Das Matthäusevangelium: Jesus, der verheißene Messias

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Das Matthäusevangelium wurde vermutlich von Matthäus, dem Jünger Jesu, Ende der 60er Jahre verfasst. Vor seiner Berufung (vgl. Mt 9,9-13) war Matthäus ein Zöllner gewesen. Das Ziel des Mt ist es – besonders einer Leserschaft jüdischen Hintergrunds – Jesus als den verheißenen Messias darzustellen. Dies wird an den zahlreichen Zitaten aus dem AT deutlich. Die Leser sollen begreifen, dass Jesus von Nazareth tatsächlich derjenige ist, der vollkommen erfüllt, was die alttestamentlichen Schriften über den Messias vorausgesagt haben. (Bemerkenswert ist z.B. die immer wiederkehrende Formulierung „damit erfüllt würde“, vgl. Mt 1,22, 2,15, 2,23, 4,14, 8,17, 12,17, 13,35, 21,4, 26,56.)

Das Mt lässt sich wie folgt gliedern: Kap. 1-4 berichten von der Vorgeschichte des Messias: seine Herkunft, die Vorbereitung auf ihn und seine persönliche Vorbereitung. Im nächsten Teil in Kap. 5-7, der sogenannten Bergpredigt, predigt der Messias die von ihm verlangte „bessere“ Gerechtigkeit (vgl. Mt 5,20). Jesus verschärft im Folgenden in mehreren Antithesen die Forderung des Gesetzes, das nicht nur äußerlich, sondern vom Herzen her erfüllt werden soll. Am Ende steht die radikale Folgerung: Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ (Mt 5,48). In Kap. 8-10 stellt der Verfasser durch Heilungen und andere Wunder die überragende Autorität des Messias dar. Jesus ist nicht nur der Messias des Wortes, sondern auch der Tat. Danach, in Kap. 11-23, wird uns berichtet wie sich die Stimmung im Volk langsam dreht und Jesus, der Messias, von weiten Teilen des Volkes abgelehnt wird. Es beginnt in Kap. 11 mit der vorsichtigen Nachfrage Johannes des Täufers, den leise Zweifel an Jesus beschleichen, der aber offen ist, sich überzeugen zu lassen. Und es gipfelt nach vielen Diskussionen am Ende in Jesu Klage über Jerusalem: „Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst, die zu dir gesandt sind! Wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen, wie eine Henne ihre Küken versammelt unter ihre Flügel; und ihr habt nicht gewollt!“ (Mt 23,37) In Kap. 24-25 steht sodann die zukünftige Rückkehr des Messias im Mittelpunkt, auf die man stets vorbereitet sein sollte, da sie unerwartet sein würde. Schließlich wird in Kap. 26-27 das stellvertretende Leiden und Opfer des Messias berichtet, der sein Leben willentlich zur Erlösung aller Gläubigen hingibt. In Mt 28 wird schließlich von der sieghaften Auferstehung des Messias berichtet. Im sogenannten Missionsbefehl (Mt 28,16ff) werden noch einmal die wichtigsten Themen gebündelt: Jesus von Nazareth ist tatsächlich derjenige, dem Gott die Vollmacht über das ganze Universum gegeben hat. In dieser Vollmacht beauftragt er die die Gemeinde, alle Völker zu Jüngern zu machen, indem sie getauft und in Jesu Lehre unterwiesen werden.

Charakteristisch für Mt sind sechs große Reden Jesu, die vor allem seine Tätigkeit als Lehrer hervorheben. So finden wir in Kap. 5-7 mit der Bergpredigt die wohl bekannteste Rede Jesu überhaupt. Ferner gibt es in Kap. 10 die sogenannte Aussendungsrede, in Kap. 13 die Gleichnisrede, in Kap. 18 die Gemeinderede, in Kap. 23 die Weherufe gegen Schriftgelehrte und Pharisäer und schließlich in Kap. 24-25 die Endzeitrede. Der Evangelist betont diese Reden zudem noch zusätzlich, indem er sie stets mit einer ähnlich lautenden Wendung abschließt (Mt 7,28, 11,1, 13,53, 19,1, 26,1).

