Wie bleiben wir Menschen mit Mission 1: Was verbindet die Evangelikalen?

Über die Frage, wer oder was die Evangelikalen eigentlich sind, wurde viel geschrieben. Thorsten Dietz hat ohne Zweifel recht, wenn er feststellt: DIE Evangelikalen gibt es nicht. … Die Evangelikalen existieren nur im Plural.“ (S. 9) Tatsächlich verbindet die Evangelikalen bei genauerer Betrachtung nur wenig. Sie sind bis heute von höchst unterschiedlichen protestantischen Traditionen bestimmt: Das reformatorische Erbe. Täuferische und freikirchliche Impulse. Nachwirkungen des Pietismus und des Methodismus. Pfingstkirchliche und charismatische Aufbrüche. (S. 37/38) „Sie haben kein gemeinsames Lehramt. Sie haben keine liturgischen Traditionen, die sie verbinden. Und sie haben auch keine traditionellen Bekenntnisse, an die sie gebunden sind; zumindest kein gemeinsames.“ (S. 171). Und sie haben „keinerlei kirchliche Struktur.“ (S. 185). „Aus Konfessionskirchen, die in einer lebendigen Tradition der Lehre … stehen … wird ein unübersehbares Nebeneinander von Non-denominational Churches, also von Einzelgemeinden ohne traditionelle Bekenntnisse, ohne übergemeindliche Verankerung in Aufsichtsstrukturen, ohne geschichtliche Wurzeln.“ (S. 431)

Vor diesem Hintergrund ist umso erstaunlicher, dass diese in jeder Hinsicht höchst vielfältigen und in keiner Weise steuerbaren Gruppen eine gemeinsame Bewegung bilden konnten, die nicht nur eine gemeinsame Geschichte verbindet (die Thorsten Dietz spannend und kenntnisreich schildert). Der britische Historiker David Bebbington nennt zudem vier weithin akzeptierte gemeinsame Merkmale der Evangelikalen (S. 15 ff.):

  1. „Bekehrung“ steht für die starke Betonung der Notwendigkeit einer persönlichen Hinwendung zu Jesus.
  2. „Aktivismus“ meint: Nicht nur Priester oder Pastoren sondern alle Gläubigen sind aufgerufen, sich zu engagieren, vor allem für Evangelisation und (Welt-)Mission.
  3. „Biblizismus“ meint das Streben nach einem möglichst biblisch fundierten Denken in der Lehre und in der persönlichen Frömmigkeit.„Die Betonung der autonomen Vernunft in der Aufklärungszeit wird entsprechend kritisch gesehen.“ (S. 17/18)
  4. „Kreuzeszentrierung“ bedeutet: Die Überzeugung, dass Jesus als wahrer Mensch und wahrer Gott einen stellvertretenden Opfertod am Kreuz gestorben ist zur Erlösung von Sünde und Tod, steht im Zentrum des Glaubens.

Diese „Merkmale ziehen sich durch alle Strömungen.“ (S. 37) Wir werden im Verlauf dieser Artikelserie noch darauf zurückkommen. Zunächst müssen wir jedoch die Frage klären:

Woher kommt eigentlich diese gemeinsame DNA der Evangelikalen?

Es ist ja ein Phänomen: Obwohl die Evangelikalen vielfach wenig Wert darauf legen, dass ihre Gemeindenzu Kirchen gehören, deren Glaube und Ordnung eindeutigen Ausdruck in kirchlichen Bekenntnissen … und einer einheitlichen Gestalt von Lehren und Diensten findet (S. 431) nehmen gerade sie die (alt-)kirchlichen Bekenntnisse oft besonders ernst und finden viel stärker zu einer gemeinsamen Gestalt von Lehre und Dienst wie traditionelle Kirchen. Woran liegt das? Thorsten Dietz schreibt:

Tatsächlich teilen sie [d.h. die Evangelikalen] einen Anspruch: die Bibel als Maßstab aller Wahrheitserkenntnis und aller Lehre – und die Erfahrung der Realität Gottes, im Herzen, aber auch in der Geschichte und in der Natur. Aber wie setzt man beides zueinander ins Verhältnis? Die evangelikale Antwort lautet: dadurch, dass wir die christliche Erfahrung eindeutig einem klaren Kriterium unterwerfen – einer christlichen Lehre auf der Grundlage der Bibel. Dafür reicht es jedoch nicht, sich auf die Bibel zu berufen. Man muss sie auslegen, auf ihr als Grundlage Lehre entwickeln. Das ist der Grund, warum Theologie für den modernen Evangelikalismus ein Schlüsselthema ist. (S. 171) Gerade weil Evangelikale keine organisatorische Struktur besitzen, die verbindliche Entscheidungen treffen kann, ist das Ringen um die richtige Theologie bisweilen so verbissen. (S. 185)

