die meisten Gebote sind irdische Handlungsanweisungen gegenüber Nächsten, Fremden, Feinden. Auszuführen mit Verstand, Herz und Mitgefühl. Sie zu erfüllen ist u.a. Liebe zu Gott.

        Das ist simpel, aber für viele unheimlich unglaublich. Es wäre wahre Heiligung.

        1. Aus den Paulus-Briefen ist erkennbar:
          – die Errettung folgt aus dem Glauben
          – den Glauben bewirkt Gott in uns
          – Werke bewirken keine Errettung (Werke ohne Glaube sind tot)

          Aus Jakobus:
          – der Glaube ohne Werke ist tot, bzw. der Glaube bewirkt die Werke

          Johannes / Offenbarungen (und diverse andere Bibelstellen):
          – Off 5: … mit Räucherwerk gefüllte Schalen, das sind die Gebete der Heiligen
          – insgesamt lohnt sich ein Ausflug in die Off, z.B. Kapitel 4

          Konsequenz:
          – Gott bewirkt den Glauben in uns, der Glaube bewirkt die Errettung
          – Glaube bewirkt Früchte / Werke. Wenn Gott den Glauben (und dessen Tiefgang usw.) bewirkt, dann bewirkt er auch das Wollen und Vollbringen von Werken
          – Werke ohne Glauben führen nicht zur persönlichen Errettung
          – unsere allererste Aufgabe ist es, Gott zu loben und zu ehren (alles andere, was Du da erzählst, kommt unter ferner liefen), aber selbst das bewirkt Gott in uns

          „Wahrer Glaube hat tatkräftige Folgen, wie sie in den Geboten gefordert werden.“
          Das ist Bullshit, das ist Deine Auffassung, was wahrer Glauben angeblich sei, der biblische Befund teilt uns aber etwas anderes mit. Demnach ist wahrer Glauben dann gegeben, wenn Jesus als Herr bekannt wird, wir in der Konsequenz Gott loben und ehren, und dann, in der Folge dieses Glaubens, Lob und Ehre dadurch versuchen zu mehren, dass anderen Menschen der Weg zum Glauben geebnet wird (der Glaube kommt aus der Predigt, die aus dem Wort Gottes). Gute Werke sind dabei Begleitsympthome, die laut Jakobus dazu gehören, und selbstverständlich sein sollten.

          Dein Problem ist, dass Du die Bibel immer noch als linkspolitisches Buch mit Verhaltensempfehlungen liest: seid nett zu allen, nehmt den Reichen und gebt den Armen, und alles wird gut. Damit zäumst Du das Pferd (immer noch) von hinten auf.
          Die Bibel erklärt Dir aber, dass Du verloren bist, wenn Du nicht an Jesus glaubst. Das ist die Kernaussage. Es geht um Dich, Deine Errettung, und nicht um Friede / Freude / Eierkuchen mit allen Menschen.

          1. @Stephan,
            Eine harte Rede…..
            Das eine geht nicht ohne das andere…

            Vom Weltgericht.
            Am besten ganz lesen Mt 25.31-46
            Ein paar Verse daraus, abgekürzt….

            40) Und der König wird antworten und sagen zu ihnen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr getan habt einem unter diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.
            41) Dann wird er auch sagen zu denen zur Linken: Gehet hin von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer, das bereitet ist dem Teufel und seinen Engeln!
            42) Ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mich nicht gespeist. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mich nicht getränkt.
            43) Ich bin ein Fremdling gewesen, und ihr habt mich nicht beherbergt. Ich bin nackt gewesen, und ihr habt mich nicht bekleidet. Ich bin krank und gefangen gewesen, und ihr habt mich nicht besucht.

            45) Dann wird er ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch: Was ihr nicht getan habt einem unter diesen Geringsten, das habt ihr mir auch nicht getan.
            46) Und sie werden in die ewige Pein gehen, aber die Gerechten in das ewige Leben.

            Harte Worte von Jesus….

