Die absolute Souveränität Gottes

Worum geht es in Römer 9?

Ein Artikel von John Piper, The Absolute Sovereignty of God  vom 03.11.2002. Übersetzt von Viktor Zander. Download als .pdf

Ich sage die Wahrheit in Christus, ich lüge nicht, wobei mein Gewissen mir Zeugnis gibt im Heiligen Geist, dass ich große Traurigkeit habe und unaufhörlichen Schmerz in meinem Herzen; denn ich selbst, ich habe gewünscht, verflucht zu sein von Christus weg für meine Brüder, meine Verwandten nach dem Fleisch; die Israeliten sind, deren die Sohnschaft ist und die Herrlichkeit und die Bündnisse und die Gesetzgebung und der Gottesdienst und die Verheißungen; deren die Väter sind und aus denen dem Fleisch nach der Christus ist, der über allem ist, Gott, gepriesen in Ewigkeit. Amen. (Römer 9,1-5)

Es gibt zwei Erlebnisse in meinem Leben, die Römer 9 zu einem der wichtigsten (wenn nicht sogar zu dem wichtigsten) Kapitel in der Bibel machen, und zwar dahingehend, wie es die Art geformt hat, wie ich über alles denke, und wie ich in den Dienst geführt wurde. Eines spielte sich im theologischen Seminar ab und stellte meine Gedankenwelt auf den Kopf. Das andere Erlebnis geschah im Herbst 1979 und führte dazu, dass ich zum Dienst in diese Gemeinde kam.

Selbst-bestimmte Freiheit

Als ich das Seminar besuchte, glaubte ich an die Freiheit meines Willens im Sinne von schlussendlicher Selbstbestimmung. Ich hatte das nicht aus der Bibel gelernt. Ich hatte das aus der selbstgenügsamen, selbstachtenden, selbsterhöhenden Luft aufgenommen, die du und ich in Amerika jeden Tag einatmen.  Die Souveränität Gottes bedeutete für mich, dass er alles mit mir tun konnte, was ich ihm zu tun erlaubte. Mit dieser Geisteshaltung kam ich in einen Kurs über den Philipperbrief von Daniel Fuller und in einen Kurs über die Errettung von Jaymes Morgan.

Im Philipperbrief standen die hartnäckigen, grundlegenden Sätze in Philipper 2,12-13 vor mir: „Bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern! Denn Gott ist es, der in euch wirkt, sowohl das Wollen als auch das Wirken zu seinem Wohlgefallen.“ Diese Sätze schrieben Gott das Wollen hinter meinem Wollen und das Tun hinter meinem Tun zu. Die Frage war nun nicht: Habe ich einen Willen? Die Frage lautete stattdessen: Warum will ich das, was ich will? Und die schlussendliche Antwort (nicht die einzige Antwort) war Gott.

Im Kurs über Errettung beschäftigten wir uns mit den Lehren der bedingungslosen Erwählung und der unwiderstehlichen Gnade. Römer 9 war der Text, der ein Scheideweg war und der mein Leben für immer veränderte. In Römer 9,11-12 heißt es: „Denn als die Kinder [Jakob und Esau] noch nicht geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten – damit der nach freier Auswahl gefasste Vorsatz Gottes bestehen bliebe, nicht aufgrund von Werken, sondern aufgrund des Berufenden -, wurde zu ihr [Rebekka] gesagt: ‚Der Ältere wird dem Jüngeren dienen‘.“

Paulus wirft in V. 14 folgende Frage auf: „Was sollen wir nun sagen? Ist etwa Ungerechtigkeit bei Gott?“ Er antwortet mit Nein und zitiert (in V. 15) Mose: „Ich werde mich erbarmen, wessen ich mich erbarme, und werde Mitleid haben, mit wem ich Mitleid habe.“ Dann wirft er in V. 19 folgende Frage auf: „Warum tadelt er noch? Denn wer hat seinem Willen widerstanden?“ Er antwortet in V. 21: „Oder hat der Töpfer nicht Macht über den Ton, aus derselben Masse das eine Gefäß zur Ehre und das andere zur Unehre zu machen?“

Die Gefühle brodeln sehr schnell über, wenn du spürst, wie deine mensch-zentrierte Welt um dich herum zusammenbricht. Eines Tages traf ich auf dem Flur Dr. Morgan. Nach einigen Minuten hitziger Diskussion über die Freiheit meines Willens, hielt ich einen Stift vor sein Gesicht und ließ ihn auf den Boden fallen. Mit viel weniger Respekt als ihn ein Schüler haben sollte, sagte ich: „Ich (!) habe ihn fallen gelassen.“ Irgendwie sollte das beweisen, dass meine Entscheidung, den Stift fallenzulassen, durch nichts Anderes beherrscht wurde als durch mein souveränes Ich.

Aber dank Gottes Barmherzigkeit und Geduld schrieb ich am Ende des Semesters folgende Worte in mein blaues Studien-Notizbuch: „Römer 9 ist wie ein Tiger, der umhergeht und Anhänger des freien Willens wie mich verschlingt.“ Das war das Ende meiner Affäre mit der Autonomie des Menschen und der schlussendlichen Selbstbestimmung meines Willens. Mein Weltbild konnte der Schrift und besonders Römer 9, nicht standhalten. Und es war der Beginn einer lebenslangen Leidenschaft, die alles überragende Stellung Gottes in absolut allem zu sehen und zu schmecken.

Bewundert und nicht nur analysiert

Dann, etwa 10 Jahre später, kam der Herbst 1979. Ich war in meinem Lehr-Sabbatical am Bethel College. Ich verfolgte ein Ziel bei dieser Auszeit: Ich wollte Römer 9 studieren und ein Buch darüber schreiben, das in meinem eigenen Denken die Bedeutung dieser Verse ein für alle Mal klären würde. Nach sechs Jahren des Lehrens habe ich herausgefunden, dass in jeder Klasse viele Studenten bereit sind, meine Auslegung dieses Kapitels aus irgendeinem Grund zu verwerfen. Ich beschloss, mir acht Monate Zeit dafür zu nehmen. Das Ergebnis dieses Sabbaticals war das Buch „The Justification of God“[1]. Ich versuchte, alle wichtigen exegetischen Einwände gegen Gottes Souveränität in Römer 9 zu beantworten.