Anders ausgedrückt: Die Bibel als Maßstab für Lehre und Glauben ist für die Evangelikalen als Kitt unersetzbar. Im Gegensatz zu anderen christlichen Organisationen haben sie schlicht keinen anderen. Genau das hat auch Thomas Schirrmacher in seiner Antrittsrede als neuer Generalsekretär der weltweiten evangelischen Allianz betont:

„Wenn es um die Bibel geht, sind wir tief überzeugt, dass die Bibel die Verfassung der Kirche ist. … Manche Leute verspotten uns und sagen, wir hätten einen papierenen Papst. Wir sind stolz, einen papierenen Papst zu haben! Denn der papierene Papst stellt sicher, dass keiner von uns, mich eingeschlossen, über dem Wort Gottes steht. … Wir glauben, dass der Heilige Geist seine Kirche regiert. Aber wir glauben nicht, dass das im Gegensatz zur Heiligen Schrift steht, denn der Heilige Geist ist der Autor der Heiligen Schrift und er gebraucht seine „Verfassung“, die Heilige Schrift, um die Kirche zu regieren. Das ist die DNA des Christentums und es ist evangelikal. Wenn allerdings andere das in Frage stellen, dann mag es als etwas Besonderes erscheinen, das wir Evangelikalen vertreten. Wir aber glauben, dass es christlich ist.“[1]

Es ist also kein Wunder, warum Evangelikale das Thema Bibelverständnis so hoch hängen. Hier geht es für sie um Entscheidendes.

Was können wir von Thorsten Dietz lernen?

Thorsten Dietz hat die Geschichte und die zentralen Merkmale der Evangelikalen sehr schön und – soweit ich das beurteilen kann – zutreffend dargestellt. Dabei gelingen ihm manchmal wunderbare Formulierungen zu der Frage, wie Evangelikale ticken:

Ja, das Licht seiner Liebe macht dein Leben hell; aber natürlich nur da, wo du dich auf eine kopernikanische Wende deines Lebens einlässt. Er ist die Sonne und dein Platz ist eine Umlaufbahn. Er ist der Mittelpunkt in deinem Leben und in deinem Herzen, in deiner Schwäche und in deiner Stärke. Evangelikalismus ist eine Frömmigkeit der teuren Gnade. Sie will keine Provinz in deinem Gemüt sein, sondern die Mitte von allem. Es ist die Party mit dem teuersten Eintrittsgeld: Weil sie alles bietet, kostet sie dich alles. (S. 95)

So ist es. Ich könnte es für meinen persönlichen Glauben nicht besser ausdrücken.

Gibt es Anfragen oder Gegenperspektiven zu den Thesen von Thorsten Dietz?

Dietz schreibt zutreffend: Die Zuverlässigkeit der Bibel hat für Evangelikale schlechthin überragende Bedeutung. Gemeint ist vor allem der realhistorische Charakter der biblischen Erzählungen. … Im Unterschied zur geschichtlichen Skepsis der historisch-kritischen Exegese in der Universitätstheologie ist für sie der Tatsachencharakter der biblischen Erzählungen von zentraler Bedeutung. (S. 175) Warum legen die Evangelikalen so viel Wert auf die historische Tatsächlichkeit biblischer Ereignisse? Dazu schreibt Dietz: Evangelikale sind davon überzeugt, dass biblische Erzählungen nur dann auch für uns heute Bedeutung haben können, wenn diese Ereignisse auch wirklich passiert sind. Der weltanschauliche Hintergrund dieser Sicht ist modern. (S. 176) Es gibt eine evangelikale Sehnsucht nach absoluter Wahrheit, nach festen Gewissheiten und eindeutigen Erkenntnissen, die in starker Spannung steht zur modernen Einsicht in die Relativität aller unserer Erkenntnisse. (S. 178)