            Eine Mutter Theresa ist mir lieber als ein ….alles ist gut, lasst uns singen und beten…..heißt natürlich nicht, das wir nicht beten sollen, aber Menschen die die Not der anderen sehen, verdienen meinen Respekt!

          2. Lk 6, 20 Und er hob seine Augen auf über seine Jünger und sprach: Selig seid ihr Armen; denn das Reich Gottes ist euer. 21 Selig seid ihr, die ihr jetzt hungert; denn ihr sollt satt werden. Selig seid ihr, die ihr jetzt weint; denn ihr werdet lachen. 22 Selig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen und euch ausstoßen und schmähen und verwerfen euren Namen als böse um des Menschensohnes willen. 23 Freut euch an jenem Tage und tanzt; denn siehe, euer Lohn ist groß im Himmel. Denn das Gleiche haben ihre Väter den Propheten getan.

            24 Aber dagegen: Weh euch Reichen; denn ihr habt euren Trost schon gehabt. 25 Weh euch, die ihr jetzt satt seid; denn ihr werdet hungern. Weh euch, die ihr jetzt lacht; denn ihr werdet weinen und klagen. 26 Wehe, wenn jedermann gut über euch redet; denn das Gleiche haben ihre Väter den falschen Propheten getan.

            27 Aber ich sage euch, die ihr zuhört: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; 28 segnet, die euch verfluchen; bittet für die, die euch beleidigen. 29 Und wer dich auf die eine Backe schlägt, dem biete die andere auch dar; und wer dir den Mantel nimmt, dem verweigere auch den Rock nicht. 30 Wer dich bittet, dem gib; und wer dir das Deine nimmt, von dem fordere es nicht zurück. 31 Und wie ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, so tut ihnen auch! 32 Und wenn ihr liebt, die euch lieben, welchen Dank habt ihr davon? Denn auch die Sünder lieben, die ihnen Liebe erweisen. 33 Und wenn ihr euren Wohltätern wohltut, welchen Dank habt ihr davon? Das tun die Sünder auch. 34 Und wenn ihr denen leiht, von denen ihr etwas zu bekommen hofft, welchen Dank habt ihr davon? Auch Sünder leihen Sündern, damit sie das Gleiche zurückbekommen. 35 Vielmehr liebt eure Feinde und tut Gutes und leiht, ohne etwas dafür zu erhoffen. So wird euer Lohn groß sein, und ihr werdet Kinder des Höchsten sein; denn er ist gütig gegen die Undankbaren und Bösen.

            36 Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. 37 Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben. 38 Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch zumessen. 39 Er sagte ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann denn ein Blinder einem Blinden den Weg weisen? Werden sie nicht alle beide in die Grube fallen? 40 Ein Jünger steht nicht über dem Meister; wer aber alles gelernt hat, der ist wie sein Meister. 41 Was siehst du den Splitter in deines Bruders Auge, aber den Balken im eigenen Auge nimmst du nicht wahr? 42 Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, danach kannst du sehen und den Splitter aus deines Bruders Auge ziehen.

            43 Denn es gibt keinen guten Baum, der faule Frucht trägt, noch einen faulen Baum, der gute Frucht trägt. 44 Ein jeder Baum wird an seiner eigenen Frucht erkannt. Denn man pflückt nicht Feigen von den Dornen, auch liest man nicht Trauben von den Hecken. 45 Ein guter Mensch bringt Gutes hervor aus dem guten Schatz seines Herzens; und ein böser bringt Böses hervor aus dem bösen. Denn wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. 46 Was nennt ihr mich aber Herr, Herr, und tut nicht, was ich euch sage?

            47 Wer zu mir kommt und hört meine Rede und tut sie – ich will euch zeigen, wem er gleicht. 48 Er gleicht einem Menschen, der ein Haus baute und grub tief und legte den Grund auf Fels. Als aber eine Wasserflut kam, da riss der Fluss an dem Haus und konnte es nicht erschüttern; denn es war gut gebaut. 49 Wer aber hört und nicht tut, der gleicht einem Menschen, der ein Haus baute auf die Erde, ohne Grund zu legen; und der Fluss riss an ihm, und es fiel gleich zusammen, und der Einsturz dieses Hauses war gewaltig.

