Umbruch in der evangelikalen Welt

Offener Brief an Dr. Markus Till
zum „Umbruch in der evangelikalen Welt“
in seiner Rezension zum Glaubens-Lehrbuch „glauben, lieben, hoffen“ **.

Wohl im Namen aller Wahrheit liebenden Evangelikalen möchte ich Dir für Deine kompetente Buchrezension herzlich danken. Auch in Deinen übrigen Publikationen sprichst Du schonungslos offen aus, was wir seit längerem geahnt und befürchtet haben, nämlich: „den Umbruch bzw. das Ende unserer evangelikalen Erfolgs- und Segensgeschichte“.

Als jemand, der diese Segensgeschichte seit ca. 5 Jahrzehnten durch Wort und geschichtlich begründete Literatur  z.T. zukunfts-kritisch begleitet hat, ermutige ich Dich zu weiteren, den überfälligen Neubeginn fördernden Schritten.
Als ersten zur Erneuerung führenden Schritt nenne ich eine gemeinsame Buchherausgabe der analytischen Ursachenstudie: Von der Babylonischen Gefangenschaft evangelikaler Christen. Ich habe das provokante Manuskript einigen evangelikalen Verlagen bislang erfolglos angeboten. M.E. ist die Bedarfslage nach den von Dir, lieber Markus, kompetent recherchierten Beiträgen des evangelikalen Grundlagen-Erdrutsches inzwischen gereift, um die kausalen Hintergründe desselben ernsthaft und konsequent zu erforschen.
Eine gemeinsame redaktionelle Manuskript-Optimierung, sowie ein Unterstützer- und Herausgeberkreis als betende AG wären hilfreich und daher wünschenswert. Einige kompetente Unterstützerzusagen – u.a. vom Physiker Dr. Albrecht Kellner – sind inzwischen vorhanden. 

Falls Du das Grundanliegen des Buches teilst, wäre Deine wertvolle Zusage mir und dem bisherigen Trägerkreis sehr willkommen! – ebenso auch weitere Unterstützer.

Wir sagen im Namen Jesu Shalom. Dein Herbert Masuch

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 ** Die Verfasser sind Referenten beim Gemeindejugendwerk des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemein­den und der Freien Evangelischen Gemeinden. Außerdem haben 8 FEG- bzw. EFG-Pastoren sowie der Theologie­professor Michael Schroth von der FEG-Hochschule Ewersbach mitgewirkt. Das Buch zielt also mitten hinein in die freikirchliche und traditionell evangelikale Welt

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Die Weihnachtsgeschichte – eine Legende?
Vorschau
Eine öffentliche Diskussion über die Glaubwürdigkeit der biblischen Weihnachtsgeschichte ist In der Vorweihnachtszeit gewiss aktuell. Ich erlebte sie in meiner eigenen ev. Kirchengemeinde vor einigen Jahren.  Meine „Betroffenheit“ über die öffentliche Bibelkritik in der Weihnachtsausgabe unseres Gemeindebriefes wurde von der Zeitung „Die Rundschau“ komplett übernommen. Der Artikel löste eine gewisse Unruhe, sowie ein „Bereinigungsgespräch“ mit leitenden Kirchvertretern in unserem Gemeindehaus aus.

Damals ahnte ich nicht, dass sich mein kritischer Bericht jemals auf evangelikale Veröffentlichungen anwenden ließe. Das trifft heute jedoch immer häufiger erstaunlich kühn zu. Lesen Sie in der nächsten Blog-Ausgabe diesen brisanten Bericht.

Dieser Blog-Beitrag von Herbert Masuch erschien zuerst auf Christus-Portal-Blog . Lies hier den Original-Artikel "Umbruch in der evangelikalen Welt".

