Spaltet Populismus die Evangelikalen?

Ein Narrativ geht durch die evangelikale Welt. Man könnte es in etwa so formulieren: Die größte Gefahr für evangelikale Christen liege heutzutage darin, rechtspopulistischen Versuchungen zu erliegen.[1] Eine Reihe von Signalen eines „rechtspopulistisch verfremdeten Christentums“ gibt demnach Anlass zur Sorge[2]: Abgrenzung gegen den gesellschaftlichen und medialen „Mainstream“. Eine kämpferische Rhetorik. Eine pessimistische bis apokalyptische Gesinnung. Eine identitätsstiftende „Anti-Haltung“, auf deren Basis man auch Verbindungen mit nichtchristlichen rechten Organisationen nicht mehr scheut. Als abschreckendes Beispiel dient der Blick in die USA, wo 80% der weißen Evangelikalen Donald Trump gewählt haben. Das hat dem Ruf der Evangelikalen sehr geschadet. Sind solche Entwicklungen auch in Deutschland zu befürchten?

Nach meiner Beobachtung ist es unter anderem auch diese Sorge, die dazu führt, dass viele christliche Leiter sich immer skeptischer und distanzierter verhalten gegenüber Christen, die sich aus ihrer Sicht nicht klar genug abgrenzen von politischen Positionen rechts der Mitte. Auf gar keinen Fall möchte man in Verbindung gebracht werden mit „Impfskeptikern“, „Klimaleugnern“ oder „radikalen Abtreibungsgegnern“. Misstrauen zieht ein, selbst unter Christen, die in Bezug auf ihre Theologie und Prägung eigentlich ganz nah beieinander sein sollten. Mich betrübt das sehr.

Umso mehr war ich überrascht von der EKD-Synode in Magdeburg. Mir fiel auf: Sämtliche oben genannte Signale waren dort in Reinform zu finden. Ich kenne keine Bewegung, die so pessimistisch, ja apokalyptisch ist wie die „Letzte Generation“. Diese Gruppe ist kämpferisch, nicht nur verbal, sondern auch durch ihre gesetzeswidrigen Aktionsformen. Sie stellt sich auf den Straßen sichtbar gegen den Mainstream, der aus ihrer Sicht viel zu zögerlich auf die Klimakrise reagiert. Sie hat eine klare Anti-Haltung gegenüber unserer sozialen Marktwirtschaft, weil aus ihrer Sicht der „westliche Kapitalismus“ für die Klimakrise verantwortlich sei und überwunden werden müsse. Trotzdem rief die Präses der EKD Anna Nicole Heinrich dazu auf, dass die Kirche sich mit diesen „radikalen Klimaaktivist*innen“ vernetzen und solidarisieren solle. Der einzige Unterschied zum eingangs geschilderten Narrativ: Diese Organisation ist nicht „rechts“, im Gegenteil: Auf der Homepage der Letzten Generation wird für eine Solidaritätserklärung der Interventionistischen Linken geworben, die vom Verfassungsschutz beobachtet und als linksextremistisch betrachtet wird.

Nun stellt sich mir die Frage: Warum höre ich von Christen, die das eingangs geschilderte Narrativ so betonen, jetzt so wenig Kritik? Und überhaupt: Warum blickt dieses Narrativ denn eigentlich nur nach „rechts“? Gibt es auf der anderen Seite des politischen Spektrums nicht genau die gleiche Gefahr? Macht nicht gerade diese EKD-Synode mehr als deutlich, dass „links“ genau die gleiche Versuchung lauert?

Mein Eindruck ist: Auch ein einseitiger und inflationärer Gebrauch des Populismusvorwurfs kann zu Polarisierung und Spaltung führen, auch unter Christen. Und wir sollten uns immer bewusst sein: Der Kirche Jesu droht immer eine weit grundsätzlichere Gefahr als Populismus. Egal wie wichtig und richtig bestimmte Anliegen wie der Klima- oder der Lebensschutz auch sein mögen: Die Mitte der Kirche Jesu muss immer das Feuer der Liebe Gottes und die Leidenschaft für das Evangelium sein. Randthemen drängen sich immer besonders dann besonders leicht ins Zentrum, wenn dieses Feuer erkaltet und das Evangelium verschwimmt. Wenn die Identität in Christus schwindet, dann wächst die Versuchung, eine Ersatzidentität in (populistischen) politischen Zielen zu suchen. Dann wird die christliche Hoffnung überlagert von Sorge und Angst. Dann schieben sich andere Botschaften vor die Botschaft vom Kreuz. Dann werden politische Übereinstimmungen plötzlich wichtiger als der gemeinsame Glaube. Dann hält die gesellschaftliche Polarisierung Einzug in die Kirche.

