Fuß schaut aus der Hängematte wo einer abhängt. Blogthema hier: Faulheit

Die sieben Todsünden(4): Faulheit

Sergej Pauli – Autor Tony Reinke übersetzt von Lynn Wiebe aus Killjoys: „The Seven Deadly Sins.“ – 5. Teil.

Bisher erschienen: Hochmut, Neid, Zorn.

Meine Kinder lieben es, die Aufmerksamkeit von Zootieren zu erregen. Vom Kreischen bei den Affen bis zum Füttern der Fische verbringen sie die meiste Zeit mit den Tieren, die reagieren und interagieren. Am Faultier 1 gehen sie einfach vorbei. Zusammengekauert in der Nische eines Astes sitzt das Faultier einfach da, völlig unbeteiligt an der Welt um sich herum und gleichgültig gegenüber allem außer seinem eigenen Komfort.

Im christlichen Leben ist Faulheit kein schöneres Bild. Mit seelenzerstörender Gleichgültigkeit und Rücksichtslosigkeit gegenüber anderen nimmt die Faulheit zu Recht ihren Platz unter den sieben Todsünden ein. Sie sieht aus wie einfache Trägheit, aber Faulheit ist eine komplexe Sünde, die sich in drei Personen zeigt: dem Faulpelz, dem Workaholic und dem Zombie.

Der Faulpelz

Die bekannteste Erscheinungsform der Faulheit ist Untätigkeit. Das Buch der Sprüche nennt den Faulen einen Faulpelz und versucht, ihn mit eindringlichen biblischen Bildern aufzuwecken. „Geh hin zur Ameise, du Faulpelz“, weist das Sprichwort an. Die Ameise muss nicht zur Aktivität angetrieben werden, noch braucht sie eine Erinnerung, sich fleißig vorzubereiten und Nahrung zu sammeln. Dann folgt die deutliche Warnung: „»Ein wenig schlafen, ein wenig schlummern, ein wenig die Hände in den Schoß legen, um zu ruhen«: so holt dich die Armut ein wie ein Läufer, und der Mangel wie ein bewaffneter Mann!“ (Sprüche 6,10-11). 2 Eindrückliche Bilder der Faulheit und Warnungen davor finden sich überall in der Bibel:

„Durch Faulheit senkt sich das Gebälk, und durch lässige Hände tropft das Hausdach.“ (Prediger 10,18)

„Wenn jemand nicht arbeiten will, so soll er auch nicht essen!“ (2. Thessalonicher 3,10)

Schlaffheit ist ein Krebsgeschwür in der örtlichen Gemeinde, und der Faulpelz sollte gewarnt und als eine entsprechende Gefahr behandelt werden (2. Thessalonicher 3,6–15). Auf der anderen Seite lobt Jesus weise finanzielle Planung (Matthäus 25,16–30). Kurz gesagt, Gott ist es wichtig, dass wir mit unseren Finanzen, Beruf und unserer Zeit fleißig leben und nicht untätig.

Der Workaholic

Es ist leicht, Faulheit in Untätigkeit zu erkennen, aber es gibt ein weiteres, überraschendes Beispiel von Faulheit. Eine solide berufliche Laufbahn ist wichtig, aber beruflicher Fleiß kann gleichzeitig mit Gleichgültigkeit gegenüber dem Bitten, Suchen und Anklopfen im Streben nach ewigem Leben koexistieren (Matthäus 7,7–14).

Arbeitssucht ist faul, weil Arbeit auf eine selbstbezogene Weise benutzt wird, um sich auf persönlichen Aufstieg oder gesammelte Anerkennung zu konzentrieren. In Gottes Ordnung ist Arbeit keine Bühne für das eigene Ich, sondern ein Mittel, um andere zu unterstützen. Beruf ist Liebe mit dem Ziel, die Bedürfnisse anderer zu erfüllen. Der Workaholic, der sich zu Tode arbeitet, um sich seinem Nächsten überlegen zu fühlen oder mehr Besitz zu haben als sein Nächster, lebt die Faulheit genauso aus wie der Mann, der seinen Beruf vernachlässigt, indem er sein Leben vor einer Xbox vergeudet (Prediger 4,4–5). Der Faulpelz und der Workaholic drücken beide Selbstbezogenheit aus. Beide leben den Wunsch, ihr eigenes Leben zu kontrollieren. Keiner von beiden lebt, um zu lieben. Keiner lebt, um anzubeten.  

