Luther zur Übersetzung von Röm 3,28

Ein Vorwurf so alt wie die Reformation ist ja die Übersetzung Luthers von Röm 3,28: »Wir halten (dafür), daß der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.«  Das Wörtchen allein löste bereits zur Lebzeiten Luthers einen Sturm an Empörung aus! Wobei natürlich eine Übersetzung, die nur diesen einen Mangel hätte, ja durchaus als hervorragend zu gelten hätte, möchte ich hier auf eine Schrift Luthers aufmerksam machen:

Wenig bekannt zu sein scheint, dass Luther in seinem „Sendbrief vom Dolmetschen“ selber auf diesen Einwand eingegangen ist. Ein umfangreiches Zitat hier (der Text ließt sich leicht, flüssig, man ist oft belustigt, aber er ist wohl auch nichts für katholische Ohren…). Ich konnte mich nicht entscheiden welcher Abschnitt am sinnvollsten ist, aber die Quintessenz findet sich wohl vor allem im von mir kursiv gesetzten Teil (für die Eiligen–> Aber ihr verpasst definitiv was, seid also gewarnt!):
„Dem ehrbaren und klugen N., meinem geneigten Herrn und Freunde. Gnade und Friede in Christus. Ehrbarer, kluger, lieber Herr und Freund! Ich habe Eure Zuschrift empfangen mit den zwei Fragen, darin Ihr meines Unterrichts begehrt: Erstens, warum ich (im Brief an die Römer) im dritten Kapitel (Vers 28) die Worte des Paulus: »Arbitramur hominem iustificari ex fide absque operibus« so verdeutscht habe: »Wir halten (dafür), daß der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.« Ihr weist dabei darauf hin, wie die Katholiken sich über die Maßen unnütz ereifern, weil im Text des Paulus nicht das Wort »sola« (allein) stehet und solcher Zusatz von mir in Gottes Wort nicht zu leiden sei usw. Zum zweiten, ob auch die verstorbenen Heiligen für uns bitten, weil wir (Hiob 33, 32 ff.) lesen, daß ja die Engel für uns bitten usw. Auf die erste Frage (wo es Euch gelüstet) mögt Ihr Euren Katholiken von mir aus so antworten:


Zum ersten, wenn ich, D. Luther, das hätte erwarten können, daß die Katholiken alle auf einen Haufen so geschickt wären, daß sie ein Kapitel in der Schrift recht und gut verdeutschen könnten, so wollte ich mich fürwahr demütig gezeigt und sie um Hilfe und Beistand gebeten haben, das Neue Testament zu verdeutschen. Aber dieweil ich gewußt und noch vor Augen sehe, daß ihrer keiner recht weiß, wie man übersetzen oder deutsch reden soll, habe ich sie und mich solcher Mühe überhoben. Das merkt man aber wohl, daß sie aus meinem Übersetzen und Deutsch (überhaupt erst) deutsch reden und schreiben lernen, und mir so meine Sprache stehlen, davon sie zuvor wenig gewußt haben. Sie danken mir aber nicht dafür, sondern brauchen sie viel lieber wider mich. Aber ich gönne es ihnen wohl; denn es tut mir doch sanft, daß ich auch meine undankbaren Jünger, dazu meine Feinde, reden gelehrt habe.
Zum zweiten mögt Ihr sagen, daß ich das Neue Testament verdeutscht habe, nach meinem besten Vermögen, und in (Verantwortung vor) meinem Gewissen. Damit habe ich niemand gezwungen, daß ers lese, sondern (es jedem) freigelassen, und es allein denen zu Dienst getan, die es nicht besser machen können. Es ist niemand verboten, ein besseres zu machen. Wers nicht lesen will, der laß es liegen. Ich bitte und preise niemand darum. Es ist mein Testament und meine Übersetzung – und soll mein bleiben und sein. Hab ich drinnen irgendwie fehlgegriffen – dessen ich mir noch nicht bewußt bin, wie ich freilich ungern auch nur einen Buchstaben absichtlich falsch übersetzt haben wollte -, darüber will ich die Katholiken nicht zu Richtern leiden. Denn sie haben noch zur Zeit zu lange Ohren dazu, und ihr Ika ika ist zu schwach, mein Verdolmetschen zu beurteilen. Ich weiß wohl, und sie wissens weniger als des Müllers Tier, was für Kunst, Fleiß, Vernunft, Verstand zum guten Übersetzer gehöret; denn sie habens nicht versucht.
Es heißt: Wer am Wege bauet, der hat viele Meister. So gehet mirs auch. Diejenigen, die noch nie haben recht reden können, geschweige denn übersetzen, die sind allzumal meine Meister, und ich muß ihrer aller Jünger sein. Und wenn ich sie hätte fragen sollen, wie man die ersten zwei Worte Matth. 1, 1 »Liber generationis« hätte verdeutschen sollen, so hätte ihrer keiner gewußt Gack dazu zu sagen, und sie kritisieren mir nun das ganze Werk, die feinen Gesellen. So ging es Hieronymus auch, als er die Bibel verdolmetschte. Da war alle Welt sein Meister, er allein war es, der nichts konnte, und (es) beurteilten diejenigen dem guten Mann sein Werk, die ihm nicht genug gewesen wären, daß sie ihm die Schuhe hätten wischen sollen. Darum gehört große Geduld dazu, so jemand etwas öffentlich Gutes tun will. Denn die Welt will Meister Klügling bleiben5 und muß immer das Roß vom Schwanz her aufzäumen,6 alles meistern und selbst nichts können. Das ist ihre Art, davon sie nicht lassen kann.
Ich wollte dennoch gern den Katholiken sehen, der sich hervortäte, und etwa einen Brief des Paulus oder einen Propheten verdeutschte, sofern er des Luthers Deutsch und Dolmetschen nicht dazu gebrauchte: da sollte man ein feines, schönes, löbliches Deutsch oder Dolmetschen sehen! Denn wir haben ja den Sudler zu Dresdengesehen, der mein Neues Testament gemeistert hat – ich will seinen Namen in meinen Büchern nicht mehr nennen; ebenso hat er nun auch seinen Richter, und ist sonst wohl bekannt -, der bekennet, daß mein Deutsch süß und gut sei. Er sah wohl, daß ers nicht besser machen konnte, und wollte es doch zuschanden machen, fuhr (also) zu, und nahm sich mein Neues Testament vor, fast Wort für Wort, wie ichs gemacht habe, strich meine Vorrede, Anmerkungen und Namen weg, schrieb seinen Namen, Vorrede und Anmerkungen dafür hin und verkaufte so mein Neues Testament unter seinem Namen. Ei, liebe Kinder, wie geschah mir da so wehe, da sein Landesfürst mit einer greulichen Vorrede verdammte und verbot, des Luthers Neues Testament zu lesen, (und) doch gleichzeitig gebot, des Sudlers Neues Testament zu lesen, welches doch eben dasselbe ist, das der Luther gemacht hat!
Und daß nicht jemand hier denke, ich lüge: so nimm Dir beide Testamente vor, (das) des Luthers und des Sudlers, vergleiche sie miteinander, so wirst Du sehen, wer in allen beiden der Übersetzer sei. Denn was er an wenigen Stellen geflickt und geändert hat, so kann ichs doch wohl leiden, obwohl mirs nicht alles gefällt, und schadet mir nicht besonders, soviel es den Text betrifft. Darum habe ich auch nie dawider schreiben wollen, sondern habe der großen Weisheit lachen müssen, daß man mein Neues Testament so greulich verlästert, verdammt, verboten hat, weil es unter meinem Namen ausgegangen ist, (es) aber doch hat lesen müssen, dieweil es unter eines andern Namen ausgegangen ist. Trotzdem: was das für eine Tugend sei, einem andern sein Buch verlästern und schänden, danach dasselbe stehlen und unter eigenem Namen dennoch ausgehen lassen, und so durch fremde (vorher) verlästerte Arbeit eigenes Lob und Namen suchen, das laß ich seinen Richter finden. Mir ist indes genug und bin froh, daß meine Arbeit, wie Paulus Phil. 3, 18 auch rühmet, auch durch meine Feinde gefördert, und des Luthers Buch ohne Luthers Namen, unter seiner Feinde Namen, gelesen werden muß. Wie könnte ich mich besser rächen?
Und auf daß ich wieder zur Sache komme: Wenn Euer Katholik sich sehr unnütz machen will mit dem Wort »sola« = »allein«, so sagt ihm flugs so: Doktor Martinus Luther wills so haben, und sagt: Katholik und Esel sei dasselbe. Denn wir wollen nicht der Katholiken Schüler noch Jünger, sondern ihre Meister und Richter sein, wollen auch einmal stolz sein und prahlen mit den Eselsköpfen. Und wie Paulus wider seine tollen Heiligen sich rühmet (2. Kor. 11, 22 f.), so will ich mich auch wider diese meine Esel rühmen. Sie sind Doktoren? Ich auch. Sie sind gelehrt? Ich auch. Sie sind Prediger? Ich auch. Sie sind Theologen? Ich auch. Sie sind Disputatoren? Ich auch. Sie sind Philosophen? Ich auch. Sie sind Dialektiker? Ich auch. Sie halten Vorlesungen? Ich auch. Sie schreiben Bücher? Ich auch.
Ich will weiter rühmen: Ich kann Psalmen und Propheten auslegen; das können sie nicht. Ich kann übersetzen; das können sie nicht. Ich kann die heilige Schrift lesen; das können sie nicht. Ich kann beten; das können sie nicht. Und daß ich mich zu ihnen herablasse:ich kann ihre eigene Dialektik und Philosophie besser, als sie selbst allesamt, und weiß dazu fürwahr, daß ihrer keiner ihren Aristoteles verstehet. Und ist einer unter ihnen allen, der ein Prooemium oder Kapitel im Aristoteles recht verstehet, so will ich mich prellen lassen. Ich rede jetzt nicht zuviel; denn ich bin in all ihrer Kunst erzogen und erfahren von Jugend auf, weiß sehr wohl, wie tief und weit sie ist. Ebenso wissen sie auch gut, daß ichs alles weiß und kann, was sie können. Dennoch handeln die heillosen Leute gegen mich, als wäre ich ein Gast in ihrer Kunst, der allererst heute morgen gekommen wäre, und noch nie weder gesehen noch gehört hätte, was sie lehren oder können. So gar herrlich prangen sie herein mit ihrer Kunst und lehren mich, was ich vor zwanzig Jahren an den Schuhen zerrissen habe, daß ich auch mit jener Dirne auf all ihr Plärren und Schreien singen muß: Ich habs (schon) vor sieben Jahren gewußt, daß Hufnägel Eisen sind.
Das sei auf Eure erste Frage geantwortet. Und ich bitte Euch: wollet solchen Eseln ja nicht anders noch mehr antworten auf ihr unnützes Geplärre vom Wort »sola«, als so viel: Luther wills so haben und sagt, er sei ein Doktor über alle Doktoren im ganzen Papsttum. Da solls bei bleiben, ich will sie hinfort schlechterdings verachten und verachtet haben, solange sie solche Leute (ich wollt sagen Esel) sind. Denn es sind solche unverschämte Tröpfe unter ihnen, die auch ihre eigene, der Sophisten, Kunst nie gelernt haben, wie Doktor Schmied und Doktor Rotzlöffel und seinesgleichen: und stellen sich mir gleichwohl in dieser Sache entgegen, die nicht allein über die Sophisterei (hinausgeht), sondern auch (wie Paulus 1. Kor. 1, 20 sagt) über aller Welt Weisheit und Vernunft ist. Allerdings braucht ein Esel nicht viel zu singen, man erkennt ihn ohnehin schon an den Ohren.
Euch aber und den Unsern will ich anzeigen, warum ich das Wort »sola« habe gebrauchen wollen, obwohl Röm. 3, 28 nicht »sola«, sondern »solum« oder »tantum« von mir gebraucht ist. So fein sehen die Esel meinen Text an; aber doch habe ichs sonst anderswo als »sola fide« gebraucht, und will auch beides, »solum« und »sola«, haben. Ich hab mich des beim Übersetzen beflissen, daß ich reines und klares Deutsch geben möchte. Und ist uns wohl oft begegnet, daß wir vierzehn Tage, drei, vier Wochen ein einziges Wort gesucht und (danach) gefragt haben, habens (aber) dennoch zuweilen nicht gefunden. Beim Buch Hiob mühten wir uns, M. Philippus (Melanchthon), Aurogallus und ich so, daß wir in vier Tagen zuweilen kaum drei Zeilen fertigbringen konnten. Mein Lieber, jetzt wo es verdeutscht und fertig ist, kanns ein jeder lesen und meistern. Jetzt läuft einer mit den Augen durch drei, vier Blätter hindurch, und stößt nicht einmal an; wird aber nicht gewahr, welche Steine und Klötze da gelegen haben. Wo er jetzt drüber hingeht wie über ein gehobeltes Brett, da haben wir schwitzen und uns ängstigen müssen, ehe wir denn solche Steine und Klötze aus dem Wege räumten, auf daß man so fein dahergehen könnte. Es ist gut pflügen, wenn der Acker gereinigt ist; aber den Wald und die Wurzelstöcke ausroden und den Acker zurichten, da will niemand heran. Es ist bei der Welt kein Dank zu verdienen. Kann doch Gott selber mit der Sonne, ja mit Himmel und Erde, noch mit seines eigenen Sohnes Tod keinen Dank verdienen; sie ist und bleibt Welt in des Teufels Namen, weil sie ja nicht anders will.
So habe ich hier Röm. 3, 28 sehr wohl gewußt, daß im lateinischen und griechischen Text das Wort »solum« nicht stehet, und hätten mich solches die Katholiken nicht zu lehren brauchen. Wahr ists, diese vier Buchstaben »sola« stehen nicht drinnen. Diese Buchstaben sehen die Eselsköpfe an, wie die Kühe ein neues Tor, sehen aber nicht, daß die Absicht des Textes gleichwohl das »sola« in sich hat, und wo mans klar und deutlich verdeutschen will, so gehöret es hinein. Denn ich habe deutsch, nicht lateinisch noch griechisch reden wollen, da ich mir beim Übersetzen deutsch zu reden vorgenommen hatte. Das ist aber die Art unserer deutschen Sprache: wenn sie von zwei Dingen redet,17 deren man eines bejaht und das andere verneint, so gebraucht man das Wort »solum« = »allein« (nur) neben dem Wort »nicht« oder »kein«. Z.B. wenn man sagt: »Der Bauer bringt allein (nur) Korn, und kein Geld«; »Nein, ich hab wahrlich jetzt nicht Geld, sondern allein (nur) Korn«; »Ich hab allein (nur) gegessen und noch nicht getrunken«; »Hast du allein (nur) geschrieben, und (es) nicht durchgelesen«? Und dergleichen auf unzählige Weise im täglichen Gebrauch.
In diesen Redewendungen allen – wenn es gleich die lateinische oder griechische Sprache nicht tut, so tut es doch die deutsche – ist es ihre Art, daß sie das Wort »allein« (nur) hinzusetzt, auf daß das Wort »nicht« oder »kein« desto vollständiger und deutlicher sei. Denn obwohl ich auch sage: »Der Bauer bringt Korn und kein Geld«, so klingt doch das Wort »kein Geld« nicht so vollständig und deutlich, als wenn ich sage: »Der Bauer bringt allein (nur) Korn und kein Geld«; und hilft hier das Wort »allein« (nur) dem Wort »kein« so viel, daß es eine vollständige deutsche, klare Rede wird. Denn man muß nicht die Buchstaben in der lateinischen Sprache fragen, wie man deutsch reden soll, wie diese Esel tun; sondern man muß die Mutter im Hause, die Kinder auf der Gasse, den einfachen Mann18 auf dem Markt danach fragen, und denselben auf das Maul sehen, wie sie reden, und danach übersetzen, so verstehen sie es denn, und merken, daß man deutsch mit ihnen redet.

