Geistlicher Missbrauch in der Ehe

Ein Artikel von Darby Strickland. Erschienen am 18.09.2019 unter dem Titel: „Spiritual Abuse in Marriage (ursprünglich in zwei Teilen)” bei CCEF. Übersetzt von Ruth Metzger (download als .pdf).

Ich habe oft mit Frauen zu tun, deren Ehemänner die Heilige Schrift als Waffe benutzen, um sie zu kontrollieren. Beth war eine dieser Frauen. Als ich sie fragte, wie ihr Mann Joe für sie betet, erzählte sie mir das jüngste Beispiel. „Letzte Woche betete er Matthäus 6,24 über mir: ‚Niemand kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon!‘  Er bat Gott dann, mir zu helfen, nicht so egoistisch und gierig zu sein und mich davor zu bewahren, dem falschen Herrn zu dienen. Er flehte Gott an, über mir zu wachen, weil man mir nicht trauen kann.“ Unter Tränen fuhr sie fort: „Im Gebet sagte er, dass ich keine Selbstkontrolle habe, und dass das bedeutet, dass ich Gott nicht diene, und dass Gott jedes Recht hätte, mich aus seinem Reich zu verstoßen.  Er flehte Gott an, ihm zu helfen, das zu ertragen, was Gott selbst kaum ertragen kann.“ Im weiteren Verlauf des Gesprächs erfuhr ich, dass Beths Mann, ein Ältester ihrer Gemeinde, so darauf reagiert hatte, dass sie das Lebensmittel-Budget für ihre neunköpfige Familie um 6$ überzogen hatte.

Nachdem er jahrelang auf diese Weise mit ihr gebetet hatte, war es Beth fast unmöglich, die Bibel aufschlagen, ohne davon auszugehen, dass sie von Gott verdammt war, wie es ihr Mann ihr unterstellte. Sie war dadurch innerlich zerstört. Beten war fast unmöglich geworden. Schlimmer noch, sie konnte die missbrauchenden Worte ihres Mannes nicht mehr unterscheiden von dem, was Gott über sie sagte. Sie war überzeugt, dass sie des Herrn unwürdig und seiner Fürsorge nicht wert war… weiterlesen auf glaubend.de

Über Sergej Pauli

Hallo, ich bin Sergej Pauli, Jahrgang 1989 und wohne in Königsfeld im Schwarzwald. Ich bin Ingenieur, verheiratet, habe vier Kinder. Diesen Blog möchte ich nutzen, um über das Wort Gottes und seine durchdringende Wirkung bis in unsere Zeit zu schreiben. Hast du bestimmte Fragen oder Anliegen, dann scheue dich nicht, mich zu kontaktieren. Hast du bestimmte Fragen oder Anliegen, dann scheue dich nicht, mich zu kontaktieren.

5 thoughts on “Geistlicher Missbrauch in der Ehe

  1. In der Tat ist der hier beschriebene Fall schwerer geistlicher Missbrauch und Erniedrigung der Gattin seitens des Ehemannes.
    Verstösst gegen das Liebesgebot gegenüber dem Nächsten.

  2. Es ist ja nichts Neues, dass es in Gemeinden und ebenso in Ehen Diktatoren gibt, darunter in Ehen jedenfalls, auch manchmal Frauen. Die heilige Schrift verlangt aber auch von Ehemännern, sie sollen ihre Frauen lieben, so wie Christus die Gemeinde liebt. Davon sind die meisten Männer weit weg und der hier berichtete Mann erst recht. Der hat gar nichts verstanden und offensichtlich selber genug Charakterschwächen. Vielleicht ist er auch geizig ohne Ende, wenn er seine Frau wegen eines so geringen Betrags kritisiert. Geizkragen, ganz massive gibt es leider unter Christen auch. Der Mann gehört in eine richtige und deutliche Seelsorge, egal welches Amt er in einer Gemeinde hat. Manche sog. Leiter haben ja nur deswegen ein Amt, weil sie genug Ellenbogen besitzen und nicht wegen geistlicher Überlegenheit.

    1. Wer euer Leiter sein will, soll euer aller Diener sein, hat ja schon Jesus gelehrt, ich persönlich habe mich durch diesen Artikel an vielen Stellen dabei ermahnt gefühlt, selber Bibelverse so oft zu Selbstzweck, Rache und Manipulation zu verwenden, das am Anfang beschriebene Beispiel verführt schnell zur Selbstrechtfertigung.

  3. Danke, das regt auf jeden Fall zum Nachdenken an.
    Ich habe mich auch ertappt gefühlt, auch wenn:
    – ich es deutlich subtiler, nämlich ohne Namen mache (in einer Gruppe)
    – dabei (meiner Meinung nach) deutlich positiver bin, also eher ein Ziel formuliere (auf Gott vertrauen können, den Nächsten so annehmen wie er ist)..
    dennoch will ich nochmal überdenken, ob ich so nicht mein Ideal den Anderen überstülpe

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