Nadab und Abihu

Ein Gedicht nach 2. Mose 24,9-12; 3. Mose 10,1-3 und Hebräer 13,7.

Der göttliche Ruf erging an sie:
„Kommt zu mir herauf!
Gesehen hat man es noch nie,
Ich tue euch die Augen auf.“

Mit Mose, ihrem Onkel,
Und Josua, dem Diener,
Mit Aaron, ihrem Vater,
Waren sie die Priester.

Sie waren auserkoren,
Noch vor ihren ält‘ren Brüdern,
Traten heraus aus dem Verborgnen,
Und durften schon mit führen.

Sie sahen Gottes Herrlichkeit,
Eigentlich doch ungeheuer,
Doch er hatte Barmherzigkeit,
Seine Liebe um sie: Feuer.

So durften sie sich setzen,
In seiner Gegenwart,
Damit waren sie die ersten,
Die ersten ihrer Art.

Dort aßen sie und tranken,
Sie schmeckten Freundlichkeit,
Bei ihm konnten sie sich laben,
In seiner Herrlichkeit.

Doch das Wort ermahnt uns:
Sieh nicht auf den Beginn,
Schau ihr Ende an,
Dann ergibt es Sinn.

Gott rief sie nicht,
Das Feuer darzubringen,
Doch wähnten sie‘s als Pflicht,
Den Dienst selbst zu beginnen.

Gewöhnt an das Brennen,
Sahen sie nicht die Gefahr,
Kannst du es erkennen,
Warum es geschah?

Das Feuer selbst verbrannte sie,
Sie waren sofort tot.
Das worin sie sich rühmten,
Wurde ihre letzte Not.

Höre deshalb diese Mahnung,
Nimm sie dir zu Herzen,
Es gibt heilige Erfahrung,
Mit der ist nicht zu scherzen.

Bevor das Feuer durch dich fließt,
Soll es in dir wirken,
Nicht nur dafür das du‘s genießt,
Denn es will dich führen.

Verbrennen will es Stolz,
Selbsucht und Neid,
Denn diese sind aus Stroh und Holz,
Nicht für die Ewigkeit.

Läutern will es einen Schatz,
Die Demut, die Lieblichkeit,
Im Herz, dem verborgenen Platz,
Ja, dies braucht seine Zeit.

Drum komm jetzt schnell,
Zum Kreuz, dem heil‘gen Ort,
Dort brennt das Feuer hell,
Jetzt und immerfort.

James Tissot – Public Domain

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