Wie wurde John Piper Calvinist?

Dieser Artikel von John Piper erschien am 19.08.2020 unter dem Titel: „How Did John Piper Become a Calvinist?“  Übersetzt von Viktor Zander, mit freundlicher Genehmigung von Desiring God (download)

Audio Transkript

Manche Leute denken vielleicht, dass John Piper als Calvinist geboren wurde. Falsch gedacht. Tatsächlich geschah seine Annahme Reformierter Heilslehre mit dem Preis von einigen sehr schmerzhaften Lebenserfahrungen. Einige davon teilte er in einer Predigt im Jahr 2002 mit[1]. Hier ist Pastor John und erzählt von einigen dieser Schlüsselmomente seines Lebens in der Hochschule, nämlich der Konfrontation mit Philipper 2,12-13 und Römer 9. Im Folgenden seine Erklärung.

Es gibt zwei Erlebnisse in meinem Leben, die Römer 9 für mich zu einem der wichtigsten (wenn nicht sogar zu dem wichtigsten) Kapitel in der Bibel machen. Dies dahingehend, wie es die Art geformt hat, wie ich über alles denke, und wie es den Ort bestimmt hat, an den ich von Gott in den Dienst geführt wurde, nämlich nach Bethlehem[2].

Lehre und Leben

Der Grund dafür, dass ich mich auf diese autobiographische Weise öffne, liegt nicht darin, dass es wirklich wichtig ist, was ich erlebt habe. Es geht nicht darum, was ich über irgendetwas denke oder darum, was ich irgendwo erlebt habe. Ich erzähle das autobiographisch, weil es bei den Lehren aus Römer 9 um das Leben geht.

Es geht dabei um Entscheidungen, die du treffen wirst, die unumkehrbar sein werden. In Krisensituationen des Lebens erlebst du Situationen, und du weißt, dass du niemals wieder zurückkehren wirst, wenn du die Linie überschreitest. Du musst wissen, dass es genau das ist, womit wir es in Römer 9 zu tun haben. Es geht hier nicht einfach nur um ein Streitthema. Es geht nicht bloß um intellektuelle Gedankenspiele. Es geht nicht bloß um Lehre. Es geht darum, was aufgrund einer Sicht über Gott und über die Erlösung, die in diesem Beitrag vermittelt wird, mit deinem Leben geschehen wird.

Ein Gott der wirkt

Als ich 1968 mit meinem Studium anfing, glaubte ich an die Freiheit meines Willens im Sinne von entscheidender Selbstbestimmung. Ich hatte das nicht aus der Bibel gelernt. Ich hatte das aus der selbstverliebten, selbsterhöhenden, selbstachtenden, selbstgenügsamen Strömung aufgesaugt, die du und ich in dieser Welt täglich einatmen. Hier atmete ich sie ein. Sie steht nicht in der Bibel. Nicht ein einziger Vers lehrt den selbstbestimmenden Willen des Menschen, aber ich glaubte daran, wie eben die meisten Leute daran glaubten. Die Souveränität Gottes bedeutete für mich, dass er alles mit mir tun konnte, was ich ihm zu tun erlaubte. Das bedeutete Souveränität Gottes für mich.

Gerade mit dieser Geisteshaltung kam ich in eine Vorlesung von Daniel Fuller über den Philipperbrief. Ich besuchte zudem eine Vorlesung  über die Heilslehre von James Morgan, der während meiner Zeit am Fuller-Seminary an Krebs starb. Ich hatte einen Frontal-Crash mit Philipper 2,12: „Bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern!“ Ich rannte gegen Phil. 2,13 wie gegen eine Mauer an: „Denn Gott ist es, der in euch wirkt, sowohl das Wollen als auch das Wirken zu seinem Wohlgefallen.“ Meinem Wollen liegt Gottes Wollen zugrunde, meinem Tun liegt Gottes Tun zugrunde.

Die Frage war nun nicht: Habe ich einen Willen? Die Frage war: Warum will ich das, was ich will? Die endgültige Antwort (nicht die einzige Antwort) darauf lautet: Gott.

