Harald Kronenberger –
Gott vertrauen ist ein großes Thema, da ist der Papa, der das Kind fragt, fürchtest du dich nicht? Und die Antwort des Kindes ist, nein Papa, du bist bei mir, du kennst den Weg. Das würde ich mir auch wünschen, dass das in meinem Leben so einfach wäre und gelingen würde. Der Titel, mit dem ich die Predigt überschrieben habe, „Gott vertrauen lernen“, zeigt ja schon, dass das Ganze wohl doch irgendwie was mit einem Lernprozess zu tun hat.
Der Predigttext steht in 4. Mose 14, da geht es um ein Beispiel von Israels Vertrauenslosigkeit. Dann möchte ich eine Übertragung machen zu meinem eigenen Verhalten, eine Situation, die ich selbst durchlebt habe. Und dann zu dem Thema kommen, „was kann uns denn helfen, in diesem Lernprozess Vertrauen zu Gott lernen“.
Ich möchte das unter drei Aspekten betrachten.
- Erinnerungskultur pflegen. Ich erläutere, was ich darunter verstehe.
- Ein zweiter Aspekt ist natürlich das Gebet. Und zwei Unteraspekte des Betens, einmal, dass man mit Gott über seine Verheißungen reden kann und dass Gebetsgemeinschaften eine Stärkung sein können.
- Und dann auch noch Glaubenslieder, geistliche Lieder.
- Dann zum Ende will ich noch einmal das in den Mittelpunkt rücken, was vorher schon ein Stück deutlich wird bei der Übertragung auf mein eigenes Verhalten. Wenn ich mich mich in Vertrauenslosigkeit verloren habe, was ist dann eigentlich?
Vertrauen ist ja erstmal die Grundlage aller gelingenden Beziehungen. Kein Mensch kann ohne Vertrauen leben. Gott hat uns geradezu auf Vertrauen hin angelegt. Und wenn irgendwo Vertrauen fehlt in Beziehungen, dann merken wir gleich, dass eine Distanz entsteht, dass wir unsicher werden, wir geraten unter Stress. Positiv ausgedrückt kann man feststellen, dass Vertrauen wächst, wenn wir gute Erfahrungen mit anderen Menschen machen. Und es wächst zu den Menschen, die dann echt sind, die wahrhaftig sind, von denen wir wissen dürfen, man kann sich darauf verlassen, was einer sagt.
Gut zu wissen, dass wir Gott vertrauen können. Er steht auf jeden Fall zu seinem Wort.
In 4. Mose 23,19 lesen wir
Gott ist nicht ein Mensch, dass er lüge, noch ein Menschenkind, dass ihn etwas gereue. Sollte er etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und nicht halten?
LUT2017
Gott ist kein Mensch, der lügt
Anders als es bei vielen Menschen der Fall ist, bei denen es dann schon schnell passiert, dass man ein eigenes Versprechen, das man gegeben hat, bereut und bricht. Bei Gott ist das ganz anders. Was er sagt, das tut er und was er ankündigt, dazu steht er ganz bestimmt, wir können auf sein Wort vertrauen. Er lügt uns nie an und seine Zusagen gelten. Auch die ganz großen, berühmten Zusagen, die wir alle kennen. Ich habe gerade mal eine sehr herausfordernde ausgesucht.
Römer 8,28 kennen wir alle. Hier mal zwei Übersetzungen. „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.“ (LUT) Oder nach der Hoffnung für Alle Übersetzung, „Das eine aber wissen wir: Wer Gott liebt, dem dient alles, was geschieht, zum Guten“.
Wunderbar, das wissen wir jetzt alles. Wir können Gott vertrauen. Er sagt es uns in seinem Wort zu. Wir kennen große Verheißungen.
Und dann kommt das Leben.