Aber das Ergebnis dieses Sabbaticals war völlig unerwartet – zumindest hatte ich es so nicht erwartet. Mein Ziel war, Gottes Worte so genau zu analysieren und sie so sorgfältig auszulegen, dass ich ein Buch schreiben könnte, das überzeugend wäre und den Test der Zeit bestehen würde. Eines habe ich nicht erwartet: Dass nach sechs Monaten der Analyse von Römer 9 Gott selbst so machtvoll zu mir sprechen würde, dass ich meine Stelle bei Bethel kündigte und bei der Minnesota Baptist Conference vorsprach, ob es eine Gemeinde gäbe, die mich als Pastor nehmen würde.

Im Wesentlichen lief es wie folgt ab: Ich war 34 Jahre alt. Ich hatte zwei Kinder und ein drittes war unterwegs. Als ich Tag für Tag Römer 9 studierte, begann ich einen Gott zu sehen, der so majestätisch und so frei und so absolut souverän ist, dass meine Analyse sich in einer Anbetung Bahn brach und der Herr daraufhin sagte: „Mich kann man nicht einfach analysieren, mich muss man bewundern. Über mich kann man nicht einfach nachdenken, mich muss man verkündigen. Meine Souveränität kann nicht einfach überprüft, sie muss proklamiert werden. Sie ist kein Wasser auf die Mühlen der Streitgespräche, es ist die frohe Botschaft für Sünder, die wissen, dass ihre einzige Hoffnung der souveräne Triumph der Gnade Gottes über ihren rebellischen Willen ist.“ Zu dieser Zeit Ende 1979 kontaktierte mich Bethlehem. Und ohne Zögern sage ich, dass ich aufgrund von Römer 9 meine Lehrtätigkeit verließ und Pastor wurde. Der Gott von Römer 9 ist die felsenfeste Grundlage all dessen, was ich in den letzten 22 Jahren gesagt und getan habe.

Das Zeugnis von Jonathan Edwards über Gottes absolute Souveränität

Ich empfinde auf eine Weise über die Wahrheit der absoluten Souveränität Gottes über meinen Willen und über seine Gemeinde und über die Völker wie es auch Jonathan Edwards tat – auch wenn ich nicht über seine Fähigkeiten verfüge, Gottes Wahrheit zu sehen und zu schmecken. Ich lese die folgende Geschichte vor, weil es wohl die Geschichte vieler Menschen in dieser Gemeinde ist, und noch, so bete ich, die Geschichte vieler Menschen werden möge:

Von frühester Kindheit an war mein Denken voller Einwände gegen die Lehre der Souveränität Gottes darin, die zum ewigen Leben zu wählen, die er wollte, und die abzulehnen, die er wollte. So überließ er sie der ewigen Verdammnis und ewigen dauernden Qualen in der Hölle. Früher erschien mir das eine fürchterliche Lehre. Aber ich erinnere mich sehr gut an die Zeit, als ich scheinbar überzeugt und völlig zufrieden war hinsichtlich dieser Souveränität Gottes und seiner Gerechtigkeit, auf diese Weise, gemäß seinem souveränen Wohlgefallen, Menschen ewig zu verordnen [so mit ihnen umzugehen]. Niemals jedoch konnte ich berichten, wie, oder durch welche Mittel ich so überzeugt wurde, noch war es damals, und auch lange Zeit danach, im Geringsten vorstellbar, dass es irgendeinen außerordentlichen Einfluss des Geistes Gottes darin gab, sondern nur, dass ich nun weiter sah, und mein Verstand die darin liegende Gerechtigkeit und Vernünftigkeit erfasste. Mein Denken ruhte jedoch darin; und es machte ein Ende mit all dieser Kritik und all den Einwänden. Und es gab eine wundervolle Änderung meines Denkens, hinsichtlich der Lehre über die Souveränität Gottes, von jenem Tag an bis zu diesem; sodass ich, im absolutesten Sinne, kaum je so etwas wie das Aufkommen eines Einwandes dagegen gefunden habe, dass Gott sich dessen erbarmt, dessen er sich erbarmt, und verhärtet, wen er will. Gottes absolute Souveränität und Gerechtigkeit, hinsichtlich Errettung und Verdammung, ist das, worin mein Denken sicher zu ruhen scheint, ebenso sehr wie in allem, was ich mit meinen Augen sehe. Zumindest manchmal ist es so. Die Lehre erschien sehr oft überragend erfreulich, hell und süß. Absolute Souveränität ist das, was ich Gott zuzuschreiben liebe. (Jonathan Edwards, Selections, 58-59).

Eine kurze Übersicht über Römer 9

Das alles ist ein bisschen irreführend als Einleitung für Römer 9. Aber nur ein bisschen. Es könnte der Eindruck vermittelt werden, dass Römer 9 eine Abhandlung über die Souveränität Gottes ist. Ist es aber nicht. Römer 9 ist eine Erklärung dafür, warum das Wort Gottes nicht hinfällig geworden ist, selbst wenn Gottes erwähltes Volk Israel als Ganzes nicht zu Christus umkehrt und nicht gerettet wird. Die Souveränität der Gnade Gottes wird als letzter Grund für Gottes Treue trotz Israels Versagen ins Spiel gebracht, und damit als die tiefste Grundlage für die kostbaren Verheißungen aus Römer 8. Denn falls Gott seinem Wort nicht treu ist, können wir uns auch nicht auf Römer 8 verlassen.

Bedenkt diese kurze Übersicht. Vers 3 zeigt uns, dass Israel als Ganzes verflucht und von Christus abgeschnitten ist: „denn ich selbst, ich habe gewünscht, verflucht zu sein von Christus weg für meine Brüder, meine Verwandten nach dem Fleisch“. Nächste Woche werden wir uns mit den Argumenten des Paulus beschäftigen. Achtet jetzt nur darauf, dass dies die Notlage Israels ist: „verflucht und von Christus abgeschnitten“. Das wirft ein gewaltiges Problem auf! Was ist denn nun mit dem Wort Gottes – dem Wort der Verheißung an Israel und mit dem Bund: „Ich werde ihr Gott sein, und sie werden mein Volk sein.“ (Jer 31,33).