Unverrückbare Erwählung

Daraufhin belegte ich Systematische Theologie bei James Morgan. Wir beschäftigten uns, wie für Kurse der Systematischen Theologie üblich, mit der Lehre der Erwählung und der Gnade. Römer 9 erwies sich in diesem Kurs als der Text, der ein Scheideweg war. Ich stieß auf diese Verse in Römer 9,11-12:

„Denn als die Kinder [Jakob und Esau] noch nicht geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten – damit der nach freier Auswahl gefasste Vorsatz Gottes bestehen bliebe, nicht aufgrund von Werken, sondern aufgrund des Berufenden -, wurde zu ihr [Rebekka] gesagt: “Der Ältere wird dem Jüngeren dienen”.“

Bevor sie irgendetwas Gutes oder Böses getan hatten, damit die Auswahl bestehen bliebe, wurde Esau Jakob unterworfen. Und das wirft die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes auf. Und daher lasen wir im Kurs, und auch du kannst es genau jetzt in deiner Bibel lesen, Römer 9,14: „Was sollen wir nun sagen? Ist etwa Ungerechtigkeit bei Gott?“

Paulus antwortet mit einem Nein. Er zitiert in Römer 9,15 Mose: „Ich werde mich erbarmen, wessen ich mich erbarme, und werde Mitleid haben, mit wem ich Mitleid habe.“ Was die Frage nach seinem unwiderstehlichen Willen aufwirft, welche Paulus in Römer 9,19 stellt: „Was beschuldigt er uns dann noch? Wer kann seinem Willen widerstehen?“ Und in Römer 9,21 antwortet er: „Oder hat der Töpfer nicht Macht über den Ton, aus derselben Masse das ein Gefäß zur Ehre und das andere zur Unehre zu machen?“

Eine weitaus bessere Sache

Nun ja, bei einem 22-Jährigen (oder einem 82-Jährigen) brodeln Gefühle sehr schnell über, wenn er sieht, wie seine mensch-zentrierte Welt um ihn herum zusammenbricht. Eines Tages traf ich auf dem Flur James Morgan, der mich mit diesen Texten, die mich äußerst wütend machten, konfrontiert hatte und mich am Nachmittag, wenn ich meine Bibel las, zum Heulen brachten.

Ich zog meinen Stift aus der Tasche und stellte mich vor ihn hin. Nach einigen Minuten hitziger Diskussion hielt ich meinen Stift vor sein Gesicht und ließ ihn auf den Boden fallen. Mit viel weniger Respekt, als diesen ein 22-Jähriger vor einem Professor haben sollte, sagte ich: „Ich habe ihn fallen gelassen. Ich habe ihn fallen gelassen.“ Als würde das die Sache klären, als gäbe es keine göttliche Autorität oder Macht, die irgendwie mein Fallenlassen beherrscht hätte. Gefühle kochen sehr hoch, wenn die Welt zusammenbricht.

Am Ende des Semesters lag meine Welt in Trümmern. Und ich schrieb in mein blaues Buch – ich kann mich noch ganz genau an den Platz im Klassenraum erinnern, an dem ich saß: „Römer 9 ist wie ein Tiger, der umhergeht und Anhänger des freien Willens wie mich verschlingt.“ Und das war das Ende meiner Affäre mit der Autonomie des Menschen und der schlussendlichen Selbstbestimmung meines Willens. Es war zudem der Beginn einer Liebesgeschichte mit der souveränen Erhabenheit Gottes.

[1] https://www.desiringgod.org/messages/the-absolute-sovereignty-of-god.

[2] Gemeint ist die Bethlehem Baptist Church in Minneapolis, in der John Piper leitender Pastor ist.

Über Sergej Pauli

Hallo, ich bin Sergej Pauli, Jahrgang 1989 und wohne in Königsfeld im Schwarzwald. Ich bin Ingenieur, verheiratet, habe vier Kinder. Diesen Blog möchte ich nutzen, um über das Wort Gottes und seine durchdringende Wirkung bis in unsere Zeit zu schreiben. Hast du bestimmte Fragen oder Anliegen, dann scheue dich nicht, mich zu kontaktieren. Hast du bestimmte Fragen oder Anliegen, dann scheue dich nicht, mich zu kontaktieren.

36 thoughts on “Wie wurde John Piper Calvinist?

  1. Nun gut, John Piper hat zum Calvinismus gefunden, aber nicht zur Wahrheit. Selbstverständlich HAT der Mensch einen freien Willen. Ich habe das hier – https://manfredreichelt.wordpress.com/2018/02/10/hat-der-mensch-einen-freien-willen/ – aufzuzeigen versucht.
    Hätte der Mensch KEINEN freien Willen, so würde die Umwelt unmittelbar auf uns ein- und hindurchwirken. Wir wären dann nichts als Roboter. Gott kann nichts Gutes tun ohne die Einwilligung des Menschen. Deshalb soll ja der Mensch Gott lieben, damit Gott durch ihn wirken kann.
    Aber es ist natürlich auch so, dass der Mensch nicht jederzeit Gott lieben kann, weil ihm nämlich seine Begierden und Gewohnheiten irdische Ziele attraktiver erscheinen lassen. Dann kann einem oft nur durch Schmerzen (seelisch, physisch) bewusst werden, dass es vielleicht sinnvoller ist nach der Überwindung der Welt zu streben.