Über Herbert Masuch

HERBERT MASUCH wurde 1929 in Ostpreußen geboren. Nach den Zusammenbruch des Dritten Reich erlebte er eine bewusste Umkehr zu Jesus Christus. Von 1954 bis 1958 studierte er am Theologischen Seminar St. Chrischona in der Schweiz. Es folgte ein mehrjähriger Dienst in der Essener Stadtmission. 1963 wechselte er als Evangelist in die Deutsche Zeltmission. Etwa dreißig Jahre lang war Masuch im In- und Ausland als Rufer zu Gott unterwegs. Auch durch die Mitarbeit beim Evangeliums-Rundfunk, die Veröffentlichung mehrerer Bücher und als Liedautor war er bemüht, die Frohe Nachricht von Jesus, dem Retter der Welt, zu bezeugen. Seit 1964 sind Masuch’s glücklich verheiratet und haben drei Kinder. Ehefrau Gretel war mit ihrem Mann viele Jahre missionarisch unterwegs. Heute wendet sich der ehemalige Evangelist überwiegend an Christen. Er bietet Hilfen an, die befreiende Botschaft „Christus in euch“ erstmals oder neu zu entdecken und zu verwirklichen. Diesem Anliegen dient auch seine dreibändige Buchreihe Lebensreformation (1994), die zugleich eine geschichtliche Analyse des jahrzehntelangen charismatischen Konfliktesherdes bietet.

5 thoughts on “Umbruch in der evangelikalen Welt

  1. Wenn man die Verlautbarungen aus bestimmten vorwiegend pfingstlerischen Kreisen und ähnlichen, die diese seit etwa 1987 gemacht haben, liest, dann müsste doch Deutschland, ja Europa geistlich viel besser dastehen, Siehe auch die sog. Feuerkonferenz von Bonnke usw. Das Gegenteil aber ist eingetreten, ein weiterer Glaubensabfall nämlich und das jetzt auch unter den Evangelikalen aller Couleur von Ausnahmen vielleicht abgesehen.

    Man wollte auch Dämonen in grossen Städten austreiben, hat aber nicht geklappt und ist biblisch gesehen auch ein Unfug wie schon Kopfermann in seinem Buch „Macht ohne Auftrag“ schrieb.

    Jetzt muss man sogar gewisse Bücher wie hier von Herrn Till genannt kritisch beschreiben, die den Glaubensabfall in dieser Szene dokumentieren. Wir sind weit gekommen, auch die Prophetie, die man über Präsident Clinton gemacht hat, ist nicht eingetreten und vieles andere mehr.

  2. Die Pfingstbewegung ist sehr kritisch zu sehen. Man hat es z.B. nicht geschafft von dem unbiblischen Wohlstandsevangelium und so Unfug wie Goldstaubregen usw. glaubhaft durch den BfP u.a. abzugrenzen. Auch machen viele Pfingstler aktuell die gleichen geistlichen Irrungen wie Worthaus usw. mit. Eigentlich würden die Pfingstler wie alle anderen eine biblische Erneuerungsbewegung brauchen

    1. Nun darf man nicht vergessen, dass auch die Pfingstler in verschiedene Strömungen fallen. Da gibt es auf der einen Seite Leute wie Bonnke, da gibt es nicht eintreffende Prophetien („Ich sehe eine große Erweckung in ….“) und keine / kaum Selbstkorrektur, aber es gibt auch suchende Menschen und viele Pfingstler, denen ich die aufrichtige (Absicht der) Christusnachfolge nicht absprechen würde.

      Ich habe das von Herrn Masuch verlinkte pdf angefangen zu lesen, aber aus Zeitgründen komme ich nicht sonderlich weiter – es entwickelte sich auch nicht so, wie ich bei dem Titel dachte, sondern ich bin sofort auf die Wunde „Berliner Erklärung“ gestoßen, und dem ersten Eindruck nach kreist das Buch darum. Ich müßte da noch zu viel andere Sekundärliteratur erneut anlesen, um eine Meinung abgeben zu können.

      Lange ist es her, die Berliner Erklärung, zu einer Zeit des (von mir geschätzten) Konservatismus im evangelikalen Lager, und ich bin mir sicher, dass alle Beteiligten, Pfingstler wie Nicht-Pfingstler, auf der Suche nach Wahrheit und der richtigen Entscheidung gehandelt haben. Schmerzfrei war das für keine Seite. Notwendig vielleicht, aus der damaligen Sicht sicherlich – aus der heutigen Perspektive wohl eher nicht. Aber da haben wir nicht über die Altvorderen zu urteilen nach meiner Meinung, wir waren nicht dabei.
      Schaut man sich die Trennungsgründe an, und denkt man dann darüber nach, was heute passieren würde, wenn die gleichen Maßstäbe innerhalb der heutigen freikirchlichen Gemeindebünde angelegt würden, dann müßten sich wohl die meisten „Allianzen“ und Vereinigungen zersplittern.