Also beantwortet Paulus diese Frage in Vers 6: „Nicht aber als ob das Wort Gottes hinfällig geworden wäre“. Ihr seht, was auf dem Spiel stand. Es sieht so aus, als wäre Gottes Wort hinfällig geworden! Aber Paulus verneint das. Dann gibt er die Erklärung, die ihn in die Lehren der bedingungslosen Erwählung und der göttlichen Souveränität über den Willen des Menschen hineinkatapultiert. Seine Erklärung in V. 6b lautet: „denn nicht alle, die aus Israel sind, die sind Israeliten“. Nicht das ganze physische Israel ist das wahre Israel. In anderen Worten: Die Worte Gottes sind niemals hinfällig geworden, weil die Verheißungen nicht dem ganzen ethnischen Israel auf eine solche Weise gegeben wurden, die die Rettung jedes einzelnen Israeliten sicherstellt.

Vers 8 wiederholt es: „Nicht die Kinder des Fleisches, die sind Kinder Gottes, sondern die Kinder der Verheißung werden als Nachkommenschaft gerechnet“. In anderen Worten: nicht alle physischen Nachkommen Abrahams sind die Empfänger der Bundesverheißungen. Wer dann? Und hier kommt Paulus direkt zur Grundlage der Erklärung. Was er sagt, ist: Die Empfänger der Verheißung sind die Kinder der Verheißung. Aber, so fragen wir, wer sind diese? Welche Bedingungen müssen sie erfüllen, um die „Kinder der Verheißung“ zu sein?

Die Antwort des Paulus mit der Veranschaulichung von Jakob und Esau in Vers 11, konfrontiert uns mit der letztendlichen Souveränität Gottes im Erwählen derer, welche die Empfänger der Verheißung sein werden. Bezüglich Jakob (der Erbe wurde) und Esau (der es nicht wurde) sagt Paulus: „Denn als die Kinder noch nicht geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten [das ist die Bedingungslosigkeit, und hier folgt der Grund dafür] – damit der nach freier Auswahl gefasste Vorsatz Gottes bestehen bliebe [hier haben wir die Erklärung, die tiefer reicht als menschliche Bedingungen – Gottes souveränen Vorsatz], nicht aufgrund von Werken, sondern aufgrund des Berufenden [achtet darauf: er setzt nicht Werke in Gegensatz zum Glauben, sondern zum „Berufenden“ – nicht einmal der Glaube ist hier als Bedingung im Blick] -, wurde zu ihr [Rebekka] gesagt: ‚Der Ältere wird dem Jüngeren dienen‘“

All das wirft die Frage nach Gottes Gerechtigkeit auf. Paulus versteckt hier nichts. Er legt alles offen. In Vers 14 sagt er: „Was sollen wir nun sagen? Ist etwa Ungerechtigkeit bei Gott?“ Seine Antwort lautet nein. Und nachdem er Mose über Gottes Freiheit zitiert, dem barmherzig zu sein, dem er barmherzig sein will (Vers 15), wiederholt er in V. 16 die absolute Bedingungslosigkeit darin, von Gott erwählt zu sein, um ein Kind der Verheißung zu sein: „So liegt es nun nicht an dem Wollenden, auch nicht an dem Laufenden, sondern an dem sich erbarmenden Gott.“

Das führt dann zur Frage in Vers 19: „Warum tadelt er noch? Denn wer hat seinem Willen widerstanden?“ Das sind die Fragen, mit denen wir in diesem Kapitel konfrontiert werden. Ist das ganze Israel „die Kinder der Verheißung“, oder nur einige? Wenn nur einige, was ist es, dass einen Menschen zu einem Kind der Verheißung macht und einen anderen nicht? Wenn es letztendlich Gottes bedingungslose, freie Gnadenwahl ist, ist er dann ungerecht? Wenn er so frei ist, denen barmherzig zu sein, denen er barmherzig sein will, und die zu verhärten, die er verhärten will (Vers 18), und wenn es nicht vom menschlichen Willen oder vom menschlichen Laufen abhängt (Vers 16), warum tadelt er dann noch?

Die Aussage von Römer 9: Das Wort Gottes ist nicht hinfällig geworden

Ihr könnt also sehen, dass die Fragen der Erwählung Gottes und des Willens des Menschen, und der Gerechtigkeit Gottes, und der Schuld des Menschen, und der Souveränität Gottes alle in diesem Kapitel enthalten sind. Sie sind aber nicht um ihrer selbst willen da. Sie sind dafür da, diese brennende Frage zu erklären: Wie kann Gottes auserwähltes Volk Israel verflucht und von Christus abgeschnitten sein, wenn das Wort Gottes zuverlässig ist? Wie kann Vers 6a wahr sein: „Nicht aber als ob das Wort Gottes hinfällig geworden wäre“. Darum geht es in diesem Kapitel.

Werden die Verheißungen aus Römer 8 bestehen bleiben?

Und eines ist für uns absolut entscheidend, wenn wir zum Tisch des Herrn kommen. Werden die Verheißungen aus Römer 8 bestehen bleiben? Werden die mit Blut bezahlten Verheißungen bestehen bleiben, auf welche wir Heiden und Juden unser Leben bauen? Wird Gott zu seinen Zusagen stehen, die mit dem Blut seines Sohnes besiegelt sind? Wird er alle Dinge zu unserem Besten dienen lassen? Werden die Vorherbestimmten berufen, werden die Berufenen gerechtfertigt, und werden die Gerechtfertigten verherrlicht? Wird er uns mit ihm alles geben? Wird uns nichts von der Liebe Gottes in Christus trennen? Gibt es nun wirklich keine Verdammnis, und wird es morgen auch keine Verdammnis geben?

Römer 9 kommt aus diesem absolut entscheidenden Grund nach Römer 8: Es zeigt, dass das Wort des Bundes Gottes mit Israel nicht hinfällig geworden ist, weil es in Gottes souveräner, erwählender Barmherzigkeit gegründet ist. Deshalb werden die Verheißungen für das wahre Israel und die Verheißungen aus Römer 8 bestehen bleiben! Das ist die frohe Botschaft von Römer 9. Die durch das Blut Christi erkauften Verheißungen werden durch die souveräne Macht Gottes vollzogen.

Oh wie dankbar, wie demütig und wie zuversichtlich wir sein sollten, wenn wir den Herrn an seinem Tisch anbeten.

[1] Auf deutsch etwa: „Die Rechtfertigung Gottes“.

