Harald Kronenberger –
Wir haben zu Ostern die Auferstehung Jesu gefeiert, das ist ja eigentlich der Mittelpunkt unseres christlichen Glaubens. Sigrun hat auch Zahlen genannt, nur noch 18% der Deutschen glauben das überhaupt. Daran zu glauben scheint ja in der Tat völlig aus der Zeit gefallen zu sein.
Was sagt die Bibel selbst dazu? Der Apostel Paulus schreibt uns in 1. Korinther 15, 17+19: „Wenn aber Christus nicht von den Toten auferweckt wurde, ist euer Glaube nichts als Selbstbetrug. Und ihr seid auch von eurer Schuld nicht frei…Wenn der Glaube an Christus uns nur für dieses Leben Hoffnung gibt, sind wir die bedauernswertesten unter allen Menschen.“
Das heißt also, Paulus sagt uns, Leute, ohne die Auferstehung Jesu wäre eure Schuld nicht getilgt. Alles Ungute und Böse, das ihr getan habt in eurem Leben und das, was ihr noch tun werdet, ist dann nicht gesühnt. Und dann könnt ihr das mit dem Christentum auch gleich ganz sein lassen.
Wenn Jesus nicht auferstanden ist, dann können wir die Gemeinde auch zumachen. Und ihr braucht nächste Woche auch alle nicht mehr hierher zu kommen, dann könnt ihr Sonntagsvormittags in den nächsten Freizeitpark fahren oder Fahrrad fahren, oder wandern gehen, oder einfach nur ausschlafen. Alles gut, dann brauchen wir das alles nicht mehr.
Deswegen ist es so wichtig, die Faktenlage zur Auferstehung Jesu sorgfältig zu prüfen. Einmal genau hinzuschauen, wie gut ist denn die Auferstehung Jesu eigentlich belegt?
Das ist es, worum es heute gehen soll. Eben weil das Thema Auferstehung Jesu so zentral ist für unseren christlichen Glauben.
Hier die Punkte, die wir miteinander betrachten wollen:
Da geht es
- 1. um die Arbeit des Althistorikers, Althistoriker sind die Fachleute für die Geschichte des Altertums.
- Dann wollen wir 2. hinschauen, wie sieht es denn eigentlich mit der Glaubwürdigkeit der historischen Quellen aus?
- Dann betrachten wir unter Punkt 3 Berichte über die Hinrichtung und Grablegung Jesu.
- 4. Berichte über das leere Grab.
- Dann 5. Berichte über den auferstandenen Jesus.
- Und dann wollen wir 6. auch noch gegensätzliche Behauptungen zur Auferstehung Jesu betrachten, auch was Sigrun uns vorgelesen hat.
- Dann kommen wir 7. zum entscheidenden Punkt. Wir wollen noch mal die Einzigartigkeit der Auferstehung Jesu und der Auferstehung in Jesus anschauen.
1. Die Arbeit des Althistorikers Dr. Jürgen Spies
Er ist ein solcher Fachmann für alte Geschichte. Jürgen Spies hat das Marburger Institut für Glauben und Wissenschaft aus der Taufe gehoben. Er hat das Institut gegründet und auch ein spannendes Buch über die Auferstehung Jesu aus seiner Sicht als Althistoriker geschrieben und hat diese Berichte über die Auferstehung Jesu sorgfältig geprüft. Er erklärt auch die Frage, wie denn die Frage nach der Auferstehung Jesu als geschichtliches Ereignis überhaupt untersucht werden kann. Dazu einige spannende Gedanken: Althistoriker wie Jürgen Spies suchen erstmal nach Augenzeugenberichten, sogenannten historischen Quellen. Und dann auch noch nach weiteren Indizien.