          3. Ich sehe keinen Widerspruch zu meinen Darlegungen.
            Ergänzend: schon David wußte um die Dinge. Psalm 143,10:
            Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott, dein guter Geist führe mich in ebenem Land!

            Schon David war klar, dass er aus eigenem Vermögen nichts leisten konnte, was Gott wohlgefällig sein konnte. Gott selbst ist es, der es bewirkt. Davids Anteil daran ist, Gott zu bitten, ihn entsprechend zu lehren.

  2. Jazzico,

    Wie oft noch im Monat soll man „sich“ immer und immer wieder neu bekehren?

    Jesus sagt: Mein Reich ist nicht von dieser Welt“
    Das ist hier gemeint….
    Es geht nicht um wiederholte Bekehrung, …man könnte es vielleicht so sagen, wenn jemand von Afrika nach Deutschland kommt, erlebt er einen Kulturschock, und fühlt sich als Fremder…er will also lernen sich den Gegebenheiten des unbekannten Landes anzupassen um darin seine neue Heimat zu finden.
    Käme er nach 20 Jahren zurück in seine Heimat nach Afrika, wäre er auch da ein Fremder (geworden).

    So ist es mit uns Christen, das Reich Gottes ist für viele eine fremde Heimat, und viele wollen nicht dahin auswandern (einwandern) 😉

  3. @Stephan
    —Ich sehe keinen Widerspruch zu meinen Darlegungen.—

    Die fehlende Herzenswärme und die Bruderliebe ist ein Widerspruch zu deinen Darlegungen, die du aus der Bibel entnommen hast, als vernichtendes Argument gwegen deinen Bruder …..Jazzico
    Ja ich weiss, du siehst in ihm keinen Bruder,….
    Du irrst dich, ich bezeuge dir, ,,er ist dein Bruder“ ….ich habe seine Gebete gehört, als ich neben ihm auf der Kirchenbank gesessen habe!
    Und er ist unermüdlich in seiner gelebten Liebe zu den Menschen. Wo andere ihre Grenzen ziehen, da wendet er sich noch weiterhin den Menschen zu, um ihnen zu helfen.
    Vielleicht gehst du einfach mal darauf ein ,,was er sagt“ anstatt ihn zu belehren.
    Wir alle haben genug an Verletztungen erlitten, und manchmal ergibt sich daraus ein Wesen, welches sich denen zuwendet die sich abgeschottet haben, weil manche Liebe mit Pflicht verwechselt haben.

    Denn wenn der gute Wille da ist, so ist er wohlgefällig nach dem, was er hat, nicht nach dem, was er nicht hat. 2.Kor 8.12

    Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Römer 13.10

    1. Fehlende Herzenswärme und Nächstenliebe (und auch fehlende Liebe gegenüber Gott) wäre es, wenn ich durch Schweigen eine Zustimmung suggerieren würde gegenüber einem Auslegungsirrtum und eine dauerhafte Belehrungsresistenz, die schon seit Monaten geht.
      Wenn er wenigstens mal auf die Idee käme, dass Gott in ihm nunmal das Wirken von Werken vollbringt, aber andere Leute zu anderen Aufgaben berufen sind (z.B. zur Predigt, Lehre, …, er geht ja hier regelmäßig jeden Autor an, die aus seiner Sicht ja alle das Falsche und nicht genug an Werken machen, und selbst Leute wie Deichmann und Plenz sind ja nach seinem Dafürhalten keine richtigen Christen, weil die ja Geld haben), dann würde ich ja mal die Frucht einer wachsenden Erkenntnis und zunehmende Reife sehen. Das sehe ich aber nicht, sondern lediglich eine ständige Selbsterhöhung im Sinne „ich vollbringe ganz tolle Werke und heilige mich, und ihr tut alle viel zu wenig“.
      Demut? Fehlanzeige!
      Gott dafür danken, dass man selbst eine gute Aufgabe von Ihm auferlegt bekommen hat und dazu befähigt worden ist, und andere Leute ihre Aufgaben z.B. im Bereich der Seelsorge, Verkündigung, Auslegung, Gebet, … bekommen haben und gut machen? Fehlanzeige!