Über Sergej Pauli

Hallo, ich bin Sergej Pauli, Jahrgang 1989 und wohne in Königsfeld im Schwarzwald. Ich bin Ingenieur, verheiratet, habe vier Kinder. Diesen Blog möchte ich nutzen, um über das Wort Gottes und seine durchdringende Wirkung bis in unsere Zeit zu schreiben. Hast du bestimmte Fragen oder Anliegen, dann scheue dich nicht, mich zu kontaktieren. Hast du bestimmte Fragen oder Anliegen, dann scheue dich nicht, mich zu kontaktieren.

27 thoughts on “Die absolute Souveränität Gottes

  1. Ein ähnlicher Beitrag wie obiger war hier schon mal zu lesen. Aber dieser ist nicht weniger verwirrt und grundlegend falsch als der erste.

    1. „Die Souveränität Gottes bedeutete für mich, dass er alles mit mir tun konnte, was ich ihm zu tun erlaubte.“ Der Atheismus ist der beste Beweis dafür. Diese denken nicht im geringsten daran Gott etwas zu erlauben.

    2. Denkfehler: „Bewirkt euer Heil mit Furcht und Zittern! Denn Gott ist es, der in euch wirkt, sowohl das Wollen als auch das Wirken zu seinem Wohlgefallen.“ Diese Sätze schrieben Gott das Wollen hinter meinem Wollen und das Tun hinter meinem Tun zu. Die Frage war nun nicht: Habe ich einen Willen? Die Frage lautete stattdessen: Warum will ich das, was ich will? Und die schlussendliche Antwort (nicht die einzige Antwort) war Gott.“ Klar, ohne Grundlage dessen, das wir überhaupt sind, kann man nichts tun. Aber dann ist beim Sünder ALLES Tun selbstbestimmt, also einzig vom jeweiligen Menschen bestimmt.
    3. richtiger Gedanke: „Nach einigen Minuten hitziger Diskussion über die Freiheit meines Willens, hielt ich einen Stift vor sein Gesicht und ließ ihn auf den Boden fallen. Mit viel weniger Respekt als ihn ein Schüler haben sollte, sagte ich: „Ich (!) habe ihn fallen gelassen.“ Irgendwie sollte das beweisen, dass meine Entscheidung, den Stift fallenzulassen, durch nichts Anderes beherrscht wurde als durch mein souveränes Ich.“
    4. „“Aber dank Gottes Barmherzigkeit und Geduld schrieb ich am Ende des Semesters folgende Worte in mein blaues Studien-Notizbuch: „Römer 9 ist wie ein Tiger, der umhergeht und Anhänger des freien Willens wie mich verschlingt.“Der Gedankengang, wie er zu diesem Ergebnis wird nicht aufgezeigt. – Das Ergebnis beruht offensichtlich nicht auf klarem Denken und ist deshalb das Produkt unterbewusster Kräfte.

    Der Hauptfehler Pipers liegt vor allem darin, dass er die „Souveränität Gottes“ überhaupt mit Röm. 9 in Verbindung bringt, die damit überhaupt nichts zu tun hat.
    Wie konfus Pipers Denken ist, gesteht er hier indirekt ein: „Das alles ist ein bisschen irreführend als Einleitung für Römer 9. Aber nur ein bisschen. Es könnte der Eindruck vermittelt werden, dass Römer 9 eine Abhandlung über die Souveränität Gottes ist. IST ES ABER NICHT.“

    Mit völliger Gewissheit können wir sagen, der Mensch HAT einen FREIEN WILLEN. Ich habe das auch hier mit einfachen, jedermann verständlichen Worten aufgezeigt:
    https://manfredreichelt.wordpress.com/2018/02/10/hat-der-mensch-einen-freien-willen/

  2. Luther ging sogar soweit, dass er das Böse auch Gott zuschrieb. Das entnahm er einem Text aus dem AT, den er ganz falsch eingeordnet hat. Das hört sich dann an wie bei den Mohammedanern. Luther hat auch eine Abhandung geschrieben über den „unfreien Willen“. Am Ende ist dann Gott daran schuld, wenn ein Mensch einen anderen umbringt. Das ist doch verrückt.
    Wir wissen aber doch schon aus dem NT, dass Gott alle Menschen retten will.

    1. Was Calvin vertritt, ist ja die Lehre von der „doppelten Prädestination“. Nach ihr sind von Anfang der Welt die einen unwiderruflich zur ewigen Seligkeit bestimmt und die anderen zur ewigen Verdammnis. Beides unabhängig von dem, was sie tun.
      James Hogg (1770-1885) hat in „Die privaten Memoiren und Bekenntnisse eines gerechtfertigten Sünders“ diese Lehre einmal an einem Menschen veranschaulicht, der aufgrund seiner Auserwählung zur ewigen Seligkeit keine Bedenken hatte, mehrere Menschen umzubringen. Ihn konnte ja nichts von der Gnadenwahl trennen.

      Ja, und andererseits ist es dann so, dass ein guter Mensch, der zur Verdammnis bestimmt ist, noch so liebevoll sein und Gutes tun kann – sein Schicksal ist die ewige Qual.

      Nach dieser Lehre tragen eigentlich die Menschen, die für die Ermordung der Juden verantwortlich waren, keine Schuld, denn sie haben das ja nur getan, weil Gott das will…

      Was dieser Auffassung für ein Gottesbild zugrunde liegt, mag jeder selbst entscheiden. Mit so einem Gott möchte ich jedenfalls nicht das geringste zu tun haben.

      Wie verworren die christliche Welt ist, kommt auch hier zum Ausdruck, wo gesagt wird: „Die Prädestination verneint nicht die Möglichkeit eines FREIEN menschlichen WILLENs: in der Regel geht die Lehre von der Prädestination davon aus, dass zwar das endgültige Schicksal eines Individuums vorherbestimmt ist, nicht jedoch seine einzelnen Handlungen, die seinem freien Willen unterworfen sind.“ (Quelle: https://www.heiligenlexikon.de/Glossar/Praedestination.html . Hervorhebungen von mir). – Hier in Pipers Text und mancher Kommentatoren wird er aber völlig geleugnet.

  3. Eigentlich wollte ich ja nicht mehr bei Biblipedia schreiben nach einem gewissen Vorfall, aber …

    Mit völliger Gewissheit können wir sagen, der Mensch hat KEINEN freien Willen.