Aus der Rechtsprechung wissen wir ja, dass ein Verdächtiger auch verurteilt werden kann, wenn niemand die Tat wirklich gesehen hat, wenn es also gar keine Augenzeugen gab. Wenn aber die Indizien so eine starke Beweislast ergeben, dass es klar wird, dass er es gewesen sein muss, wird er doch aufgrund dieser Indizien verurteilt. Zum Beispiel ein Verdächtiger, der für die Tatzeit kein Alibi hat aber sein Handy war in den Funkmast direkt in der Nähe des Tatorts eingeloggt. Dann wurde noch irgend eine Kleinigkeit, ein Gegenstand gefunden, der eindeutig dem Verdächtigen gehört, obwohl er behauptet, er wäre überhaupt nie da gewesen. Wenn man jetzt noch vom Tatort DNA-Spuren von ihm findet, also Spuren seiner Erbsubstanz, dann wird er verknackt, egal ob ihn jemand gesehen hat oder ob ihn eben keiner gesehen hat.
Althistoriker arbeiten ganz ähnlich, sie untersuchen die Quellen, die es gibt und schauen nach Indizien. Und betrachten dann Erklärungszusammenhänge, sogenannte Thesen. Diese werden erarbeitet und bewertet. Dann geht es um die Frage, was ist wahrscheinlich und was ist weniger wahrscheinlich. Die Erklärung, die die ganzen Sachen am besten miteinander verknüpft, kann als die wahrscheinlichste Erklärung angesehen werden. Wichtig ist, es geht nicht darum, was gut klingt. Es geht auch nicht darum, was schlecht klingt. Es geht auch nicht darum, was zu den Vorstellungen in unserer Zeit passt. Es geht um das, was wahrscheinlich ist.
Genauso klar ist, das muss ich an dieser Stelle als Einschub sagen, dass naturwissenschaftlich natürlich überhaupt nichts bewiesen werden kann. Alle Ereignisse, die in der Vergangenheit ein einziges Mal passiert sind, können naturwissenschaftlich nicht untersucht werden. Dafür sind Naturwissenschaftler überhaupt nicht zuständig. Es ist aus wissenschaftstheoretischer Sicht auch völlig klar, dass das hier eine Frage für die Geschichtswissenschaftler ist und nicht für die Naturwissenschaftler.
2. Schauen wir uns die Hinweise zur Auferstehung Jesu genauer an
Wir kommen zweitens zur Glaubwürdigkeit der historischen Quellen. Wenn zu belegen ist, dass Jesus gestorben ist, er in die Grabhöhle gelegt worden ist und sein Grab später wirklich leer war und er nach seinem Kreuzestod Menschen begegnet, erschienen ist, dann muss ja vor dem Erscheinen von Menschen, irgendetwas passiert sein, das man dann als Auferstehung bezeichnen kann.
Dann noch die Frage, was gibt es denn überhaupt für Informationen über Jesus aus der damaligen Zeit? Das waren natürlich die Evangelien der Bibel, aber es gibt auch einen römischen Geschichtsschreiber, nämlich Flavius Josephus, der über Jesus etwas geschrieben hat. Es gibt einen Hinweis auf Jesus im jüdischen Talmud, das ist das Lehrbuch, das das Gesetz Moses für den Alltag der Leute erklärt. Es gibt aber keine einzige außerbiblische Quelle über die Auferstehung Jesu.
Das ist nicht weiter verwunderlich, weil wir ja auch von den ganzen biblischen Büchern die Originaltexte und Ausgaben natürlich gar nicht haben. Die Originaltexte gibt es nicht mehr, sie sind alle kaputt. Aber wir wissen, dass die biblischen Texte über viele Jahrhunderte extrem sorgfältig abgeschrieben wurden. Außerbiblische Quellen, auch Quellen worin es um Jesus geht, wurden natürlich längst nicht so sorgfältig und häufig abgeschrieben. Von daher stehen sie uns natürlich nicht zur Verfügung. Und wir haben über die Auferstehung Jesu nur die neutestamentlichen Schriften als historische Quellen.
Dann ist ja auch immer wieder mal so ein Gedanke, dass man sagt: „Naja biblisch“.
Man kann aber nun nicht sagen, dass die Evangelien nicht die gleiche Zuverlässigkeit hätten wie außerbiblische Quellen. Weil – machen wir uns das mal klar – als diese früher geschrieben wurden, gab es ja noch gar keine Bibel. Das waren ganz normale Quellentexte, wie die anderen auch. Zu biblischen Texten sind sie ja erst später geworden. Und deswegen ist die Unterscheidung zwischen außerbiblischen und biblischen Quellen zur damaligen Zeit einfach sinnlos. Es wäre mit zweierlei Maß zu messen, wenn man die einen Quellen, die später nicht in der Bibel stehen, ernst nimmt und die anderen dann nicht ernst nimmt – da würde man ja dann mit zweierlei Maß messen.