Dann komme ich in knifflige Situationen, die mich überfordern. Vielleicht diese Inflationszeit, wo mancher sicher hier und da Kopfschmerzen bekommen hat, wenn das so weitergeht, wie soll ich dann meine Rechnungen noch bezahlen? Wie soll das noch gehen? Oder meine Situation am Arbeitsplatz, wo es auch nur noch Ärger gibt, gerade mit dem einen schwierigen Kollegen oder der Kollegin. Da weiß ich überhaupt nicht mehr, wie das noch weitergehen soll. Oder andere Herausforderungen. Plötzlich ist ein geliebter Mensch nicht mehr da. Dann stehe ich plötzlich wie vor den Kopf geschlagen da. Oder ich komme vom Arzt zurück und habe eine schlimme Diagnose, wobei ich auch gar nicht weiß, wie ich jetzt damit umgehen soll. Ich denke, jeder von uns hat jetzt irgendetwas vor Augen, was er erlebt hat, woran er zu knabbern hatte oder jetzt sogar zu knabbern hat. Und wo es einem wirklich schwer fällt, dann auf Gott zu vertrauen. Obwohl jeder von uns schon wunderbare Führungen mit Gott erlebt hat und wir oft seine Hilfe erfahren haben. Und trotzdem ist jetzt diese Herausforderung da.
Schauen wir uns die Situation des Volkes Israel an, die uns in 4. Mose berichtet wird. Gott hatte Israel in wunderbarer Weise aus Ägypten herausgeführt und sie auch durch die Wüste geführt. Jetzt standen sie an den Grenzen zum Land Kanaan und sollten demnächst dieses Land einnehmen, was Gott ihnen ja versprochen hatte. Gott beauftragte Mose, einen Kundschaftertrupp auszusenden. Das macht er dann auch und die kommen nach 40 Tagen Erkundungsgang durch das ganze Land Kanaan dann wieder zurück. Und es wird uns berichtet, 10 der 12 Kundschafter fangen an zu jammern.
4. Mose 13,28ff Aber stark ist das Volk, das darin wohnt. Und die Städte sind befestigt und sehr groß…. Wir vermögen nicht hinaufzuziehen gegen dieses Volk, denn sie sind uns zu stark…. 4. Mose 14,2-24 (part.) Und alle Israeliten murrten gegen Mose und Aaron, und die ganze Gemeinde sprach zu ihnen: Warum führt uns der HERR in dies Land, damit wir durchs Schwert fallen und unsere Frauen und unsere Kinder ein Raub werden? Ist´s nicht besser, wir ziehen wieder nach Ägypten? Und einer sprach zu dem anderen: Lasst uns einen Hauptmann über uns setzen und wieder nach Ägypten ziehen! Und Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jefunnes, die auch das Land erkundet hatten, zerrissen ihre Kleider und sprachen zu der ganzen Gemeinde der Israeliten: Wenn der HERR uns gnädig ist, so wird er uns in dies Land bringen und es uns geben, ein Land, darin Milch und Honig fließt. Fallt nur nicht ab vom HERRN und fürchtet euch vor dem Volk dieses Landes nicht. Es ist ihr Schutz von ihnen gewichen, der HERR aber ist mit uns. Fürchtet euch nicht vor ihnen!
Aber das ganze Volk sprach, man sollte sie steinigen.
Da erschien die Herrlichkeit des HERRN über der Stiftshütte allen Israeliten. Und der HERR sprach zu Mose: Wie lange lästert mich dies Volk? Und wie lange wollen sie nicht an mich glauben trotz all der Zeichen, die ich unter ihnen getan habe? Ich will sie mit der Pest schlagen und sie vertilgen und dich zu einem größeren und mächtigeren Volk machen als dieses. Mose aber sprach zu dem HERRN:….15 Würdest du nun dies Volk töten wie einen Mann, so würden die andern Völker…. sagen: Der HERR vermochte es nicht, dies Volk in das Land zu bringen, das er ihnen zu geben geschworen hatte; darum hat er sie hingeschlachtet in der Wüste. So lass nun deine Kraft, oh Herr, groß werden, wie du gesagt hast: „Der HERR ist geduldig und von großer Barmherzigkeit und vergibt Missetat und Übertretung……“. So vergib nun die Missetat dieses Volks nach deiner großen Barmherzigkeit, wie du auch diesem Volk vergeben hast von Ägypten an bis hierher.
Und der HERR sprach: Ich habe vergeben, wie du es erbeten hast. Aber so wahr ich lebe….. Alle die Männer, die meine Herrlichkeit und meine Zeichen gesehen haben, die ich getan habe in Ägypten und in der Wüste, und mich nun zehnmal versucht und meiner Stimme nicht gehorcht haben, von denen soll keiner das Land sehen, das ich ihren Vätern zu geben geschworen habe; …..