    Begründung: der natürliche Mensch ist in den Herrschaftsbereich des Satans hineingeboren, „ins Fleisch“. Und somit untersteht der Wille des Menschem dem Willen Satans. Würde Gott selbst nicht den Glauben und das Wollen in uns bewirken und damit Satan „übersteuern“, kämen wir nicht zum Glauben.
    Die von Piper angeführten Bibelstellen reflektieren das. Und Piper maßt sich (glücklicherweise für ihn)nicht an, es dauerhaft besser als Paulus wissen zu wollen oder besser als Gott, der über seinem Wort wacht.

    Luther hatte mit Erasmus von Rotterdam einen interessanten schriftlichen Disput zum Thema vom geknechteten Willen. Liest man die schriften dialogisch, geht Luther m.E. als argumentativer Sieger hervor.
    Luther mag nicht in allen Detailfragen richtig gelegen haben, wir haben seit Luther 500 Jahre, in denenTheologen besser und tiefer einsteigen konnten und daher richtigere Auslegungen brachten. Aber ich freue mich auf Bruder Martin in der Ewigkeit.

    Aus der Bibel wissen wir, dass Gott dem Satan in Grenzen eine freie Hand läßt, siehe Hiob. Das Böse aber bewirkte Satan, nicht Gott, was Hiob angeht. Im Fall des Pharaos hat Gott dessen Disposition verstärkt, aber diese nicht erst geschaffen. Es gibt da feine Unterschiede.
    Im Fall, dass ein Sünder zum Mörder wird: Gott unterscheidet bei der Sünde nicht nach Mord, Totschlag, Taschendiebstahl. Sünde ist immer gleich Trennung von Gott. Die größte Sünde des Menschen ist es, dass er nicht Jesus zum Herrn nimmt. Dass er, wie Adam ( = Mensch), geschaffen aus der Erde (Adama), selber meint zu wissen, was Gut und Böse ist. Ein Mörder kann Dir sogar immer eine Entschuldigung oder einen Grund nennen, aus dem er zum Zeitpunkt der Tat meinte, dass die Tat gerechtfertig war = gut aus seiner Sicht.
    Wird ein Christ zum Mörder / Dieb / Sünder, dann gilt: es war nicht Gott, der die Tat gegangen hat. Es war der Christ, der in dieser Situation nicht nachgefragt hat, was Gottes Wille ist. Aber er kann sich der Sündenvergebung gewiss sein. Da unterscheidet er sich nicht viel von Petrus, der doch trotz aller Beteuerungen dreimal seinen Herrn verleugnete. Oder von Abraham, der zwar Gottes Aufträge gehört hat, aber diese nur halbherzig ausgeführt hat und m.E. erst dann das richtige Gottvertrauen zeigt, als er bereit ist, seinen eigenen Sohn zu opfern.

    Ja, Gott will alle Menschen retten, aber er zwingt uns auch nicht. Als David der Verantwortungsgemeinschaft aus Nabal und Abigail begegnet, wollte der Nabal als Haupt ja auch nicht David dienen. Wenn Gott / Jesus den Menschen rufen, dann liegt es an uns zu hören (oder auch nicht), dem Nabal in uns zuwider zu handeln, und den Rest übernimmt Jesus, den Nabal zum schweigen zu bringen und dann abzutöten. Und dann geht es in die Brautgemeinde.
    Die Schilderung dieser Begebenheit zeigt m.E. am besten auf, wie Jesus (=David) in das Leben eines Menschen (Nabal & Abigail) tritt und wie es da mit unserer eigenen Verantwortung in dieser Situation aussieht.

    1. Sie können sich ja zusammenreimen, was sie wollen, wie es Piper & Co. getan haben. Dass der Mensch einen freien Willen hat ist OFFENSICHTLICH. Ihre Argumentation widerlegt das nicht.
      Die Menschen finden durch einen ganz einfachen Mechanismus zu Gott: Jeder Mensch leidet und wenn es dem Menschen zu viel wird, fragt er u.U. nach Gott (Ausnahmen bestätigen die Regel).
      Um das zu verstehen brauchen wir kein Geschwurbel aus unverdauter Bibellektüre.

      1. Es ist offensichtlich, dass der Mensch keinen freien Willen hat. Schon wenn die Augen etwas Angenehmes sehen, meldet sich die Stimme im Kopf mit „haben wollen“ – egal ob es ein Auto, eine hübsche Frau, oder eine Modelleisenbahn ist. Und diesen Gedanken „haben wollen“ kann man erst gar nicht verdrängen, der kommt automatisch, bis der Geist oder Verstand uns etwas anderes sagt. Nicht umsonst sagt Jese „Wenn Dein Auge dich verführt …“
        Das gleiche gilt für Nase und leckeres Essen riechen, und man hat nicht mal genug freien Willen, um aus eigener Kraft mit dem Atmen aufhören zu können.
        Schon allein die körperlichen Triebe (Hunger, Durst, Aktivitäten für Verheiratete …) beweisen jeden Tag, dass der Wille gar nicht frei ist.
        Die Feststellung Gottes nach der Sintflut, dass (je)der Mensch ein Sünder ist von Jugend auf an zeigt, dass der Mensch keinen freien Willen hat.

        Nächster Punkt: es ist nicht MEINE Argumentation. Es ist das, was Gott in Paulus gewirkt hat zu schreiben. An mir und meiner Auslegung der Schrift kann sich jeder gerne vorbeischieben, das macht mir nichts aus. Und wie man jeweils mit Gottes Wort umgeht, das muss jeder selbst verantworten vor Gott. Wer andere dabei in die Irre leitet, als „Lehrer“, …, da steht auch einiges zu geschrieben.
        Und mancher hat nicht mal genug freien Willen, um von seinen menschengemachten Irrlehren und der Überhöhung des Menschen abzulassen, einfach weil ihm der Blick auf das Evangelium verbaut ist. Die kleine Abigail schweigt mittlerweile in diesem Menschen, weil der Nabal (übersetzt = Narr) fest das Zepter schwingt.