Der Zombie

Faulheit verbirgt sich sowohl in Untätigkeit als auch in Geschäftigkeit, aber das häufigste Missverständnis über Faulheit ist, dass sie ohne Verlangen sei. Das erweist sich in dreifacher Hinsicht als falsch. Erstens wird der Faulpelz von Begierden angetrieben:

„Die Seele des Faulen gelüstet nach vielem und hat doch nichts, die Seele der Fleißigen aber wird reichlich gesättigt.“ (Sprüche 13,4)

„Dem Faulen bringt seine Begierde den Tod, denn seine Hände weigern sich zu arbeiten. Voll Gier begehrt er den ganzen Tag.“ (Sprüche 21,25-26a)

Dieses Verlangen, das Leben zu kontrollieren, ist ein Streben nach selbstsüchtigem Komfort, und es lässt die Seele verfaulen. Zweitens wird auch der Workaholic von Begierden angetrieben:

„Und die, bei denen unter die Dornen gesät wurde, das sind solche, die das Wort hören, aber die Sorgen dieser Weltzeit und der Betrug des Reichtums und die Begierden nach anderen Dingen dringen ein und ersticken das Wort, und es wird unfruchtbar.“ (Markus 4,18-19)

Drittens begegnen wir dem Zombie. Der Zombie führt ebenfalls ein geschäftiges Leben, tut aber nur so viel, dass die Dinge erledigt sind, damit er wieder zu seinem Komfort zurückkehren kann. Komfort ist es, wonach er verlangt. Um seinen Alltag zu bewältigen, ist seine Seele wie durch Novocain betäubt. Sein Alltag wird zur Last, denn seine Seele ist unfähig, Gott zu sehen (Lukas 21,34–36).

„Faulheit darf nicht mit Trägheit verwechselt werden“, warnt Buechner in Bezug auf den Zombie. „Ein fauler Mensch kann ein sehr beschäftigter Mensch sein. Er ist ein Mensch, der nur die Bewegungen ausführt, der auf Autopilot läuft. Wie ein Mensch mit einer starken Erkältung hat er weitgehend seinen Geschmacks- und Geruchssinn verloren. Er weiß, dass etwas mit ihm nicht stimmt, aber es ist nicht so schlimm, dass er etwas dagegen unternehmen müsste. Andere Menschen kommen und gehen, aber durch seine gläsernen Augen nimmt er sie kaum wahr. Er lässt die Dinge ihren Lauf nehmen. Er bringt einfach sein Leben hinter sich.3

Ebenso definiert Richard John Neuhaus die moderne Faulheit als „unzählige Abende, die vom Fernsehen ausgelöscht werden, Abende weder zur Unterhaltung noch zur Bildung, sondern als betäubte Abwehr gegen Zeit und Pflicht“. Vor allem aber, schreibt er, ist Faulheit „Gleichgültigkeit, die Weigerung, sich auf das Leid anderer Leben und auf Gottes Leben mit ihnen einzulassen“. 4

Der Zombie wird nicht von nichts angetrieben, sondern hat das Verlangen zu lieben verloren und den Geschmack für das, was wirklich erfüllt. Seine Augen sind am Sonntag glasig, wenn es um Dinge von höchster Bedeutung geht. „Die erstarrten, zombiemäßigen Blicke in vielen Sonntagsgottesdiensten sind eine Art Beweis für Verzweiflung. Und ebenso ihre umherschweifenden Augen, ihre abschweifenden Gedanken“, beklagt William Willamon. „Wir leben in einem Zeitalter eines Übermaßes an Ablenkung, einer massiven Aufmerksamkeitsdefizitstörung. Weil nichts von bleibendem Wert unsere Aufmerksamkeit fesselt, schweifen unsere Augen und unsere Gedanken umher, ruhelos, ohne sich auf etwas zu richten, das es wert ist, ergriffen zu werden. Und ich bin nicht besser als meine Gemeinde.5

Wahre Liebe ist die Frucht einer eifrigen, gesunden Seele (Römer 12,10–11). Aber der Zombie ist träge im Hören geworden, angetrieben von einem leblosen Verlangen nach etwas, das die Welt bietet, bedrängt vom Alltag und den Bedürfnissen anderer, sichtbar in einer gewohnheitsmäßigen Sucht nach Ablenkung. Das ist das Wesen der Faulheit des Zombies.