Z.B. wenn Christus (Matth. 12, 34; Luk. 6, 45) sagt: Ex abundantia cordis os loquitur: wenn ich den Eseln folgen soll, die werden mir die Buchstaben vorlegen, und so übersetzen: »Aus dem Überfluß des Herzens redet der Mund.«19 Sage mir, ist das deutsch geredet? Welcher Deutsche verstehet so etwas? Was ist »Überfluß des Herzens« für ein Ding? Das kann kein Deutscher sagen, er wolle denn sagen, es sei, daß einer ein allzu großes Herz habe, oder zu viel Herzens habe, obwohl das auch noch nicht richtig ist. Denn »Überfluß des Herzens« ist kein Deutsch; so wenig wie das Deutsch ist: »Überfluß des Hauses«, »Überfluß des Kachelofens«, »Überfluß der Bank«, sondern so redet die Mutter im Haus und der Mann auf der Straße: »Wes das Herz voll ist, des gehet der Mund über.« Das heißt gut deutsch geredet, dessen ich mich befleißigt, aber leider nicht immer erreicht noch getroffen habe. Denn die lateinischen Buchstaben hindern über alle Maßen, sehr gutes Deutsch zu reden.
Ebenso, wenn der Verräter Judas Matth. 26, 8 sagt: Ut quid perditio haec? und Mark. 14, 4: Ut quid perditio ista unguenti facta est? Folge ich den Eseln und Buchstabilisten, so muß ichs so verdeutschen: »Warum ist diese Verlierung der Salben geschehen«? Was ist das aber für Deutsch? Welcher Deutsche redet so: »Verlierung der Salben ist geschehen«? Und wenn ers richtig verstehet, so denkt er, die Salbe sei verloren, und er müsse sie etwa wieder suchen; obwohl das auch noch dunkel und ungewiß klingt. Wenn das nun gutes Deutsch ist, warum treten sie nicht hervor und machen uns ein solches feines, hübsches deutsches Neues Testament und lassen des Luthers Testament liegen? Ich meine ja, sie sollten ihre Kunst an den Tag bringen. Aber der deutsche Mann redet so: Ut quid etc.: »Was soll doch solche Verschwendung? Nein, es ist schade um die Salbe.« Das ist gutes Deutsch, woraus man erkennt, daß Magdalena mit der verschütteten Salbe verschwenderisch umgegangen sei und Schaden angerichtet habe. Das war des Judas Meinung: denn er dachte, bessere Verwendung zu schaffen.
Ebenso, da der Engel Luk. 1, 28 Maria grüßet und sagt: »Gegrüßet seist du, Maria, voll Gnaden, der Herr mit dir.« Wohlan, so ists bisher schlicht, den lateinischen Buchstaben entsprechend verdeutschet worden. Sage mir aber, ob das auch gutes Deutsch sei? Wo redet der deutsche Mann so: »Du bist voll Gnaden«? Und welcher Deutsche verstehet, was damit gesagt sei: »voll Gnaden«? Er muß an ein Faß voll Bier oder Beutel voll Geldes denken. Darum habe ichs verdeutscht: »du Holdselige«; damit ein Deutscher sich desto besser vorstellen kann, was der Engel mit seinem Gruß meinet. Aber hier wollen die Katholiken toll werden über mich, daß ich den Engelsgruß verderbet habe: obwohl ich damit noch nicht das beste Deutsch getroffen habe. Und hätte ich das beste Deutsch hier nehmen und den Gruß so verdeutschen sollen: »Gott grüße dich, du liebe Maria« – denn so viel will der Engel sagen, und so würde er geredet haben, wenn er sie auf deutsch hätte grüßen wollen – ich meine, sie (die Katholiken) sollten sich wohl vor großer Schwärmerei für die liebe Maria selbst erhängt haben, weil ich den Gruß so zunichte gemacht hätte.“

[Martin Luther: Ein Sendbrief vom Dolmetschen (1530). Martin Luther: Gesammelte Werke, S. 3148 (vgl. Luther-W Bd. 5, S. 85 ff.) (c) Vandenhoeck und Ruprecht
http://www.digitale-bibliothek.de/band63.htm ]

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Dieser Blog-Beitrag von Sergej Pauli erschien zuerst auf Glauben und Denken (alt) . Lies hier den Original-Artikel "Luther zur Übersetzung von Röm 3,28".

Über Sergej Pauli

Hallo, ich bin Sergej Pauli, Jahrgang 1989 und wohne in Königsfeld im Schwarzwald. Ich bin Ingenieur, verheiratet, habe vier Kinder. Diesen Blog möchte ich nutzen, um über das Wort Gottes und seine durchdringende Wirkung bis in unsere Zeit zu schreiben. Hast du bestimmte Fragen oder Anliegen, dann scheue dich nicht, mich zu kontaktieren. Hast du bestimmte Fragen oder Anliegen, dann scheue dich nicht, mich zu kontaktieren.

25 thoughts on “Luther zur Übersetzung von Röm 3,28

  1. Sergej, was hast du mit deinem Text von Luther bezweckt?

    Es gibt keine fehlerlose Bibelübersetzung. Keine!

    Insofern ergibt dein Beitrag hier einseitiges und pauschales Katholikenbashing. Also ein Kampf, bei eigenen Fehlern, Fehler der anderen schlecht zu machen.

    Luther hat seine Übersetzung schon zu Lebzeiten in 30 Zyklen korrigiert. Die letzte Verbesserung war im Jahr 2017, wie bekannt. Folglich gabe es Gründe, sie zu überarbeiten.

    Tatsache ist auch, dass evangelikale Übersetzungen ebenso fehlerhaft sind wie alle anderen auch, nur eben aus dem Auslegungsblickwinkel von Evangelikalen der letzten 200 Jahre zu bestimmten Betonungen, Überbetonungen bzw. Unterbetonungen. Nicht genauer als jede andere Übersetzung aus bestimmten anderen Strömungen, die alle einen Geschmack von Verschlimmbesserungen haben können.

    Das Ringen, was nun das Wichtigste sei am Evangelium Jesu Christi, wird HIER eher zu einem Hauen und Stechen, als eine starke konstruktive Bewegung, die Mitte der Schrift zu ergründen.

    Vor 3 Jahren schrib ich hier schon: Es gibt allein 500 dutschsprachige Bibelübersetzungen bzw. Teilübersetzungen nur NT.