        1. 1) Die Begierdenhaftigkeit des Menschen widerspricht überhaupt nicht seinem freien Willen, sondern setzt ihn voraus. Denn wenn man einen freien Willen hat, dann kann man sich mittels diesem auch unfrei machen, INDEM man sich in Begierden verstrickt, d.h. lustbringende Handlungen aus Lust immer wiederholen will.
          Das sollte man gerade als Christ wissen, denn wie soll man sonst frei von seinen leidvollen – weil sinnliche Verstrickung unweigerlich Leid nach sich zieht – Begierden werden?
          2) Paulus schreibt nicht, dass der Mensch KEINEN freien Willen hat, sondern es ist nur davon die Rede, dass der sich mit dem Leib identifizierende Mensch weitgehend unfrei gemacht hat, dass er zwar Einsicht in das Gute haben kann (was gar nicht mal bei jedem Menschen der Fall ist), aber seine Liebe zu den sinnlichen Objekten verhindert, dass er das Gute tun kann. Deshalb ist, wie Jesus und die Apostel schreiben, eine Neugeburt notwendig. D.h. der Mensch muss sich mit dem Ewigen identifizieren und da das Ewige Grundlage alles Existierenden – also ABSOLUT FREI – ist, kann er sich von den Anhaftungen an das Weltliche lösen. Es wird also das Wollen geweckt und durch Erkenntnis der Wahrheit das Vollbringen möglich.
          Aber da hapert es in der Christenheit gewaltig, weil diese Wahrheiten nicht gelehrt werden. Deshalb kommt der Geist der Wahrheit erst gar nicht dazu „Gelenk“, „Mark“ und „Bein“ zu trennen (Hebr. 4,12)
          https://manfredreichelt.wordpress.com/2017/02/17/jeder-christ-ein-psychologe/

          1. —Deshalb ist, wie Jesus und die Apostel schreiben, eine Neugeburt notwendig. D.h. der Mensch muss sich mit dem Ewigen identifizieren und da das Ewige Grundlage alles Existierenden – also ABSOLUT FREI – ist, kann er sich von den Anhaftungen an das Weltliche lösen. —

            In ihrem gesammten Text gibt es Widersprüche über Widersprüche, sie stellen die ,,Erlösung des Menschen“ immer so dar, daß er sich selbst mit dem Schopf aus dem Wasser ziehen muss.
            Damit machen sie mal wieder deutlich was sie vom wirken des H.G. halten. Es ist ja nicht ihre Lehre die im widergeborenen Christen Früchte trägt, sondern der H.G. sorgt für wachstum und reife der Gläubigen, sie verweisen also vom Wort Gottes, auf sich selbst, und stellen ihre Lehre psychologisch geschickt höher als den H.G.

            —Aber da hapert es in der Christenheit gewaltig, weil diese Wahrheiten nicht gelehrt werden. Deshalb kommt der Geist der Wahrheit erst gar nicht dazu „Gelenk“, „Mark“ und „Bein“ zu trennen —

            Und obendrauf packen sie noch, das der Geist der Wahrheit keine Wirkung zeigt, und verweisen auf ihren Link, um eine dumme Christenheit aufzuklären.
            Ihr Vertrauen in Gott ist gleich ,,Null“

        2. Die körperlichen Notwendigkeiten haben nichts mit dem freien Willen, um den es hier geht, zu tun. Im übrigen kann man die auch eine gewisse Zeit einschränken. Man kann z.B. auch einige Tage, ja sogar einige Wochen fasten, nur das Nichttrinken geht nicht lange.
          Menschen können also einige Zeit auch ihre natürlichen Bedürfnisse unterdrücken, wo nötig.
          Wenn Menschen missioniert werden, dann werden sie willensmässig auch vor eine Entscheidung gestellt.. Sie können ja sagen oder nein zu dem, was ihnen gesagt wird. Wenn jemand ja sagt, dann kann man freilich postulieren, dass da auch noch Gebet anderer oder anders gesagt, die Gnade mitgewirkt hat, aber wollen muss jeder selber. Gott zwingt niemandem etwas auf, denn er will, dass wir ihn aus freien Stücken lieben und nicht gezwungenermassen.

      2. Ihre Meinung , bleibt ihre Meinung und mehr nicht.
        Wer die Bibel mehrmals gelesen hat, findet keinen
        uneingeschränkten, freien Willen. Unter diesen Umständen
        hätte Gott nicht eine Prophetie, der Endzeit abgeben
        können, weil ein un eingeschränkter, freier Wille, das nicht
        ermöglichen würde. Nun greift der Schöpfer, aber, laut
        Bibel, gerade in den letzten Tagen, vor der Ankunft Jesus Christus, bestimment ins Weltgeschehen ein, wie z.b in
        Sach. 12 beschrieben und führt über den Willen des
        Menschen, das herbei, was er geplant hat. die Bibel ist
        voller solcher Endzeitprophezeiungen, welche einen
        völlig freien Willen, vollständig ausschliessen. Jeremia 30

  4. „Weil ja Gott alles in allem schafft und wirkt, schafft er notwendigerweise auch im Satan und im GottIosen“ sagt Luther, der Gott als einen Willkürgott ansieht. In der Auseinandersetzung zwischen ihm und Erasmus sind Luthers Argumente sehr widersprüchlich.
    Jeder Mensch hat ein Gewissen, das zwar mehr oder weniger verdorben sein kann, aber das Gewissen kann man als etwas ansehen, was noch als Rudiment in jedem Menschen vorhanden ist und wohl letztlich auch von Gott stammt, wenn es wie gesagt ohne Gott auch nicht rein ist. Insoweit kann ein Mensch, der vor einer Entscheidung steht, ob er böse oder gute Dinge wählt, frei entscheiden. Luther meint, es sei so, dass Gott einen Menschen reitet oder der Satan. Demnach gäbe es nur Vollkommene oder Teufel. Jeder weiss aber, dass das nicht zutrifft. Die Dinge sind jedenfalls nicht nur schwarz oder weiss.

