Begnadete Botschafter

Gott spricht: „Ich habe dich zur Zeit der Gnade erhört und habe dir am Tage des Heils geholfen.“ Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils! (2. Korinther 6,2)

Botschafter
haben eine besondere Stellung. Als Repräsentanten ihres Staates
genießen Sie besondere Wertschätzung. Das gilt auch für die
Botschafter Christi. Wer von sich sagen kann, dass er im Auftrage
seines himmlischen Herrn lebt und wirkt, ist ein solcher Botschafter
und darum besonders begnadigt. Er hat erfahren, dass Jesus Christus
in sein Leben eingegriffen hat, dass er ihm Schuld und Strafe
erlassen hat, um ihm ein gelingendes Leben zu schenken. Begnadigt zu
sein heißt, in unmittelbarer Beziehung zu Gott zu stehen. Begnadete
sind Beschenkte. Wer ein so begnadeter Botschafter ist, soll
weitergeben, was ihm zuteil wurde.

Der Apostel Paulus warnt, die Gnade Gottes nicht vergeblich zu empfangen. Erschrocken frage ich: Ist es denn möglich, die Gnade vergeblich zu empfangen? Das hieße doch, die Freundlichkeit Gottes kennengelernt zu haben, mit einem erfüllten Leben beschenkt zu sein, aber wieder gnadenlos zu leben.

Schreiben
Sie: Bürobedarf

Begnadete sind Mitarbeiter Jesu Christi. Wer ihm vertraut, sollte nicht zögern, im Auftrag und im Geist seines Herrn Jesus Christus handeln. Darum geht nicht an, was unlängst in einer Buchhandlung passierte. Ein gläubiger Christ kaufte ein neue Bibel, dazu ein christliches Buch und Postkarten mit Bibelsprüchen. Für alles erbat er eine Quittung über „Bürobedarf“.

Gnade
empfängt vergeblich, wer schummelt, stiehlt, lieber lügt als die
Wahrheit sagt, lieblos handelt, hinter dem Rücken anderer spricht,
Gerüchte verbreitet, zwar Bibelworte zitiert, aber nicht
entsprechend lebt und in den Tag hinein lebt, anstatt zu bedenken,
dass Gott vielleicht gerade an diesem Tag für ihn besondere Aufträge
hat. Es empfiehlt sich ein Gebet: Gott, lass mich das Beste aus
diesem Tag machen.

Die Gnade vertrödeln?

Gibt
es nicht manche Stunde, die man einfach vertrödelt? Sagt man nicht
immer wieder einmal im Rückblick auf manchen Tag oder manche Woche:
„Hätte ich die Zeit nicht besser nützen können? Eigentlich ist
es nicht zu fassen, dass alle Zeit, die mir geschenkt ist, Gnade ist.

Zeit,
die mir als Begnadetem geschenkt ist, heißt auch: Zeit haben für
ungeliebte Pflichten und unangenehme Aufgaben. Den Tag des Heiles
nutzen, d.h. auch ich kann heute meine Schuld begleichen. Ich kann
anderen vergeben. Ich kann einer Verlockung oder Verführung aus dem
Weg gehen. Ich kann Kraft erbitten, meine Schwächen zu überwinden.
Ich kann den Mund halten, auch wenn ich mich dem anderen überlegen
fühle. Ich kann helfen, trösten, Freude bereiten, Lasten des
anderen mittragen und dafür sorgen, dass Gottes Wort unter die Leute
kommt.

Die Frucht der Dankbarkeit

Drei
Männern in dem kleinen Städtchen Charlotte (North Carolina) dankten
immer wieder einmal für die Gnade, die Gott ihnen schenkt. Sie
wünschten sich, dass viele Menschen diese Gnade erleben könnten.
Sie beteten darum für eine Erweckung des Ortes und der Region. Einer
der drei war der Vater Billy Grahams. Eines Tages kam ein Evangelist
nach Charlotte. Durch seinen Dienst hörte Billy Graham die
Aufforderung Gottes, selbst ein Rufer zu werden. Jahrzehnte hindurch
konnte er Millionen von Menschen sagen, was Gnade ist und dass sie
das Heil ergreifen sollten, dass ihnen angeboten wurde.

Ich
wünsche sehr, dass dieser Tag für Sie ein Tag des Heiles werde und
dass Ihnen bewusst wird, wie begnadet Sie sind und dass Sie anderen
die Botschaft von Jesus anbieten können.

Dieser Blog-Beitrag von Horst Marquardt erschien zuerst auf Marquardts Bilanz . Lies hier den Original-Artikel "Begnadete Botschafter".

Über Horst Marquardt

Horst Marquardt, Jahrgang 1929, ist evangelischer Theologe, Journalist, Autor und Mitbegründer mehrerer evangelikaler Werke. Im Laufe seines langen Leben war er maßgeblich beteiligt an der Gründung des ERF, der evangelischen Nachrichtenagentur idea und dem Christlichen Medienverbund KEP. Außerdem leitete er von 1999 bis 2017 den Kongress Christlicher Führungskräfte (KCF). Bis heute ist ihm die Verbreitung des Wortes Gottes sein wichtigstes Anliegen. Auf diesem Blog finden sich Andachten und Bibelauslegungen aus mehreren Jahrzehnten Lebenserfahrung.

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