Rolf Oetinger –
Bezeichnung: Kreuzweg
Nach dem offenen Eingang ein ca fünf Meter langer schmaler, oben geschlossener Gang, den ein Mensch alleine begeht. Der Gang auf durchsichtigem Glas oder Acryl, darunter die Installation von mehreren halbe Meter langen Kreuzen. Die Linienführung endet leicht gewunden in einem sehr kleinen Raum, wo ein größeres Kreuz an der Wand erscheint. Der Besucher hört die Worte Jesu “es ist vollbracht” und das Licht wird schrittweise bis zur vollkommenen Dunkelheit hinter schwarzen Wolken abgedunkelt.
Weggenommen.
Entfernt.
Dunkel.
Abgedunkelt.
Von außen abgedunkelt per Eingriff. Und doch folgerichtig wie ein Naturgesetz.
Komplette vollkommene Dunkelheit.
Draußen im Dunkel.
Jesus am Kreuz – gestorben, nun tot.
Deswegen die Dunkelheit.
Hast du mit Dunkelheit zu tun,
Unwissen, Unsicherheit, Unwägbarkeit, Angst, Angst vor vorzeitigem langsamem Tod, schicksalhafte Schläge, unerwartete Kündigungen von Freundschaften.
Hat Gott dich verlassen? Und du denkst, es sei so?
Verlassen?
Einsam.
Leer.
Alleine.
==
Jesus am Kreuz, – nachmittags gegen 15Uhr stirbt Jesus und die Himmel verdunkeln mitten am Tag. “Warum hast du mich verlassen, mein Gott?”
Wo bist du, Gott?
Fragen Menschen, rufen Menschen.
Sie rufen in ihrer dunkelsten Stunde nach Gott.
Als der Schuldlose gekreuzigt wird, war es völlig normal – eine Art Naturgesetz – dass es sich verdunkelte. Gräber öffneten sich und Tote begegneten den Einwohnern Jerusalems, die den Gekreuzigten vor kurzem noch bedauert hatten.
Als der Sohn Gottes starb, bebte der Erdboden, Steine zerrissen. Die Sonne verlor ihren Schein.
Die Finsternis brach ein. Im Tempel in Jerusalem zerriss der Vorhang von oben nach unten. Der Vorhang war die Abgrenzung zu der heiligsten Wohnstätte Gottes bei den Menschen. Obwohl Gott nicht in menschengemachten Tempeln wohnt.
Was wurde vollbracht am Kreuz, bevor es abdunkelte? Bevor die Steine zerrissen, die Gräber sich öffneten, der Himmel verdunkelte und Finsternis sich ausbreitete. Betretene Menschen: Tatsächlich “er war wirklich Gottes Sohn”. Er war es wirklich.
Was haben wir getan, wir haben ihn gekreuzigt.
Es gibt Dinge, die kannst du nicht zurückholen, ändern oder irgendwie rückgängig machen.
Als Jesus starb, reagierte der Himmel und die Erde und die Toten und die Lebenden. Tote standen auf und gingen umher, die Toten waren erschüttert.
Der Sohn Gottes hatte den Plan betreten, er war im Durchlauf vom Tod zur Auferstehung, zur leibhaftigen Himmelfahrt zum ewigen Leben.
Damit habe ich vorgegriffen. Lass uns noch einmal bei der Dunkelheit im Moment des Todes bleiben.
Bei der Verfinsterung.
Der Abscheu Gottes vor Sünde. Wie sehr muss Gott Sünde hassen, dass und wenn er seinen Sohn opfert eben deswegen.
Deshalb.
Finsternis.
Finsternis ist Trennung von ihm, er wohnt im Licht.
Er spricht “Es werde Licht” (1. Mose 1,3 ELB) noch bevor die Sonne, Fixsterne geschaffen sind.
Sein Licht, Gottes Licht.
Ein völlig anderes Licht.
Gottes Licht ist nicht die Sonne, die Menschen gelegentlich anbeten. Oder wegen der sie sich, um sich vor ihrer Strahlung zu schützen, eincremen. Sein Licht ist kein Sonnenlicht.
Jesus ist das Licht der Welt “ich bin das Licht der Welt” (Johannes 8,12 ELB), das jeden Menschen, der zur Welt kommt, erleuchtet,
Und als er starb, wurde es mitten am Tag finster.
Wenn du ohne ihn lebst:
Du denkst, die Sonne und deine täglichen Jobs, Kochtätigkeiten, dein Laufen, Trainieren, Aufräumen, Umräumen seien Leben.
Der Urlaub, Entspannung, die Herausforderung sei Leben.
Du versuchst dich zu spüren,
jedoch ist da kein Leben,
kein Licht, nichts Echtes.
Es brennt auf der Haut, aber es ist ein Licht, das dich verbrennt.
Deswegen das Licht. Und die Abdunkelung, als Gott mitten am Tag den Vorhang zuzog, um ein ganz neues Kapitel zu eröffnen.
Heute bei dir.
Schluss mit dem Vorsichherschieben des Unleugenbaren.
Ich bin ein verlorener Mensch, ohne ihn verloren – und brauche Hilfe von oben, von Gott.
Hole mich ab von meiner Finsternis, Sohn Gottes, rette mich.
Ich will an dich glauben.
Dieser Blog-Beitrag von Rolf Oetinger erschien zuerst auf Jesus-blog. Lies hier den Original Artikel „Installation Kreuzweg.“

Schreibe einen Kommentar