Freundlichkeit Gottes durch Regen sichtbar gemacht

Eine neue Perspektive: Warum will ich mich “reinigen”?

Im alten Bund haben die Menschen sich gereinigt, um in die Gegenwart Gottes kommen zu können. Im neuen Bund hat Jesus uns den Zugang durch seinen Tod am Kreuz erwirkt. Ich möchte mich jetzt nicht “reinigen” um Zugang zum Vater zu haben, sondern weil ich Zugang zum Vater habe, möchte ich rein sein, wie er rein ist (1. Joh 3:3).

“Weil wir diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes zur Vollendung der Heiligung in Gottesfurcht” (2. Kor 7:1 SLT)

Die Verheißungen habe ich bereits, ich vollbringe die Reinigung nicht, um die Verheißungen zu erlangen. Was sind diese “Verheißungen”? Das wird ein Vers vorher erklärt:

“Ich will euch ein Vater sein und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige” (2. Kor 6:18 SLT)

Weil ich Zugang zum Vater habe und weil ich sein Kind bin, will ich mich reinigen. Ich reinige mich nicht, um ein Kind zu werden oder um Zugang zu bekommen. Ich reinige mich nicht, damit ich Frieden mit Gott habe – wenn das mein Grund ist, dann habe ich das Erlösungswerk Jesu nicht wirklich verstanden: Es ist vollbracht!

Die Freundlichkeit Gottes stellt keine Bedingungen!

Jesus ist so viel größer als unsere Sünde und unsere Schlechtigkeit! Ich habe selber erlebt, wie die Gegenwart Gottes sich in einem Raum mit einem Haufen Nichtchristen manifestiert, und diesen das Herz erweicht und sie sogar zum Weinen bringt. Keiner von diesen Nichtchristen hatte vorher Buße getan oder irgendwie christlich gelebt. Ich war zuerst verwirrt, weil ich dachte, die müssen doch erst Buße tun, bevor Gott sie mit seiner Gegenwart, seiner spürbaren Anwesenheit belohnt und ihnen begegnet. Aber ich lag falsch. Denn es steht geschrieben:

“Oder verachtest du den Reichtum seiner Freundlichkeit, Geduld und Langmut, und erkennst nicht, dass dich die Freundlichkeit Gottes zur Buße leitet? (Römer 2:4)

Wenn ich denke, jemand “muss erst etwas tun“, bevor er etwas von Gott bekommt, dann “verachte ich den Reichtum seiner Freundlichkeit“. Dann verachte ich das Werk Jesu am Kreuz, das ein für allemal alles vollbracht hat. Gottes Freundlichkeit kommt zuerst, und zwar so, dass ich total überwältigt davon bin und danach Buße tun möchte. Ich tue nicht Buße, weil ich muss, sondern weil ich von der Liebe Gottes überwältigt bin! Die Güte und Freundlichkeit Gottes leitet mich zur Buße! Nichts sonst! Alles andere ist Religion.

Gottes Liebe zu mir hängt nicht von mir ab!

Johannes sagt ziemlich deutlich, wovon die Liebe Gottes zu mir abhängt:

Darin besteht die Liebe – nicht dass wir Gott geliebt haben, sondern dass er uns geliebt hat und seinen Sohn gesandt hat als Sühnopfer für unsere Sünden” (1.Joh 4:10 SLT)

Die Liebe Gottes steht und fällt mit dem Sühneopfer Jesu am Kreuz. Ist Jesus für unsere Sünden gestorben? Dann liebt Gott uns. Zeige mir eine Person, für die Jesus nicht gestorben ist und dann kannst du über diese Person sagen, dass Gott sie nicht liebt. Ist Jesus für dich gestorben? Dann liebt er dich und seine Liebe steht damit ein für allemal fest. Du kannst nichts dafür tun, dass Gott dich weniger liebt und du kannst auch nix dafür tun, dass Gott dich mehr liebt. Es hängt nicht von dir ab, sondern nur von dem, was Jesus getan hat. Gott hat uns zuerst geliebt, als wir noch Sünder waren und er liebt uns jetzt, wo wir seinen Geist haben, noch viel mehr. Egal ob du die Bibel liest, betest, zu frommen Veranstaltungen gehst, Buße tust oder nicht, egal ob du sehr fromm und ordentlich lebst oder ob du ein totaler Versager bist. Es hängt einfach nicht von dir ab und du darfst immer als geliebtes Kind zum Vater kommen – durch den Tod Jesu bist du bei Gott angekommen und musst dich nicht mehr dafür abmühen. Wenn du merkst, dass dies tatsächlich die unabänderliche Wahrheit des Wortes Gottes ist, dann kannst du auch als totaler Versager zu ihm kommen und immer noch sein Kind sein.

Das ist eigentlich nicht neu, aber was bedeutet das für meinen Umgang mit anderen Menschen? Wenn der Vater mich so bedingungslos liebt (meinerseits, die Bedingung ist ja der Tod Jesu), dann will ich die anderen Menschen auch unabhängig von dem was sie tun lieben. Ich möchte jeden Menschen lieben, ich möchte Liebe werden für jeden Menschen, selbst für die verführten, ungeistlichen, seelischen und sogar für die, die voller Dämonen sind. Und ich begegne ihnen nicht mit “oh, du brauchst Befreiung!” oder “Du musst aber Buße tun!”, sondern ich begegne ihnen mit der Güte und Freundlichkeit Gottes, die alles glaubt und das Beste hofft!


Dieser Blog-Beitrag von Helmut Richert erschien zuerst auf TRLT. Lies hier den Original-Artikel Teil 1 „Eine neue Perspektive – Warum will ich mich reinigen?“ und Teil 2 „Eine neue Perspektive – Die Freundlichkeit Gottes stellt keine Bedingungen“ und Teil 3 „Eine neue Perspektive – Gottes Liebe zu mir hängt nicht von mir ab!“

About H. Richert

Jahrgang 1977, Ehemann, Papa von drei Kindern, Lehrer, Gründer und Mitleiter der Christusgemeinde Bielefeld. Ich mag Denken & Lernen, Bücher, Sci-Fi, Design, gutes Essen & Trinken, Sport, Musik & Gitarre, Bielefeld und schreibe vorrangig über echtes Leben in einer zunehmend unechten Welt.


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