Nur meinen Knecht Kaleb…., den will ich in das Land bringen, in das er gekommen ist, und seine Nachkommen sollen es einnehmen. (LUT2017)
Tja, was für ein dramatisches Ereignis nach all den Erfahrungen, die Israel mit Gott gemacht hatte. Schauen wir uns mal an, was da eigentlich passiert ist: Das Volk Israel verliert sich also in Vertrauenslosigkeit und Widerspenstigkeit. Sie fürchten sich vor den Feinden. Sie gehen davon aus, dass es doch kein gutes Land ist, in das Gott sie führen will. Da gibt es ja so viele Gefahren. Wir können durch Kriegswirren umkommen. Wir verlieren unsere Frauen und Kinder. Und trotz all dem, was sie vorher mit Gott erlebt haben, ist da nichts mehr an Vertrauen auf seine gute Führung übrig geblieben. Und Gott spricht sein Urteil in 4. Mose, 14,11 es ist interessant zu lesen, wie das in den verschiedenen Übersetzungen lautet. Da heißt es einmal, das Volk lästert mich, oder das Volk verachtet mich (Elberfelder), oder das Volk beleidigt mich. Boah, das ist ein heftiges Urteil.
Israel befindet sich also im Aufstand gegen Gott und will sein Schicksal in die eigene Hand nehmen. Auf, zurück nach Ägypten. Sie wollen sich sogar einen neuen Anführer selbst wählen. Derjenige, den Gott ihnen gegeben hat, Mose ist passe, das geht so nicht weiter.
Und dann fand ich die Reaktion Gottes einmal tröstlich und wunderbar und überraschend
Der Herr ist dennoch langsam zum Zorn und groß an Gnade. Und er vergibt die Schuld. Trotzdem bleibt, selbst wenn die Schuld vergeben ist in dem diesseitigen jüdischen Leben, muss Israel die Konsequenzen aber dann doch tragen: Die ganze Generation sollte in der Wüste sterben und erst die Nachfolge-Generation das Land Kanaan einnehmen.
Kaleb und Josua haben genau die gleiche Situation erlebt. Sie waren mit den zehn anderen unterwegs, haben genau dasselbe gesehen und kommen trotzdem zum völlig anderen Ergebnis, weil sie die Perspektive haben: Gott ist groß, er kann alles. Sie stellen fest, das Land Kanaan ist gut, da gibt es wunderbare Früchte und wenn der Herr mit uns ist, dann müssen wir uns vor dem Feind nicht fürchten. Er wird uns ganz bestimmt ins Land Kanaan hineinbringen. Und das ist dann auch das Vertrauen, das Gott belohnt hat. Trotz ihres höheren Alters sind sie die einzigen Israeliten, die das Land Kanaan nach 40 Jahren Wüstenwanderung mit einnehmen durften und Gottes Belohnung erlebt haben.
Die Geschichte kennen wir ja eigentlich auch schon. Wenn ich mir das Volk so angucke, wer will das verstehen? Gott führt sie aus Ägypten mit voller Macht, dann stellen sie sich hier so an. Sie müssten doch inzwischen endlich mal kapiert haben, dass man Gott vertrauen kann – und dann diese Vertrauenslosigkeit und Widerspenstigkeit. Das kann ich überhaupt nicht nachvollziehen, wenn man das so sieht.
An dieser Stelle möchte ich eine Situation beleuchten, die ich selbst erlebt habe. Ich hätte es ja auch längst kapiert haben können, nach vielen Jahren guter Erfahrungen mit Gott. Wir haben Wunderbares erlebt und ich hätte mit seiner Führung rechnen können. Dann kam die Zeit des Übergangs aus unserem Berufsleben in den Ruhestand. Für Sigrun und mich lief das parallel zusammen und neu. Nun war es bei uns so, wir waren natürlich voll im Berufsalltag und mussten alle diese Klärungen treffen mit den verschiedenen Behörden. Das war bei uns ziemlich kompliziert, denn als langjährig angestellte Lehrer hatten wir es nicht nur mit der hessischen Versorgungsstelle, sondern auch mit der deutschen Rentenversicherung zu tun. Unser offizieller Arbeitgeber war zwar das Land Hessen, aber das hatte uns beurlaubt in den Dienst an der Privatschule. Das war eine Zwittersituation. Wir waren auch die Ersten, die das durchleben und klären mussten. Dann hatten wir noch mit der Krankenkasse und der Beihilfestelle zu tun, es war ziemlich kompliziert. Ich habe überhaupt nicht gemerkt in dieser Zeit, wie ich wieder in die Sicht reingerutscht bin, dass ich, der Harald, das jetzt alles in die Hand nehmen muss und sicherstellen muss, dass das alles gelingt. Dass das reibungslos verläuft. Dann bin ich da durch alles so unter Druck geraten, dass ich in dieser Zeit wieder massive psychosomatische Beschwerden entwickelt habe. Dann hat Gott mir diesen Text geschenkt.