    Und nun? Ich kenne hier mindestens eine Person, die die allein wahre Übersetzung plus zugehörige Auslegung im Köfferchen hat. – Es ist purer Hochmut.
    Gemeinsames erkennen und Ringen darum?
    Wo wie und wann?
    Ich bin dafür.

    Grüßle

    1. „Das Ringen, was nun das Wichtigste sei am Evangelium Jesu Christi, …“

      Nun steht der Beitrag hier seit bald vier Jahren, und was möchtest Du diskutieren: 500 falsche Bibelübersetzungen, Leute die alles falsch machen, oder sich wie Luther 30 mal korrigieren (Du selbst korrigierst Dich aber gar nicht, weil keine Glaubensentwicklung, keine Zunahme der Erkenntnis bei Dir erkennbar ist ?).

      Und dabei übersehend, dass der angeführte Vers Röm 3,28 das Evangelium treffend zusammenfasst, und dieser Satz viel wichtiger ist als die Fragestellung, welche der 500 Übersetzungen den nun die beste sei:

      „So kommen wir nun zu dem Schluss, dass der Mensch durch den Glauben (allein) gerechtfertigt wird, OHNE Werke des Gesetzes.“

      (Übersetzung nach Schlachter 2000, das Wort „allein“ von mir eingefügt, um den Kontext zu Luther zu setzen, das „OHNE“ von mir in Großbuchstaben gesetzt, damit man hinterher nicht sagen kann, man hätte es nicht gesehen, die Übersetzung von „choris“).

      Bist Du gerechtfertigt?

      1. Nun, hüten wir uns vor ungerechtfertigter Absolutsetzung bestimmter Worte des hl. Apostels Paulus.

        GLAUBE ALLEIN ohne gute Werke der Barmherzigkeit den Nächsten gegenüber macht nämlich NICHT gerecht und nützt für sich ALLEIN N I C H T S !

        Sicherlich ist es falsch zu glauben wie manche jüdische Zeitgenossen Paulus‘, dass rein äußerliche Befolgung von Thoragesetzen wie z.B. Speise- oder Reinheitsgebote bereits für sich allein den befolgenden Menschen gerecht vor Gott mache.

        Dem ist natürlich NICHT so.

        BEIDES ist notwendig:

        GLAUBE und damit LIEBE zu Gott UND gute WERKE der NÄCHSTENLIEBE.

        Das besagt ja gerade u.a. nicht nur der HERR selbst im Evangelium sondern auch der von Luther so gering geschätzte Jakobusbrief.

        1. Wenn denn die ganze Schrift vom Heiligen Geist inspiriert ist, dann gilt das auch für die Paulusbriefe – bis auf die Stellen, wo er ausdrücklich darauf hinweist, dass das jetzt Geäußerte seine eigene Meinung ist, die er aber auch vom Heiligen Geist geprägt sieht.

          Der Bibelausleger / Übersetzer hat leider die Aufgabe, die Schrift widerspruchsfrei in sich selbst auszulegen (und möglichst auch zu übersetzen). Das ist ein hartes Brot, in einem Leben kaum schaffbar, aber es gibt ja nachfolgende Generationen von Auslegern und sprachbegabten Menschen, die die Arbeit fortgeführt haben, und auf die wir zurückgreifen dürfen, wofür ich ganz dankbar bin.

          Und natürlich müssen wir die Aussagen von Paulus in Relation zu Worten und Gleichnissen setzen, die Jesus gesagt hat. Die Anfrage eines Schriftgelehrten „Meister, was muss ich tun, um gerettet zu werden“ wird ja beantwortet mit dem Ersten Gebot und „Liebe deinen nächsten wie dich selbst“. Liebe an und für sich ist erstmal keine Wohltat an dem nächsten, sondern eine Emotion, eine innere Haltung.
          Setzt man Paulus und Jesus dann zusammen, dann ist das Fazit: es kommt nicht auf Opfer und die durch die Thora vorgegebenen Äußerlichkeiten / Handlungen an, sondern auf die innere Haltung (ich finde da derzeit keinen besseren Begriff für).

          Der Jakobus ist da wirklich nicht leicht einzuordnen, aber ich versuche es mal ansatzweise, durcharbeiten und nachprüfen sollte das aber jeder selbst für sich:
          Jak 1, 22: Seid aber Täter des Wortes … – Der Hinweis in V27, dass der Besuch von Witwen und Waisen eine makellose Frömmigkeit ist vor Gott, und die Verse davor, lassen erahnen, dass das Werke und Taten sind, die aus dem Glauben kommen, also eine Folge des Glaubens, wobei der Gläubige schon um seine Errettung weiß. Die Tat fügt also der Errettung nichts hinzu.
          Jak 2, 8-9 geht auf die Nächstenliebe ein, aber bitteschön ohne Ansehen der Person. Also auch keine Tat, sondern eine Geisteshaltung. Um dann gleich in V10 auf das Thema Einhalten der Gesetze zu kommen, als krasser Gegensatz zur inneren Geisteshaltung.
          In Jak 2, 14 wird es deutlich: die Werke (auch die Nächstenliebe) sind und müssen eine Folge des Glaubens sein. Aber es steht auch dort nicht, dass Werke zur Errettung beitragen. V18ff betont: Werke sind Folge des Glaubens, Glaube ohne Werke ist tot. Heißt also: Glaube muss Frucht bringen, in meinen Taten und Worten (siehe auch nachfolgende Kapitel) erkennbar sein.

          V21 ist, für sich gelesen, ein Widerspruch zu all den obigen Ausführungen, aber im Kontext passt er wieder. Abraham glaubte (endlich, nachdem er oft Gott nicht vollständig gehorchte und nicht vertraute) und vertraute jetzt auf Gott, war bereit, das ihm von Gott aufgetragene Werk zu tun. (Preisfrage: war Abraham schon errettet, als Gott ihn auserwählt hat? Wäre sicherlich eine interessante theologische Diskussion, ich habe noch keine feste Antwort darauf)
          Der V24 ist „fies“, aber im Kontext zu V25, der ihn erläutert, verständlicher:
          „So seht ihr nun, dass der Mensch durch Werke und nicht nur durch den Glauben / durch den Glauben allein gerechtfertigt / gerecht (angesehen) wird“. (Ich habe mal mehrere Wortbedeutungen des Griechischen dazugeschrieben – würde aber, sofern die Möglichkeit besteht, jedem empfehlen, das auch mal selbst für sich auszuarbeiten).
          V25: „Ist nicht … Rahab durch Werke gerechtfertigt / als gerecht angesehen worden, als sie …“ Wer die Geschichte zur Rahab liest: sie glaubte erst, dann handelte sie. Das Handeln hat nicht Glauben erzeugt, aber das Handeln hat den Glauben sichtbar gemacht, ihn bestätigt, der Glaube hat gute Frucht gebracht.

          Das griechische Wort gerecht / gerechtfertigt hat die Beibedeutung „als gerecht angesehen“ werden, also (auch) eine Außenschau auf denjenigen, der das Werk tut oder auch nicht. Siehe hierzu auch Jak 2, 18 (-20).