Wie glaubwürdig ist das? Wir haben die Evangelisten Matthäus, Markus und Johannes. Sie waren Augenzeugen. Also die erste Autor, nach der man schaut. Sie haben die Ereignisse um Jesu Auferstehung selbst hautnah miterlebt.
Dann Lukas. Lukas gehörte nicht zu den zwölf Jüngern, aber er ist als äußerst präziser Geschichtsschreiber bekannt. Er hat sein Evangelium auf der Grundlage von Augenzeugen aufgeschrieben und ist allgemein als ein ganz exzellenter Geschichtsschreiber anerkannt. Wenn man die von ihm geschriebene Apostelgeschichte liest, stellt man fest, dass Lukas von allen Ortschaften, die der Apostel Paulus bereist hat, die genauen jeweiligen Titel der örtlichen Amtsleute haargenau überliefert und aufgeschrieben hat. Und zwar so wie sie genannt wurden, und sie hießen in jedem Ort anders. Auch was geografische Angaben, Ortsangaben betrifft, wisst ihr ja auch, dass Ortschaften schon mal im Laufe der Geschichte ihren Namen ändern. Die Ortsangaben, wie sie zu der Zeit waren, hat Lukas ganz genau überliefert. Anders als man manchmal von römischen Geschichtsschreibern sagen muss, die da teilweise nicht so genau waren. Deswegen muss man sagen, wenn es Lukas wichtig war, schon in diesen Kleinigkeiten und Nebensächlichkeiten ganz genau zu sein, dann ist doch eigentlich erst recht klar, dass er zuverlässig berichtet hat, wenn es um die wirklich wichtigen Ereignisse geht. Davon würde ich mal ausgehen.
Jesus ist wahrscheinlich zwischen seinem 30. und 34. Lebensjahr gestorben. Das genaue Jahr können wir nicht wissen. Die Evangelien sind schon relativ bald danach geschrieben worden, wahrscheinlich nur 40 Jahre später. Es muss so 70 bis 90 nach Christus gewesen sein zu einer Zeit, als es noch Augenzeugen gab, die man auch befragen konnte.
Der erste Korintherbrief des Paulus, in dem unser Predigtext steht, ist sogar schon ca. 55 nach Christus geschrieben worden. Das ist nur 20 Jahre nach diesen Ereignissen, als die Augenzeugen noch gelebt haben.
Wie sind nach dieser langen Zeit die Texte, die Quellen eigentlich zu uns gekommen?
Ich hatte schon gesagt, die Originaltexte gibt es nicht mehr, sie sind alle kaputt. Aber wir haben vom Neuen Testament ungefähr 25.000 Handschriften, die in den verschiedensten Sprachen überliefert sind. Manchmal ganze Abschriften, aber auch manchmal nur einzelne kleinste Schnipsel. Aus dem Johannesevangelium ist mir nur eine kleine Ecke vor Augen. 5.000 von ihnen sind in der altgriechischen Sprache, also der Ursprache überliefert. Wir haben also einen riesigen Quellenfundus. Und wenn man das betrachtet, kommt man zum Ergebnis, dass die Vorstellung, dass über die lange Zeit die Texte alle verfälscht wurden, nicht stimmig ist. Die Abweichungen sind total minimal und nicht bedeutsam, was wesentliche Dinge betrifft. Die Überlieferungen der biblischen Bücher sind in hohem Maß genau und zuverlässig.
Dann kommt manchmal das Argument, dass es in den Evangelien ja unterschiedliche Darstellungen gäbe, bezüglich der Ereignisse um das leere Grab. Und dass es von daher gar nicht haltbar wäre und zuverlässig sein könnte.