Ich habe in der Bibellese genau diesen Text gelesen und er hat mich voll erwischt und getroffen. Dann habe ich eine Gegenüberstellung erarbeitet mit dem Volk Israel und das dann nachher übertragen auf mich. Es war ein Schock, der dann für mich zum heilsamen Schock geworden ist.
Was ist mit Harald los? Vertrauenslosigkeit und Widerspenstigkeit.
Tja, er hat Angst vor den Klärungen für die Altersversorgung, was da alles möglich ist. Viele Gefahren lauern. Da kann alles Mögliche schief gehen zwischen den Behörden. Das kennt man ja auch so hier und da. Und trotz aller wunderbaren Erfahrungen mit Gott hat er kein Vertrauen mehr auf seine gute Führung. Das Urteil Gottes, Harald verachtet mich, er beleidigt mich. Und dann zufällig las ich in diesen Tagen dann auch noch 1.Samuel 15 und da hat mich gerade der Vers 23 voll getroffen. Das ist die Situation, wo Samuel dem König Saul, der auch vertrauenslos war, sagt,
Denn Widerspenstigkeit ist eine Sünde wie Wahrsagerei und Widerstreben ist wie Abgötterei und Götzendienst. (ELB)
Da war ich dann erst recht erschrocken zu lesen, Vertrauenslosigkeit und Widerspenstigkeit gegen Gott ist Götzendienst. Das war ja das letzte, was ich wollte. Ich konnte es dann aber nachvollziehen, weil, wenn das wirklich so ist, dass ich wieder anfange zu denken, ich müsste das alles sicherstellen, dann setze ich mich ja wieder auf den Thron meines Lebens und Gott ist nicht mehr im Mittelpunkt und dann werde ich mir selbst zum Götzen und dann ist es letztlich Götzendienst. Das konnte ich dann verstehen.
Schauen wir mal weiter in die Gegenüberstellung. Also ich befand mich im Aufstand gegen Gott. Ich wollte mein Schicksal wieder in die eigene Hand nehmen, bin wieder in alte Denkschienen zurückgefallen. Ich bin ja von Haus aus ein typischer Perfektionist der alles gut machen und sicherstellen will aus eigener Kraft, und ich wollte offensichtlich wieder unter eigener Verantwortung handeln. Die Reaktion Gottes – und das hat mich unheimlich getröstet, als ich den Text gelesen habe – du hast dich vergaloppiert mein Lieber, das war klar, aber der Herr ist langsam zum Zorn und groß an Gnade.
Er vergibt mir die Schuld, wenn ich umkehre
Er vergibt mir die Schuld, wenn ich umkehre. Aber was auch klar war, negative Folgen in diesem Leben habe ich schon noch zu tragen, weil die psychosomatische Störung nicht so schnell fertig war, da steckte ich also trotzdem drin, die Suppe musste ich auslöffeln auch zur Erinnerung an dieses Ereignis. Dann fand ich auch das Vorbild Kalebs und Josuas schön, das mich dazu gebracht hat, eine bewusste Umkehr einzuleiten und festzustellen, ich will so denken und leben wie die beiden. Gottes Weg für mich ist gut, auch wenn es in eine neue Lebensphase geht, er ist doch mit mir und ich muss mich auch nicht vor Klärungen, die zu treffen sind fürchten und auch nicht vor der neuen Situation, in die er mich hineinführen wird, er wird mich im guten Weg weiterführen und – auch die Perspektive ganz nach vorne – er wird mich durch diesen ganzen Lebensweg hindurch in meine himmlische Heimat bringen.
Diese bewusste Entscheidung hat mich da wieder in die Spur gebracht, aber – wie gesagt – meine gesundheitlichen Probleme waren da natürlich keineswegs so einfach vorbei.
