Über das Jenseits

Die Tage der Ungewissheit waren endlich. Die Familie hatte mit dem Tod gerechnet. Doch wann der letzte Tag sein würde, wusste niemand. Den Text der Traueranzeige hatten sie handschriftlich ergänzt mit den Worten: „Nun ist Mutter am Ziel. Wir sind noch auf dem Weg.“

Von der Unwissenheit

Wir haben keine Erfahrung mit dem eigenen Tod. „Die Lebenden wissen, dass sie sterben werden, die Toten aber wissen nichts.“ (Prediger 9,5). Manchen bringt das zur Verzweiflung. Was soll werden? Wohin soll man fliehen? Ins Vergessen? In die Hände derer, die mittels Medikamenten dafür sorgen, dass ein Sterbender zuletzt „gar nichts merkt“?

„Wen suchen wir, der Hilfe trug, dass wir Gnad erlangen?“ fragt ein Hymnus aus dem 11. Jahrhundert und antwortet: „Das bist du, Herr, alleine.“ Angesprochen ist Jesus Christus. An ihn dachte auch der Liederdichter Gerhard Tersteegen, als er schrieb: „O Ewigkeit so schöne, mein Herz an dich gewöhne.“ Was zur Herzenssache und obendrein zur guten Gewohnheit wird, gibt Sicherheit und Zuversicht gegenüber aller Zukunft.

Sterben ganz anders

Der Mensch, der sich an Jesus gebunden
hat, findet sich im Augenblick seines Erdentodes von Gott gehalten.
Wie geht das vor? Sterben ist ganz anders, als wir es uns ausmalen.
Christen sagen: „Wir wissen nicht, was kommt, aber wir wissen, wer
kommt: Jesus Christus.“ Es geht hier um eine geistliche
Wirklichkeit, die wir Irdischen uns nicht vorstellen können, die
aber existiert.

Wir wollen nicht mutlos sein, wenn unsere Begriffe nicht reichen, um die Ewigkeit zu beschreiben. Die Kategorien Zeit und Raum, mit denen wir hier rechnen, gelten dann nicht. Wer aber mit dem auferstandenen Jesus Christus im Glauben schon hier in diesem Leben verbunden ist, den erwartet eine überschwengliche Herrlichkeit (2. Korinther 3,10). Der Theologe Ralf Luther sagte dazu: „Herrlichkeit ist der alles Dunkel übertrahlende Lichtglanz, die alle Erdengrößen überragende Majestät und die alle Finsternismächte niederwerfende Siegesgewalt.“

Dieser Blog-Beitrag von Horst Marquardt erschien zuerst auf Marquardts Bilanz . Lies hier den Original-Artikel "Über das Jenseits".

Über Horst Marquardt

Horst Marquardt, Jahrgang 1929, ist evangelischer Theologe, Journalist, Autor und Mitbegründer mehrerer evangelikaler Werke. Im Laufe seines langen Leben war er maßgeblich beteiligt an der Gründung des ERF, der evangelischen Nachrichtenagentur idea und dem Christlichen Medienverbund KEP. Außerdem leitete er von 1999 bis 2017 den Kongress Christlicher Führungskräfte (KCF). Bis heute ist ihm die Verbreitung des Wortes Gottes sein wichtigstes Anliegen. Auf diesem Blog finden sich Andachten und Bibelauslegungen aus mehreren Jahrzehnten Lebenserfahrung.

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