          Den häufigen Disput mit J. haben wir hier eigentlich (nur) aus zwei Gründen:
          1. Er stellt die Werke in den zeitlichen Vordergrund des Ablaufes der Christwerdung, gerade so, als müßten sichtbare Werke dem Glauben vorausgehen und als würden sie zu Errettung beitragen. Aber bei Abraham, bei Rahab, sehen wir, dass die Werke eine Folge des Glaubens sind.
          2. Er sieht die Beiträge und Schriften, die z.B. Herr Dr. Till verfasst, nicht als gleichberechtigte Werke an wie die, die er tut, und unterstellt ihm und manch anderen fehlende Nächstenliebe oder dass sie sich um die „falschen“ Dinge kümmern. Nun ist es aber so, dass Gott nicht jedem die gleichen Aufgaben, Aufträge, die gleichen Bürden gibt, manch einer ist berufen zum Lehrer, Hirten, oder zu praktischen Werken der Nächstenliebe. Alle zusammen bilden einen Leib, die Gemeinde, mit Christus als Haupt.
          Für mich ist es durchaus Nächstenliebe, wenn jemand seine Freizeit opfert, um theologische Beiträge für andere zu schreiben.

          Eine meine Lieblingsstellen ist der Schächer am Kreuz (Lk 23,39ff): er glaubt, er bittet Jesus um seine Annahme, Jesus spricht ihm die Errettung zu (ganz ohne Taufe und anderem Brimbamborium), und er vollbringt sogar ein gutes Werk: er gibt Zeugnis. Und gerade dieses Zeugnis zeigt uns (und der unsichtbaren Welt) an, dass er errettet ist, weil es ihn vor unseren Augen rechtfertigt / gerecht macht.
          Das ist jetzt nicht das „soziale“ Werk, dass J. gerne sehen möchte, sondern das Werk, das Gott ihm auferlegt hat.
          (Interessant sind die beiden Parallelstellen Mt 27,44 und Mk 15 – da beschimpfen beide Räuber noch Jesus. Man möchte fast meinen, der eine ist erst in letzter Minute zum Glauben gekommen, als er sah, wie Jesus mit der Situation umging. Aber das ist jetzt nur Meinung von mir und keine Lehre).

          Sind wir uns mal konfessionsübergreifend einig? 😉

          1. Durch „Glauben“ allein wird man eben NICHT gerechtfertigt.

            „Glaube“ OHNE WERKE ist TOT!

            Also:

            Nicht lebendig und insofern gar kein richtiger Christenglaube.

            Der gute mit Jesus zusammen gekreuzigte Schächer vollbringt nach meinem Urteil am Kreuz mehrere wirklich gute Werke:

            Er nimmt seine Strafe als Konsequenz für seine früheren schweren Sünden an, ermahnt auch entsprechend seinen mitgekreuzigten Kumpel und redet ihm ins Gewissen und zugleich bekennt er ÖFFENTLICH FURCHTLOS, dass Jesus unschuldig ist und die Kreuzigung nicht verdient hat.

            Schließlich bekennt er wiederum ÖFFENTLICH den .itgekreuzigten Herrn (zumindest indirekt) als den Sohn Gottes, der ins Paradies eingehen wird und den er dann um sein Gedenken (Erbarmen/Vergebung) für sich bittet – das ihm dann auch vom Herrn sofort und äußerst konkret zugesagt wird.

            Für mich ist das alles eine öffentliche Beichte dieses Schächers mit Schuld Erkenntnis, Reuebekenntnis und Heilszusage!

            Wenn das keine guten Werke aus Gottesliebe sind, dann heße ich fortan Maier.

            Nach Seiner Auferstehung hat der Herr übrigens die Vollmacht der Sündenvergebung feierlich mit Zuhauchung des Hl. Geistes ganz individuell auch jedem Seiner Apostel übertragen – Teil der Priesterweihe und Einsetzung des Hl. Sakramentes der .persönlichen Beichte!

            Was ja Ihr Luther und seine Adepten nicht anerkennt!

          2. Na, wenn wir uns da mal beim Schächer mal nicht einig sind. Ich sage „er gibt Zeugnis“, und Sie schreiben die Langform. Passt also.
            (Wenn wir dann mal den Schlußabsatz mit Sakrament etc. weglassen, denn das ist doch anders auszulegen. Aber da streiten wir bestimmt ein anderes Mal drüber 😉 )

            Aber ich möchte mal noch einen nachlegen, mir ist heute in anderem Kontext der 1. Petr. 23 über den Weg gelaufen:
            “ …denn ihr seid wiedergeboren nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen, durch das lebendige Wort Gottes, das in Ewigkeit bleibt. “
            Auch hier: Wiedergeburt, Errettung kauft man nicht durch eigene Werke, sie kommt aus dem lebendigen Wort Gottes (aus der Predigt, aus der Schrift), bzw. wir dürfen das Wort auch mit Jesus gleichsetzen (Joh 1,1-2), der in der Predigt verkündigt werden sollte.

            Auch die vorherigen Verse haben es in sich:
            „18 Denn ihr wisst ja, dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft worden seid aus eurem nichtigen, von den Vätern überlieferten Wandel, 19 sondern mit dem kostbaren Blut des Christus als eines makellosen und unbefleckten Lammes.“

            Nicht Gold, nicht Silber, und damit auch nicht Taten oder der Ablasshandel oder eigene Opfer kaufen mich frei und erretten mich, sondern nur der Opfertod Jesu, an den wir glauben, und wie es in Röm 3,28 heißt: „So kommen wir nun zu dem Schluss, dass der Mensch durch den Glauben (allein) gerechtfertigt wird, OHNE Werke des Gesetzes.“
            Wenn Luther das „allein“ dort herausstellt, dann auch in schönster Übereinstimmung mit Joh 3, 16: „16 Denn so [sehr] hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verlorengeht, sondern ewiges Leben hat.“
            Oder auch Joh 5, 24 „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hört und dem glaubt, der mich gesandt hat, der hat ewiges Leben und kommt nicht ins Gericht, sondern er ist vom Tod zum Leben hindurchgedrungen.“
            Auch hier: das ewige Leben kommt aus dem Glauben.

            Was machen wir nun mit 1. Petr 1, 17 „Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person richtet nach dem Werk jedes Einzelnen, so führt euren Wandel in Furcht, solange ihr euch hier als Fremdlinge aufhaltet.“
            Es wird der wiedergeborene Christ gerichtet, aber nicht mehr zum ewigen Leben oder ewigem Tod:
            1. . Kor 5, 10 „Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl des Christus erscheinen.“
            1.Kor 3, 14 „Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen.“
            1. Kor 3, 5 „Und dann wird jedem sein Lob werden von Gott.“
            1. Korinther 3, 11 –15 „Einen andern Grund kann niemand legen als den, der gelegt ist, welcher ist Jesus Christus. Wenn aber jemand auf den Grund baut Gold, Silber, Edelsteine, Holz, Heu, Stroh, so wird das Werk eines jeden offenbar werden. Der Tag des Gerichts wird’s klarmachen; denn mit Feuer wird er sich offenbaren. Und von welcher Art eines jeden Werk ist, wird das Feuer erweisen. Wird jemandes Werk bleiben, das er darauf gebaut hat, so wird er Lohn empfangen. Wird aber jemandes Werk verbrennen, so wird er Schaden leiden; er selbst aber wird gerettet werden, doch so wie durchs Feuer hindurch.“

            Wiedergeburt, Errettung, Heilsgewißheit: das kommt durch den Glauben. Vom Werk bleibt im schlimmsten Fall vielleicht gar nichts übrig, aber das steht der Errettung nicht im Weg.