Worum es mir geht, offensichtlich ist, jedenfalls bei mir, dass ich Gottvertrauen niemals ein für allemal gepachtet habe. Es muss immer wieder neu ergriffen werden, ich bin und bleibe Lernender auf diesem Weg und Gott sagt uns ja auch in seinem Wort, dass er uns auch bewusst immer wieder in Situationen stellt, worin wir uns überfordert wissen. Warum? Weil er will, dass wir im Glauben reifen und dass unser Glaube stärker wird.
Eine dieser Ankündigungen Gottes aus dem Jakobusbrief.
Liebe Brüder und Schwestern, betrachtet es als besonderen Grund zur Freude, wenn euer Glaube immer wieder hart auf die Probe gestellt wird. Ihr wisst doch, dass er durch solche Bewährungsproben fest und unerschütterlich wird.
Jakobus 1,2-3 HFA
Gott hat etwas vor mit uns, er will nicht, dass wir so bleiben, sondern dass wir in unserem Glauben weiterkommen und dazu gehören eben auch Herausforderungen, bei denen ich weiß, damit bin ich alleine überfordert.
Dann zu dem nächsten großen Abschnitt.
Wenn ich Vertrauen auf Gott lernen will, was kann mir denn helfen auf diesem Weg? Darüber habe ich länger nachgedacht und möchte drei Aspekte nennen. Erst mal die Erinnerungskultur pflegen, beginnen wir damit. Vielleicht wird das schon ein Stück deutlich, wenn wir die Psalmen lesen.
Psalm 77, der Vers 12. „Ich erinnere mich an deine großen Taten, HERR, und denke an die Wunder, die du einst vollbracht hast.“ (HFA)
Oder Psalm 92, Vers 5. „HERR, was du tust, macht mich froh, und ich juble über deine großen Taten.“ (HFA)
Da habe ich gedacht, ja, das ist es, das hilft mir wirklich, wenn wir uns miteinander unterhalten, im Gespräch sind miteinander, uns auch untereinander die großen Dinge zu erzählen, die Gott in unserem Leben getan hat, weil uns dadurch wieder so richtig deutlich wird, was ganz unten steht. Gott ist ein Gott, dem nichts unmöglich ist. Er kann alles und er hat auch in unserem Leben in der Vergangenheit schon wunderbar gewirkt. Es lohnt sich, dass wir uns untereinander ermutigen mit Erfahrungen, die wir gemacht haben.
Nächster Aspekt, das Gebet. Und da möchte ich zwei Unterpunkte nehmen. Paulus ermutigt uns in Römer 12,12 (HFA) „lasst euch durch nichts vom Gebet abbringen“. Das ist ein zentraler Punkt unseres Lebens als Christ. Und der erste Unterpunkt, ich darf mit Gott über seine Verheißungen reden, sie ihm vorhalten und mich auch an dem festklammern, was er versprochen hat. Ganz am Anfang haben wir ja gehört, Gott ist kein Mensch, der lügt. Er steht zu seinen Verheißungen.
Deswegen zwei Verheißungen aus dem Alten Testament und danach noch mal drei aus dem Neuen Testament.
Psalm 37, 5 Befiehl dem Herrn dein Leben an und vertraue auf ihn, er wird es richtig machen. (HFA)
Psalm 121, 2 Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat. (HFA)
Klasse Zusagen.
Römer 8, 34 Jesus Christus….hat seinen Platz an Gottes rechter Seite eingenommen. Dort tritt er jetzt vor Gott für uns ein.
Was für ein Gedanke, Jesus betet für mich.
- Petrus 5, 7 Ladet alle eure Sorgen bei Gott ab, denn er sorgt für euch. (HFA)
Ein großes Versprechen.