Ich finde es gut, wenn Christen sich auch politisch engagieren. Und ich unterstütze die Warnung vor undemokratischen Extremen, egal aus welcher Richtung sie kommen. Zugleich meine ich, dass wir Christen uns nicht voneinander distanzieren sollten, nur weil wir zu Themen wie Impfung, Klima, Medien oder Parteien unterschiedliche Einschätzungen haben. In politischen Fragen waren sich Christen noch nie einig. Was die Kirche eint, ist die Liebe zu Christus und der gemeinsame Auftrag, den Christus uns gegeben hat: Machet zu Jüngern alle Völker. Es gibt keinen besseren Schutz vor “populistischen” Versuchungen als die heiße Liebe zu Jesus, das demütige Hören auf sein Wort sowie die gemeinsame Leidenschaft für seine Rettungsbotschaft, die allen Menschen gilt. Die Besinnung auf dieses Zentrum würde ich gerade auch meiner evangelischen Kirche dringendst wünschen und empfehlen.

[1] So schreibt Thorsten Dietz im Buch „Menschen mit Mission“: „Ich sehe in der rechtspopulistischen Versuchung die größte Gefahr der Evangelikalen in der Gegenwart.“ (S. 301)

[2] Ausführlich im Präsesbericht 2022 von Steffen Kern Seite 21 ff. (https://www.gnadauer.de/uploads/_gnadauer/2022/03/22-02-Pra%CC%88sesbericht-Druck.pdf)

Dieser Blog-Beitrag von Markus Till erschien zuerst auf aufatmen in Gottes Gegenwart . Lies hier den Original-Artikel "Spaltet Populismus die Evangelikalen?".

Über Dr. Markus Till

Evangelisch landeskirchlicher Autor, Blogger und Lobpreismusiker mit pietistischen Wurzeln und charismatischer Prägung

13 thoughts on “Spaltet Populismus die Evangelikalen?

  1. Deutschland hat heute ganz andere Probleme als die Evangelikalen bzw, als das, was uns die Ideologen Dietz und Steffen Kern uns weismachen wollen. Der eine wird vom Staat bezahlt, der andere von der Kirche und beide sitzen in warmen Stuben. wogegen andere die Heizung demnächst nicht mehr bezahlen können oder das Gas, das sie zum Backen brauchen.

  2. Dass es vereinzelte Versuche gegeben hat christliche Impfgegner von rechts zu vereinnahmen mag ja sein. Aber die Gefahr, dass man mit der Abgrenzung von rechts sich politisch von links vereinnahmen lässt und gleichzeitig evangelikale biblische Positionen in die gleiche rechte Ecke schiebt geschieht doch schon seit Jahren. Das ist doch nichts Neues. Neu ist auch nicht dass nun Kern verschärft wie zuvor Diener beim Thema Homosexualität als Leute aus dem evangelikalen Bereich das Geschäft der liberalen Theologie betreiben. Da es aber diese gemeinsame Sicht auf die Erlösungstat in der EKD nicht mehr gibt muss man sich zumindest nach dieser Zuspitzung bei Bibel und Bekenntnis fragen lassen mit wem man hier in einem Boot sitzt. Die Rücktrittsforderung nach Frau Heinrich, die komischerweise von Nichtevangelikalen kommen sind berechtigt. Seltsam nur, dass Evangelikale diese Forderung abgelehnt haben. Hallo Markus, Du forderst hier berechtigterweise die Besinnung auf das Evangelium, aber auf der anderen Seite werden keine klare Zeichen gesetzt. Das ist einfach nur inkonsequent!!! Ein Zusammenbleiben um jeden Preis wird nach dieser EKD Tagung nicht mehr glaubhaft gehen, weil man sich sonst immer mehr das Fell über die Ohren ziehen läßt.

  3. „Als abschreckendes Beispiel dient der Blick in die USA, wo 80% der weißen Evangelikalen Donald Trump gewählt haben. Das hat dem Ruf der Evangelikalen sehr geschadet. “
    @Markus — warum sollte eine Wahlentscheidung abschreckend sein? Haben Sie Hitler gewählt? Inwiefern könnte diese Wahlentscheidung ihrem Ruf schaden – obendrein in einem Land mit nur zwei großen Parteien, die zur Wahl standen?