  2. —Gott kann nichts Gutes tun ohne die Einwilligung des Menschen. —

    Dann fehlt IHM (Gott) ja nur noch ihre Erlaubnis. Wie wär’s mit einer Petition?

    ,,Wir unterstützen Gott“ und erlauben IHM gutes zu tun!

      1. Wenn hat Gott dann bei der Erschaffung der Erde um Erlaubnis gefragt?

        Lesen sie am besten die Bibel erneut…

        Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut.

          1. Gut dann ist Gottes Wort wohl nichts für meine Kinder und meine Oma. Weil da muss man ja erst so klug werden wie Sie.

            Ende

  3. Lieber Vlad, ….M.R. kennt die Bibel, das hilft alles nix mehr.

    —Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut.—

    Und Manfred Reichelt glaubt das er es besser machen kann.
    Sorry, das musste mal gesagt werden, wir alle haben schon mit ihm reichlich Erfahrungen gesammelt, und es ist keine Veränderung in Sicht,….leider..

    1. Wie wär`s wenn SIE sich änderten? – Schon mal daran gedacht? – Ich bin schließlich nicht jemand, der von irgendeiner Sekte (jetzt nicht abwertend gemeint) berufen wurde, sondern von Gott.
      Was ich sage ist kompatibel mit allen offenbarten und von Menschen erkannten Wahrheiten und hat sich in der Lebenspraxis bewährt.
      Dagegen sieht man bei den vielen, die meinen den „rechten Glauben“ allzu oft nicht, dass sie ein Siegerleben führten….

      1. Tun Sie was Sie nicht lassen können, aber vielleicht darf ich daran erinnern, dass gerade in einer Zeit der Zersplitterung der Christenheit jeder nur hören will, was die eigene Sekte sagt, und nicht mehr die Wahrheit:
        „Denn es wird eine Zeit sein, da sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern nach ihren eigenen Begierden sich selbst Lehrer aufhäufen werden, weil es ihnen in den Ohren kitzelt“ 2. Tim. 4,3

  4. —Was ich sage ist kompatibel mit allen offenbarten und von Menschen erkannten Wahrheiten—

    Kleiner ging es nicht?

    So, das war jetzt meine letzte Antwort, sonst drehen wir uns wieder im Kreis 😁

  5. Freier Wille oder nicht? Darüber wurde schon zu Luthers Zeiten ausgiebig gestritten. Wenn Gott schon vor der Geburt eines Menschen weiß, was dieser mal tun oder lassen wird, dann eben deswegen, weil Gott allwissend ist, nicht aber weil er vorherbestimmt hat, was dieser Mensch tun wird. Luther hat manche Texte wörtlich genommen und so hat er falsche Schlüsse gezogen. Jedenfalls ist der Calvinismus ein Irrtum. Jegliche Mission wäre ja sinnlos, die Jesus ja wollte, wenn ohnehin Gott vorherbestimmt hätte, wer nun zum Glauben kommt und wer nicht.

  6. —Wenn Gott schon vor der Geburt eines Menschen weiß, was dieser mal tun oder lassen wird, dann eben deswegen, weil Gott allwissend ist, nicht aber weil er vorherbestimmt hat, was dieser Mensch tun wird.—

    Vorherbestimmt nicht, aber vorausgesagt schon, darum hat Gott ja auch den Abfall am Ende der Zeit aufschreiben lassen. Gott läßt dem Menschen seinen freien Willen, und ER kennt jedes Herz.

    —Jegliche Mission wäre ja sinnlos, die Jesus ja wollte, wenn ohnehin Gott vorherbestimmt hätte, wer nun zum Glauben kommt und wer nicht.—

    Ich glaube schon das Gott vorher bestimmt hat wer zum Glauben kommt und wer nicht, WEIL Gott die Herzen kennt, der Missionsbefehl dient sicher auch dazu die Auserwählten Gottes zu finden und dem Leib Christi (der Gemeinde) zuzuführen, und den Ungläubigen ein Zeugnis zu sein für die Existenz Gottes.