Aber auch da machen wir uns mal klar: Wie ist das denn eigentlich, wenn Zeugen befragt werden, zum Beispiel vor Gericht, berichten sie über das, was sie erlebt haben aus ihrer Perspektive. Und sie werden ganz individuell davon berichten. Wenn nun der Richter sich völlig gleichlautende Zeugenaussagen anhören muss, dann wird er schon hellhörig: Haben die sich vorher abgesprochen? Das ist gerade ein Indiz für Unzuverlässigkeit. „Sie flunkern uns hier was vor, sie haben sich abgestimmt.“ Das können wir von den Evangelisten nicht sagen.
Jeder hat aus seiner Perspektive, wie er es erlebt hat, die Vorgänge glaubwürdig berichtet.
Entscheidend ist also die Frage, in welchen Punkten sind die Zeugen sich denn einig, wenn sie nämlich alle berichten, dass das Grab leer war. Und dass Jesus Menschen auch nach der Auferstehung begegnet ist – dann muss man das schon ernst nehmen.
Schauen wir uns die Berichte einmal genauer an.
3. Berichte über die Hinrichtung
Alle vier Evangelien berichten ziemlich übereinstimmend über die Geißelung und die Verspottung Jesu. Diese Strafmaßnahme war schon extrem schlimm, daran sind damals viele Menschen gestorben. Dann kam für Jesus noch die grausame Kreuzigung. Und die Berichte über Geißelung und Kreuzigung sind sehr übereinstimmend, da gibt es nur ganz geringe Unterschiede.
Jesus war auf jeden Fall tot, weil diesen letzten schweren Speerstoß, den er vom römischen Soldaten in die Seite gekriegt hat, keiner überlebt. Und die römischen Soldaten waren damals sehr gründlich in ihrer Hinrichtungsmethodik.
Dann zur Grablegung: Von der Grablegung bis zu den Ereignissen am Sonntagmorgen gibt es wirklich stärkere Abweichungen in den Evangeliumstexten. Da ist es nicht so einfach, eine klare Reihenfolge festzulegen oder herauszuarbeiten.
Aber für unsere Kernfrage hier ist das überhaupt nicht bedeutsam. Entscheidend ist, dass Jesus in ein Höhlengrab gelegt wurde. Und dass ein ein- bis zwei-Tonnen schwerer Stein, ein Fels davor gelegt wurde. Das berichten alle übereinstimmend. Dann auch, dass das Grab versiegelt und auf Anregung der Hohenpriester von einer Einheit römischer Soldaten bewacht wurde.
Das wird alles immer wieder berichtet. Weil die Hohenpriester Angst hatten, dass die Jünger vielleicht so schlau sein könnten, den Leichnam Jesu zu stehlen, und dann zu behaupten, dass er auferstanden sei.
Eine römische Wacheinheit bestand damals in der Regel aus 16 Mann. Das ist schon ein stolzer, bewaffneter Trupp. Und die haben ihren Auftrag auch sehr ernst genommen. Das war damals nicht so lapidar, wenn da mal was schief ging. Damals hafteten die Wächter mit ihrem Leben, wenn einer entkam oder was schief ging, dann wurden sie hingerichtet. Die haben ihre Sache ernst genommen.
Die haben ja nicht so wie in dieser Geschichte schlafend in der Ecke gelegen. Auf dem Brechen des römischen Siegels stand damals die Todesstrafe, diese Sache war absolut tabu.
Dass Jünger bei dieser Grabbewachung einen Überfall geplant hätten – die Jünger waren ein paar verängstigte Leute, die vorher alle weggelaufen waren, erinnern wir uns: unter dem Kreuz stand nur noch Johannes und keiner von den anderen – dass diese verängstigten Jünger einen Überfall geplant hätten, wie wir es in der Geschichte gehört haben, klingt nicht sehr wahrscheinlich.
4. Berichte über das leere Grab
Einheitlich wird in den Evangelien berichtet, dass das Grab leer war. Der Stein war auch richtig weit weg, er war nicht gerade so ein bisschen zur Seite gerollt, dass nur ein kleiner Spalt offen war und man sich da gerade mal so knapp hätte durchquetschen können. In Matthäus 28, 2 steht, dass ein Engel des Herrn vom Himmel kam und den Stein weggewälzt und sich darauf gesetzt hat.
