Ist die Reformation vorbei? (youtube)

(c) Willhelm G. Adelberger

Die Veranstalter wollten mit der livestream-Veranstaltung „Ist die Reformation vorbei?“ …

  • sowohl die Grundzüge des ‚alten Evangeliums‘ präsentieren: „Was ist das Evangelium?“,
  • als auch eine notwendige Diskussion über Theologie und ‚Kirchengeschichte‘ anstoßen: „Was wir ‚der Kirche‘ verdanken?“

Ob Ihnen das gelungen ist, können Sie nach Lektüre der beiden Abendvorträge bewerten:


25.09.2020, 19:30
26.09.2020, 19:30

Gibt es 500 Jahre nach der Reformation nennenswerte Unterschiede zwischen der römisch katholischer Auffassung und dem Verständnis des Evangelium, wie es die Reformation hervorbrachte, über die es sich lohnt, einen kritischen und respektvollen Dialog zu führen?

Leonardo de Chirico

Quellen:

Dieser Blog-Beitrag von Uwe Brinkmann erschien zuerst auf brink4u . Lies hier den Original-Artikel "Ist die Reformation vorbei? (youtube)".

Über Uwe Brinkmann

beruflich +21 Jahre als Projektleiter in der Bauabteilung eines kommunalen Energieversorgers; jetzt Facheinkäufer für Bau- und Ing.-Leistungen ...-... aufgewachsen in der 4. Generation der "Brüderbewegung"; trotz kritischer Aufarbeitung von daher geprägt: heute moderater "Dispi" seit seiner "Bekehrung" (1981) theol. Autodidakt, 1993/94 für eine theol. Kurzausbildung in den USA seit 1987 im Großraum München in der Gemeinde- und Jugendarbeit tätig; einer der Gemeindeleiter und Gründungsmitglied (1997) einer evangelisch-freikirchlichen Gemeinde (im Ehrenamt), der "Christl. Gemeinde Unterschleißheim" (www.cgush.de) Mitarbeiter eines übergemeindlichen Schlungsprogramm: H3: "Hirn, Herz und Hand" im Großraum München; seit 01.01.2015 Blogger (www.brink4u.com) * 1962 (Oberhausen / Rhld.), seit 1992 verheiratet, 4 Kinder

3 thoughts on “Ist die Reformation vorbei? (youtube)

  1. Das Wort Gottes, die Bibel stammt doch von der Kirche und nicht umgekehrt. Wer hat den den biblischen Kanon letztlich festgelegt?
    Wenn man diese Tatsache berücksichtigt, dann beantwortet sich die Frage Bibel oder Kirche von selber.

    Was dann Luther angeht, so ging der von einem Katholizismus aus, der zu seiner Zeit unklar war. Stichwort Nominalismus gegen Scholastik. Neues hat Luther nicht entdeckt, denn fass die Gnade Gottes ganz entscheidend ist und auch der Glaube, das war in der Kirche von Anfang an bekannt. Nur zur Zeit von Luther sind diese Kenntnisse zum einem beträchtlichen Teil, wenn auch nicht ganz , verloren gegangen, doch aber in den Hintergrund gelangt, sodass manche behaupten konnten, Luther habe etwas Neues entdeckt. Wenn das so gewesen wäre, dann hätte es ja keine begnadeten Gläubigen vor der Zeit Luther gegeben, ausser eben die der apostolischen Zeit. Das aber trifft ja nicht zu.

    Da streitet man sich heute um Dinge, über die es gar keinen Streit geben dürfte, weil die Fakten anders lauten wie oben erwähnt. Man kann sich lediglich darum streiten, ob neue Erkenntnisse der Kirche im Detail noch zu dem passen, was original frühchristlich ist bwz. ob Neues dem Frühchristlichen widerspricht und zwar geistlich gesehen widerspricht und da kommen freilich Christen aus der evangelischen Abteilung zu anderen Meinungen als Katholiken, besonders die enggeführten Evangelischen.

    1. Das Wort Gottes stammt nicht von „der Kirche“. Als den Protestanten näher stehender Christ gehe ich davon aus, dass alle zum Kanon gehörenden Bücher vom Heiligen Geist inspiriert sind und Gott über sein Wort auch wacht. Die Kanonisierung war, mit leichtem Gezerre hier und da, im 4. Jahrhundert weitgehend abgeschlossen. Hinsichtlich der Bedeutung der Apokryphen gab und gibt es nicht unbedingt Einigkeit.

      Die „Gnade Gottes“ kann man auf vielerlei Arten interpretieren. Der eine interpretiert daraus, dass Gott der Kirche die Sakramente zur Verwaltung gegeben hat (aus Gnade), die evangelische Kirche sieht das Thema Gnade „anders“, eher paulinisch: der Christ wird aus Gnade gerettet, allein aus dem Glauben. Sakramente oder „Sakramentsverwalter“ spielen da keine Rolle. Luther hat da nichts Neues entdeckt, sondern sich überwiegend an Paulus gehalten.
      Die 1999 von katholischer und evangelischer Seite unterzeichnete Erklärung zur Rechtfertigungslehre halte ich von daher schlichtweg für eine Mogelpackung: der gemeinsame Nenne „aus Gnade“ wird zwar genannt, aber die Vorstellungen gehen dann doch sehr auseinander, was damit denn gemeint sei.

  2. Aber es waren ja Menschen, die den Kanon letztlich festgelegt haben und die eben, die in der Kirche das zu bestimmen hatten, daher DIE Kirche. Als Protestant will man das natürlich nicht wahrhaben, aber nun ist der heilige Geist nicht gekommen und hat gesagt, dieses oder jenes Buch muss in den Kanon, ein anderes nicht. Man weiss ja, das eben die ältesten Schriften des NT in den Kanon kamen, die jüngeren nicht, auch wenn die auch nicht ohne Wert waren. Daher hat man die Clemensbriefe auch nicht genommen wiewohl sie geistlich gesehen auch wertvoll sind. Ich denke, da waren auch praktische Überlegungen dabei, wobei man freilich dann auch den heiligen Geist mit einbeziehen kann, den der ist ja auch nicht unlogisch.

    Was die Rechtfertigungslehre der beiden Kirchen angeht, da sind Unterschiede in der Interprädation, das stimmt. Die Katholiken sehen die Sakramente, die sie auch aus der Schrift entnehmen (es gibt ja entsprechende Texte) als wichtig an, aber diese können wie alles auch missbraucht, aber auch in der rechten Weise gebraucht werden. In der Theorie kennen die Protestanten ja auch noch die Beichte, auch die Taufe in der Praxis, aber die Beichte wird wohl selten praktiziert und wenn, dann läuft das eher unter dem Namen „Seelsorge“ wie auch in manchen Freikirchen. Ich weiss wovon ich rede.

    Heute leben die Kirchen in einer anderen Situation, wobei die hier angeführten Fragen nicht mehr so wichtig sind, weil der Glaubensabfall, den man nun vielfach auch von den Offiziellen fördert, am Ende den Glauben voll ad absurdum führt, da man sich für biblische und geistliche Dinge kaum mehr gross interessiert und das Weltliche immer mehr in die Kirchen reinschwappt mit oder ohne Bibelzitate. Viele Theologen beider Kirchen arbeiten fest daran, dass das so weitergeht. Aber auch sie müssen sich eines Tages dafür verantworten.

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