    file:///C:/Users/bio-d/Downloads/8_Der-Geist-im-Widerspruch.pdf

  5. Der freie Wille ist eine ,,einmalige“ Entscheidung, schon in Eden wurde diese Freiheit zu einem Fallstrick für den Menschen, er übergab seinen freien Willen an Satan, in dessen Willen er nun weiterleben musste.
    Paulus sagt: das Böse das ich nicht will, tue ich……
    Der Mensch ist noch seiner alten Natur ausgeliefert, mit dem Geist aber ist er zu Gott zurückgekehrt, seine Erlösung besteht darin, das Jesus schon den vollkommenen neuen Menschen geschaffen hat, so steht er schon jetzt vor Gott ,,in Jesus“. Die alte Natur liegt im sterben, ist aber noch mit beiden Füssen in der Welt verhaftet, darum sind wir Sünder, ,,wer sagt er habe keine Sünde, macht Gott zum Lügner.
    Der Mensch lebt also noch in zwei Bereichen, ,,in der Welt“ und ,,schon im Himmel“. Ob ich mit meinem Willen etwas zum Bösen entscheide hat nichts damit zu tun das ich mich einmalig für Gott entschieden habe, sonst wäre ich ja mal Erdenbürger und mal Himmelsbürger.
    Aber in Jesus bin ich Erbe, …..Denn wo ein Testament ist, da muß noch der Tod eintreten des, der das Testament gemacht hat. Hebräer 9.16
    Jesus starb um uns zu Erben zu machen, und wenn unser Fleisch entgültig stirbt, wenn wir tot sind, dann erst tritt die vollkomene Freiheit ein.
    Nur durch die Erlösung durch Jesus kann der freie Wille zu Gott zurückkehren. Solange wir auf der Erde leben stehen wir in der Zerreißprobe, in der wir noch feststecken und die es zu überwinden gilt. So wie Paulus sagt: Das Böse das ich nicht will, das tue ich…… der Streit zwischen Fleisch und Geist.

  6. Der höchste Wille ist der Wille Gottes, also kann der Wille des Menschen nur in Gott münden, denn der Wille des Menschen ist nicht höher und nicht freier als Gott, ……Gott schuf den Menschen nach Seinem Bilde.
    Nun hat der Mensch sich aber selbst erniedrigt und sich aus dem Willen Gottes gelöst, so fehlt ihm also die Würde des freien Willens den er im Einklang mit Gott hatte als ,,Ebenbild Gottes“

    (Jesus) In seiner Niedrigkeit war ihm gerechtes Urteil versagt. Wer wird von seinem Geschlecht reden? Denn sein Leben wird von der Erde weggenommen. Apg 8.33
    Auch hier hat Jesus den tiefen Fall des Menschen, der sich in die Niedrigkeit begab als er den Willen Gottes verließ, auf sich genommen.

  7. .
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    Tja, 6 Kommentatoren, 6 Meinungen allein zu diesem Thema (von dem wir uns bereits wie so oft auch ganz schnell wieder entfernt haben.)

    Die vielen unterschiedlichen Meinungen sind das traurige Ergebnis von 2000 Jahren Jesusgeschichte bzw. christlicher Kirchengeschichte.

    Es gibt unzählbare christliche Kirchenväter und unzählige christliche Richtungen verschiedenster christlicher Kirchen und Gemeinschaften.
    Die Einen betonen dies, die Anderen das. Und umgekehrt.

    Wir verinnerlichen in aller Regel zuerst das als richtig, was wir in unseren Ursprungsumgebungen (Familie, Gemeinde, Kirche) jeweils gelernt haben. Doch gibt es viele Gründe, warum etliche ihre ursprüngliche Gemeinde verlassen und woanders hin wechseln.
    Es hat oft etwas mit Unwohlsein zu tun. Und mancher versteht dazu die eigene Gemeindelehre nicht mehr und wechselt in eine andere Kirche oder Gemeinde, deren Verhalten oder Verständnis mehr überzeugt.
    Es gibt vielerlei beschreibbare und erklärliche Gründe für Veränderung.

    Oft kommt sogleich die ängstliche Frage: Was ist nun richtiger? Soll ich, muss ich .wechseln…… oder soll ich nicht, muss ich nicht?
    Es ist auch ein seelisches Gefühlsproblem. Man verliert vielleicht auch diejenigen, die persönliche enge Freunde waren. Man wird vielleicht sogar von ihnen verstoßen und sie wenden sich menschlich ab.

    Die meisten von uns einfachen Christenmenschen können sich aus vielerlei Gründen mit den 2000 jahre alten kirchengeschichtlichen Hintergründen nicht beschäftigen.

    So wissen wir oft nicht, welchen geistlichen Kirchenvätern und welcher christlichen Strömung wir im Herzen folgen.
    Viele sagen: „Ich hab doch die Bibel“ und vergessen oder übersehen aber dabei, dass die LEHREN selbst jedoch Auslegungen der Bibel durch die dazwischen stehenden Kirchenväter, Päpste, Kirchenleiter, Prediger, Bischöffe und dazu heute tausenden christlichen Buchschreibern folgen, die wie Kirchenväter ihre eigenen Auslegungen und Denkrichtungen, oft sogar nur Meinungen anstelle von sachlichen Beschreibungen schreiben und unters einfache Volk bringen, die das Gemeindevolk gar nicht überprüfen kann..

    Wir sehen hier und heute das Ergebnis.

    Zusammenfassung:
    Wer von uns allen ist überhaupt in der Lage,
    1. zu erkennen in welcher christlich-theologischen Strömung er sich selbst bewegt und
    2. wer kann alle die Inhalte aller christlichen Richtungen und Strömungen zuerst Mal mit Ausdauer lesen und dann auch noch inhaltlich beurteilen, was nun der Bibel selbst inhaltlich entspricht, oder welche die einzige wahre Richtung, Strömung und Auslegung der Bibel ist?

    Alle berufen sich auf den Heiligen Geist und doch kommen sie zu den unterschiedlichsten Auslegungen. Und alle sagen: WIR haben den Heiligen Geist.

    Was passiert? Genau das, was ich eingangs schrieb:
    6 Christen, 6 Meinungen.

    Darüber sollten wir mal dringend reden, weil es grundwichtig ist.

    Lieber Sergej, danke, dass du das hier (hoffentlich) zulässt.

    Liebe Grüße

    1. —Es gibt unzählbare christliche Kirchenväter und unzählige christliche Richtungen verschiedenster christlicher Kirchen und Gemeinschaften.
      Die Einen betonen dies, die Anderen das. Und umgekehrt.—

      Nachfolge Jesu ist ja kein ,,Lernprozess im Sinne von ,,lerne erstmal die komplette Kirchengeschichte, mit ihren vielen unterschiedlichen Auslegungen.
      Nachfolge ist das Leben selbst, und auch darin finden sich Fehler, und das darf auch sein.
      Unterschiedliche Meinungen regen zum diskutieren an, und jeder Einzelne weiß was er glaubt und wie er glaubt. Selbst wenn der H.G. in unser Leben hineinspricht, ist es erstmal für jeden persönlich, ….und wollte man es mitteilen, wird es nie so ankommen, wie es im persönlichen Leben erkannt wird.
      Natürlich ist es verwirrend wenn falsche geistliche Erkenntnisse unterwegs sind, darum ist es wichtig das jeder selbst prüft ,,im Wort Gottes“, das macht Mühe und das bleiben in der Nähe Jesu.