      Und nun könnte ich natürlich in liebevollen Worten (politisch korrekt) drumherum reden, wo er falsch liegt, nur führt das bekanntlich bei ihm zu nichts: das Sprichwort „Harmonie führt zur Verblödung“ greift auch hier. Das von mir verwendete Wort „Bullshit“ ist da wesentlich effizienter, und ich habe ja auch einen Erklärungssatz dazu geschrieben, warum er da falsch liegt. Wenn er oder Du meinst, ich tue ihm mit dem Wort mehr Böses als Gutes: tja, dann ist das so. Es würde aber mein Gewissen mehr belasten, wenn ich schweigen würde oder unklar drumherum reden täte.

      Er wird mit Sicherheit ein besserer Streetworker / Sozialarbeiter o.ä. sein als ich jemals werden könnte – und wenn das seine Gabe ist, dann ist das ok, dann ist das seine Aufgabe, für die Gott ihn gebrauchen will. Siehe o.a. Psalmvers. Wenn er aus dieser Gabe dann aber ableitet, er wäre auch die Instanz, die in Fragen der Bibelauslegung maßgeblich sei und es wäre sein Aufgabe, anderen zu wenig Tun von guten Werken vorwerfen zu müssen, dann ist das Anmaßung.
      Solange wie sich seine Sprüche anhören wie „nur wer viele Werke tut ist ein wahrer Christ und errettet“, solange werde ich leider sagen müssen, dass er ein anderes Gottes- und Jesusbild hat als ich, das manchmal soweit auseinanderliegt, dass ich bezweifele, dass wir Brüder sind.

        1. Ach … – und deswegen muss ich den Mund halten, weil ich Dinge an- und ausspreche, die Dir nicht gefallen?
          Sollen wir jetzt dem gesellschaftlichen Trend folgen, nichts zu sagen, bei dem sich irgendwer irgendwie verletzt fühlen könnte, selbst wenn es biblische Aussagen, Fakten, Stand der Erkenntnis ist? Du kommst mir nicht wie ein Schneeflöckchen vor, dass einen Safespace braucht, aus diesem Alter sind wir beide raus, das ist was für die auf links gebürsteten Soziologiestudenten. „Du tust mir weh“ ist ebenfalls keine Argumentation, sondern die Eröffnung einer Argumentationsverweigerung.

          Stört es Dich denn eigentlich, wenn Du mit Deinen Beiträgen anderen weh tust?

          Wenn es Dir „weh“ tut, dann hat es Dich zumindest erreicht. Und das ist die Voraussetzung, um weiterzuarbeiten.