    Der Ruf der ERSTEN Christen war, sie würden die Gesetze und Gebräuche, die ihnen Mose überliefert hat verändern und den bisherigen jüdischen Glauben ad absurdum führen – und sie taten es – sie ernteten dafür Gefängnis. Diejenigen, die sich dem Zugriff des Saulus entzogen, flüchteten ins ca 60km entfernte Samaria – die erste Gemeinde wurde verfolgt. Ihr Ruf war grandios beim Populus / Volk aber die Meinungsmacher sprachen schlecht, sie waren geübt: „Wen soll ich freilassen, Barnabas oder Jesus?“–
    Wenn Linke Genderlehre-schon-für-Kinder, Abtreibung, Ehe-, Familienentwertung lehren, ist doch die Reaktion der Christen klar?
    Dabei wissen die Christen, dass – wenn sie wählen – sie „das geringere Übel“ wählen…..
    Geistig gesprochen wählen Christen den Gekreuzigten, Auferstandenen, der unsere Sünden wegnimmt und werden dafür belächelt, bemitleitet und in den Dreck gezogen….

  4. Schon komisch das sich kaum einer von den Christen darüber aufregt, kaum einer will über diese offensichtliche Gotteslästerung reden.

    Im Rahmen der COP 27 haben sich Vertreter unterschiedlicher Religionen am Sonntag dem 13. November u.a. auf dem Berg Sinai in Ägypten versammelt. Dabei wurden 10 (neue) Klimagebote oder Prinzipien ausgerufen! Es ist ein Aufruf zur Klimagerechtigkeit und einer Bußzeremonie. Papst Franziskus fordert die Menschen dazu auf ihren Lebensstil umzudenken unter dem Stichwort „Grün und Nachhaltig“, um diesen Planeten zu retten. Welche Bedeutung haben diese neuen 10 Gebote für die Menschheit? Kann diese Welt noch gerettet werden? Führt die Klimadiskussion zur Einheit von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Religion zum Wohl der Menschheit oder sind wir Zeugen von etwas viel größeren?

    Zitat Ursula von der Leyen:
    „Die globale Krise um fossile Brennstoffe muss ein Game Changer sein. Nehmen wir also nicht die ‚Autobahn zur Hölle‘, sondern verdienen wir uns das saubere Ticket in den Himmel“, sagte sie und wiederholte die Bemerkungen des UN-Generalsekretärs Antonio Guterres.

    1. Richtig, aber dieser Niedergang scheint fast niemand zu interessieren und auch die meisten Evangelikalen nicht und es werden auch keine Konsequenzen gezogen. Das hat gerade alles schon eine sehr endzeitliche Anmutung

  5. Was ist Friede?
    Die Welt selbst deckt nun ihren Schein-Frieden auf.
    Die Christen decken ihn zu.
    Schon Francis Schaeffer sagte; der persönliche Friede und Wohlstand werden zunehmen, wer den persönlichen (für den Frieden Christi) aufgibt, und sich vom wahren Frieden Christi erfüllen lässt, der kann sich auch nicht mehr an seinen Wohlstand klammern. Wohlstand beinhaltet nicht nur materielle Güter sondern auch freie Entscheidung seiner weltlichen Existenz, Sichereit und frei von Ängsten. Das ist der Grund warum viele Christen blind geworden sind, denn zur Zeit löst sich dies alles auf, und der Unfriede des Menschen tritt zu Tage.
    Leider wurden auch die Christen in diesen Schein-Frieden verwickelt und vertrauen darauf das die Welt daran arbeitet den Frieden zu erhalten, und nicht nur das, der falsche Friede, der durch Lügen untermauert wird verbindet (verbündet) sich mit dem wahren Frieden Christi. Nur so ist es möglich die Augen zu verschließen und sich der Gefahr nicht bewußt zu werden. Francis Schaeffer erkannte dies schon damals, und er hatte Recht behalten, das Ziel, den persönlichen Frieden zu erhalten, auch wenn er auf Lügen erbaut wurde.
    Der weltliche Friede kann dir alles nehmen, der Friede Christi wird dir alles geben wenn du die Welt loslässt.

  6. Man kann (und muss) die Zustände bejammern. Was ich vermisse, ist ein Blick in die Vergangenheit, rund 90 Jahre, und das Erkennen von Parallelen.