Und dann einer meiner Lieblingsverse in der Bibel:
Hebräer 13,5 Niemals werde ich dir meine Hilfe entziehen, nie dich im Stich lassen. (GNB)
Das sind ganz großartige Verheißungen, auf die ich bauen kann. Und es ist natürlich schon klar, dass mir das nur helfen kann, wenn ich die Verheißungen Gottes auch kenne. Deswegen kann ich nur ermutigen, die Bibel zu studieren und sich Verheißungen rauszuschreiben und sie zu sammeln. Wenn dann Situationen kommen, habe ich etwas, womit ich dann auch ins Gebet gehen kann. Dann kann ich Gott seine Verheißungen vorlegen und sagen, das hast du gesagt, es steht da und ihn bitten, dass ich das jetzt auch erleben darf auf eine wunderbare Weise, die ich mir gar nicht vorstellen kann. Ich kann und muss Gott nicht Wege vorschreiben, die er mit mir gehen will, aber ich kann ihn an seine Verheißungen, die er von sich aus gegeben hat, erinnern. Und das ist doch etwas ganz Wunderbares.
In solchen Situationen erlebe ich immer wieder Gebetsgemeinschaften mit Geschwistern als sehr unterstützend. Dann kommt es zu dem, was in Philipper 4, 6 und 7 steht, „Macht euch keine Sorgen! Ihr dürft in jeder Lage zu Gott beten. Sagt ihm, was euch fehlt und dankt ihm. Dann wird Gottes Friede, der all unser Verstehen übersteigt, eure Herzen und Gedanken bewahren, weil ihr mit Jesus Christus verbunden seid.“ (HFA) Also eine ganz wesentliche Unterstützung.
Ich will euch auch noch eine Begebenheit erzählen, die wir in der christlichen August-Hermann-Franke-Schule erlebt haben. Wir haben hier so manche Krisen erlebt. Es war wieder mal eine Krise, und zwar, dass wir vor dem nächsten Schuljahr standen und keine Räume hatten. Wir hätten drei neue Klassenräume gebraucht und es gab keine Perspektive, weder Bauland noch sonst irgendwas. Es gab keine Chance, irgendetwas zu finden. Das Schuljahr war fortgeschritten und es tat sich nichts. Dann haben wir uns samstags abends zu einer langen Gebetsgemeinschaft getroffen, haben Gott bestürmt mit unserem Anliegen und ihm auch Dinge vorgehalten, die er verheißen hat. Und wir haben wirklich miteinander erlebt, wie wir am Ende dieser Gebetsgemeinschaft auf einmal ruhig wurden. Wir waren total aufgewühlt reingegangen und am Ende wurden wir so richtig tief ruhig, entspannt – also wir waren nicht nur müde – es war wirklich dieser besondere Frieden, von dem hier die Rede ist. Und das, obwohl sich an der Situation hier überhaupt nichts geändert hatte. Wir sind raus und heimgefahren. Die Situation war die gleiche, es war nichts zu sehen. Wir hatten immer noch nicht drei neue Klassenräume. Und dann wussten wir aber irgendwie, Lukas 1, 37 stimmt. Bei Gott ist nichts unmöglich. Und wenige Wochen später hat dann Gott wirklich ein großes Wunder getan.
Die Kapazitäten unseres Standortes waren ausgereizt und wir brauchten fürs kommende Schuljahr drei neue Räume. Wir waren aktiv unterwegs in ganz Gießen, haben Grundstücke angeschaut und konnten einfach nichts Passendes finden. Die Stadt Gießen hatte uns auch nur ein Grundstück anbieten können in der Rödgener Straße, das schien uns aber viel zu klein zu sein. Wir hatten kein „Ja“ dazu, obwohl die Verantwortlichen im Vorstand eigentlich darauf gedrängt haben, deswegen beteten wir. Einige Wochen später, nachdem es für jegliche Bautätigkeit schon längst zu spät gewesen wäre, passierte es, dass wir über die Stadtbehörden Zugang zur Korczak-Grundschule bekommen konnten, dass wir da Räume anbieten konnten und das war die Rettung für dieses Jahr, zumal wir auch Probleme hatten, weil wir praktisch kaum Geld hatten, naturwissenschaftliche Ausrüstung zu kaufen und in diesem Gebäudekomplex, den wir anbieten konnten, waren auch naturwissenschaftliche Räumlichkeiten mit Sammlungen mit Materialien für Physik und Chemie, sodass wir praktisch rundum versorgt waren für dieses kommende Schuljahr. Es ist wirklich so gekommen, dass wir diese Räume, die wir gebraucht haben, ganz rechtzeitig bekommen haben. Gott ist nichts unmöglich.