    ,,Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum ZEUGNIS für alle Völker, und dann wird das Ende kommen“ Mt 24.14

    Und wir sehen ja z.B. was die Europäer daraus gemacht haben, sie haben das Zeugnis des Evangeliums, und lehnen es immer mehr ab, sie wußten/wissen von Gott, und wollen IHN nicht.

    Und zum Missionsbefehl sagt Jesus: Darum gehet hin….
    ,,und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.“ Mt 28.20a

    Hier meint Jesus (so glaube ich), die, die IHM nachfolgen (die Auserwählten) werden, zu Seinem Leib hinzuzufügen und in Seiner Lehre und im Wort Gottes wachsen, denn ein Auserwählter Gottes kann ja nicht für sich alleine bleiben, er muss der Gemeinde und der Lehre zugeführt werden. Also hat der Missionsbefehl zwei Aufgaben, den Ungläubigen ein Zeugnis, und die Gläubigen dem Leib Christi zuzuführen, die Gott vorhergesehen hat.

    ,,Der Herr aber tat hinzu täglich, die gerettet wurden, zu der Gemeinde.“ Apg 2.47b

    1. „Gott läßt dem Menschen seinen freien Willen, und ER kennt jedes Herz.“ –
      Hier offenbart sich wieder einmal die Wirrnis im Denken. Pieper behauptet, der Mensch habe keinen freien Willen. Ich behaupte und belege, der Mensch hat einen freien Willen. Dagegen polemisiert Lilly (und Vlad schließt sich ihr gedankenlos an) und stimmt mir hier zu: der Mensch hat einen freien Willen….
      Dergleichen kommt, wenn man klares Denken und die Erkenntnis der Wahrheit ablehnt. Jeder richtet sich mit seinen eigenen Worten.

  7. Warum sollte uns eigentlich dieser Piper interessieren? Muss man den kennen, wenn man in den Himmel kommen will? Man muss auch keinen Luther, keinen Calvin und wie sie alle heissen mögen, kennen, Keiner hat je einen Menschen erlöst, manche haben vielleicht sogar andere ins Verderben gebracht. Auf Menschen kann man nicht bauen, erst recht nicht auf solche fehlbaren. Wenn man schon Menschen hören will, dann die Apostel oder solche, die durch ihr Leben bezeugen konnten, dass sie Gott sehr nahe stehen, indem sie die Gottesliebe in einem hohen Maße gelebt haben.

  8. Manfred Reichelt, was verstehen sie denn überhaupt uner einem freien Willen?
    Der Mensch ist frei sich für das Gute od. das Böse zu entscheiden, aber nicht frei um über sich selbst zu bestimmen. Entweder dient er Gott oder Satan, platt ausgedrückt, es gibt nur diese zwei Systeme in denen der Mensch sich aufhält.
    Entscheidet er sich für Gott, und nimmt Jesus als seinen Herrn und Erlöser an, ist er wieder frei im Willen Gottes zu leben, er will also was Gott will, darin besteht seine Freiheit, will er Gott nicht, dann ,,muss“ er dem anderen System gehorchen, dienen, er ist also ein Knecht und unfrei. Also, der freie Wille ist immer an seinem Herrn gebunden. Einen Mittelweg gibt es nicht, weil nur diese zwei Systeme bestehen ,,das Reich Gottes“ od. das ,,Reich der Finsternis“ (Satan).
    Von Anfang an hatte der Mensch die Freiheit sich für od. gegen Gott zu entscheiden, …..vom Baum der Erkenntnis zu essen od. es zu lassen, in der Freiheit dem Willen Gottes gehorsam zu sein od. nicht, das ist die Freiheit der Menschen.

  9. Auf ihrem Blog gibt es für einen Christen nichts zu informieren, ein Christ erhält seine Informationen aus der Bibel und nicht von Manfreds Reichelt Sonderlehren!

    1. Wenn das so ist, dann sollten SIE schweigen, weder eine Versammlung, noch einen Hauskreis besuchen, weder ein christliches Buch lesen, weder eine Predigt hören, noch hier auf Biblipedia einen Artikel lesen.
      Wenn Sie außerdem keine Berufung zum Lehren haben, dann hören Sie bitte auf gegen einen Beauftragten Gottes zu hetzen und die Menschen abzuhalten die Wahrheit tiefer zu erkennen.