Er stand dann sicher nicht mehr hochkant, würde ich denken, er lag irgendwo weit weg vom Grabeingang. Auch dazu gibt es Berichte von Forschern, ich zitiere mal Dr. Bill White, das ist der Wissenschaftler, der für das Grab in Jerusalem zuständig ist. Er hat ein Buch geschrieben, hier nur mal zwei Sätze daraus. „Es gab unleugbare Beweise, die es den hohen Priestern unmöglich machten, irgendeine Beschuldigung gegen die Wachen vorzubringen. Die jüdischen Behörden müssen den Ort besichtigt, den Stein untersucht und erkannt haben, dass es Menschen gar nicht möglich war, ihn heimlich in diese Lage zu bringen und so weit vom Grab zu entfernen.“
So waren sie gezwungen, die Wache zu bestechen und zu versuchen, die Sache zu vertuschen. Das ist genau, was sie gemacht haben. Sie haben die Wachen dann gekauft, dass die die Geschichte vom Diebstahl des Leichnams verbreiten.
Interessant, dass weder die jüdischen noch die römischen Quellen, die es gibt, dieser leeren Grabtheorie widersprechen. Sie liefern zwar andere Erklärungen, wie zum Beispiel den Raub des Leichnams. Dann finde ich es schon wichtig zu betonen, wenn Christen und ihre Gegner in dem Punkt übereinstimmen, dass das Grab leer war, denke ich, haben wir kaum eine andere Wahl, als das als historische Tatsache festzuhalten.
Das Grab war offensichtlich leer.
5. Berichte über den auferstandenen Jesus
Jesus ist damals vielen, wie uns die Evangelien berichten, leibhaftig erschienen. Insgesamt werden uns im Neuen Testament elf Ereignisse beschrieben. Zuerst ist Jesus den Frauen am Grab begegnet., dann verschiedenen Jüngern. Später den Jüngern noch mal am See in Nazareth in Galiläa. Dann noch über 500 Menschen auf einmal. Und zuletzt noch Paulus, als er auf seinem Weg nach Damaskus war, um die Christen zu verfolgen.
Über diese Erscheinung wird sowohl in den Evangelien als auch in der Apostelgeschichte und dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Korinther ausführlich berichtet. Wir lesen im Kapitel 15 in den Versen 5 bis 8. „Er, [also Jesus – Anm.d.Aut.] hat sich zuerst Petrus gezeigt und später allen aus dem engsten Kreis der Jünger. Dann haben ihn mehr als fünfhundert Brüder und Schwestern zur gleichen Zeit gesehen, von denen die meisten heute noch leben; einige sind inzwischen gestorben. Später ist er Jakobus und schließlich allen Aposteln erschienen. Zuletzt hat er sich auch mir gezeigt, der ich es am wenigsten verdient hatte.“
Tja, überraschend ist dann auch, dass alle Evangelien bezeugen, dass die ersten Auferstehungszeugen Frauen waren. Das ist hochinteressant und bedeutsam, weil die Zeugenaussagen von Frauen damals vor Gericht nichts zählten. Sie waren bedeutungslos. Wenn es, als die Evangelisten ihre Evangelien aufschrieben, darum gegangen wäre, an der Glaubwürdigkeit der Berichte zu feilen, dann hätten sie mit Sicherheit nicht Frauen als erste Zeugen benannt, sondern mit Sicherheit erst mal Männer als Zeugen benannt, die bezeugen konnten, dass Jesus wirklich auferstanden war. Also dass Frauen als erste Zeugen genannt wurden, spricht unheimlich für die Glaubwürdigkeit der Evangelien. Die neutestamentlichen Quellen zeigen da ein total stimmiges Bild von den Ereignissen.
Es gab viele Augenzeugen. Das ist, womit Althistoriker arbeiten. Und viele von ihnen haben auch noch gelebt, als die Berichte verfasst wurden. Lukas berichtet uns in Apostelgeschichte 2 von Petrus, der vor Tausenden von Leuten in seiner Pfingstpredigt auch von der Auferstehung Jesu spricht. Wenn das nicht sinnvoll gewesen wäre, dann hätte er diese Aussage damals überhaupt nicht unwidersprochen treffen können. Wenn man nicht davon hätte ausgehen können, dass das auch so war.