Faulheit und Muße

Indem wir diese drei Arten der Faulheit aufrütteln, können wir wach werden und diese Neigungen in unserem eigenen Leben abschütteln. Das große Paradox ist, dass der Faulpelz, der seine Freizeit vergöttert, der Workaholic, der nach selbstgemachtem Selbstwert strebt, und der Zombie, der schlafwandelnd durchs Leben geht, die Fähigkeit zur wahren Muße verloren haben.

In seinem Buch Leisure: The Basis of Culture (Muße: Die Grundlage der Kultur) argumentiert der Philosoph Josef Pieper, dass das, was alle drei Arten der Faulheit verbindet, der Wunsch ist, das Leben zu kontrollieren. „Muße ist nicht die Geisteshaltung derjenigen, die aktiv eingreifen, sondern derjenigen, die für alles offen sind; nicht derjenigen, die fest zugreifen, sondern derjenigen, die die Zügel locker lassen und selbst frei und gelassen sind – fast wie ein Mensch, der einschläft.6 Mit anderen Worten, der Faule versucht verzweifelt, sein Leben zu kontrollieren, um seinen Komfort zu bewahren, und fürchtet, durch die Bedürfnisse anderer unterbrochen zu werden. Aber er kann nicht auf Gottes Umleitung reagieren. Das Leben wird selbstbezogen und zweckorientiert. Wahre Muße entzieht sich dem Faulen.

Dieses Unvermögen, Muße zu genießen, zeigt sich in einer Blindheit gegenüber Gottes Schönheit. Dieses Bild malt Dante in seinem eindringlichen Abstieg in das Inferno. Dort wird er an die Ufer eines Flusses geführt, der schwarz ist von einem Gemisch aus dichtem Schlamm und Morast. Er blickt hinab in die Behausung der untergetauchten Faulen, aber es sind keine gequälten Körper zu sehen. Nur der aufsteigende Schlamm und gurgelnde Stimmen kommen an die Oberfläche. Er hört genau hin, um den düsteren Gesang zu verstehen, den sie anstimmen: „‚Wir waren trübsinnig in der süßen Luft, die von der Sonne erfreut wurde, und trugen in uns den Rauch der Missmutigkeit. Nun sind wir im schwarzen Schlamm erstickt.‘ Diesen Gesang gurgeln sie in ihren Kehlen, denn sie können nicht in ganzen Worten sprechen.“ 7 Dieses Unvermögen, Muße zu genießen, zeigt sich in einer Blindheit gegenüber Gottes Schönheit. Dieses Bild malt Dante in seinem eindringlichen Abstieg in das Inferno. Dort wird er an die Ufer eines Flusses geführt, der schwarz ist von einem Gemisch aus dichtem Schlamm und Morast. Er blickt hinab in die Behausung der untergetauchten Faulen, aber es sind keine gequälten Körper zu sehen. Nur der aufsteigende Schlamm und gurgelnde Stimmen kommen an die Oberfläche. Er hört genau hin, um den düsteren Gesang zu verstehen, den sie anstimmen: „Wir waren trübsinnig in der süßen Luft, die von der Sonne erfreut wurde, und trugen in uns den Rauch der Missmutigkeit. Nun sind wir im schwarzen Schlamm erstickt.“ Diesen Gesang gurgeln sie in ihren Kehlen, denn sie können nicht in ganzen Worten sprechen. Für immer beklagen die Faulen diesen Zustand. Im Leben konnten sie niemanden außer sich selbst lieben; nun sind sie für immer ungeliebt. Sie fanden keine Freude an der süßen, reinen Luft der Schöpfung; nun sind sie daran gebunden, Schlamm zu atmen. Sie genossen nicht die warme Süße der Sonne auf ihrer Haut; nun sind sie im dunklen Morast versunken. Das ist eine tiefgründige Aussage über Faulheit. Faulheit ist im Kern ein Mangel an Verlangen nach Gottes Gaben. Faulheit ist eine Blindheit und Leblosigkeit gegenüber Gottes Schönheit. Faulheit ist die Unfähigkeit zur wahren Muße.