    1. Deshalb warne ich vor Ihnen, die sich über die von Gott gesezten Lehrer hinwegsetzt.
      “ Sind sie denn alle Apostel? Sind sie alle Propheten? Sind sie alle Lehrer? Haben sie alle die Kraft, Wunder zu tun…“ 1. Kor. 12,29
      „Nicht jeder von euch, meine Brüder, soll Lehrer werden; da wir doch wissen, dass wir ein desto strengeres Urteil empfangen werden.“ Jak. 3,1

      1. Aus Ihrem Blog:

        „Und nun begeben wir uns auf die religiöse Ebene. Diese können wir auch nur verstehen, wenn wir zuvor die natürliche verstanden haben. Denn auf dieser geht es nicht anders zu.“

        Das ist Ihre Überleitung vom Determinismus zur Prädestination. Alleine das ist schon falsch, da beide Konzepte unterschiedlich sind.

        „Würde erstgenannte Lehre der Wahrheit entsprechen, hätte der Mensch nicht die geringste Entscheidungsfreiheit, also keinen freien Willen!“

        Falsch, die Prädestination sagt, dass der Mensch einen unfreien Willen hat. Das ist etwas anderes als „keinen freien Willen“.

        „Weil der Mensch einen freien Willen hat, wird er auch immer wieder aufgerufen und ermahnt, aus dem Ewigen zu leben.“

        Und gleichzeitig wird gesagt, dass Gott das Wollen dazu schenkt.

        „Mit anderen Worten: nicht jede christliche Verkündigung oder Lehre überzeugt mich.“

        Das Überzeugt sein schenkt der Heilige Geist.

        „Eine Entscheidung für Christus kann also nur dann getroffen werden, wenn im Menschen wirklich ein tiefer gehendes Bedürfnis nach Lebensänderung vorhanden ist, und das Angebot stimmig zu sein scheint.“

        Nein, eine Lebensänderung ist nur möglich, wenn das, was tot ist, von Gott vorher lebendig gemacht wurde.

        „Solange also kein Bedürfnis nach einem Leben aus dem Ewigen besteht …“

        Die Bibel kennt den Begriff Bedürfnis in diesem Zusammenhang nicht. Ansonsten wird die Sehnsucht nach Rettung vom Heiligen Geist geschenkt.

        „Gott kann demzufolge den Menschen nur dadurch zu sich rufen, indem im Menschen durch die irdischen Umstände und Erfahrungen ein entsprechendes Bedürfnis nach umfassender Erlösung vom Leid entsteht.“

        Das ist falsch, weil damit die Erlösung vom Menschen ausgehen würde.

        „Der Mensch, der begriffen hat, dass er selbst ewig ist …“

        Der Mensch ist nicht ewig.

        „… durch die er alles Leid überwindet.“

        Der Mensch überwindet nicht das Leid, das kann nur Gott.

        „Das „Wort Gottes“ selbst besitzt keine magische Kraft.“

        Falsch. Das Wort Gottes ist wirksam und tut, warum es Gott ausgeschickt hat. Für die einen zur Rettung, für die anderen zur Verdammnis.

        „… andererseits ein sadistisches Wohlgefallen daran haben muss, wenn Menschen ewig in der Hölle schmoren …“

        Ihr Gottesbild ist krank. Nirgends in der Bibel wird diese Behauptung so aufgestellt.

        Zusammenfassung:
        Ihre Behauptungen haben nichts mit den biblischen Aussagen zu tun. Sie zeigen vielmehr, dass Sie in Ihrem Denken in esoterischen Bahnen gefangen sind.

        „Es wäre gut, wenn dieser Beitrag – mit Namensnennung – vielfach verbreitet würde …“

        Hiermit machen Sie sich zu einem neuen Guru. Sie haben aus meiner persönlichen Sicht ein völlig falsches Bild von der Bibel, von Gott und – das tut mir jetzt wirklich leid – ein schon als „krankhaft“ bezeichenbares Ego. Auf jeden Fall ist Ihr Ego extrem groß.