Sind alle Erkenntnisse relativ? Sind wir also nicht in der Lage, absolute Wahrheiten zu erkennen, die standpunktübergreifend gelten? Diese in der Postmoderne weit verbreitete Position erfährt längst nicht mehr nur in evangelikalen Kreisen zunehmenden Widerspruch. Für Christen ist es von großer Bedeutung, dass es jenseits aller Subjektivität und Relativität (die wir natürlich im Blick behalten müssen) objektiv fassbare, formulierbare, für alle gemeinsam gültige Wahrheiten gibt, die uns die Bibel vermittelt. Solche Wahrheiten sind verbindende Schätze der Christenheit, die wir gemeinsam feiern, besingen, bekennen und bezeugen und an denen wir generations- und kulturübergreifend festhalten können.

Die nächste Frage wäre: Legen denn wirklich nur Evangelikale der Moderne Wert darauf, dass biblische Erzählungen wirklich passiert sind? Ist das eine spezifisch evangelikale “Sehnsucht”? Natürlich ist auch vielen Evangelikalen bewusst, dass nicht jeder Text in der Bibel die Absicht hat, exakte historische Fakten zu liefern. Aber nicht zuletzt das apostolische Glaubensbekenntnis macht deutlich: Der christliche Glaube war seit jeher untrennbar mit der Tatsächlichkeit historischer Ereignisse verknüpft: Jungfrauengeburt. Das Leiden unter Pontius Pilatus. Kreuzigung. Begräbnis. Auferstehung. Himmelfahrt. Viele innerbiblische Begründungszusammenhänge beruhen auf der Tatsächlichkeit von historischen Ereignissen. Die theologischen Aussagen sind oft untrennbar mit geschichtlichen Ereignissen verknüpft. Der Theologe Timothy Keller schreibt dazu:

„Das christliche Evangelium ist kein gut gemeinter Rat, sondern es ist gute Nachricht. Es ist keine Handlungsanleitung, was wir tun sollten … sondern vielmehr eine Verlautbarung, was bereits für unser Heil getan wurde. Das Evangelium sagt: Jesus hat in der Geschichte etwas für uns getan, damit wir, wenn wir im Glauben mit ihm verbunden sind, Anteil an dem bekommen, was er getan hat, und so gerettet werden.“[2]

In seinem offen.bar-Vortrag zum historischen Wahrheitsanspruch des Neuen Testaments macht Prof. Armin Baum zudem deutlich: Es gab zwar durchaus Unterschiede im damaligen und im heutigen Wahrheitsverständnis. Doch zugleich gilt: „In der Welt des Neuen Testaments, so glaube ich aufgrund der Quellen sagen zu können, konnte man so wie wir zwischen Fiktion und historischer Wahrheit unterscheiden.[3] Zudem legt er dar: Lukas hatte eindeutig den Anspruch, einen fundierten historischen Bericht zu schreiben.

Die historische Tatsächlichkeit von historisch gemeinten biblischen Erzählungen ist deshalb für Evangelikale genau wie für die frühen Christen unaufgebbar, weil es dabei um die biblische Glaubwürdigkeit insgesamt geht – und letztlich um den Kern des christlichen Glaubens, der eben nicht nur auf theologischen Lehrsätzen, sondern auf dem Handeln Gottes in der Geschichte beruht.

Worüber sollten wir uns dringend gemeinsam klar werden?

Wie stehen wir Evangelikale heute in Deutschland zu den genannten vier Merkmalen? Halten wir an ihnen fest? Mehr noch: Begründen und verteidigen wir aktiv unsere gemeinsamen Kernanliegen? Wollen wir die Erfolgs- und Segensgeschichte der Evangelikalen weiter schreiben, indem wir offensiv eintreten für die Notwendigkeit einer persönlichen Bekehrung, für die Dringlichkeit von Evangelisation und Mission, für die Bibel als gültiger Maßstab für Glaube und Leben und für den stellvertretenden Opfertod Jesu am Kreuz als einzige Grundlage für unsere Erlösung?