Bei der Lektüre des Matthäusevangeliums sollten wir folgende Fragen im Hinterkopf haben:

  1. Inwiefern erfüllt Jesus Verheißungen des Alten Testaments?
  2. Welcher Aspekt von Jesu Lehre fordert mich persönlich besonders heraus?
  3. Wie stehe ich persönlich zu Jesu, der im Matthäusevangelium, als der verheißene Messias beschrieben wird?

Schlüsselvers:Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ (Mt 6,33)


Dieser Text wurde anlässlich der 5x5x5-Bibelleseaktion meiner Gemeinde, der EFG Borken, verfasst. Er soll den Lesern eine kurze Einführung in die Apostelgeschichte geben. Mehr zur Aktion 5x5x5 und wie auch du mit dabei sein kannst, findest du hier.

Dieser Blog-Beitrag von Wolfram Wobig erschien zuerst auf wobig.eu . Lies hier den Original-Artikel "Das Matthäusevangelium: Jesus, der verheißene Messias".

Über Wolfram Wobig

Ich bin Jahrgang 1985, verheiratet mit Anne und Vater von zwei Kindern. Seit 2011 bin ich - nachdem ich in Gießen und Elstal Theologie studierte - Pastor einer evangelisch-freikirchlichen Gemeinde.

13 thoughts on “Das Matthäusevangelium: Jesus, der verheißene Messias

  1. Das Mt-Evangelium wäre für uns noch ergiebiger, wenn wir in einer jüdisch-rabbinisch geprägten Theologie aufgewachsen wären. Es gibt darin noch mehr durch Jesus erfüllte Verheißungen des AT als wir mit unserem Hintergrundwissen erkennen können.
    Du erwähnst z.B. ausdrücklich Johannes den Täufer / Kapitel 11. Jesus antwortet „… Blinde sehen, Lahme gehen …“, und unter diesen Wundern sind genau die drei, die nach rabbinischer Überlieferung nur der Messias vollbringen können sollte. Das betrifft die Heilung des Aussätzigen, die Heilung des stummen Besessenen, des Blindgeborenen.
    Johannes wußte sicherlich von dieser rabbinischen Überlieferung, die sich z.B. auf Jes 29,18-18, Jes 35, 5-6, Jes 61,1 bezieht (was auch die Verkündigung der frohen Botschaft unter den Armen angeht) und ließ sich von der ihm überbrachten Antwort überzeugen. Umso verwerflicher, dass diejenigen, die „von Beruf wegen“ davon wissen mußten, also Schriftgelehrte, Priesterkaste usw. Jesus nicht als Messias anerkannten – nichtmal, als Jesus ihnen gleich zehn vom Aussatz Geheilte auf einen Schlag schickte, also zu all den ihn als Messias bezeugenden Wundern noch 10 mal eine Gelegenheit zur Umkehr.

    Ich erwähne manchmal gerne A. Fruchtenbaum – ich stimme nicht mit all seinen theologischen Aussagen überein, aber man kann mit Gewinn seine Bücher lesen, da dort doch viel Wissen um rabbinische Auslegung des AT mit eingeflossen ist. Damit kann man sich Textpassagen auf- und erschließen, die man bislang als irrelevant angesehen hat (obwohl es gar nichts Irrelevantes in der Schrift gibt !) oder die nicht selbsterklärend waren.