        1. Sie haben eine persönliche MEINUNG. Ein christlicher LEHRER, wie ich es bin, hat WAHRHEIT. Sie meinen durch den Gebrauch frommer Worte, die Sie nicht verstehen, mich widerlegen zu können. Das ist das typischer Vorgehen derer, die nur die Schale haben und nicht den Inhalt, kurz der Pharisäer und Schriftgelehrten, die schon Jesus geiselte.
          Der Hl. Geist kann nur durch Zeichen und Wunder oder durch Argumente überzeugen. Da heutige Menschen, die Christen sein wollen, keine Argumente mehr haben, sondern nur fromme Phrasen (wie auch sehr schön A.W. Tozer bemerkte), will nur natürlich keiner mehr etwas vom Christentum wissen. Jesus, Paulus, alle Apostel argumentierten!
          Des Menschen Seele ist also nicht ewig? – Sie zeigen, dass Sie noch nicht einmal das Elementarste des christlich Glaubens verstanden haben und wollen mich belehren? – Aber es gibt ja viele, die, wie Sie christliche Vokabeln gebrauchen, ohne zu wissen, was dahintersteckt.
          Um als Christ leben zu können, müssen Sie WIEDERGEBOHREN sein – und das sind Sie nicht!
          Derjenige hat ein großes Ego, der die Wahrheit nicht kennt. Je mehr Wahrheit, um so kleiner das Ego.

          1. Manfred Reichelt

            Wie schon Peter G schrieb:

            —Ihre Behauptungen haben nichts mit den biblischen Aussagen zu tun. Sie zeigen vielmehr, dass Sie in Ihrem Denken in esoterischen Bahnen gefangen sind.—

            und ich füge noch hinzu: das sie ein narzistisches Geltungsbedürfnis haben.
            Mit ihrer Irr(Lehre) wollen sie ihre eigene Persönlichkeit bereichern und suchen krampfhaft nach denen die ihre Lehre nicht durchschauen, ihnen geht es nicht um biblische Lehre und Wahrheit. Sie entzaubern sich widerholt selbst, es ist leicht zu erkennen, was sie antreibt.
            Argumente? Die haben sie bisher hier noch nicht vorgebracht, sie stellen nur permanent Nebelkerzen in den Raum.

    1. Lilli, mir ist schon häufiger aufgefallen, dass Sie auf die endlosen Diskussionen mit Manfred eingehen. Das macht für mich keinen Sinn und die Schrift scheint deutlich zu sein, dass man ketzerische Menschen nach der zweiten Ermahnung zu meiden hat….Vgl. Tit.3.10. Ich denke nicht, dass es sinnvoll ist, hier jedesmal mit Manfred zu diskutieren. Lassen Sie ihn dahinfahren!

        1. Ja, so ist es richtig. Wer nicht der eigenen Meinung ist, sollte gesperrt werden! Wollen Sie eine neue Inquisition.
          Was sagt Jesus? – „Herr, hast du nicht guten Weizen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut? Er antwortete: Das hat ein Feind von mir getan. Da sagten die Knechte zu ihm: Sollen wir gehen und es ausreißen?

          Er entgegnete: Nein, sonst reißt ihr zusammen mit dem Unkraut auch den Weizen aus. Lasst beides wachsen bis zur Ernte. Wenn dann die Zeit der Ernte da ist, werde ich zu den Arbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut und bindet es in Bündeln, um es zu verbrennen; den Weizen aber bringt in meine Scheune.“ Mt. 13, 24-30

          Ich halte gegnerische Argumente aus. Bisher sind es ja nur Verleumdungen.

      1. Könnten nicht auch SIE der KETZERISCHE MENSCH sein? – Haben Sie alle meine Beiträge auf meinem Blog gelesen? – Wenn Sie stichhaltige Argumente dafür haben, dass meine Lehren falsch seien, können Sie mir die gern nennen. Dann können wir THEOLOGISCH diskutieren. Aber das ad hominem verbiete ich mir von einem, der andere belehren will.
        Ich habe aufgezeigt, dass der Calvinismus mit seiner Prädestinationslehre irrt. Zeigen Sie mir das Gegenteil!

      2. Hallo Sergej,
        Ich gebe dir recht, im realen Leben hätte ich keine Gemeinschaft mit einem ketzerischen Menschen, aber hier begegnet er mir ja ständig und es fällt mir schwer die verdrehung der Wahrheit einfach so stehen zu lassen.
        Luther sagte: Hier stehe ich und kann nicht anders.
        Hätte Luther geschwiegen, wäre die Wahrheit nie ans Licht gekommen, und die Menschen wären den Lügen ausgeliefert.
        Ich stimme PeterG zu, denn falsche Lehre kommt oft verlockend daher.

        1. Hallo Lilli,
          da muss ich dir widersprechen: „… denn falsche Lehre kommt oft verlockend daher“. Was dieser Herr von sich gibt (hier und auf seinem Blog), kann man nur als „Schwachsinn“, „Unfug“ o. ä. bezeichnen. Da ist nichts Verlockendes, es ist nur peinlich.
          Gruß
          Peter

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