      Auf den ersten Blick halte ich das Buch nicht für den „normalen“ Christen für interessant (tut mir leid, Herr Masuch), sondern für diejenigen, die sich aus bestimmten Gründen mit der Berliner Erklärung und ihrer Folgen befassen und die daraus Lehren für die Gegenwart, für den Umgang mit „anderen Erkenntnissen“ ziehen wollen oder müssen, oder die vor der Entscheidung stehen, ob man sich aus theologischen Gründen von einer Strömung / Gemeinde / Gemeindebund / Allianz nun trennen sollte oder darf, oder ob eine Zusammenarbeit noch möglich bzw. geboten ist. Ob diese Leute aber dann noch dieses Buches bedürfen oder ob nicht genug Literatur zum Thema existent ist, ist dann nochmal eine andere Frage. Die vermag ich als Nicht-Experte nicht zu beantworten.
      Letztendlich mag das Buch helfen, Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen, das ganze theologisch auch noch zu beleuchten. Auf den ersten Seiten war ich nicht mit allen Deutungen einverstanden, aber das kann durchaus an mir liegen.
      Ich hoffe, ich komme dazu, mal konzentriert weiterzulesen.

  3. Die Pfingstler waren wohl schon immer und derzeit auch noch anfällig für besondere Phänomene, in der neueren Zeit z.B. für den sog. Torontosegen, der wohl aber nun nach meiner Beobachtung zu Ende ist. Nun machen sie halt, da und dort die sog, ganzheitliche Anbetung und was weiss ich noch. In ihrer Überheblichkeit, die auch durch ihre Erfolge der Gemeindebildung und -vergrösserung kommt, finden sie manchmal keine Grenzen, aber genau genommen ist es meist der alte Mensch, der sich in den Mittelpunkt stellen will und gross herauskommen will.

    Oftmals aber kommt nach einiger Zeit doch der Schiffbruch. Dafür gibt es genug Beispiele. Die Leute sind meist leider nicht ehrlich und wenn, dann nur hinter vorgehaltener Hand. Da hat selbst ein Bonnke eingeräumt (im kleinen Kreis natürlich nur), dass seine Missionserfolge doch nicht so gross sind wie er das in seiner Zeitung immer propagiert hat, damit mehr Spenden fliessen sollen. Gewisse Pfingstgemeinden werden geradezu von Diktatoren regiert, die sich zudem anmassen biblische Aussage dermassen auslegen oder verändern zu konnen, dass das nicht mehr mit rechten Dingen zugehen kann.

    Von den USA kommt da auch mancher Unsinn zu uns herübergeschwappt, manche Prophetie, die nicht eingetroffen ist. Ich war mal in Pforzheim, um mir so einen „Propheten“ aus den USA anzuhören. Da wurde geweissagt, der Leiter der Gemeinde dort, würde eines Tages mit einem eigenen Flugzeug in der Welt herumfliegen. Ich hatte den Eindruck dieser Leiter hat das selber nicht geglaubt und ist es auch nicht eingetreten. Was dort noch diktiert wurde von diesem sog. Propheten war hanebüchen. Die Leute sollten alle im Kreis in der Gemeinde herumlaufen, denn der Geist (fragt sich nur welcher), wolle immer wieder mal etwas Neues kundtun.
    Die Pfingstler sind dafür bekannt, dass sie oft die Leute verarschen. Alle machen das nicht, es gibt auch noch einige seriöse unter ihnen,

    Früher wollten sie in einer Gemeinde alle heilen, ging aber nicht. Eine Frau sollte ihre Krücken wegwerfen, das tat sie auch, aber es half nichts. Diese Frau lief nach Jahren immer noch mit Krücken herum. Es wird eben nicht jeder geheilt. Inzwischen scheint die betreffende Gemeinde eingesehen zu haben, dass Gott nicht alle heilt. Geistliche Gründe dafür gibt es manche, die waren schon beim Pfarrer von Ars bekannt, aber die Pfingstler meinen ja, sie hätten den Glauben neu erfunden. Das ist Anmassung hoch zehn. Wegen mancher Vorkommnisse unguter Art trennen sich auch viele von diesen Gemeinden, aber da wieder neue Leute hinzukommen, macht das denen nichts aus.

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