      1. Nichts zu danken. Vorhin hatte ich nicht so viel Zeit, daher vielleicht hier noch ein Schmankerl hinterher (die Heilung des stummen Besessenen wird nicht in Mt 11,5 angesprochen, da habe ich mich echt falsch erinnert, findet aber zeitlich vorher statt in Mt 9):
        Das auch unter Rabbinern bekannte „Protokoll“ zur Austreibung eines Dämonen sieht vor, dass zunächst der Name des Dämons erfragt wird / werden muss, um ihn dann ansprechen und befehlen zu können, den Menschen zu verlassen (wir erinnern uns: „Wir sind Legion“, Mk 5). Von daher war erwiesen, dass ein stummer Besessener nur vom Messias geheilt werden konnte, denn ein normaler Mensch hätte nicht den Namen erfragen können. Die Begebenheit wird in Mt 9,32-34 beschrieben, die Reaktion der Pharisäer war jedoch „Durch den Obersten der Dämonen treibt er die Dämonen aus.“

        Es ist schon erschreckend, wie häufig Jesus damals abgelehnt worden ist. Es ist heute nicht besser, denn gäbe man die Evangelien einem nach wissenschaftlichen Kriterien arbeitenden Historiker, dann würde dieser aufgrund der vorhanden Orts- und Namensangaben die Evangelien als wahrheitsgetreue Schilderungen bewerten müssen. Immerhin werden ja Augenzeugen benannt, anhand derer die schriftlichen Berichte der Evangelisten ja hätten verifiziert werden können.
        Der Evangelist Johannes verwendet mehr als siebzig mal die Formulierung „Die Juden aber …“ – das ist sicherlich nicht antisemtisch gemeint gewesen, war er doch selbst Jude, drückt aber sicherlich auch seine Enttäuschungen aus, dass Jesus, aber auch die christliche Gemeinde in den Nachfolgejahren auf erheblich Ablehnung stießen und auch nicht mehr in den Synagogen tätig werden durften. Angesichts des heutigen Atheismus oder den oftmals mehr politisch als evangelistisch agierenden Kirchen möchte ich manchmal gerne ebenso schreien „Die Christen aber …“.

        Dir auch besten Dank für Deine Texte, die mich auch immer wieder zum stöbern in der Schrift anregen.

  2. Das Mt-Evangelium ist mit Sicherheit eine echte Schatztruhe für uns, doch einige Aussagen die hier dazu gebracht werden kann ich nicht ganz nachvollziehen.

    Stephan:
    „…und unter diesen Wundern sind genau die drei, die nach rabbinischer Überlieferung nur der Messias vollbringen können sollte.“
    Aus welcher Rabbinischen Überlieferung nehmen sie dies?
    In welchem genuin jüdischen Primärtext werden „Messianische Wunder“ definiert oder erwähnt?
    Problematisch ist vorallem, dass allem anschein nach eher das Gegenteil gilt. Aus Rabbinischer Sicht sind Wunder keine Bedingung/Zeichen für den Messias (und damit gibt es aus jüdicher Sicht auch keine Messianischen Wunder).
    Hierzu Maimonides:

    https://www.chabad.org/library/article_cdo/aid/1188356/jewish/Melachim-uMilchamot-Chapter-11.htm
    (Finde leider momentan keine deutsche Übersetzung)

    Unter Punkt 3:
    „One should not presume that the Messianic king must work miracles and wonders, bring about new phenomena in the world, resurrect the dead, or perform other similar deeds. This is definitely not true.“

    Nun gut, Maimonides lebte 1000 Jahre später. Doch gibt es auch keine anderen Schriftzeugnisse die messianische Wunder definieren. Würde etwas darüber in der Mischna stehen, so würden Maimonides und andere es nicht wagen dem zu widersprechen.

    Vorallem aber bring Maimonides einen Beleg:
    „Proof can be brought from the fact that Rabbi Akiva, one of the greater Sages of the Mishnah, was one of the supporters of King Bar Kozibah and would describe him as the Messianic king. He and all the Sages of his generation considered him to be the Messianic king until he was killed because of sins. Once he was killed, they realized that he was not the Mashiach. The Sages did not ask him for any signs or wonders.“

    Bar Kochba lebte etwa 100 Jahre v. Chr. und wurde anfangs als Messias gesehen.
    Allerdings nicht wegen seiner Wundertaten, sondern wegen seines Politischen Handels (und sein Scheitern disqualifizierte ihn in den Augen der Gelehrten dann wieder)
    Hier haben wir den Beleg das im frühen Judentum Wunder eben keine Bedingung waren.