  4. Hallo Stephan,
    Ich habe lange überlegt ob ich nochmal auf deine letzten Kommentare antworten soll. Es ließ mir keine Ruhe, denn ich möchte doch noch mal darauf aufmerksam machen, wie es mir dabei ergeht….
    Stephan, ich schätze dein umfassendes Wissen und auch oft deine Art zu argumentieren, ….aber hier fällt mir etwas auf, du positionierst dich und argumentierst aus deinem Erkenntnisstand heraus ohne auf dein Gegenüber einzugehen, und vielleicht mal nachzufragen, warum der Andere seine Sicht so vehement vertritt, und sich Gehör verschaffen will. Dadurch ist es unausweilich das sich jeglicher Dialog verhärtet….
    Mein Hauptanliegen ist immer die Liebe, mit der ich dem Anderen begegnen möchte, dadurch gebe ich aber nicht meine biblische Erkenntnis auf, im Gegenteil, gerade dann wenn wir in der Liebe bleiben, ist der Mensch bereit zu hören und vieles ganz anders zu verstehen, und ich selbst lerne vom anderen, weil ich seine Einstellung zu Gott verstehen lerne… das ist mir eine Bereicherung, weil ich es vorher gar nicht sehen konnte, wenn ich mich nur darauf berufe was mir selbst an Erkenntnis zuteil wurde.
    wenn ich also im Dialog mit jemanden stehe kann ich mich nicht nur an meinem Treppengelände entlanghangeln…. besser ist es im freien Raum zu stehen, Auge in Auge und mit offenem Herzen, …dem anderen das gleiche Recht einräumen, auch wenn sein Schwerpunkt eine andere Sicht eröffnet.
    Zuhören und NACHFRAGEN kann viele Missverständnisse aufklären, manchmal findet man seinen Bruder wenn man zwischen den Zeilen liest,… und wenn man danach ausschau hält, was in seinem Herzen vorgeht…
    Das ist vielleicht etwas mühsamer, als wenn man die Bibelverse entgegenhält, die den anderen in seine Schranken weisen…
    Ich passe auch nicht in die vorgegebene Schablone. Und Erknntnis und Reife hat man mir auch nicht zugestanden, nicht einmal mehr, das ich die Gnade Gottes noch wert wäre, ich erinnere mich als ich aus der Vergangenheit meines Lebens, das Erlebte mit Jesus erzählte, wie ER sich mir in Liebe zugewandt hatte, (als ich mich auf abwegen befand), und ich IHN von Herzen lieb habe, da wurde mir gesagt (von gestandenen Christen): Das kannst du keinem in der Gemeinde erzählen, die werden dich für verrückt erklären.
    Ich ließ mich auch nicht belehren, ,,nicht von denen“ nein….
    Sie wollten mich verbiegen, zurechtbiegen… damit ich zu ihnen passe und nicht zum Anstoß werde.
    Un diesen Schmerz trägst du ein Leben lang…wenn du ausgestoßen bist unter den Frommen (selbstgerechten) Christen, ….die nehmen dich nur in ihre Mitte, wenn du so funktionierst wie sie.
    Du fragst dich, was hat das alles jetzt mit deinem Kommentar zu tun?
    Tja,….. wer seinen Schmerz noch nicht überwunden hat, der wird mit dem Entzug der Bruder (Schwester) liebe gestraft!
    Du musst auch nicht schweigen oder drumherumreden…darum geht es doch gar nicht…. es gibt einen besseren Weg ,,mit dem Herzen“ sehen.
    Aber genau das ist das Problem der heutigen Christen, (jedenfalls die ich erlebt habe), wer liebt macht sich verletzbar, und wer liebt, mit dem Herzen, ist ne Nr. zu klein für die Nachfolge, in den Augen der ,,Gelehrten“
    Ich sage nicht das die Dinge falsch sind, ich sage nur das etwas fehlt, etwas ganz entscheidendes!
    Warum gibt es so viele Evangeliums-Wohlstands-Prediger?
    Weil sie die Liebe verloren haben, und es kompensieren mit falscher Liebe um einen Zugang zu den Menschen zu haben. Und bei den Dokmatikern ist es oft ähnlich.

    Darum, wer sich lässt dünken , er stehe, mag wohl zusehen, daß er nicht falle.
    1.Kor.10.12

    Wer bist du, das du einen fremden Knecht richtest? Er steht oder fällt SEINEM Herrn.Er wird aber stehen bleiben; denn der Herr kann ihn wohl aufrecht halten.
    Römer 14.4

  5. 1 Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte der Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. 2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüsste alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, sodass ich Berge versetzen könnte, und hätte der Liebe nicht, so wäre ich nichts. 3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und meinen Leib dahingäbe, mich zu rühmen, und hätte der Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze. 4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf, 5 sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie lässt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu, 6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; 7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles. 8 Die Liebe höret nimmer auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. 9 Denn unser Wissen ist Stückwerk und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. 10 Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören. 11 Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war. 12 Wir sehen jetzt durch einen Spiegel in einem dunklen Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin. 13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

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