            Gute Werke: kommen aus dem Glauben (und haben nur dann einen Wert). Im Jakobus-Brief sehen wir, dass diese Werke sein „müssen“, weil sonst der Glaube tot ist, also nicht lebendig, weil er sonst nicht sichtbar ist, er rechtfertigt (im Sinne von Ansehen haben, siehe griechische Wortbedeutung) den Christen. Entsprechend der Werke fällt das Lob Gottes aus im Preisgericht, in das der Christ durchaus kommt. (Alles jetzt in Kurzform zusammengeschrieben). Aber Preisgericht ist etwas anders als das Gericht zum ewigen Leben / ewigen Tod.

            Aber was ist jetzt mit Ihrem vorangestellten Satz „Durch „Glauben“ allein wird man eben NICHT gerechtfertigt.“?

            Da schauen wir mal in Röm 4, 25 „… ihn (Jesus), der um unserer Übertretungen willen dahingegeben und um unserer Rechtfertigung willen auferweckt worden ist.“
            Oder Röm 5: „8 Gott aber beweist seine Liebe zu uns dadurch, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. 9 Wie viel mehr nun werden wir, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerechtfertigt worden sind, durch ihn vor dem Zorn errettet werden! 10 Denn wenn wir mit Gott versöhnt worden sind durch den Tod seines Sohnes, als wir noch Feinde waren, wie viel mehr werden wir als Versöhnte gerettet werden durch sein Leben! “

            Wow, wir werden durch Jesus, sein Blut, seinen Tod, seine Auferstehung gerechtfertigt. Hier geht es um die Rechtfertigung vor Gott.
            Und dann werden wir gerettet durch sein Leben. Also nicht durch Werke. Alles in schönster Übereinstimmung mit Joh 3, 16. An diesen Jesus glaube ich, so, wie ihn Petrus, Johannes und Paulus einstimmig verkünden.

            In längerer Form, besserer Struktur und Argumentationskette kann man die ganze Thematik z.B. in den ersten zwei Artikeln von Dordrecht nachlesen, die damit auf die Irrtümer der Arminianer reagiert haben, insbesondere dass der Mensch zur eigenen Erlösung beitragen könne / aus eigener Kraft zu Gott kommen könne, und dass der Mensch sich auf Gott zubewegen müsse, um gerettet zu werden.
            In Kurzform aus Dordrecht: „Die reformierte Antwort darauf war bedingungslose Gnade. Gottes Gnade ist frei und er gewährt sie dem Menschen frei, indem er keine Bedingung, Leistung oder Werke des Menschen daran knüpft. Die guten Werke des Menschen sind nach reformatorischer Sicht immer eine Frucht der Gnade, die aus der Wiedergeburt und dem Glauben kommt, aber keine Bedingung, die der Mensch als „Soll“ in seiner Rechtfertigung miteinbringen muss.“

            Zu guter letzt sollte man auch wissen, dass das auch noch in den katholischen Lehrbüchern bis hin zur Lutherzeit stand, aber in der katholischen Kirche zu der Zeit schon leider nicht mehr gelebt wurde.
            Irgendwann ist die katholische Theologie falsch abgebogen, äußeres Zeichen dafür ist z.B. der Ablasshandel zu der Zeit, und hat den Rückweg nicht mehr gefunden.

          3. Nein, wir sind uns eben NICHT einig, auch nicht einmal beim gefettetes Schächer:
            Denn Sie behaupteten, es habe sein Glaube an Christus ALLEIN OHNE WERKE seine Rettung bewirkt, während ich eben seine am Kreuz vollbrachten Werke aufzählte und im einzelnen darlegte.

            Ich wiederhole:

            Glaube ALLEIN ohne aus ihm herrührenden guten Werken ist tot und daher NICHTS.

            Er gleicht dem Feigenbaum, der eben KEINE guten Früchte trägt und daher vom Herrn verflucht wurde und verdorrte.

            Sie führen einmal mehr in Ihren ellenlangen Ausführungen den von Protestanten wegen des von Ihnen geleugneten Fegefeuers und zur Aufrechterhaltung einer göttlichen Gerechtigkeit künstlich konstruierten Unterschied zwischen dem endgültigen Endgericht am und dem vorläufigen sog. „Preisgericht“ an.
            In letzterem wird der Gläubige für die guten Taten seines Lebens belohnt, muss aber noch dann auf das Endgerät am Jüngsten Tag warten, bei welchem er nicht sicher sein kann, dass er doch noch auf Grund seiner irdischen Verfehlungen nicht doch noch den Verdammten zugerechnet wird, nicht wahr?
            Was für ein Unsinn und was für ein geradezu pervers3s Bild von Gott, der die Menschenseelen im Ungewissen über ihr endgültiges Schicksal beim Endgericht lässt bis es denn eines Tages soweit ist.
            Für einen solchen Glauben bedanke ich mich.
            Als Katholik Glaube ich, dass ich nach dem irdischen Tod sogleich erfahre, wie ich und mein Leben vom Herrn beurteilt werde. Heiligmäßige Menschen, zu denen ich mich nicht zähle, werden das Himmels und der Anschauung Gottes sogleich teilhaftig, ebenso wahrscheinlich Glaubensmärtyrer.
            Ich selbst hoffe realistischer Weise, dass ich nicht in die Hölle komme sondern dass meine unsterbliche Seele für würdig erachtet wird, im Purgatorium (Fegfeuer) von ihren Sünden, Makel etc. gereinigt zu werden. Das ist keinesfalls angenehm sondern ein sehr schmerzvoller Prozess, aber das muss ich als Sühne auf mich nehmen, um danach gereinigt vor Gott treten zu dürfen..

            Immerhin habe ich dabei im Gegensatz zur protestantischen Preisgerichtsvorstellung das Ziel und die Gewissheit, dass es am Ende des Läuterunsprozesses für mich gut ausgeht und ich dann Gott schauen darf.
            Die Dauer des Purgatoriums kann man natürlich im irdischen Leben durch ein möglichst gläubiges und rechtschaffenes Leben und Wirken selbst mit beeinflussen.

            Unsere grundverschiedenen konfessionell bedingten Auffassungen von einem gelungenen christlichen irdischen Leben und vom Jenseits trennen jedenfalls Welten!

          4. Bedaure, ich habe doch ein paar durch die vermaledeite Autorrektur verursachte Fehler übersehen:

            Natürlich ist es der „gerettete“ Schächer, nicht gefettete.
            Und natürlich das „Endgericht“ am jüngsten Tag und nicht das Endgerät.
            Ärgere mich selbst über diese albernen Korrekturen – hätte vor Absendung doch noch mal den GANZEN Text Korrektur lesen sollen.

          5. Also hat Ihrer Auffassung nach der Apostel Johannes im Evangelium gelogen in Kap 5, 24? Oder gar der Herr Jesus selbst, dessen Worte er dort wiedergibt?
            Dann lügt Petrus in seinen Briefen wenn er sagt, das wir bereits jetzt von der Sünde (und damit dem Satan, und dem Tod) losgekauft sind?
            Dann lügt auch Paulus im Röm 4,25?

            Ich bin aber letztendlich froh, dass ich im Gegensatz zu Ihnen Heilsgewißheit habe, weil ich den Worten der Schrift vertrauen kann.

          6. Sie reden und schreiben von sich und Ihrer Heilsgewissheit sehr stolz.

            Aber, der Herr warnt in Mt7,21-23:

            „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen:  Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten und haben wir nicht in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und haben wir nicht in deinem Namen viele Machttaten gewirkt? Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Gesetzlosen!“

            Im Gegensatz zu den allzu „Heilsgewissen“ bleibe ich sehr demütig und bin mir meiner Fehler, Sünden und Unzulänglichkeiten bewusst und beichte sie auch bereuend von Zeit zu Zeit.