    Nebenbei:
    Wenn sie schon alte, jüdische Überlieferungen und Vorstellung als Beweis nehmen, warum picken sie sich bestimmte Überlieferungen heraus?
    Korrekterweise müsste man dann alle rabbinsichen Überlegungen einbeziehen. Allerdings haben Juden ganz andere Ansichten bezüglich des Messias.
    Sei es die Ablehneng des 2. Kommens, die Annahme der Messias sei nur Politisch oder er dürfe Theologisch nichts verändern….

    _____________________
    Anderes Thema
    Zitat:
    „denn gäbe man die Evangelien einem nach wissenschaftlichen Kriterien arbeitenden Historiker, dann würde dieser aufgrund der vorhanden Orts- und Namensangaben die Evangelien als wahrheitsgetreue Schilderungen bewerten müssen.“
    Wie kommen sie zu dieser Aussage? Die neuere Geschichtswissenschaft hat schon lange den Anspruch Leopold von Ranke´s aufgegeben.
    Historiker arbeiten keine Wahrheit heraus, sondern bestenfalls eingetrübte Ausschnitte die man Interpretiert.
    Vorallem: Homers Ilias und Odyssee enthalten ebenfalls korrekte Orts- und Namenangaben… es gibt trotzdem Dinge die ich Homer nicht ganz abnehme.

    Historiker arbeiten mit geschichtswissenschaftlichen Methoden, Glaube gehört nicht dazu.

    Wieso wollen sie Glauben „Beweisen“?
    Rational betrachtet hätte Abraham nie auf Gott hören sollen.
    Warum sollte er seinen geliebten Sohn opfern?
    Er vertraute aber, war bereit alles für Gott zu geben und wurde belohnt.
    _____________________

    Meine wichtigste Frage: Welche genuin jüdische Überlieferung bildet die Basis ihrer Argumentation? Falls sie sich auf A. Fruchtenbaum stützen… was sind seine original Quellen?

    Trotz aller kritischen Fragen wünsche ich ihnen Gottes Segen
    und freue mich auf ebenfalls kritische Einwände.

    Spinoza

    1. Hinsichtlich der Wunder, die nur der Messias vollbringen konnte, empfehle ich in der Tat mal die bekanntere Literatur von Fruchtenbaum zu lesen, z.B. „Das Leben des Messias“. Er bringt das ausführlicher, als ich es hier schreiben kann. In den Tiefen des Internet gibt es einen längeren Artikel, der seinen Werdegang recht gut beschreibt, damit auch die Quellen seiner Ausbildung. Ich halte ihn für vertrauenswürdig – aber wie gesagt, nicht alle seiner theologischen Aussagen teile ich, hier und da sehe ich einige Dinge anders als er.

      Maimonides lebte zu einer Zeit, in der es auch galt, das Judentum argumentativ gegen das Christentum zu „wappnen“. Aber es gibt sogar den „Verdacht“, das Maimonides gar nicht Jesus als Messias abgelehnt habe: https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/rezensionen/sachbuch/disput-der-unschluessigen-1179534.html Welche Quellen nun seriös sind: keine Ahnung. Relevant ist in diesem Fall die rabbinische Auslegung zur Zeit Jesu hinsichtlich der Wunder, die nur der Messias vollbringen sollte, spätere Entwicklungen unterliegen schon einem gewissen Verteidigungsdruck.