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[1] Aus der Rede von Prof. Thomas Schirrmacher vom 27.02.2021 anlässlich seiner Einführung als Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz, in der autorisierten Übersetzung von Ulrich Parzany, veröffentlicht unter https://www.bibelundbekenntnis.de/aktuelles/was-heisst-evangelikal/

[2] In Timothy Keller „Adam, Eva und die Evolution“, Giessen 2018, S. 33

[3] Armin Baum: Der historische Wahrheitsanspruch des Neuen Testaments. Publiziert am 9.4.2022 in der Mediathek offen.bar: offen.bar/der-historische-wahrheitsanspruch-des-neuen-testaments/

Weiterführend dazu:

⇒ Weiter geht’s mit Frage 2: Was ist das Erfolgsgeheimnis der Evangelikalen? (folgt in Kürze)

⇒ Hier geht’s zur Übersicht über die gesamte Artikelserie.

Dieser Blog-Beitrag von Markus Till erschien zuerst auf aufatmen in Gottes Gegenwart . Lies hier den Original-Artikel "Wie bleiben wir Menschen mit Mission 1: Was verbindet die Evangelikalen?".

Über Dr. Markus Till

Evangelisch landeskirchlicher Autor, Blogger und Lobpreismusiker mit pietistischen Wurzeln und charismatischer Prägung

12 thoughts on “Wie bleiben wir Menschen mit Mission 1: Was verbindet die Evangelikalen?

    1. Welcher Jesus Christus? Derjenige, der sündige Dinge erlaubt oder der, der sie nicht erlaubt?
      Ja, ohne ein Lehramt kommt eben die Zersplitterung der Meinungen.
      Ein gewisser Herr Luther meinte ja einmal die Bibel lege sich selber aus, als aber andere eine andere Auslegung hatten als er selber, dann wollte er aber recht haben. Wenn jeder Christ die Bibel selber auslegen kann, der reifere und der unreife, dann kommt das zustande, was wir heute haben und das aber schon sehr lange. Die Bibel braucht eben eine verbindliche Auslegung durch Berufene.

      1. „Die Bibel braucht eben eine verbindliche Auslegung durch Berufene.“

        Wer hat eine verbindliche Auslegung?
        Begründung nach dem Evangelium.

        Wer wird von wem wozu berufen?

        Anmerkung:
        Bitte nicht, wer alles NICHT berufen ist.
        Geht ohne solche Umschweife schneller.

        1. Die Apostel sind Berufene und auch Ihre Nachfolger und die Kirche.

          http://www.kath.ruhr-uni-bochum.de/imperia/md/content/nt/nt/kircheimneuentestament-paulinischeekklesiologie/das_fundament_des_glaubens.pdf

          Berufene sind auch die grossen Gottesmänner und -frauen. Theologen da und dort mal auch. Die meisten heutigen Theologen von denen auch hier die Rede ist, sind es sicher nicht. Denn ein Theologiestudium allein reicht nicht, man braucht auch Erfahrung mit Gott, die kommt vom Beten. Theologen reden viel, wenn sie so viel beten würden wie sie reden und schreiben, hätten sie mehr Erkenntnisse über Gott.
          In Italien lebt ein Mann, Fratel Cosomo, der ist gelernter Schafhirte. Zu dem kommen viele Menschen, weil er durch seine Gebete den Menschen Gnaden vermitteln kann. Er betet viel und fastet auch immer mal wieder. Offensichtlich gibt Gott manchen einfachen Menschen mehr Gnade als vielen Studierten. Beispiele dafür gibt es genug.
          Der Pfarrer von Ars war auch nicht der Hellste und hätte beinahe seine Prüfungen nicht bestanden, aber er war ein Beter. So bekam er tausendfachen Zulauf von den Menschen, weil die merken, da ist ein Gottesmann, der für sie betet, der auch mal Heilungen erlangen kann, der Rat weiss in schwierigen Lebensfragen usw.
          Die Theologen wissen meist nur das Oberflächliche von Ausnahmen abgesehen, aber über die redet man, warum eigentlich? Vielleicht weil man selber nicht tiefer eindringen will in den Glauben?

          1. Lieber Heinz, du sagst mit Recht, daß es fast allen an vielem fehlt. Hier gibt es entsprechend viele Hobbyprediger und Hobbytheologen. Viele empfinden sich als Leiter.

            Was du schreibst, steht so nicht in der Bibel.

            Was denkst du zu folgender Anweisung Jesu kurz vor seiner Himmelfahrt als letztes Vermächtnis im Matthäusevangelium? Sozusagen zum Abschied die letzten Worte und Ermahnung Jesu auf Erden:

            Math 28, 18 Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. (Dazu ist Jesus von Gott eingesetzt.)