            Das heilige Bußsakrament hat bei mir durch das offensichtliche Wirken des Hl. Geistes schon wahre Wunder bewirkt und mir viel Ruhe und Zuversicht verschafft.

          7. Ist nicht gerade diese allzu selbstbewusst herausposaunte Heilsgewissheit in der pharisäischen Tradition stehend?

            „Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.“

            Das lehrt der Herr am Ende von Lk18, 10-14.

          8. Reden wir doch mal weniger von mir und meinem angeblichen Hochmut und Stolz, sondern von Ihnen.

            Haben die drei Verfasser der biblischen Texte die Wahrheit gesagt, ja oder nein? Ist eine einfache Frage, die werden Sie doch wohl noch beantworten können (siehe Mt 5, 37).

            Zumindest entnehme ich Ihren Worten, dass Sie keine Heilsgewißheit haben.
            Trotz z.B. 1. Joh 5, 13: „Diese Dinge habe ich euch geschrieben, damit ihr wisst, dass ihr ewiges Leben habt, die ihr in den Namen des Sohnes Gottes hineinglaubt.“ Sie wissen nicht sicher, dass Sie ewiges Leben haben?
            Oder auch Joh 3,16.
            Oder Röm 8, 16: „Der Geist Selbst bezeugt zusammen mit unserem Geist, dass wir Kinder Gottes sind.“ Sie haben dieses Zeugnis nicht bekommen?
            Oder 1. Joh 3,14: „Wir wissen, dass wir aus dem Tod ins Leben hinübergegangen sind, weil wir die Brüder lieben.“ Lieben Sie die Brüder nicht?
            Oder Joh 10, 27-28: „Jesus sagt: „Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir nach; und ich gebe ihnen ewiges Leben, und sie werden in Ewigkeit nicht verlorengehen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen.““
            Folgen Sie etwa nicht nach, hören die Stimme nicht, kennt Jesus Sie nicht? (jetzt gilt: siehe Mt7, 21-23).

            Oder die Zusage in Röm 6,14: „Denn die Sünde wird nicht herrschen über euch, weil ihr ja nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade.“
            Der Satz sagt nicht aus, dass wir nicht mehr sündigen, und ein Christ wird sicherlich im Glauben wachsen wollen, aber sündigen wir doch, so herrscht nicht die Sünde über uns und wir gehen nicht dadurch verloren (siehe Joh 10, 27-28). Oder herrscht die Sünde über Sie?

            Ja, es gibt die Zusage mehrfach, dass wir Heilsgewißheit haben. Wer sie nicht hat, der sollte sich überlegen, ob er denn den richtigen Lehren anhängt.
            Aber dann gibt es halt diejenigen, die ein anderes Evangelium lehren, die meinen, das Heil wäre nur in der katholischen Kirche und ihren Sakramenten zu finden. Da könnte Mt7, 21-23 tatsächlich auch diesen Personenkreis beschreiben.

            Zumindest Sie hätten jetzt genug relevante Bibelstellen hier vor Augen, so dass keine Entschuldigung mehr bleibt, wenn Sie weiterhin anderen Lehren anhängen.
            Oder meinen Sie, weil ihnen ein „heiliges Bußsakrament“ Ihnen zeitweise erbauliche Emotionen schenkt, wäre das der richtigere Weg als der, den unser Herr Jesus uns mitteilt?

          9. Sie spielen sich hier als selbsternannter Inquisitor auf und wollen mich examinieren?

            Wer gibt Ihnen das Recht dazu?

            Und dann gar mich zu richten, als rk Katholik falschen Lehren anzuhängen?

            Passen Sie auf, dass das nicht einmal auf Sie selbst zurückfällt.
            Die Zitierung der dazu passenden WARNENDEN Bibelstellen vom Richten und ungerechtem Abqualfizieren (christlicher) Glaubensgeschwister erspare ich mir, Sie könnten sie bei Ihrer Bibelkenntnis ja selbst unschwer nachschlagen.
            Ob’s Ihnen allerdings hilft? Bin skeptisch.

            Ich habe hier und anderswo übrigens NIE behauptet, es gebe außerhalb der römisch-kath. Kirche nicht AUCH Wege zum ewigen Heil.
            Mir das Gegenteil zu unterstellen, ist einfach nur mies.

            Zur Heilsgewissheit:
            ICH habe HOFFNUNG auf einstiges Seelenheil – nicht mehr aber auch nicht weniger!

            Das irdische Leben ist lang und voller Wendungen und auch mancher Prüfungen – auch für Christen. Ich hoffe, sie meistern und bestehen zu können mit Gottes Hilfe: Auch und nicht zuletzt durch und mit Hilfe der Hl. Sakramente (= Gnadengeschenke des Herrn, die mir meine Kirche als deren Verwalterin anbietet).
            Nicht zuletzt durch die Hl. Beichte, die bei mir keinesfalls nur kurzfristig wirkte, sondern mir schon äußerst beglückend-wertvolle und bis zum heutigen Tage anhaltende Erkenntnisse und Änderungen meines Verhaltens und Denkens hat zuteil werden lassen.

            Das lasse ich mir von keinem – und erst recht nicht von Ihnen, Stephan, schlecht machen.

            Sie haben offenbar trotz Ihrer einstigen rk Sozialisation keine Ahnung davon, was eine wirklich gute Beichte für eine anhaltende Gnade und Glück für den Beichtenden bedeuten kann, wobei übrigens dabei der Priester „nur“ Werkzeug Gottes ist.

            Sehr bedauerlich, aber vielleicht erleben evangelische Christen ja Ähnliches in direkter dualer Begegnung mit Jesus Christus?

            Darüber wiederum habe ich dann keine Kenntnis, würde mich aber hüten, das gering zu schätzen oder gar öffentlich abzuqualifizieren – denn das wäre dann Hybris meinerseits.

          10. „Sie spielen sich hier als selbsternannter Inquisitor auf und wollen mich examinieren?“
            Nein, Sie sollen sich selbst examinieren. Ihre Haltung zum Wort Gottes, zu den Worten unseres Herrn Jesus, und warum Sie diesen nicht glauben können. Beantworten Sie für sich selbst in der stillen Kammer einfach die ja/nein-Fragen – aber das wollen Sie nicht mal in der stillen Kammer für sich machen, weil die Antworten Sie verstören könnten.
            Ergänzend könnte ich jetzt die Frage stellen, warum bei vielen Katholiken erstmal die Beißreflexe einsetzen, wenn es Kritik am theologischen Le(h)(e)rgebäude gibt, und überhaupt kein reflektiertes Nachdenken und Antworten erfolgt, aber dazu siehe unten.

            „Wer gibt Ihnen das Recht dazu?“
            Passender wäre die Frage gewesen: „Wer oder was legt Ihnen das als Aufgabe auf?“

            „Und dann gar mich zu richten, als rk Katholik falschen Lehren anzuhängen?“
            Ich sage Ihnen nur, wo Sie im Widerspruch zur Schrift und zum Worte Gottes stehen. Das ist noch kein Richten, wir sind beim Ermahnen. Aber später mal, da werde ich Engel richten.