      Historiker und das NT: die Evangelien wurden von Augenzeugen geschrieben bzw. von Lukas, der bei Zeugen der Ereignisse recherchierte. Lukas z.B. benennt weitere Zeugen, so dass jeder Zeitgenosse die Berichte hätte überprüfen können. Nach den Arbeitskriterien eines Historikers wäre daher anzunehmen, dass die Evangelien Tatsachen beschreiben. Das setzt keinen Glauben voraus, ich sehe aber auch keinen Automatismus, dass die Kenntnisnahme der Evangelien zwangsläufig zum Glauben führen muss.

      Homers Illias ist damit nicht vergleichbar, angefangen von einer zweifelhaften Autorenschaft, bis hin zu einer nicht genauen Datierbarkeit des Werkes. Der Wikipedia-Artikel zur Illias zeigt auf, dass wir es hier mit Literatur und keinem Augenzeugenbericht zu tun haben. Das heißt nun nicht, dass nicht Homers Werke mit einem gewissen Gewinn für Historiker gelesen werden könnte, es ist aber schlichtweg keine uneingeschränkt belastbare Quelle.
      Mir ging es nicht in meinem Beitrag darum den Glauben zu beweisen, indem ich die Evangelien zu Traditionsquellen erhebe ( https://de.wikipedia.org/wiki/Quelle_(Geschichtswissenschaft) ). Ein heutiger Atheist könnte natürlich um die Quellenlage wissen, ebenso um das Zeugnis gläubiger Christen aus seinem Umfeld, ist durch eine christliche Geschichte in Europa vorgeprägt, und wir als Christen wissen zusätzlich aus dem Römerbrief, dass Gott anhand seiner Werke mit der Vernunft wahrnehmbar ist.
      Die Negierung eines Atheisten bzgl. Gott sehe ich ähnlich wie die Leugnung des Messias durch die damalige Priesterkaste. Oder um es anders zu sagen: so ziemlich jeder Mensch in Europa könnte um Jesus wissen und hat demnach keine Entschuldigung im Gericht.

      1. Zitat:
        „Relevant ist in diesem Fall die rabbinische Auslegung zur Zeit Jesu hinsichtlich der Wunder, die nur der Messias vollbringen sollte…“
        Vollkommen korrekt. Ich kann ihnen nur zu stimmen. Aber das ist genau das was ich von ihnen (oder Fruchtenbaum) möchte:
        Einen Beleg das es diese rabbinische Auslegung gab. Ein Schriftstück, eine Notiz, irgend etwas.
        Die bloße Behauptung, das es eine andere rabbinische Auslegung gab, ist ohne Beweis erst einmal nur das: eine Behauptung.
        In diesem Sinne ist auch Fruchtenbaums Argument (so löblich seine Einstellung sein mag), ohne älteren Literaturverweis, wertlos.
        => damit wäre die Auslegung zur Zeit Bar Koschbas die älteste mir bekannte Quelle.

        Also bitte ich um eine rabbinische Quelle aus der Zeit Jesu (oder davor).
        Name bzw eventueller Stellenverweis genügen und ich Widerrufe.

        Historiker:
        In dem verlinkten Wiki-Artikel werden Geschichtswiss. Methoden genannt. Zb Quellenkritik….

        Auch die Aussage „Augenzeugenbericht“ ist eine Vorannahme. Während ich dies aus glauben annehmen kann, sieht der Historiker: es wird von Stellen berichtet in denen Jesus alleine war oder die Jünger schliefen.
        Welcher Augenzeuge war hier?
        Klar kann man mit Offenbarung argumentieren.
        Allerdings dann nur aus theologischer Sicht, nicht als Historiker.

        Streicht man den Glauben, fallen auch Wunder weg.
        Dem Historiker fallen sprachlich Ähnlichkeiten, aber auch (vermeintliche) Widersprüche auf.
        Und, und und….
        Die Zweiquellentheorie, Deuteronom. Redakt., usw sind für Historiker schlicht plausibel und argumentativ begründbar.
        Wie gesagt der Glauben ist kein Werkzeug in den Geisteswissenschaften.