Der Faulpelz verteidigt seinen Komfort und wird blind für die Schönheit Gottes. Der Workaholic klammert sich an sein Gehalt, seine Macht und sein Ansehen und verliert die Muße, die er braucht, um als Geschöpf vor Gott zu gedeihen. Der Zombie sieht das Leben als eine Reihe von angesammelten Ablenkungen, vergräbt sich in Details, ernährt sich von Süßigkeiten der Zerstreuung und dämmert langsam in ein geistliches Koma hinüber. Wahre Muße und wahre Freude an Gott sind ihnen allen entgangen. Sie sind träge in ihrer Seele, und wie Thomas Manton sagt: „Ewige Freuden fallen nicht in den Mund der trägen Seele; diese Dinge sind keine Kleinigkeiten, sie kosten uns Fleiß und Ernst“ (Philipper 2,12; Hebräer 11,6). 8 Alle drei Formen der Faulheit sind Langeweile gegenüber Gott und dem Tod geweiht. Faulheit tötet.   

In der Welt, für die Gemeinde, aus dem Herzen

Dieses Trio der Faulheit – Faulpelz, Workaholic, Zombie – rüttelt an den Käfigen unserer bestehenden Annahmen. Vielleicht lässt sich Trägheit also am besten veranschaulichen, indem man zeigt, was sie nicht ist. Ob beabsichtigt oder nicht, in 1.Thessalonicher 4 tritt Paulus der Faulheit in all ihren drei Ausdrucksformen entgegen.

Der Faule verkennt, dass jedes von Gottes Geschöpfen dazu geschaffen ist, in einem oder mehreren Lebensräumen zu gedeihen. Das ist in der Tierwelt offensichtlich und gilt ebenso für die Ebenbilder Gottes. Daher ist das Gegenteil eines faulen Lebens ein ganzheitliches Leben, das in drei ausgewogenen Bereichen aufblüht: (1) mein Alltag vor der Welt, (2) meine Aufgabe für die Gemeinde und (3) meine Freude an Gott. Wir arbeiten in der Welt, für die Gemeinde und aus dem Herzen. 

Umfeld 1: Mein Alltag vor der Welt (1. Thessalonicher 4,11–12)

Gott kümmert sich wirklich um unseren Arbeitsalltag. Er möchte, dass wir pünktlich zur Arbeit erscheinen, volle Tage arbeiten und unser Zuhause in Ordnung halten. Unser täglicher Ablauf und die Pflege unseres Hauses sind für andere sichtbar – ein stilles, treues Leben, das ein starkes Zeugnis für Gottes Wert ablegt. Der Zweck unserer täglichen Arbeit ist nicht, unseren Komfort zu schützen, sondern Gottes Werk in der Gemeinde zu unterstützen. Diese Botschaft von Fleiß und Ordnung vernichtet den Faulpelz.    

Umfeld 2: Meine Aufgabe für die Gemeinde (1. Thessalonicher 4,9–10)

Damit die Gemeinde gedeihen kann, braucht sie Mitglieder, die finanziell unabhängig sind. Die örtliche Gemeinde braucht finanzielle Unterstützung, um Mission in der Region, im Land und in der Welt voranzubringen. Der Faulpelz, der Workaholic und der Zombie haben alle eines gemeinsam: einen Mangel an Liebe. Faulheit ist faule Liebe. 9 Sie sehen Bedürfnisse als Unterbrechungen und nicht als Gelegenheiten. Paulus erinnert jeden Christen daran, dass unsere brüderliche Liebe zur Gemeinde (örtlich, regional und global) daraus entsteht, dass wir zuerst unseren Alltag meistern und dann die Frucht davon auf die Bedürfnisse anderer anwenden. Wenn gewöhnliche Christen finanziell unabhängig sind und ihr häusliches Leben in Ordnung ist, stehen ihre Gaben und ihre Zeit zur Verfügung, um der örtlichen und weltweiten Gemeinde zu dienen.