            Was mir aber jetzt besonders auffällt ist Ihre wiederholte Argumentation anhand von Emotionen / Gefühlen / …. , sinngemäß „ich gehe zur Beichte / „heiligen Sakramenten“ und fühle mich gut danach“.
            Das jedoch erinnert mich an viele Menschen und die Auffälligkeit unserer Zeit, dass viele nur noch nach „ich fühle mich gut dabei und daher ist es richtig“ entscheiden, bis hinauf in die Politik. Da werden die Glückshormone aktiviert und ausgeschüttet, wenn man mal wieder die Welt, das Klima, und Menschen aus Seenot rettet oder freiwillig am Badestrand die medizinische Maske trägt, sich um der vermeintlich guten Sache willen an die Straße klebt, gemeinsam die Regenbogenfahne schwenkt, und das Glücksgefühl ist so toll, das will man wieder und wieder erleben, und deshalb müssen alle Fakten oder die Überbringer von Fakten weggebissen werden, so wie ein Süchtiger gegen die Gefahr eines Turkeys oder Entzuges ankämpft und zunehmend agressiver wird.

            Das mit dem High-Sein nach der Beichte kenne ich durchaus noch aus eigenem Erleben. Ich bin heute mehr als dankbar, dass ich nur noch von Jesus abhängig bin, aber nicht mehr von einer Institution und ihren Ritualen.

          11. Sie, Stephan, haben wenig bis nichts von meinem religiösen Leben und Befindlichkeit als gläubiger römisch katholischer Christ verstanden und meinen in Ihrer vorurteilsbehaftetenVerblendung, ich lehnte wirklich die von Ihnen aufgeführten Schriftstellen ab und hätte so wohl keine „Heilsgewissheit“.

            Da irren Sie jedoch:

            Würde ich jetzt in diesem Augenblick mein irdischen Leben beenden (müssen), so wäre ich voller Zuversicht, nach vielleicht einer gewissen Zeit der Läuterung im Fegfeuer SICHER das ewige Heil bei Gott zu erlangen – nicht zuletzt, weil ich mich stets trotz mancher persönlicher Verfehlungen um ein christliches Leben bemüht habe.

            Mir geht jedoch der/ Ihr Stolz und penetrant zur Schau getragenes Selbstbewusstsein ab, dieses auch für mich schon jetzt für alle persönliche Zukunft hier öffentlich zu propagieren.

            Denn dazu weiß ich nicht zuletzt aus persönlicher schmerzvoller Erfahrung zu viel um die Unzulänglichkeit und Schwachheit und Verletzlichkeit des Menschen und auch meiner Person.
            Ich habe selbst auch schon gemäß dem Psalmwort geglaubt, „mit meinem Gott(esglauben) Mauern zu überspringen“ und fand mich zuletzt krank und existentiell buchstäblich am Boden wieder.

            Eine sehr leidvolle Erfahrung, die ich gerne vermieden hätte – aus der mir aber Gott mit Seiner Gnade ähnlich wie dem Ijob im AT herausgeholfen hat und mich sogar schon in diesem irdischen Leben überreich entschädigt und beschenkt hat.

            Meinen christkatholischen Glauben hat all dieses jedenfalls enorm gefestigt!

            Aber ich bin und bleibe auf Grund der gemachten leidvollen Erfahrungen sehr vorsichtig und nehme den Mund nicht mehr so voll, wie Sie es tun – denn ich habe meine Grenzen erfahren.

            DESHALB sprach ich von der „HOFFNUNG“, die mich beseelt und „in der ich“ gem. Röm 12,12 „fröhlich (besser: zuversichtlich) bleibe“ ebenso wie „geduldig in der Bedrängnis und beharrlich im Gebet“.

            Sie, Stephan, fühlen sich offenbar, wie Sie hier bekunden, zum (Be-)Lehren und Missionieren zu Ihrer subjektiven konfessionellen Auffassung christlichen Lebens göttlich berufen, sind sich „heilsgewiss“ und wollen später gemäß der Schrift „Engel (mit)richten“?
            Geht’s vielleicht auch eine Nummer kleiner und etwas bescheidener?

            Zur Zeit jedenfalls betreiben Sie auch hier den Versuch der Proselytenmacherei.

            Wenn dann die rk Zielperson nicht auf Ihre Avancen eingeht, kommen dann die Krallen zum Vorschein und es wird gegen die RKK und ihre Lehren und Sakramente gehetzt.

            Merken Sie sich:

            Nicht allein Ihre negative subjektive Erfahrung zählt hier als Maß aller Dinge.

            Die Hl. Beichte mit einer Droge zu vergleichen und den Gläubigen beichtenden Katholiken mit einem Junkie, ist schon ein starkes Stück!

            Ich kann jedenfalls auf meine Ehre und Gewissen versichern:
            Ich habe wiederholt die Beichte, die ich übrigens gar nicht besonders häufig empfange, als nicht etwa nur mehr oder weniger kurz anhaltenden „Hype“ erlebt, sondern deren gute Früchte nun schon über viele Jahre anhaltend!

            Brauchense nicht zu glauben aber isso!

      2. Übrigens, in der Einheitsübersetzung klingt Röm3, 28 durchaus anders als die von Ihnen hier zitierte und nach Ihrer subjektiven Auslegung gebrachte Version, nämlich so:

        „Denn wir sind der Überzeugung, dass der Mensch gerecht wird durch Glauben, unabhängig von Werken des Gesetzes.“

        Zum einen klingt da auch eine eher persönliche als eine absolut zu setzende Überzeugung des Apostels an.
        Und zum zweiten, dass der Mensch durch Glauben (an Gott und dessen Offenbarung , eig. Anm.) gerecht wird . Jedoch steht da eben nichts von „allein“ durch Glauben und erst recht nichts von „ohne“ Werke (des Judas. Thoragesetzes, eig. Anm.).
        Dass es sich um Werke des Thoragesetzes handelt geht aus den auf Vers 28 folgenden Versen hervor.

        All das bedeutet aber eben NICHT, dass man durch Gottesglaube allein OHNE gute Werke gerecht und des ewigen Heiles teilhaftig wird.
        Das ist ein Irrtum Luthers und seiner Adepten.

  2. Wenn wir Katholiken das Ave Maria z.B. beim Rosenkranz beten:

    „Gegrüßet seist du, Maria – VOLL DER GNADE …“

    Honi seit, qui mal y pense (dt: Ein Schuft, der Schlechtes dabei denkt)!

  3. Ein Heiliger werden (was selbstverständlich genemigt werden muss) oder du wirst ein Märtyrer, dann kommst du nicht ins Fegefeuer.
    Oder du führst ein rechtschaffenes gläubiges Leben, dann musst du nicht solange im Feuer schmoren.
    Also Stephan, du hast die Wahl 😉

    Das erinnert mich an die Pharisäer, die haben auch den Menschen ihre Lasten auferlegt. Jesus hatte ihre Verlogenheit unmissverständlich offengelegt.

  4. @Augustin Vesper

    Die Beichte, wenn auch meist nicht so bezeichnet, gibt es auch im evangelikalen bzw. pfingstlicherischen Bereich, also nicht nur bei Katholiken, ja sogar bei den Protestanten, wenn da auch offiziell kaum mehr.
    Dass es auch ungültige Beichten gibt, weil bei manchen nicht die richtíge Gesinnung vorliegt, ist kein Argument gegen die Beichte an sich. Manche Freikitchler meinen auch sie kämen allein mit Jesus zurecht, aber wie man oft genug sehen kann, bräuchten viele doch einen Seelsorger, der sie ggfs. auch mal zurechtweist, da sie ihre Fehler und Schwächen selber gar nicht erkennen und diese sogar noch rechtfertigen.

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