Kommen wir noch zu gegensätzlichen Erklärungen. Ich will sie nicht unterschlagen. Natürlich können wir auch nur mal exemplarisch zwei nehmen. Die eine, von der wir die Geschichte gehört haben, die Sigrun vorgelesen hat.
6. Gegensätzliche Behauptungen zur Auferstehung Jesu
Die Vermutung, dass das nur vorgetäuscht wurde, dass die Jünger den Leichnam Jesu geklaut hätten. Jedoch ist das erst einmal völlig ausgeschlossen, wegen der intensiven Bewachung des Grabs. Ich habe es bereits vorhin geschildert.
Dann haben viele Jünger auch ihr Zeugnis über die Auferstehung Jesu ein Leben lang beibehalten. Wir wissen, dass die Jünger damals wegen ihres Glaubens viel aushalten mussten. Viele sind umgebracht worden wegen ihres Glaubens. Sie sind unter allen Qualen und Foltern nicht davon abgewichen, dass Jesus auferstanden ist. Wenn das nur ein Fake gewesen wäre und Jesu Leichnam von ihnen geklaut worden wäre, hätten garantiert nicht alle Jünger durchgehalten und unter solch einem großen Verfolgungsdruck zur Auferstehung Jesu gestanden. Das ist einfach nicht wahrscheinlich.
Dann noch die Ohnmacht Theorie.
Jesus sei gar nicht richtig tot gewesen. Nach drei Tagen im Grab sei er dann nach seiner tiefen Bewusstlosigkeit wieder zu sich gekommen. Da muss man sagen, das widerspricht massiv den medizinischen Fakten, die ich vorhin bei Geißelung und Kreuzigung Jesu dargestellt habe. Da müsste man das alles außen vor lassen. Jesus war definitiv tot. Und dann ist er ja auch noch mit 30 Kilogramm Einbalsamierungsmaterial balsamiert und eingewickelt worden. In Johannes 19 lesen wir, 30 Kilo! Das ist nicht nur mal so ein Tübchen Salbe gewesen, das ging richtig in die Vollen.
Es waren ja auch reiche Leute, die das gemacht haben. Josef von Arimathäa und Nikodemus, wie uns das Johannesevangelium berichtet, hatten schon Geld. Und legten 30 Kilo um Jesus herum und haben ihn dann eingewickelt. Es ist einfach nicht überzeugend. Ein kaltes Grab, ein schwerer Stein davor, einbalsamiert. Es ist nicht überzeugend, dass Jesus, dessen Körper schon vorher so geplagt war, solch eine schlimme Geißelung und Kreuzigung hätte überlebt haben können. Das ist ausgeschlossen.
Wir merken, diese alternativen Deutungen sind sehr schwach. Da gibt es sowieso keine Augenzeugenberichte, aber die Indizien passen einfach nicht.
Wenn man alles zusammennimmt, was wir eben gehört haben, stellt man fest, dass die Glaubwürdigkeit der Bücher des Neuen Testaments einfach das Wahrscheinlichste ist. Die Berichte über das Leben, über den Tod und die Auferstehung Jesu ist die beste, die wahrscheinlichste Erklärung. Und wenn wir das als Resümee festhalten können, dann macht es auch Sinn zum siebten Punkt zu gehen und über die Einzigartigkeit der Auferstehung Jesu und der Auferstehung in Jesus abschließende Gedanken zu entwickeln.
7. Jesu Auferstehung ist einzigartig
Seine Auferstehung bedeutet den Tod des Todes. Das haben wir letzte Woche von Ralf Thomas Klein gehört, das fand ich schön griffig. Der Tod ist tot.
Es gibt vorher und nachher niemanden, der so auferstanden ist wie Jesus Christus. Der ungläubige Thomas, der ja bei der ersten Erscheinung Jesu bei den Aposteln nicht anwesend war, konnte es ja auch nicht glauben. Und er sagte, ich kann das nur glauben, wenn ich meine Finger in die Wundmale Jesu lege, wenn ich es mit eigenen Augen sehe. Und tatsächlich, Jesus erscheint ihnen wieder im Jüngerkreis. Und dann muss Thomas genau das wirklich machen, seine Finger in die Wunde reinlegen.