            19 Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes

            >>>20 und lehret sie halten ALLES, was I-C-H euch BEFOHLEN habe<<<. Das sagt Jesus zu GLÄUBIGEN.

            Und es ist nicht Gott, der beim Weltgerichtet jeden Menschen richtet, sondern Jesus allein. Jesus ist die Mitte des gesamten Evangeliums Gottes.

            Offb 2,23 ………… Und alle (CHRISTLICHEN) Gemeinden sollen erkennen, dass ich der bin, der Nieren und Herzen erforscht, und ich werde geben einem jeden von euch nach euren Werken.

            Es ist falsch, zu lehren, dieses gelte NUR Ungläubigen, wird aber gerne und bequem so gelehrt.

            Joh 5, 22 Denn der Vater richtet niemand, sondern hat alles Gericht dem Sohn übergeben.
            Halleluja, ich freu mich drauf.

            Hat euch jemand oder habt ihr als mündige Christen jemanden so gelehrt?

            ?

            Liebe Grüße beim Nachdenken.
            Euer Jazzi

        2. @MF

          Die Mitarbeit an dieser Plattform wird wohl verweigert, weil es eine von Christen ist und nicht von gnostischen Panentheisten. Und das ist ein Segen!

  1. Oh, hoppla Heinz, du hast meine vorhergehenden Fragen noch gar nicht direkt und konkret beantwortet?

    Also, beide Texte stehen zu eurer Kritik an.
    LG

  2. @Heinz: Die Apostel redeten von dem, was sie von Jesus direkt gesehen und gehört haben. Auch später ein Paulus. Sie sind auch vielfach ja die Verfasser des NT unter Inspiration des Heiligen Geistes. Alles, was spätere Leiter, Lehrer, Heiler, Professoren an Erkenntnis von sich geben, muss sich an dem Maßstab der Schriften des NT und AT messen lassen.

    1. Das ist ja der Streit, selbst der unter den sog. Evangelikalen, die die Bibel unterschiedlich auslegen. Viele der heutigen Evangelikalen legen sie nach und nach entsprechend der Universitätstheologie aus, die ja insgesamt den grössten Einfluss auf die Ausbildung der Theologen und späteren Pfarrer hat.

      Bei den Katholiken gab es vor etwa 100 Jahren den Antimodernisteneid. Der wurde aber längst abgeschafft. Der Karren ist nun mal verfahren und das nicht erst seit jüngster Zeit. Die Bischöfe hätten längst eingreifen können und müssen, aber die wurden ja auch schon als Theologen modern gelehrt. Nur in ganz extremen Fällen wie bei Lüdemann und bei Drewermann und Küng hat man Lehrverbote erteilt. Der Fisch stinkt vom Kopf her.

  3. Jazzico, Sie haben m.E. vollkommen recht.
    JEDE/R muss nach dem Tode durch Christi, des einzigen Sohnes Gottes, Gericht.

    So verstehe zumindest ICH auch Jesu Selbstaussage:

    „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben – Niemand kommt zum Vater außer durch mich.“

    Es ist m.E. falsch, dieses Wort des Herrn nur innerweltlich als quasi diesseitige Heilsexklusivität des Christentums auszulegen.
    Nein, es ist universal gültig.
    JEDER Mensch, egal was er vorher im Erdenleben geglaubt hat oder welcher Weltanschauung er Anhang, muss nach dem Tode durch Christi, der reinen Wahrheit, Gericht. 3s gibt keinen anderen Weg zum Vatergott im Himmel.

    Zu dieser Aussage des Herrn passen ja auch die von Ihnen zitierten Herrenworte haargenau.

    Und nicht zuletzt die zahlreichen Berichte von ganz vorher zu Lebzeiten oftmals ganz unterschiedlichen Menschen mit Nahtoderfahrungen deuten ebenfalls mit u.a. der dortigen Schau eines sog. „Lichtwesens“, das unermessliche Liebe ausströmt, auf das Zutreffen von des Herrn Selbstaussage hin, ohne dass diese Nahtoderfahrenen etwa schon das jenseitige Gericht erlebt hätten. Denn das ist irreversibel, und dann wären sie nicht mehr in dieses irdische Leben zurückgekehrt.

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