      —Wir verinnerlichen in aller Regel zuerst das als richtig, was wir in unseren Ursprungsumgebungen (Familie, Gemeinde, Kirche) jeweils gelernt haben.—

      Auch (Familie, Gemeinde, Kirche) haben nicht das letzte Wort im Leben eines Gläubigen, es ist Jesus selbst der den (Lebens)Weg führen will, das ist das Einzigartige in jedem Christenmenschen, denn niemand ist automatisch Kind Gottes weil er es so in Familie, Gemeinde usw. gelernt hat, Glaube ist individuell und schreibt eine eigene Geschichte in jedes Leben, siehe: Abraham, Mose, Paulus, Zacharäus, Petrus, Thomas usw.
      So wie kein Leben dem anderen gleicht, so gleicht auch keine persönliche Glaubensgewissheit der anderen. Darum sind unterschiedliche Meinungen nicht traurig, sondern können eine Bereicherung sein, besonders dann wenn sie auf den hinweisen der den Glauben im Menschen entfacht.

      Woran liegt es nun, das Christen oft so uneins sind? Rechthaberei? Selbstbezogenheit? Mangelnde Geduld dem Anderen zu zu hören, oder auch Ängste, das Erkannte zu verlieren, (halte was du hast, daß niemand deine Krone nehme!), es gibt viele Gründe, aber so ist das Leben und so vielfältig ist der Glaube. Trennung geschieht da wo jeder Recht haben will.

    2. „Wir verinnerlichen in aller Regel zuerst das als richtig, was wir in unseren Ursprungsumgebungen (Familie, Gemeinde, Kirche) jeweils gelernt haben.“ –

      Genauso ist es. Und wären diejenigen, die dabei stehenbleiben, in einem islamischen Land geboren, so wären die, die sich Christen nennen Mohammedaner, und wenn in Asien geboren Hindus oder Buddhisten….
      Deshalb muss man, um zur Wahrheit zu kommen: Was sind die Probleme des Menschen? Wie könnten sie gelöst werden?
      Nur sich auf ein Buch berufen, das man nicht versteht, führt in die Irre.

      1. —Genauso ist es. Und wären diejenigen, die dabei stehenbleiben, in einem islamischen Land geboren, so wären die, die sich Christen nennen Mohammedaner, und wenn in Asien geboren Hindus oder Buddhisten….—

        Nicht vergessen, es ist Gott der beruft und erwählt, zu Seiner Zeit, in jedem Land….
        Und es ist Gott der auch Krisen nutzt damit Sein Wort wieder gehört wird.

        Man bedenke das Sein auserwähltes Volk seit 2000 Jahren noch immer eine Decke vor Augen hat.
        Gott sitzt im Regiment, Seine Pläne sind vollkommen.

  8. @ Sergej >…und ich habe mich schon gewundert, wo der obligatorische Link auf eigene Artikel bleibt<
    Ja und? Ist es nicht schön, wenn jemand etwas zur Erhellung des Themas beitragen kann, zumal ich bereits eine überzeugende Antwort dazu gefunden habe? – Ich hoffe, Du machst nicht nur solche Bemerkungen, sondern liest auch meine Beiträge. Diese verhelfen wirklich vielen Menschen zur Klarheit in der Wirrnis der divergierenden Bibelauslegungen. Vor allem ist auch was ich schreibe praxisbewährt.
    "Und er hat einige als Apostel eingesetzt, einige als Propheten, einige als Evangelisten, einige als Hirten und Lehrer, damit die Heiligen zugerüstet werden zum Werk des Dienstes.Dadurch soll der Leib Christi erbaut werden,bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der ERKENNTNIS des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi, damit wir nicht mehr unmündig seien und uns von jedem Wind einer Lehre bewegen und umhertreiben lassen durch trügerisches Spiel der Menschen, mit dem sie uns arglistig verführen." Eph. 4, 11-14

  9. @ Lilli.
    >In ihrem gesammten Text gibt es Widersprüche über Widersprüche, sie stellen die ,,Erlösung des Menschen“ immer so dar, daß er sich selbst mit dem Schopf aus dem Wasser ziehen muss.Ihr Vertrauen in Gott ist gleich ,,Null“< Wenn es so wäre, würde ich längst nicht mehr leben und ich hätte auch keine Berufung empfangen.

  10. @ Lilli.
    Mein Text war nicht vollständig.

    >In ihrem gesammten Text gibt es Widersprüche über Widersprüche, sie stellen die ,,Erlösung des Menschen“ immer so dar, daß er sich selbst mit dem Schopf aus dem Wasser ziehen muss.Ihr Vertrauen in Gott ist gleich ,,Null“< Wenn es so wäre, würde ich längst nicht mehr leben und ich hätte auch keine Berufung empfangen.

  11. @ Lilli
    >In ihrem gesammten Text gibt es Widersprüche über Widersprüche, sie stellen die ,,Erlösung des Menschen“ immer so dar, daß er sich selbst mit dem Schopf aus dem Wasser ziehen muss.Ihr Vertrauen in Gott ist gleich ,,Null“<
    Wenn es so wäre, würde ich längst nicht mehr leben und ich hätte auch keine Berufung empfangen.

  12. Die absolute Souveränität Gottes.

    Ich sage, beim „Sündenfall“ hat Gott uns etwas von seiner Souveränität als seine Ebenbilder übertragen und abgegeben. Er hat uns fortan erkennen lassen, was Gut und Böse ist.

    Das bedeutet MENSCHLICHE Verantwortung und Handlung in und für die Welt.

  13. Schwieriges Thema. M. E. spiegelt gerade die mögliche und verantwortliche Wahlfreiheit des Menschen aufs Deutlichste seine Ebenbildkeit mit Gott wider. Durch seine Disposition/Veranlagung/Fleisch/Schwachheit des Leibes/Erbsünde sind die Vorausetzung jedoch gegeben, dass seine Wahlfreiheit durch die Macht der Sünde mehr oder minder in Mitleidenschaft gezogen wird, beeinträchtigt wird. Luther: „Ja, freilich hat er dir einen freien Willen gegeben, warum willst du ihn denn machen zu einen eigen Willen und lässet ihn nicht frei bleiben?“ (aus Auslegung deutsch des Vater Unser für die einfältigen Laien)

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