Jesus ist ganz offensichtlich der erste Auferstandene mit einem neuen, einem ewigen, man könnte auch sagen einem transformierten, umgewandelten Leib, mit einem Auferstehungskörper. Nochmal zur Verdeutlichung, die Leute, die Jesus vorher auferweckt hatte, die schon tot waren, wie sein Freund Lazarus zum Beispiel, haben ja in ihrem alten Körper weitergelebt. Sie mussten ja nachher auch wieder sterben.
Die Auferstehung Jesu in diesem umgewandelten Auferstehungsleib ist wirklich das Besondere. Aber immerhin war dieser Körper offensichtlich seinem vorherigen noch so ähnlich, dass die Jünger ihn wiedererkennen konnten. Dieser transformierte, umgewandelte Auferstehungsleib Jesu kann nie sterben.
Wir lesen in Römer 6 Vers 9 „Wir wissen ja, dass Christus von den Toten auferweckt worden ist und nie wieder sterben wird. Der Tod hat keine Macht mehr über ihn.“
Ja, diese Tatsache hat natürlich fantastische Konsequenzen für die, die glauben, dass Jesus für sie am Kreuz gestorben ist. Diejenigen dürfen sich nämlich dann über die eigene Auferstehung freuen und darauf freudig zugehen. Auf die Zeit, wenn ich dann selbst mal in einem transformierten Auferstehungskörper leben darf ohne Schmerz und Leid.
In 1. Korinther 15, ab Vers 52, schreibt Paulus im Zusammenhang mit der Wiederkunft Jesu, das war übrigens der Text, den der Ralf Thomas Klein letzte Woche hatte, aber hier nur ein paar Verse ab 52 „das wird ganz plötzlich geschehen, [dass Jesus wiederkommt – Anm.d.Aut.] von einem Augenblick zum anderen, wenn die Posaune das Ende ankündigt. Auf ihr Zeichen hin werden die Toten auferweckt und bekommen einen unvergänglichen Körper, und auch wir Lebenden werden verwandelt. Denn das Vergängliche muss mit Unvergänglichkeit und das Sterbliche mit Unsterblichkeit überkleidet werden. Wenn aber dieser vergängliche und sterbliche Körper unvergänglich und unsterblich geworden ist, dann erfüllt sich, was die heilige Schrift vorausgesagt hat: Das Leben hat den Tod überwunden. Tod, wo ist dein Sieg? Tod wo bleibt nun deine Macht?
Fazit: Wir haben in Jesus einen einzigartigen Retter, eine einzigartige Rettung, eine einzigartige Befreiung von aller Schuld, also von allem Mist, den wir in unserem Leben schon gebaut haben und auch für den, den wir noch bauen werden. Und das ist auch interessant: Bei allen anderen Religionen geht es immer um Anweisungen für den Menschen, was man alles tun muss, um die Erlösung zu bekommen, und trotzdem kann man sich nie sicher sein, dass man sie auch kriegt.
Bloß der Herr Jesus sagt: Es ist vollbracht, ich hab schon alles für dich getan und er ist der Auferstandene, der wirklich lebt.
Alle Bibelzitate aus der Bibelübersetzung: „Hoffnung für Alle“.
Dieser Blog-Beitrag von Harald Kronenberger entspricht der Transkription einer Predigt in der Chrischona-Gemeinde Burkhardsfelden.
Über Harald Kronenberger
Harald Kronenberger, 1954 geboren, war bis zum Eintritt in den Ruhestand 2017 stellvertretender Schulleiter an der christlichen August-Hermann-Francke-Schule in Gießen. Verheiratet ist er mit Sigrun. Das Ehepaar lebt in Reiskirchen-Burkhardsfelden und ist Mitglied der Chrischona-Gemeinde Burkhardsfelden. Die beiden freuen sich über vier erwachsene Kinder und fünf Enkelkinder.

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