        Aus historischer Sicht gibt es einen Minimal-Konsens bezüglich Jesus.
        Dieser unterscheidet sich MASSIV von dem was wir von Jesus glauben.

        Zu Homer: Sie haben hier auch Recht, natürlich ist Homer nicht vergleichbar.
        Es ging mir hier mehr um die Aussage: korrekte Ortsbezeichnungen und Namen sind kein zwingender Beleg für Historizität.

        Meine Kernaussage:
        Man muss zwischen Glauben und der Wissenschaft mit ihrem systematischen Zweifel unterscheiden.

        1. Korinther 2, 1-2

        1 Und ich, als ich zu euch kam, Brüder, kam nicht, um euch mit Vortrefflichkeit der Rede oder Weisheit das Geheimnis Gottes zu verkündigen. 2 Denn ich nahm mir vor, nichts anderes unter euch zu wissen als nur Jesus Christus, und ihn als gekreuzigt. 

        Vielen Dank für ihre Antwort und mit freundlichen Grüßen

        Spinoza

      1. Da wartet seit gestern Abend ein Beitrag von mir auf Freischaltung durch den Moderator – eine Antwort gibt es schon, ist leider nur noch nicht lesbar.

  3. MUSS man denn wissen, ob Jesus der Messias ist um ein Christ zu sein? – Es genügt doch zu wissen, dass er auferstanden ist.
    Könnte man seine Zeit nicht sinnvollerem zuwenden als Fragen, die nur eine kleine Klientel interessiert?

    1. Hallo Herr Reichelt,
      Ich würde sagen, aus Glaube weiß ich:
      Jesus ist der Messias und Gottes Sohn!

      Und ja, meine Diskussion hier ist zumindest kleinlich, womöglich sinnlos.

      Allerdings halte ich die Trennung von Glauben, Wissenschaft, Staat und die faire Behandlung zwischen diesen Feldern für wichtig.

      Gruß
      spinoza

      1. Ich denke nicht, dass man „aus Glauben“ wissen kann. Um etwas wissen zu können, muss man immer durch ein irgendwie geartetes Element überzeugt worden sein.
        Geoffenbartes steht niemals im Widerspruch zur Wissbarkeit des Menschen. In diesem Sinne muss man nicht trennen zwischen Wissen und Glauben.
        Es gibt allerdings einen Glauben, der erst Wirklichkeit schafft. Aber diese Möglichkeit ist auch nicht grundlos, sondern durch die Struktur der Realität gegeben. Um ein Beispiel zu nennen: Durch den Glauben eines Menschen an ein Placebo kann der Mensch gesund werden (für einen bestimmten Zeitraum). Der Glaube schafft also eine neue Realität.
        Das ist aber nur möglich, weil der Mensch so strukturiert ist, dass die Lebensenergie den Vorstellungen des Menschen folgt und diese damit in die Tat umsetzt.

        1. „MUSS man denn wissen, ob Jesus der Messias ist um ein Christ zu sein?“ – Ja.

          „Ich denke nicht, dass man „aus Glauben“ wissen kann.“ Hierzu mal Röm 8,16 und die umliegenden Verse studieren. Aus Glauben und Vertrauen wird durch den Heiligen Geist Wissen.

          1. >„MUSS man denn wissen, ob Jesus der Messias ist um ein Christ zu sein?“ – Ja. <
            Nein, muss man nicht wissen. Ist nur für die Juden interessant.

            Ich sehe keinen Zusammenhang von Wissen und Glauben im Umfeld von Röm 8,16

            Der Geist gibt uns ja nur Zeugnis, wenn wir tatsächlich im Einklang mit unserem göttlichen Wesen leben.
            Alle anderen schreiben sich das zwar persönlich zu, aber der Geist kann kein inneres Zeugnis geben.
            Deshalb haben wir ja ein solches Chaos in der Christenheit, weil der Geist der Wahrheit durch das unverwandelte Wesen der Menschen nicht zum Ausdruck kommen kann.

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