    Die evangelische Kirche ist damals zerfallen in die „Deutschen Christen“ und die „Bekennende Kirche“. Die einen sind dem politischen Zeitgeist hinterher gelaufen oder, schlimmer noch, haben ihn mit gestaltet. Christen mit jüdischen Vorfahren wurden aus den Gemeinden geworfen, teilweise aktiv verraten. Die Bekennende Kirche mit Personen wie Bonhoeffer hielten sich an die Bibel, schützten ihre Mitglieder und leisteten, unter Gefahr für das eigene Leben, Fluchthilfe. Manch einer ließ sein Leben dafür.

    Während früher also der eine Teil der Kirche den national orientierten braunen Sozialisten hinterher liefen, gemeinsam die gleichen politisch vorgegebenen Feindbilder bekämpften und ausgrenzten, so ist es heute ebenso ein Teil, der den international ausgerichteten grün/roten Sozialisten hinterherläuft und sich dort anbiedert, und gemeinsame Feindbilder pflegt.

    In der Schule, aber auch heute in Ausstellungen, wird leider nur vorm Nationalsozialismus und seinen Symbolen gewarnt. Wichtiger wäre es jedoch gewesen, die Methoden der Volksverführung aufzudecken, denn die sind heute identisch, nur die Symbole und die Feindbilder sind ausgetauscht worden.

    Hatte man früher eine passende Beflaggung und eine Armbinde mit Hakenkreuz, so ist es heute die Regenbogenfahne oder seit ein paar Tagen die Armbinde mit 1love. Die braunen Hemden sind gegen die schwarze Kluft ausgetauscht, aus Faschist wurde Antifaschist, und geprügelt, eingeschüchtert und genötigt („Klimakleber“) wird auch immer noch genauso wie damals. Der „deutsche Gruß“ wurde gegen die Antifa-Faust getauscht.
    Während früher Gesichtsmessungen selbst in der Grundschule durchgeführt wurden, um den Unterschied zwischen Arier und „Untermenschen“ als Erkenntnis der „Wissenschaft“ zu verkaufen, wird auch heute die „Wissenschaft“ mißbraucht, um fragwürdige Klimamodelle unters Volk zu bringen, um darauf aufbauend die Gesellschaft umbauen zu können.
    Feinde der Gesellschaft sind diejenigen, die man von oben mal schnell als solche deklariert hat, oder die nicht beim Kollektivismus mitmachen, also nicht brav die Symbole der herrschenden sozialistischen Partei tragen oder nachahmen, oder nicht die gleichen Feindbilder teilen. Innenpolitisch waren es z.B. die Leute, die das falsche Blut in den Adern hatten (heute diejenigen, die noch nicht die Impfe im Blut haben), politische Abweichler (früher: die international orientierten Sozialisten, heute die national orientierten), und außenpolitisch wurde der Erbfeind Frankreich gegen den neuen Erbfeind Russland eingetauscht.
    Wollte man damals „Deutschland“ vor angeblichen Bedrohungen retten, soll heute gleich die ganze Welt gerettet werden, vor Klima, Corona, den Russen, …
    Damals wie heute wurde eine Kriegsgefahr an die Wand gemalt, aber auch noch proaktiv mitgezündelt.

    Alles die gleichen Methoden, nur andere Symbolik, und ausgewechselte Feindbilder.

    Geschichte wiederholt sich bekanntermaßen, wir sehen hier eine Wiederholung, und wir sehen wieder das übliche Mitläufertum der Mehrheit der „Christenheit“. Damit niemand meint, ich wollte hier die evangelische Kirche bashen: auch bei der katholischen Kirche gab es eine Bandbreite von Pfarrern, die zwischen Flaggen aufhängen bis hin zu Tod im KZ reichte, und manch Freikirche feierte Dankgottesdienste, wenn die Stadt judenfrei war.

    Nach dem Krieg fand eine Aufarbeitung quasi nicht statt, aus vielerlei Gründen. Das ist bedauerlich, denn dadurch fehlen die Mechanismen, die die Institution Kirche (evangelisch, katholisch, freikirchlich, …) vor der Anbiederung an und/oder Vereinnahmung durch die Politik schützen könnten.

    „Spaltet Populismus die Evangelikalen?“ ist die Fragestellung des Artikels. Der Begriff „Populismus“ ist schon kaum definierbar, die einen bezeichnen damit die Politik des als rechts deklarierten Randes, die anderen die Themen des als links deklarierten Randes wie Klimathemen, „Gerechtigkeit“ für wen auch immer, …

    An den zeitgeistigen Themen wird sich die Christenheit spalten – oder auch nicht, man wird die Mitläufer verlieren, die den aktuellen Trends hinterher hecheln. Da wird „gerettet“ auf Deibel komm raus, vor dem Klima, den Viren, dem Meer, den Russen, …, nur nicht für die Ewigkeit. Da wird für „Gerechtigkeit“ gesorgt, für Klimabetroffene, Frauen, Minderheiten, …, nur nicht für die Gerechtigkeit vor Gott.
    Schaut auf die Symbole, schaut auf das Handeln, hört das Reden – will man wirklich dabei sein, will man am fremden Joch ziehen?

