Das Gebet der Tänzerin

Ein indischer Freund, der Sendungen für Trans World Radio (TWR) betreut, berichtete von einer wunderhübschen, jungen, indischen Tänzerin. Die junge Frau trat in einem Fünf-Sterne-Hotel in Mumbai (früher Bombay) auf. Während ihres Tanzens war sie nur ganz spärlich bekleidet. Sie erntete viel Beifall, der sie aber nicht glücklich machte, im Gegenteil, nach ihrem Auftritt war sie freudlos und unzufrieden.

Eines Tages – es war 4:00 Uhr am Morgen – wollte sie nach ihrem Tanzprogramm schlafen gehen. Sie versuchte, die Augen zuzumachen, aber sie konnte einfach nicht einschlafen. Sie war ruhelos. Im Grunde genommen widerte ihr Leben sie an. Sie durchschaute die Hohlheit all derer, die ihr Beifall klatschten und sah keinen Weg für die Zukunft. Sie wollte sich nicht für die kommenden Jahre ihres Lebens immer wieder vor anderen Menschen zur Schau stellen. Eine innere Stimme sagte ihr, sie solle einfach Schluss machen und sich das Leben nehmen.

Neben ihrem Bett hatte sie ein Radio. Ohne sich dessen richtig bewusst zu sein, was sie tat, stellte sie das Gerät an. Sie hörte einen wunderschönen Gesang in der Hindi Sprache. Sie verstand die Worte, lauschte aufmerksam. Das, was da zu ihr drang, war auf gesungene Weise die Botschaft von Jesus Christus, der in einem Viehstall zur Welt kam und schon kurze Zeit danach mit seinen Eltern auf die Flucht ging, dem nichts im Leben erspart blieb, der zwar die Güte selbst war und trotzdem hingerichtet wurde. Sie hörte die Botschaft, dass dieser Jesus zwar nicht mehr auf der Erde sei, aber aus seiner Welt allen denen helfen würde, die ihn darum bitten.

Der Heilige Geist gebrauchte dieses Lied, um das Herz dieser jungen Frau zu berühren. Sie kniete vor ihrem Bett nieder und betete. Sie sprach zu diesem bis dahin für sie unbekannten Gott, von dem der Redner aber gesagt hatte, dass und wie man ihn anreden könne. Zu ihm betete sie: „Herr Jesus, wenn du wirklich das Heil bringst, dann hole mich aus meinem Unheil heraus. Das Leben, das ich jetzt führe, ist kein wirkliches Leben, obwohl viele Menschen, die mich sehen, Abend für Abend Beifall spenden. Aber das reicht nicht. Wenn du der bist, von dem eben der Redner sprach, dann möchte ich dir gehören. Ich möchte, dass du mein Leben übernimmst und mich in eine besserte Zukunft führst.“

Das Gebet wurde erhört. Die junge Frau hat es geschafft aus ihrem Engagement entlassen zu werden. Sie trat nie wieder in einem Hotel oder anderen Etablissement auf. Heute ist sie eine überzeugte Christin. Sie hat an das indische Büro von TWR geschrieben und ein Bild mit gesandt. Sie äußerte in ihrem Brief die Bitte: „Tretet doch vor Gott dafür ein, dass ich richtig glauben kann. Ich will mein Leben im Vertrauen auf Jesus führen“.

Dieser Blog-Beitrag von Horst Marquardt erschien zuerst auf Marquardts Bilanz . Lies hier den Original-Artikel "Das Gebet der Tänzerin".

Über Horst Marquardt

Horst Marquardt, Jahrgang 1929, ist evangelischer Theologe, Journalist, Autor und Mitbegründer mehrerer evangelikaler Werke. Im Laufe seines langen Leben war er maßgeblich beteiligt an der Gründung des ERF, der evangelischen Nachrichtenagentur idea und dem Christlichen Medienverbund KEP. Außerdem leitete er von 1999 bis 2017 den Kongress Christlicher Führungskräfte (KCF). Bis heute ist ihm die Verbreitung des Wortes Gottes sein wichtigstes Anliegen. Auf diesem Blog finden sich Andachten und Bibelauslegungen aus mehreren Jahrzehnten Lebenserfahrung.

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