Umfeld 3: Meine Freude an Gott (1. Thessalonicher 4,13–18)

Aber es gibt noch ein weiteres Umfeld, in dem der Christ Faulheit vermeiden muss: das kosmische, das Umfeld außerhalb und über den anderen. Noch mehr als unser Alltag vor der Welt oder unsere Aufgabe für die Gemeinde sind wir dazu berufen, unsere Freude an Gott aufzubauen. Wir sind dazu geschaffen, im Staunen über unsichtbare Wirklichkeiten zu leben. Wir hoffen und vertrauen auf einen unsichtbaren Retter. Wir vertrauen auf seine Auferstehung von den Toten und auf seine zukünftige Wiederkunft. Wir vertrauen darauf, dass auch unsere Körper von den Toten auferstehen werden. Wir setzen unsere ganze ewige Hoffnung auf Christus, was bedeutet, dass wir in dieser Welt leben, als befänden wir uns in einer verzauberten Geschichte. Es genügt nicht, von morgens bis abends hart zu arbeiten, einige Kinder großzuziehen, den Rasen zu mähen, für unsere Gemeindefamilie zu sorgen und den Verlorenen zu dienen; wir müssen all das als Christen tun, mit einer lebendigen Hoffnung und einer auf Gott ausgerichteten Freude an dem, was wir nicht sehen können.

Der Tod der Faulheit ist ein lebendiges Bewusstsein dafür, dass wir in Gottes Plan hineingenommen sind und mit voller Fahrt durch eine Geschichte getragen werden, die außerhalb unserer Kontrolle liegt und deren Ausgang wir nicht vollständig kennen. Aber wir wissen: In Christus wird es herrlich sein. Deshalb halten wir die Zügel locker; wir gehen nicht wie Zombies mechanisch durchs Leben; wir vertrauen Gott und lieben jeden Schritt.

Die dreiköpfige Faulheit besiegen

1-Thessalonicher 4 entlarvt jede Erscheinungsform der Faulheit, indem es zeigt, was es bedeutet, gleichzeitig in drei Lebensbereichen zu gedeihen.

Faule PersonUmfeldGleichgültig gegenüber
FaulpelzLokaler AlltagNächster
WorkaholicGlobale MissionGemeinde
Zombiekosmische FreudeGott

Der faule Faulpelz wird mit dem Ruf zur Treue im täglichen Alltag konfrontiert. Der faule Workaholic wird mit dem Auftrag konfrontiert, in Liebe in andere Christen in der Gemeinde zu investieren. Der faule Zombie wird mit echter Freude an Gott konfrontiert, um zur Herrlichkeit der Gemeinschaft mit Christus und zum kosmisch großen Werk Gottes im Evangelium aufzuwachen.

In gewisser Weise findet die wichtigste Konfrontation mit der Faulheit in der örtlichen Gemeinde statt. Die Tore der Faulheit werden sie nicht überwältigen. Unsere Gemeindetreffen selbst sind Teil unseres herrlichen Alltags, wenn sie richtig gestaltet sind. 10 In der Gemeinschaft, wenn wir zusammenkommen, um zu feiern, findet der Faule seine wahre Muße. 11 Wir versammeln uns, um andere Gläubige zu lieben und zu unterstützen, sowohl in unserer Region als auch auf der ganzen Welt. Dort staunen wir gemeinsam mit Freude an unserem Gott. Wir freuen uns über die Menschwerdung, das Leben, den Tod und die Auferstehung unseres Retters und bringen gemeinsam unsere Sehnsucht nach seiner Wiederkunft und nach der Auferstehung unserer Körper zum Ausdruck, wenn wir ihn mit noch größerer Klarheit und Intensität sehen und erleben werden.