(Im Folgejahr wieder eine – andere – Gebetserhörung Gottes…)
Ich würde mir wünschen, dass mir das im Alltag auch immer wieder präsent ist, wenn eine neue Situation kommt. Aber ich habe ja gesagt, ich bleibe Lernender. Und in jeder Situation muss ich mich neu entscheiden und die Geborgenheit in Jesu muss neu erfasst werden.
Dann der letzte Punkt. Den möchte ich nur ganz kurz anreißen. Ich hatte ja noch das Stichwort „geistliche Lieder“ genannt. Paulus fordert uns in Epheser 5 auf, ermutigt einander durch Psalmen, Lobgesänge und Lieder, wie sie euch Gottes Geist schenkt. Tja, gut, so einem alten Mann wie mir fällt natürlich das berühmte Lied von Paul Gerhardt ein, das ist ja ganz klar, da steckt wirklich vieles drin: „Befiehl du deine Wege und was dein Herze kränkt, der allertreusten Pflege des, der den Himmel lenkt. Der Wolken, Luft und Winden gibt Wege Lauf und Bahn, der wird auch Wege finden, da dein Fuß gehen kann.“ Dann geht es wunderbar weiter.
Gut, ihr Jüngeren habt sicher andere Lieder mit guten Texten, bei denen das zum Ausdruck kommt. Ich denke schon, dass uns Glaubenslieder auf jeden Fall zur Stärkung sein können.
Dann noch einen kurzen Gedanken, wenn es wieder mal schief gegangen ist bei mir, wenn ich doch wieder in Vertrauenslosigkeit und damit Widerspenstigkeit gegen Gott abgeglitten bin. Bei dem Übertrag auf meine Situation vorhin, habe ich es ja schon angedeutet. Es gibt nur eines, was wirklich hilft und was zur Heilung führt, das ist definitiv Umkehr. In Jesaja 30,15 haben wir ein starkes Wort Gottes an Israel. Kehrt doch um zu mir und werdet ruhig, dann werdet ihr gerettet! Vertraut mir und habt Geduld, dann seid ihr stark! (HFA)
Den Schritt durfte ich damals tun. Israel hat sich dagegen gesträubt, das wissen wir, sie haben keinen Schritt zur Umkehr getan. Sie haben dann sogar versucht aus eigener Kraft, plötzlich Gott zu gehorchen und sind dann aus eigenem Antrieb in das Land eingefallen und sind dann so fürchterlich verhauen worden, dass sie wieder aus dem verheißenen Land vertrieben wurden. Ein ganz furchtbares Drama, dass Gott sie dann dahingegeben hat. Ich möchte mich immer wieder neu entscheiden, Gott zu vertrauen und will auf dem Weg weitergehen, Geduld zu haben und auch zu warten, bis er dann eingreift.
Ein schönes Vorbild ist Franz von Assisi. Ein schönes Zitat, das mich angesprochen hat. „Oh Herr, in deinem Arm bin ich sicher, wenn du mich hältst, habe ich nichts zu fürchten. Ich weiß nichts von der Zukunft, aber ich vertraue auf dich.“ Das kann eine gute Leitlinie sein.
Ich komme zum Ende, zur Zusammenfassung: Ich bleibe Lernender auf dem Weg, möchte eine Erinnerungskultur pflegen, mich immer wieder an die großen Taten Gottes erinnern in meinem und unserem Leben.
Ich will weiter mit Gott über seine Verheißungen im Gespräch sein, ihm diese auch immer wieder hinlegen.
Mit Geschwistern im Gebet bleiben zur Stärkung und Glaubenslieder lernen und singen und daraus immer wieder neue Kraft ziehen und wenn ich mich mal wieder in Vertrauenslosigkeit verloren habe: Umkehr führt zur Heilung.
Dieser Blog-Beitrag von Harald Kronenberger entspricht der Transkription seiner Predigt in der Chrischona-Gemeinde Burkhardsfelden.

Über Harald Kronenberger
Harald Kronenberger, 1954 geboren, war bis zum Eintritt in den Ruhestand 2017 stellvertretender Schulleiter an der christlichen August-Hermann-Francke-Schule in Gießen. Verheiratet ist er mit Sigrun. Das Ehepaar lebt in Reiskirchen-Burkhardsfelden und ist Mitglied der Chrischona-Gemeinde Burkhardsfelden. Die beiden freuen sich über vier erwachsene Kinder und fünf Enkelkinder.

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