    Ich glaube, Jesus hat uns einen anderen Auftrag gegeben, der mehr dem der „Bekennenden Kirche“ ähnelt.
    Ich weiß, dass ich niemanden retten kann, dass kann nur Jesus. Ich weiß, dass ich keine Gerechtigkeit schaffen kann, weil ich ja selbst erst durch Jesus als gerecht angesehen werde (und es aus mir heraus nicht bin). Ich weiß, dass ich keine eigene Kraft habe, und erst Jesus mich zu dem macht, was ich bin.

    Wieso sollte ich dann so sein und handeln wollen, als wäre ich Gott? Und ist es dann nicht eher der Hochmut, der die eigene Befähigung überschätzt, und der daher von Jesus abspaltet und damit auch vom (kleinen) Rest der Geschwister?
    Glauben denn hier noch beide Seiten an den gleichen Christus, so dass wir da noch geeint sein könnten?
    Ich teile den Optimismus von Markus Till da nicht. Irgendwann, ich werde es wohl vom Lebensalter nicht mehr erleben, könnte es passieren, dass die Not die Christen und die Mitläufer wieder zusammen führt, wie vor ca. 75 Jahren. Es könnte jetzt aber auch die letzte Warnphase sein und die Zeit ablaufen bis zur Wiederkehr unseres Herrn, und jetzt wird gerade Spreu von Weizen und die törichten von den klugen Jungfrauen getrennt werden.

    Nun können wir entweder unsere Zeit in den Erhalt einer nicht mehr gegebenen Einheit stecken, oder darin, die törichten Jungfrauen zu überreden, ihren Krug mit Lampenöl zu füllen. Ich denke, letzteres ist notwendiger und auch im Ergebnis profitabler.

  7. Wohin sollen uns die neuen 10 Grünen Gebote führen? Führt die Verehrung der Schöpfung zu einer weltweiten Klima-Religion? Lass uns gemeinsam diese neuen Gebote mit der Heiligen Schrift vergleichen und sehen, ob ein Christ diesen neuen Geboten zustimmen kann!

    Das erste der Grünen Gebote lautet:
    1. Wir sind Verwalter dieser Welt
    Die Schöpfung ist nicht unser Besitz. Der Mensch muss dies erkennen und seinen rechtmäßigen Platz in Bezug auf diese grundlegende Tatsache finden. Für einige von uns führt dies zu einem Gefühl der Dankbarkeit für Gottes Gaben und für das Geschenk des Lebens selbst, in dem die Menschheit ihren rechtmäßigen Platz als Partner und Mitschöpfer einnimmt,
    um das Leben der gesamten Schöpfung voranzubringen. Für andere ist die Schöpfung selbst heilig. Deshalb: Wir erkennen die menschliche Verantwortung an, die Natur zu lieben und zu schützen.

  8. @Hallo Stephan,
    Du triffst den Nagel auf den Kopf. Es wird keine große Erweckung mehr geben, sondern die wahren Christen werden sich absondern müssen von denen die den Schein eines gottesfürchtigen Wesens haben, SEINE Kraft aber leugnen. An religiösen Aussagen wird in den nächsten Jahren kein Mangel sein und die Christen werden herausgefordert sein in dem Sammelsurium Lüge von Wahrheit zu unterscheiden

  9. @Stephan hat im Wesentlichen schon recht.

    Die These der Barmer Theologischen Erklärung (1934) gegen die „Deutschen Christen“ ist und bleibt auch für Christen von heute aktuell:

    „Wir verwerfen die falsche Lehre, als könne und müsse die Kirche als Quelle ihrer Verkündigung außer diesem einen Worte Gottes auch noch andere Ereignisse und Mächte, Gestalten und Wahrheiten als Gottes Offenbarung annehmen. […] Wir verwerfen die falsche Lehre, als dürfe die Kirche die Gestalt ihrer Botschaft und ihrer Ordnung ihrem Belieben oder dem Wechsel der jeweils herrschenden weltanschaulichen und politischen Überzeugungen überlassen.“

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