            Die örtliche Gemeinde ist für den Faulen schwer anzunehmen – aber gerade das, was sie schwer macht, macht sie zu einer guten Medizin für den Faulpelz, den Workaholic und den Zombie in uns. Wir legen die Faulheit ab, um dieses ganzheitliche Leben zu leben, um als Menschen des Alltags, als Menschen mit einer Mission und als Menschen mit einer endzeitlichen Perspektive zu gedeihen – wachsend in Hoffnung, Liebe und Freude an Gott.


Fußnoten

Alle Bibelzitate aus Schlachter 20000 Übersetzung.

  1. Hier findet ein Wortspiel der englischen Sprache statt, dass für die Todsünde der Faulheit wie für das Faultier die gleiche Bezeichnung: „Sloth“ kennt. ↩︎
  2. Das soll nicht bedeuten, dass Armut immer eine Folge von Faulheit ist. Armut entsteht auch auf andere Weise, etwa durch Verwitwung, Alter, körperliche Behinderung, Naturkatastrophen oder durch eine Vielzahl unvorhersehbarer oder unüberwindbarer Umstände, die nicht durch ein disziplinierteres Arbeitsverhalten überwunden werden können (Apostelgeschichte 11,27–30). Für diese leidenden Heiligen ist die Gemeinde dazu aufgerufen, ihrer zu gedenken und sie in angemessener Weise zu lieben (Römer 15,25–26; Galater 2,10). ↩︎
  3. Frederick Buechner, Wishful Thinking: A Theological ABC (San Francisco: Harper & Row, 1973), 89–90. ↩︎
  4. Richard John Neuhaus, Freedom for Ministry (Grand Rapids: Eerdmans, 1992), 227. ↩︎
  5. William H. Willimon, Sinning Like a Christian: A New Look at the 7 Deadly Sins (Nashville: Abingdon Press, 2013), 85. ↩︎
  6. Josef Pieper, Leisure: The Basis of Culture (San Francisco: Ignatius Press, 2009), 47. ↩︎
  7. Inferno: The Comedy of Dante Alighieri, herausgegeben von Dante Alighieri und Tom Simone (Newburyport: Focus, 2006), 70. ↩︎
  8. Thomas Manton, The Complete Works of Thomas Manton (London: James Nisbet & Co., 1873), 11:458. ↩︎
  9. Rebecca DeYoung, Glittering Vices: A New Look at the Seven Deadly Sins and Their Remedies (Grand Rapids: Brazos, 2009), 79–98. ↩︎
  10. Faulheit richtet in der örtlichen Gemeinde großen Schaden an, indem sie die Tür für Neid und andere Sünden öffnet. „Unter den sieben Todsünden des Mittelalters war die Faulheit (Acedia) – ein Zustand harter, freudloser Gleichgültigkeit des Geistes. Davon gibt es heute viel in christlichen Kreisen; die Symptome sind persönliche geistliche Trägheit, verbunden mit kritischem Zynismus gegenüber den Gemeinden und überheblichem Groll gegenüber der Initiative und dem Einsatz anderer Christen.“ J. I. Packer, Knowing God (Downers Grove: InterVarsity Press, 1993), 106 ↩︎
  11. Der zentrale Punkt von Pieper in Leisure. ↩︎

Dieser Blog-Beitrag von Sergej Pauli erschien zuerst auf glaubend.de, lies hier den Original-Artikel „Die sieben Todsünden(4): Faulheit„.

Über Sergej Pauli

Hallo, ich bin Sergej Pauli, Jahrgang 1989 und wohne in Königsfeld im Schwarzwald. Ich bin Ingenieur, verheiratet, habe vier Kinder. Diesen Blog möchte ich nutzen, um über das Wort Gottes und seine durchdringende Wirkung bis in unsere Zeit zu schreiben. Hast du bestimmte Fragen oder Anliegen, dann scheue dich nicht, mich zu kontaktieren. Hast du bestimmte Fragen oder Anliegen, dann scheue dich nicht, mich zu kontaktieren auf glaubend.de .

Kommentare

mit Verlinkung: Kommentar oder Link werden gelöscht, wenn der Kommentar hauptsächlich als Sprungbrett zum Link dienen soll.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert